3 wichtige Eigenarten des „Uisce Bheatha” aus Irland. Über Whiskey mit „e“, triple distilled und Pure Pot Still Whiskey

1.Wie denn nun – Whisky oder Whiskey?

Während man in Schottland Whisky schreibt, lassen sich die Iren ihr „e“ im Whiskey nicht nehmen. Neben den Iren sind es noch die US-Amerikaner, die Whiskey schreiben (Dickel bildet die Ausnahme). Am Ende entscheiden aber vor allem die Brennereien selbst ob sie Whisky mit oder ohne „e“ schreiben.

Irischer Whiskey wird nicht nur anders geschrieben als der schottische, sondern weist auch in der Produktion einige Eigenarten auf. Auch in Irland hat vor allem der Single Malt Whiskey für das Wiederaufleben der Whiskey-Branche  gesorgt und folglich wurde auch in Irland die Produktion dahingehend verändert. Allerdings ist und bleibt eines der Alleinstellungsmerkmale des irischen Whiskeys der Single Pot Still Whiskey.

2. Was ist also eigentlich Single Pot Still Whiskey oder Pure Pot Still Whiskey?

Das ist der ursprüngliche Irish Whiskey. Der Staat besteuerte ab 1725 gemälzte Gerste. Wie so oft entstand aus der Not eine Tugend. Zukünftig wurde Irish Whiskey mindestens zur Hälfte mit ungemälzter Gerste hergestellt. Denn die Gerste an sich wurde nicht so hoch besteuert. Die Gerste in ungemälztem Zustand lässt sich jedoch schwieriger verarbeiten. So benötigt man spezielle Hammermühlen, um den Grist herstellen zu können. Anfangs waren die irischen Whiskeys übrigens auch getorft. Denn auch auf der Emerald Isle, der grünen Insel, war Torf das günstigste Heizmittel. Allerdings wurde Torf im 19. Jahrhundert von Kohle abgelöst. War es anfangs noch teuer Kohle zu importieren, fielen die Kosten in der voranschreitenden Industrialisierungsperiode. Da manchmal auch anderes Getreide als ungemälzte Gerste im Pot Still Whiskey verwendet wurde, ging man auch daran von “Pure” Pot Still Whiskey zu sprechen, wenn man den traditionellen Whiskey meinte. Bekannte Pot Still Whiskeys sind Yellow Spot 12 Jahre, Redbreast 15 Jahre und Midleton Very Rare. Der Stil der Pot Still Whiskeys gilt gemeinhin als besonders weich, ölig und rein durch den dreifachen Brennvorgang. Entscheidend für diesen leichten Stil ist auch die Größe der Brennblasen. Irische Pot Stills sind generell größer als die schottischen.

Neben diesem eigenen Whisk(e)ytypus gibt es noch weitere Eigenheiten in der Produktion und zwar die sogenannten triple distillation.

3. Warum zweimal wenn auch dreimal geht?! Triple Distilled

Teeling Brennblasen

Bild: Die drei Brennblasen bei Teeling für die Triple Distillation.

Mit einigen wenigen Ausnahmen (Cooley Brennerei) wird in Irland Whiskey drei-fach destilliert. In Schottland wird indes hauptsächlich zweifach gebrannt. Die dreifache Destillation soll für den leichten und weichen Stil der irischen Whiskeys maßgeblich verantwortlich sein. Ein weicher Stil ist abhängig von den Unreinheiten im Brand und der Zahl chemischer Verbindungen, sogenannter kongenerer Verbindungen, die während der Fermentation von den Hefen kreiert werden. Diese Kongenere sind aromatische Verbindungen, die sich während der Destillation und Lagerung verändern. Nicht alle Kongenere sorgen für angenehme Aromen, vor allem dann wenn sie gehäuft auftreten. Über den Reflux kann man solche unangenehmen Geschmäcker hinausbefördern. Reflux bezeichnet einen Vorgang in den Brennblasen, wenn der Dampf die Kupferwände der Brennblase trifft, kondensiert und wieder in die kochende Flüssigkeit zurückläuft. So können Unreinheiten und schwere Schwefelverbindungen herausgefiltert werden. Das Ergebnis ist ein leichterer Brand. Den Kupferkontakt oder Reflux erhöhen nun die Iren mit einer dritten Brennblase. Sie haben also neben der Wash Still und der Spirit Still auch noch eine sogenannte Intermediate Still. Zudem sind die Brennblasen meist größer als in Schottland und die Form der Brennblasen ist entscheidend für den Kontakt zwischen Brand und Kupferwand. Die Kunst ist nun nicht zu viele Geschmackskomponenten herauszufiltern. Neben der Destillation hat die Fassauswahl auch einen großen Einfluss auf die Weichheit des Whiskys. Dennoch ist mit Sicherheit der erhöhte Kupferkontakt größtenteils für die Weichheit der irischen Whiskeys verantwortlich.

Kurzer Exkurs: Was ist Poitin?
Poitin ist ein Sammelbegriff für schwarzgebrannten Whiskey und andere Brände aus Getreide, Kartoffeln und/oder Zuckersirup. Der Name rührt vom irischen Begriff für kleinen Topf “poitin” her. Alternative Schreibweisen sind “poteen”, “potcheen” und “poiteen”, die Aussprache bleibt jedoch bei allen Varianten: “potschien”. Zur Blütezeit der Schwarzbrenner und Schmuggler im 18. und 19 Jahrhundert wurde in möglichst kleinen Kesseln und an den entlegensten Orten gebrannt, um nicht die Aufmerksamkeit der Steuereintreiber und Zollbeamten auf sich zu lenken. Dabei ging es den Schwarzbrennern weniger um die Qualität als um den Gewinn. So wurden neben Gerste auch andere stärkehaltige Grundstoffe hergenommen. Heute gibt es kurioserweise einige legale Poitins und der Begriff Poitin bzw. Irish Poteen ist nach EU-Recht ein geschützter Begriff. Bei der jungen Brennerei Glendalough wird man beispielsweise fündig. Auch Teeling führt den „Spirit of Dublin“ in seinem Sortiment.

Die irische Whiskeylandschaft befindet sich gerade in einer Phase der Rundumerneuerung. Während die großen, alteingesessenen Brennereien noch weiter aufstocken, tummeln sich erfreulicherweise nun auch viele junge Start Ups auf dem Markt. Es bleibt also spannend in den nächsten Jahren. Wenn Sie nun Lust auf irischen Whiskey bekommen haben, finden Sie eine große Auswahl in unserem Shop: hier geht’s zum » Irish Whiskey auf whic.de!

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