11+1 Einsteiger-Tipps für getorfte/rauchige Single Malt Whiskys

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Wenn Single Malts als Charakterköpfe unter den Whiskysorten gelten, dann sind rauchige Single Malts die wohl eigenwilligsten unter diesen Charakterköpfen. Diese 11 Single Malts sind unsere Einsteigertipps für die wagemutigsten unter den Whiskytrinkern, nämlich diejenigen, die sich an rauchige Whiskys herantrauen. Ein besonderes Schmankerl haben wir noch als Bonus mit in die Liste aufgenommen. Denn unser Motto lautet: Man muss auch gönnen können.

Fakten-Check zu Torfrauch
 Es Bedarf Torf um Whisky rauchig zu machen.
Für die Malt-Whisky-Herstellung braucht man Malz. Wird die Gerste über einem Torffeuer gedarrt (=getrocknet), gelangt das Räucheraroma über das Gerstenmalz in den Whisky.
Nutzung historisch bedingt: Schottland verfügte schon lange über ein reiches Torfvorkommen und wenig Waldfläche. Daher wurde Torf als Heizmittel benutzt – und zwar auch in der Whiskyherstellung.
✓ Torf ist nicht gleich Torf: Die Beschaffenheit des Torfes ist je nach lokaler Vegetation anders. Damit sind auch die Rauchnoten so unterschiedlich wie das Terroir.
Je höher der Phenolgehalt, desto rauchiger der Whisky. Der Phenolgehalt wird in ppm (parts per million) gemessen.
✓ Wasser spielt auch eine Rolle: Das in der Whiskyherstellung verwendete Wasser kann auch torfhaltig sein und nimmt so Einfluss auf den Geschmack der Gerste.
✓ Isle of Islay = Rauch: Die bekanntesten rauchigen Whiskys kommen von der Insel Islay, wo u.a. die Brennereien Ardbeg, Bowmore, Kilchoman, Laphroaig, Lagavulin, Caol Ila und Bruichladdich residieren.

 

1. Das kleine Schwarze: Highland Park 12 Jahre

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Highland Park ist eine dieser extrem gehypten Brennereien. Der 12-jährige Standard der Brennerei ist dennoch zum günstigen Preis zu erhalten und mit solider Altersangabe sowie ausgewogenem Aromenprofil ausgestattet. Flüchtige Rauchnoten, frische Heidekräuter und fruchtige Sherryelemente halten sich die Waage in diesem wohlkomponierten Aromengefüge und bieten einen leichten Einstieg in das Thema rauchiger Whisky. Er ist das Whisky Äquivalent zum kleinen Schwarzen. Kurzum: ein Malt, der immer geht.

Den Whisky finden Sie hier: »Highland Park 12 Jahre

2. Der milde Einstieg: Bowmore 12 Jahre

bowmore-12-1 Der Bowmore 12 Jahre eignet sich als perfekter Einstieg in die Welt des rauchigen Whiskys, weil er rauchig, aber dabei verhältnismäßig mild ist. Die Brennerei ist das Urgestein der Insel Islay. Gegründet wurde sie nämlich bereits 1779 und begeistert seither Whiskytrinker mit ihrem leicht rauchigen, salzig-frischen und sherrybetonten Stil. So überzeugt der Bowmore 12 mit deutlichen Torfrauchnoten, neben denen süßer Honig, dunkle Schokolade und frische Orangenschale ein bisschen spanisches Temperament mit hineinbringen.

Den Whisky finden Sie hier: »Bowmore 12 Jahre

3. Die Schweröl-Havarie: Laphroaig Quarter Cask

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Wer es intensiv und maritim mag, der greife zu dem Laphroaig Quarter Cask. Dank der Nachreifung in besonders kleinen Fässern – sogenannten „Quarter Casks” – wurde der Austausch zwischen Destillat und Holz beschleunigt, sodass sich auch nach kürzerer Reifezeit ein abwechslungsreiches Bouquet bilden konnte. Der Quarter Cask mag sein Alter nicht preisgeben, bringt dafür aber stolze 48% Alkoholvolumen auf die Waage. Der Rauch ist omnipräsent und sehr stark. Dennoch lässt er genug Platz für leichte Fruchtnuancen und eine diffuse Süße, die durch die Salznoten noch verstärkt werden. Bei Laphroaig schwingt auch  immer etwas Medizinisches mit. Der günstige Preis und dabei intensive Geschmack macht ihn zu einem beliebten Islay-Vertreter. Wem das noch gefällt? Dem Prince of Wales.

Den Whisky finden Sie hier: »Laphroaig Quarter Cask

4. Geheimnis um…einen maritimen Islay-Malt: Port Askaig 8 Jahre

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Nicht jeder kann mit so illustren Fans aufwarten, aber dafür gibt es bei Port Askaig ein Rätsel zu knacken. Denn bei den Whiskys von Port Askaig handelt es sich um sogenannte Mystery Malts. Man weiß nämlich nicht aus welcher Brennerei der Whisky stammt. Im Verdacht steht die große Brennerei Caol Ila, denn nur so viel ist bekannt: unter dem Namen Port Askaig wird schwer rauchiger Islay Single Malt abgefüllt. Der 8-jährige Port Askaig ist maritim und voller Torfrauch, doch schafft er es, den Whiskygenießer damit nicht zu erschlagen, sondern leicht und frisch rüberzukommen. Jodhaltige Seeluft, schwerer Torfrauch und würzige Lakritznoten kulminieren in einem rauchig-floralen Ende.

Den Whisky finden Sie hier: »Port Askaig 8 Jahre

5. Der Klassiker: Lagavulin 16 Jahre

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Lagavulin Whiskys sind schwer, ölig und rauchig. Archetypisch für die Insel Islay schwören Fans rauchiger Malt Whiskys weltweit auf diese Brennerei. Der Lagavulin 16 gilt als Standard Whisky der Brennerei und wird von dem Konzern Diageo (dem die Brennerei gehört) als Teil seiner berühmten „Classic Malts“-Reihe vermarktet. Intensiv aber mit elegantem Touch präsentieren sich das Aroma und der Geschmack des Lagavulin 16 als gelungene Melange von Rauch, Torf und Jod, die im langen Nachklang von Trockenfrüchten und einer feinen malzigen Note ergänzt werden.

Den Whisky finden Sie hier: »Lagavulin 16 Jahre

6. Der Zitrusfrische: Ardbeg 10 Jahre

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Wenn man Beschreibungen zu Ardbeg liest, stolpert man schnell über Worte wie „extrem“, „eigenwillig“, „kräftig“ und „intensiv“. Und ja, das trifft alles auf den Ardbeg 10 Jahre zu – das und noch viel mehr. Was nicht fehlen darf: die typische Zitrusnote. Mit 46% Alkoholvolumen hat der Ardbeg 10 Jahre ordentlich Schmackes und die Reifezeit in Bourbonfässern hat für schöne süße Fruchtnoten gesorgt und gleichzeitig den schweren Torfrauch kaum gebändigt.

Den Whisky finden Sie hier: »Ardbeg 10 Jahre

7. Für Freunde: Arran Machrie Moor

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Im „Machrie Moor”, dem Hochmoor an der Westküste der Insel Arran, ragen stehende Steine gen Himmel, um die sich viele Geschichten ranken. So heißt es, dass der große Krieger Fingal, der einst einen Wikingertrupp auf Raubzug abwehrte, für seine gefallenen Kameraden diesen Steinkreis errichtete. Man konnte ihn oft gemeinsam mit seinem treuen Hund Bran sehen, wie er seiner einstigen Freunde im Schatten der Steine gedachte. Kein Wunder also, dass Arran ihren Machrie Moor Single Malt mit Fingals vierbeinigem Weggefährten, Bran, verziert haben. Neben dieser netten Anekdote über Freundschaft überzeugt die rauchige Variante von Arran mit viel Torfrauch, grasigen Heidekrautnoten und süßen Lakritzkeksen.

Den Whisky finden Sie hier: »Arran Machrie Moor

8. Der Highlander: Ballechin 10 Jahre

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„Es kann nur einen geben” – nun gut, es gibt natürlich jede Menge Whisky aus den Highlands. Aber dieser Ballechin besticht durch süßen Torfrauch, runde Vanillenoten und saftige Früchte. Durch die 10-jährige Reifezeit sind die Aromen auch entsprechend deutlich ausgeprägt. Ein ausgewogener und trotzdem stark rauchiger Tropfen, dessen Rauchnoten aber wunderbar in das Gesamtbild eingebunden. Ballechin ist seit 2003 die rauchige Variante der pittoresken Edradour Brennerei. Der Phenolgehalt des getorften Malzes beträgt immer um die 50ppm und sorgt für entsprechend starke Rauchnoten. Wer rauchigen Single Malt fernab von Islay sucht, der wird bei Edradour/Ballechin fündig.

Den Whisky finden Sie hier: »Ballechin 10 Jahre

9. Der Exot: Amrut Peated

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Nein! Klickt nicht weg! Kommt zurück! Ja, Whisky aus Indien ist eine tolle Sache. Und nein, das ist kein Scherz. Den Beweis liefert nämlich die Brennerei Amrut. Spätestens seitdem japanischer Whisky das It-Girl der Whisky-Szene wurde, ist klar, dass guter Single Malt nicht nur in Schottland produziert wird. Wenn man den Blick gen Osten richtet, stechen neben Japan vor allem Taiwan und Indien mit Weltklasse Single Malts heraus. Die indische Brennerei Amrut bringt Single Malts ohne Altersangabe heraus, doch durch die besonderen klimatischen Bedingungen sind auch die jungen Abfüllungen dieser Brennerei vollmundig und reif. Mit dem Amrut Peated haben die Inder auch einen stark rauchigen Single Malt im Repertoire. Der Whisky liefert geradezu explosionsartige Rauchnoten mit üppigen exotischen Fruchtnoten auf einer weichen Vanillebasis. Für mich funktioniert dieser Whisky wie Star Wars Musik: es werden einfach mal alle Register gezogen. Dabei wirkt es klassisch, obwohl es eine wesentlich poppigere, modernere Interpretation ist. Das hat Kultpotenzial.

Den Whisky finden Sie hier: »Amrut Peated

10. Der Unabhängige: Benromach 10 Jahre – 100 Proof

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Ein vollmundiger, prächtig fruchtiger und würziger Single Malt aus der Speyside. Die Brennerei Benromach gehört mittlerweile dem unabhängigen Abfüller Gordon & MacPhail und bringt viele spannende Single Malts aus unterschiedlichen Weinfässern heraus. So ist auch dieser Benromach in Oloroso Sherryfässern nachgereift, was für die süßen Zitrusfrucht- und Waldbeernoten sorgt. 100 Proof steht hier für Fassstärke und macht den Malt nach 10 Jahren Reifezeit noch intensiver und komplexer. Konkret bedeutet das stramme 57% Alkoholvolumen. Damit zeigt sich auch, dass die Whiskys aus der bekanntesten Whiskygegend Schottlands bei weitem nicht alle zahm und floral sein müssen, sondern auch rauchig, würzig und herb sein können. Dieser Benromach bietet viel Geschmack zum fairen Preis.

Den Whisky finden Sie hier: »Benromach 10 Jahre 100 Proof

11. Die Speckschwarte: Ledaig von Signatory

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Ledaig ist der Name des rauchigen Malts der Brennerei Tobermory von der Insel Mull. Ledaig bietet eine tolle Alternative zu den rauchigen Whiskys der Islay-Brennereien. Räucherfisch mit gerösteten Nüssen, weicher Butter, salzigem Lakritz und leichten Heidekrautnoten zeugen von einem abwechslungsreichen und komplexen Zusammenspiel rauchiger, süßer und salziger Elemente. Das Schöne bei Whisky vom unabhängigen Abfüller ist, dass die Angaben zur Produktion so transparent sind. Auch kommt durch die Abfüllung einzelner oder nur weniger Fässer viel mehr Abwechslung in das Spektrum einer Brennerei.

Den Whisky finden Sie hier: »Ledaig von Signatory

12. 100% Luxus: Octomore 07.4 7 Jahre Virgin Oak 167ppm

octomore-virgin-oak Strenggenommen ist dies kein „Einsteiger-Whisky“ im eigentlichen Sinne. Sowohl Preis als auch der hohe Rauchgehalt sprechen eher Hardcore-Rauchfans an. Deswegen sind es 11 Einsteiger-Tipps + 1 Octomore, der etwas aus der Reihe tanzt. Aber wer schätzt nicht ein bisschen Luxus beim Whiskygenuss?! Und dieses bisschen Extravaganz liefert der Octomore Single Malt alle mal. In der Bruichladdich Brennerei werden unter dem Namen Octomore einige der rauchigsten Whiskys der Welt produziert. Hier gibt es den Mythos des äußersten Extrems: Phenolgehalte wie in diesem Fall 167ppm sind keine Seltenheit, sondern die Regel. Trotz des dominanten Rauchs bleibt der für die Brennerei typische florale, fruchtige Charakter bei diesem Single Malt erhalten. Eine opulente Melange aus Torffeuer, gerösteter Eiche und getrockneten Früchten bombardiert die Sinne. Der Whisky reifte für 7 Jahre in frischen Eichenfässern, die noch keine Vorbefüllung etwa durch Bourbon oder Sherry erlebt hatten. So ist auch nach kürzester Zeit im Fass viel Geschmack aus dem Holz in den Brand gewandert. Das Flaschendesign ist ebenso eigenwillig wie elegant und erinnert an moderne Weinflaschen und alte Autos.Wer es exklusiv mag und den tieferen Griff ins Portemonnaie nicht scheut, wird bei Octomore mit einem stimmigen Gesamtkonzept belohnt.

Den Whisky finden Sie hier: »Octomore 07.4 7 Jahre Virgin Oak 167ppm

So, das waren unsere zwölf Einsteiger-Tipps für rauchige Whiskys. Wem das noch nicht genug ist, der findet mehr rauchige Whiskys hier»

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