Psssst – diese Karte verrät wo die neu geplanten irischen Whiskeybrennereien liegen

Bei manchen wissen wir nur den Namen, bei anderen sogar schon was für ein Bodenbelag eingebaut wurde. Hier haben wir alle Informationen zu den neuesten irischen Brennereiprojekten zusammengetragen. Es tut sich viel in der irischen Whiskeylandschaft!

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  1. Boann
  2. Glendalough
  3. Slane Castle

Boann

Stills from inside

Die Brennerei Boann ist das Projekt der Familie Cooney, die bereits den irischen Getränkekonzern Gleeson Group (bekannteste Marke: Bulmers Cider) erfolgreich führten. Patrick und Marie Cooney haben zusammen mit ihren fünf Kindern Sally-Anne, Celestine, Peter, Patrick und James das Projekt gestartet. Die Cooneys funktionieren dafür ein ehemaliges Autohaus im County Meath in eine moderne Brennerei namens Boann Distillery um.

Wie schmeckt Whiskey der Boann Distillery

Gründer und Inhaber von Boann, Patrick Cooney, pfeift leidenschaftlich gerne und viel. Kein Wunder, dass der erste Whiskey von Boann (derzeit noch aus einer anderen Brennerei stammend) unter dem Namen “The Whistler” auf den Markt gekommen ist. Zum Hausstil lässt sich zu diesem Zeitpunkt – ohne fertigen Whiskey aus der neuen Anlage – noch nichts sagen.

Wie wird Whiskey bei Boann produziert?

Das Wasser für die Produktion kommt aus der lokalen Boyne Valley Quelle, während die Gerste auch aus Irland stammt. Aine O’Hara ist die Brau- und Brennmeisterin bei Boann. Sie wird mit Rat und Tat von John McDougall unterstützt. Der war unter anderem schon Head Distiller bei The Balvenie, Laphroaig und Springbank und widmet sich nun irischem Whiskey. Neben dem Marmor für den Fußboden, kommen auch die drei Pot Stills aus Italien. Sie sind den alten Dubliner Brennblasen nachempfunden, die für die Beliebtheit von irischem Pot Still Whiskey gesorgt haben. Gedrungen und bauchig sind sie, mit herabhängenden Lyne Arms – diese Komponenten sollen das Geheimnis sein. Die Pot Stills sind mit etwas ausgestattet, was sich „nano-reflux inducers“ nennt (=Nano-Reflux-Induktoren). Die Wash Still hat ein Fassungsvermögen von 10.000 Litern, während die Intermediate mit 7.500 Litern und die Spirit Still mit 5.000 Litern daherkommen. Schon jetzt gibt es Bier aus dem Brauhaus von Boann und zukünftig soll es neben Single Pot Still und Single Malt Whiskey auch Gin von Boann geben; dafür wird speziell eine Bennett Gin Still gebaut. Die Fasslagerung wird im Keller unter dem Brennereigebäude erfolgen und soll für Besichtigungstouren zur Verfügung stehen. Boann wird seinen Whiskey in einer Vielzahl unterschiedlicher Fasstypen lagern – von klassischen Ex-Bourbon Casks bis hin zu exotischeren Weinfässern wie Sherry, Marsala, Burgunder und Tokajer.

Geschichte der Brennerei Boann

Benannt wurde die Brennerei nach der irischen Göttin Boann, die den Fluss Boyne geschaffen haben soll. Die Brennerei liegt unweit von Drogheda im Tal dieses Flusses. Das ehemalige Autohaus bietet eine tolle Umrahmung für die neue Brennerei. Fensterflächen vom Boden bis zur Decke lenken den Blick auf die kupfernen Brennblasen der neuen Destillerie. Überhaupt spricht alles an dem Gebäude von luxuriöser Eleganz: Der Boden soll aus italienischem Marmor sein. Wenn die ganze Anlage fertig ist, soll sie ein Visitor Centre, ein Restaurant und einen Kräutergarten auf dem Dach mit Lounge umfassen. Im Eingangsbereich soll es einen Kamin mit Sitzgelegenheit und Whiskeyverkostung geben.

Glendalough

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Auch fünf Freunde aus Dublin und Wicklow sprangen auf den Revival-Zug des irischen Whiskey der letzten Jahre auf und verwirklichten ihren Traum, indem sie 2011 die kleine innovative Brennerei Glendalough gründeten, benannt nach einem der bekanntesten und vielleicht schönsten Orte der grünen Insel im County Wicklow

Wie schmeckt Glendalough Whiskey?

Die bisherigen Whiskeys zeichnen sich durch einen vollmundigen und ausgewogenen Körper mit sanften Vanillenoten im Geschmack aus. Bis der erste New Make von 2014 lange genug gereift ist, werden die Fässer noch von anderen Brennereien abgekauft. Der Poitin stammt schon jetzt aus der eigenen Produktion. Dieser zeichnet sich durch fruchtige Beerennoten mit einem pfeffrig würzigen Finish aus.

Wie wird Whiskey bei Glendalough produziert?

Die Kolonnenbrennanlage aus Kupfer stammt von der bekannten deutschen Arnold Holstein GmbH vom Bodensee, einem führenden Hersteller von Destillationsanlagen, der auch die neue Brennerei Shed schon belieferte. Das klare Bergquellwasser kommt selbstverständlich aus den Wicklow Mountains. Bisher wird bei Glendalough Gin und der irische Poitin produziert. Bei Poitin handelt es sich um einen einst illegal gebrannten irischen Getreideschnaps. Er wird aus verschiedenen Getreidesorten, u.a. gemälzter Gerste, sowie Kartoffeln und Zuckerrüben oder Melasse hergestellt. Das milde Seeklima an der Ostküste Irlands bietet durch seine Beständigkeit optimale Kontrolle über den Reifeprozess der Fässer.

Die Geschichte der Brennerei Glendalough

Glendalough bietet mit seinem Tal, welches zwei Seen verbindet, nicht nur ein wunderschönes Panorama irischer Landschaft, sondern auch eine historisch wichtige Stätte mit seiner frühchristlichen Klostersiedlung, die der heilige Kevin im 6. Jh. n. Chr. gründete. Auf diesen Gründermönch stützt sich der ganze Mythos, den die Jungs der Glendalough Brennerei heraufbeschwören möchten und manifestiert sich in dem von ihnen gewählten Logo. Dort steht der Abt mit ausgestreckten Armen und zum Gebet gesenktem Kopf mit einer Amsel in der einen Hand und deren Eiern in der anderen Hand. So soll er verharrt haben, bis die Küken der Amsel geschlüpft seien. Diese Ausdauer und Naturverbundenheit haben die fünf Gründer von Glendalough so beeindruckt, dass sie es zu ihrem Emblem machten.

Von Dublin aus kann man ganz einfach einen Tagesausflug nach Glendalough planen, da es nur circa 40 Kilometer von der Stadt entfernt in den Wicklow Mountains liegt. Ein asphaltierter Weg führt von dem kleineren See durch das Moor an den eindrucksvollen Ruinen der Abtei vorbei. Ab Mitte des Jahres 2016 soll Glendalough Distillery mit ihrem geplanten Umzug in eine größere Produktionsstätte auch ein eigenes Besucherzentrum erhalten.

Slane Castle Distillery

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Im Herzen des Boyne Tal gelegen und auf historischem Grund errichtet, hat die Conyngham Familie 2014 die Slane Castle Distillery gegründet. 2015 übernahm dann Brown-Forman das Ruder und steigt damit im großen Stil in das wieder erblühende Irish Pot Still Whiskey Geschäft ein. Nun steht fest, dass die Produktion Mitte 2017 beginnen soll. Wir haben alle bisherig verfügbaren Daten zusammengetragen:

Wie schmeckt Slane Castle Whiskey?

Der erste Slane Castle Whiskey soll 2017 erscheinen, zu dem Zeitpunkt wird er allerdings noch aus anderen irischen Brennereien kommen. Gleichzeitig soll der erste New Make der jungen Brennerei auf historischem Grund entstehen.

Wie wird Whiskey bei Slane Castle produziert?

Es soll sowohl Grain Whiskey als auch Pot Still Whiskey und Blended Whiskey hergestellt werden. Das Getreide soll von den 600 Hektar großen Ländereien der Familie Conyngham kommen, deren Familiensitz Slane Castle bildet. Die drei handgefertigten Pot Stills und sechs Column Stills kommen von der Firma McMillan aus Schottland. Die Wash Backs werden traditionell aus Holz sein und von der Firma Joseph Brown Vats im schottischen Dufftown gebaut. Im Frühjahr 2017 sollen sie geliefert werden. Wenn alle Bauarbeiten fertiggestellt sind, soll die Brennerei eine Jahreskapazität von circa 7.200.000 Flaschen auf den Markt bringen können.

Geschichte der Slane Castle Distillery

2015 kaufte der Großkonzern Brown-Forman, Besitzer von Jack Daniels, die frisch gegründete Slane Castle Distillery. Verkauft wurde sie von Henry Conyngham, Marquess Conyngham, dem Besitzer des historischen Anwesens Slane Castle. Die Stallungen der Burg sollen das Besucherzentrum bilden. Die Stallungen stammen aus dem 18. Jahrhundert. Ansonsten wird der Konzern unglaubliche 44 Millionen Euro in den Um- und Ausbau investieren. Der erste New Make sollte bereits Ende 2016 abgefüllt werden. Der Produktionsstart wurde nun auf Juli 2017 verschoben.

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