Whiskynation Irland im Aufbruch – diese Karte schafft Klarheit welche Brennereien schon jetzt produzieren

In den letzten Jahren kam es zu einer ganzen Reihe von Brennereineugründungen auf der grünen Insel, Irland. Schon heute bringen diese Destillerien Whiskeys auf den Markt. Allerdings wird dieser Whiskey aus anderen bereits bestehenden Brennreien gekauft und unter eigenem Namen herausgebracht. Welches sind nun eigentlich die Brennereien in Irland, die schon jetzt ihren eigenen Whiskey produzieren?! Gerade mal eine Handvoll. Hier ist unsere Überblickskarte:

EXISTIERENDE BRENNEREIEN

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  1. Cooley
  2. Dingle
  3. Midleton (aka Irish Distillers)
  4. Old Bushmills
  5. West Cork

Cooley

Cooley_Distillery_Scraped_OnlineDie Cooley Distillery ist benannt nach der gleichnamigen Halbinsel an der Ostküste Irlands.

Wie schmeckt Cooley Whiskey?

Da bei Cooley eine ganze Reihe unterschiedlicher Whiskey-Marken produziert werden, ist es etwas schwierig, einen eigenen Hausstil auszumachen. Für die Nicht-getorften gelten Orangen- und Honigaromen gepaart mit einer malzigen Süße als charakteristisch. Auch bei den getorften Whiskeys treffen wir auf lieblichen Honig, daneben erscheinen dann aber milde Nuss- und Vanillenoten mit Rauchigkeit.

Wie wird Whiskey bei Cooley produziert?

Für den Malt Whiskey stehen vier Edelstahl-Washbacks und zwei Pot Stills aus Kupfer zur Verfügung. Weder die Wash Still noch die Spirit Still weisen besondere Ausbuchtungen auf. Die Brennerei hat damit eine Jahreskapazität von 650.000 Liter Malt Spirit. Die Malt Whiskeys werden hier nach schottischem Vorbild nur zweifach destilliert. Sie sind damit eine ziemliche Ausnahme, wird doch in Irland größtenteils dreifach destilliert, was Cooley zumindest beim Grain Whiskey auch beibehält.

Für den Grain Whiskey stehen sechs Washbacks aus Edelstahl bereit, sowie eine Continous Still mit drei Säulen für kontinuierliches Brennen, sodass Cooley im Jahr 2.600.000 Liter reinen Getreidealkohol herstellten kann. Das Wasser für die Produktion des Grain und Malt Whiskey kommt in beiden Fällen aus dem Fluss Slieve na gCloc, der in den nahegelegenen Cooley-Bergen entspringt und direkt an der Brennerei vorbei verläuft.

Bei der Frage der zweifach versus dreifachen Destillation scheiden sich die Geister: ob die Dreifach Destillation nun für einen leichteren, fruchtigeren Körper sorgt oder dem Whiskey entscheidende Geschmackskomponenten entzieht, kann man wahrscheinlich erst nach eingehenden, jahrzehntelangen empirischen Studien sagen. Wir sind noch lange zu keinem Schluss gekommen und probieren uns solange weiter fleißig durch.
Bei Cooley werden die Grain Whiskeys in modernen Hochlagerregalen gelagert. Die Malt Whiskeys sowie Grain Whiskeys, die länger als drei Jahre gelagert werden sollen, kommen in das Lagerhaus nach Kilbeggan weiter im Landesinneren. Seit 2014 gehört die Brennerei auch der Kilbeggan Distillery Company, Tochtergesellschaft des Beam-Suntory-Konzerns.

Die Geschichte der Cooley Brennerei

Nachdem John J. Teeling in dem erbitterten Übernahmekampf um die Irish Distillers Group (IDG) den Kürzeren zog, kaufte der junge Entrepreneur 1987 kurzerhand eine staatliche Alkoholfabrik auf und baute diese in eine Brennerei um. Dank der etablierten Marken „Tyrconnell” und „Locke’s” war die Brennerei nach anfänglichen finanziellen Schwierigkeiten in sicheres Fahrwasser gekommen. Eine umfangreiche Erneuerung erfuhr die Brennerei 2014 unter der Schirmherrschaft der Kilbeggan Distillery Company. Nur wohlwollend kann man beim Anblick der Fabrikgebäude noch von Industriecharme sprechen, vielleicht hat man sich auch deshalb eine Besuchereinrichtung gespart.

3 Spielarten von Cooley

Drei bekannte Marken erscheinen bei Cooley: der Kilbeggan, der ohne Altersangabe aber auch als Kilbeggan 21 Jahre erscheint, die alteingesessene Marke Tyrconnell in diversesten Altersstufen und Finishingvarianten, sowie Connemara, bekannt für sein torfiges Aroma.

Dingledingle

Neben Whiskey wird die Brennei auch Gin und Wodka produzieren. Der Standort Dingle bietet mit seinem gleichmäßigen Klima gute Grundvoraussetzungen für die Whiskeyproduktion. Der Golfstrom sorgt dafür, dass die Temperaturen nie bis zum Gefrierpunkt sinken.

Wie schmeckt Dingle Whiskey?

2016 erschien der erste Single Malt von Dingle, der Limited Dingle Cask No. 2.Tasting Notes liegen uns keine vor.

Wie wird Dingle Whiskey produziert?

Klassisch irisch: eine Wash Still, eine Intermediate Still und eine Spirit Still.
Überraschenderweise ist neben den Gärbottichen auch der Maischbottich aus europäischem Eichenholz, statt dem gängigeren Edelstahl. Hauptsächlich Ex-Bourbon, aber auch ein paar Ex-Sherryfässer, sowie Ex-Madeira und Ex-Portwein Fässer kommen hier zum Einsatz.

Geschichte der Brennerei Dingle

Whisk(e)y ist salopp gesprochen nichts weiter als gebranntes Bier – und wer gutes Bier produzieren kann, sollte doch auch guten Whisk(e)y hinbekommen, oder? Das dachte sich auch die Brauerei Porterhouse und schaffte es 2012 in ihrer neu gegründeten Brennerei Dingle den ersten New Make abzufüllen. Eine ehemalige Mühle, die erst Getreide, später Holz (beides wichtige Bestandteile der Whiskeyproduktion) verarbeitete, dient als Heimat der neuen Brennerei. Das alte verrostete Wasserrad erinnert an die einstige Funktion des Ortes.
Im Juli 2016 verstarb der Mitbegründer Oliver Hughes unerwartet im Alter von 57 Jahren.

Midleton (aka Irish Distillers)

Jameson Experience MidletonDie in Südirland gelegene Brennerei stellt (bisher) nahezu alle Whiskeys für die Irish Distillers her: unter anderem die bekannten Marken Jameson Whiskey, Redbreast Single Pot Still Whiskey, Powers, Green Spot, Yellow Spot, Writers Tears und natürlich Midleton.

Mittlerweile zählen über 40 verschiedene Whiskeysorten zum Repertoire der Brennerei.

Gegründet in den 1960er Jahren, war Midleton schon früh der Ort, der Dublin als irischen Whiskey-Standort Nummer eins verdrängen konnte. Mit ihren Pot und Column Stills, konnten schon früh die verschiedensten Whiskeys produziert werden. Midleton gilt heute zu Recht als das Herz der irischen Whiskeyproduktion.

Wie schmeckt Midleton Whiskey?

Bei dieser enormen Bandbreite an Whiskeysorten ist es schwierig, von einem Hausstil zu sprechen. Der Jameson Whiskey, als bekanntester Vertreter der Brennerei ist ölig und sahnig und zeigt einige fruchtige Noten.

Wie wird Whiskey bei Midleton produziert?

Auch in Midleton wird der Whiskey dreifach destilliert. Dazu stehen drei Wash Stills, zwei Intermediate, zwei Spirit Stills und sechs Column Stills zur Verfügung. Mit dieser Fülle an Brennblasen kann die größte Brennerei Irlands um die 64.000.000 Liter im Jahr produzieren. Ab 2017 sollen sogar noch drei weitere Pot Stills hinzukommen, um die Kapazität des 2012 neu errichteten hypermodernen Stillhouses weiter auszubauen. Seit dem Um- und Ausbau der Brennerei 2012 stehen drei Pot Stills und drei Column Stills in dem neuen Stillhouse. Die dortigen Column Stills ragen 43 m in die Höhe, wohingegen die Alten aus dem Gebäude von 1976 im Vergleich nur noch zwergengroß erscheinen. Diese werden heute ausschließlich für Experimente mit neuen Rezepturen genutzt.

Für die Grain Whiskey Produktion werden hauptsächlich Mais und andere ungemälzte Getreidesorten genutzt. Auf einen geringen Anteil (aber max. 10 %) gemälzter Gerste kann nicht verzichtet werden, da sich nur dort die für den Gärungsprozess nötigen Enzyme finden lassen. Die fermentierte Maische (hier Beer genannt) wird erst in der Beer Still destilliert, bevor den so gewonnenen High Wines in der Extractive Still die schlechten Fuselöle entzogen werden. In Midleton wird dieser, jetzt Light Alcohols genannte Brand in der Rectifier Still ein drittes Mal destilliert. Man erhofft sich davon einen noch blumig-fruchtigeren Geschmack. Der Grain Whiskey wird hauptsächlich für den Blended Whiskey benötigt, prominentester Vertreter hierfür ist der Jameson Whiskey.

Für die Pot Still Whiskey Produktion werden je nach Marke sowohl ungemälzte als auch gemälzte Gerste verwendet. Meist ist jedoch der Anteil an ungemälzter Gerste höher. Deshalb hat Midleton auch eigene Hammermühlen. Diesen speziellen Typ Mühle benötigt man, um die ungemälzte Gerste richtig verarbeiten zu können. Sie ist deutlich widerspenstiger als Malz, denn man kann aus ihr nur schwer Zucker lösen. Die riesigen Maisch- und Gärbottiche aus Edelstahl ermöglichen das gewünschte hohe Maß an Kontrolle über den Produktionsprozess in einem so großen Betrieb. Seit 2013 verwendet Midleton zur Trennung der Maische und Wort-Gewinnung Meura Mash Filter der belgischen Firma Meura. (Hier gibt es ein Video: https://www.youtube.com/watch?v=cTQY0SakFhQ.) Die Pot Still Whiskeys werden bei Midleton genauso dreifach destilliert wie die Grain Whiskeys und erreichen 80-85 % Alkoholvolumen. Sie werden zwar auch für die Blends benötigt, allerdings werden sie auch immer öfter als Single Pot Still Whiskey abgefüllt – in Form von Redbreast, Green Spot, Yellow Spot und neuerdings dem Midleton Dair Ghaelach.

Für die Lagerung werden jährlich circa 140.000 First Fill Bourbon Barrels aus den USA importiert, in denen circa 40% des Pot Still Whiskeys reift. Für die Lagerung in Sherryfässern, werden Sherry Butts (500 Liter Kapazität) aus einer Küferei in Jerez de la Frontera bezogen. Bei der Vorbefüllung handelt es sich um Oloroso Sherry. Die Sherry Butts werden alle aus europäischer Stileiche hergestellt, die in Galizien wächst. Quercus robur (der botanische Name der Stileiche) ist tanninhaltiger als die amerikanische Weißeiche (Quercus alba). Für den Ausbau des spanischen Sherrys werden heutzutage oftmals die vanillinlastigeren Fässer aus Quercus alba verwendet.

Diese Zahlen werden Ihnen die schiere Größe der Brennerei noch einmal verdeutlichen können: 48 Washbacks, ein neues Brauhaus, ein neues Stillhouse, eine neue Lagerstätte in Dungourney und der Ausbau der Abfüllungsstätte in Clondakin haben das Unternehmen mit seinem Ausbau 2012 rund 217 Millionen Euro gekostet.

Die Geschichte der Brennerei Midleton

Im 20. Jahrhundert erfuhr der irische Whiskeymarkt eine Reihe unglücklicher Ereignisse, die zu einem starken Konzentrationsprozess der Branche führte. Nur durch den Zusammenschluss kleinerer und mittlerer Betriebe konnten diese überhaupt weiter bestehen. Schon Ende des 19. Jahrhunderts schlossen sich die fünf großen Brennereien des County Cork – darunter auch Midleton – zur Cork Distillers Company (CDC) zusammen. Fast 100 Jahre später fusionierte wiederum die corker CDC mit den zwei großen Brennereien aus Dublin: Jameson und John Power. So war die Irish Distillers Group (kurz IDG) geboren. Weil in Midleton ein größeres Areal zur Verfügung stand, wurde die Produktion bald von Dublin nach Midleton verlagert. Die moderne Midleton Brennerei wurde 1975 errichtet. Heute lagern in den 40 Lagerhäusern ungefähr eine Million Fässer und warten nur darauf, von uns genossen zu werden. Slainte!

Old Bushmills

old_bushmillsDie Brennerei befindet sich im östlichen Teil Nordirlands – im County Antrim in unmittelbarer Nähe des Flusses Bush. Daher stammt auch der Name der Brennerei „Mühle am Fluss Bush“. Sie rühmt sich damit, die älteste noch produzierende Whiskeybrennerei zu sein, auch wenn es einige Anwärter auf diesen Titel gibt, die das bestreiten. Unbestreitbar ist dennoch die lange Tradition, die trotz Höhen und Tiefen bis heute besteht. Wer die Brennerei an der nordirischen Küste einmal besichtigen möchte, kann verschiedene Touren im hauseigenen Besucherzentrum buchen.

Wie schmeckt Bushmills Whiskey?

Den charakteristischen leichten Geschmack erreicht Bushmills durch die dreifache Destillation, die so typisch für irische Whiskeys ist. Hauptsächlich kommen Ex-Bourbon und Ex-Sherryfässer – vor allem Oloroso-Fässer – zum Einsatz. Das sorgt zum einen für warme Vanille- und Honignoten, sowie den einen oder anderen Anklang an Milchschokolade. Zum anderen erzielt man durch den Einsatz der Sherryfässer eine malzige und fruchtige Süße. Wer Bushmills mag, den werden auch die leichten Whiskys aus den schottischen Lowlands begeistern können, die zusätzlich noch mit komplexen Kräuternoten punkten.

Wie wird Bushmills Whiskey produziert?

Die Brennerei besitzt insgesamt zehn Pot Stills, vier davon sind Wash Stills und sechs sogenannte Intermediate Stills. Die für irischen Whiskey typische dreifache Destillation trifft auch bei Bushmills auf eine lange Tradition. Bei Bushmills werden sogar manche Teile noch öfter destilliert, was für einen besonders leichten und weichen Whiskey sorgen soll. Bei allem Traditionsbewusstsein erfolgt die Lagerung der Whiskeyfässer in modernen Hochregallagern. Die Pot Stills gelten als Markenzeichen der Bushmills Brennerei.

6 Bushmills Whiskeys, die man kennen sollte: Neben den Blends Bushmill Original, Black Bush und Irish Honey, führt Old Bushmills in ihrer Standardrange die Single Malts 10 Jahre, 16 Jahre und 21 Jahre.

Geschichte der Brennerei Old Bushmills

Fett prangt die Jahreszahl 1608 auf allen Flaschen der Old Bushmills Brennerei, denn 1608 ist das Jahr, in dem James I. dem Großgrundbesitzer und Gouverneur des County Antrim, Sir Thomas Philipps, die Lizenz zum Brennen erteilte. Zwar stützt sich die Bushmills Geschichtsschreibung auf dieses Datum als Anfang der Bushmills Tradition, die Brennerei selbst wurde jedoch erst etwas über 100 Jahre später, im Jahre 1784, gegründet. Immer noch ein beachtliches Alter! Der Gründungsmythos lässt sich jedenfalls nicht nachweisen, da das Archiv der Brennerei bei Bombenangriffen im 2. Weltkrieg zerstört wurde. In dieser Zeit wurde die Brennerei auch vorübergehend als Stützpunkt der Alliierten genutzt.
Doch auch schon vor den Kriegsjahren erlebte die Brennerei einige schwere Schläge. Während einem Brand wurde sie 1885 größtenteils zerstört, aber schon wenige Jahre später war man mit dem Wiederaufbau fertig.

Seit 2015 gehört die Brennerei übrigens dem mexikanischen Spirituosenkonzern Jose Cuervo.

West Cork Distillers

DSC_6283Die West Cork Distillers (WCD) gehört zu jener aufstrebenden Gruppe Irischer Brennereien, die nach der Jahrtausendwende realisiert wurden. 2003 gegründet, ist sie 2004 in Produktion gegangen. WCD zählt zur Gruppe der wenigen konzernunabhängigen Brennereien.

Die Brennerei stellt Irish Whiskey (Blended, Pot Still und Single Malt), Poitin (ein irischer Gerstenschnaps) sowie Wodka und Gin her. (Interesse geweckt? »Hier geht’s zu den West Cork Whiskeys in unserem Shop)

Wie schmeckt West Cork Whiskey?

Der Geschmack der Whiskeys dieser Brennerei zeichnet sich durch sahnige Vanillepuddingaromen aus. Als Kontrapunkt kommen fruchtige und florale Noten hinzu. Sehr ausgewogen.

Wie wird West Cork Whiskey produziert?

Die Gerste für den eigenen Malt Whiskey wird selbst gemälzt. Das ist selbst in Schottland heute eine Seltenheit. Die West Cork Distillery legt besonderen Wert auf die Qualität der Zutaten. Die Brennerei verwendet nur Quellwasser. Es werden nur Gerste und Weizen verarbeitet. WCD zeichnet sich darüber hinaus durch eine besondere Hands-On-Mentalität aus: als junges unabhängiges Unternehmen mit wenig Startkapital haben die Jungs Hand angelegt und drei ihrer fünf Stills selbst gebaut. Lediglich die zwei Spirit Stills wurden schon fertig zugekauft.

Geschichte der West Cork Distillery

Nach einem kurzen Intermezzo in Union Hall ist die Brennerei nun in Skibbereen situiert, einem kleinen Fischerdorf direkt an der Küste. Zwei der drei Gründerväter sind auch ehemalige Fischer, die aufgrund der schwierigen Lage der Fischfangindustrie neue Ufer erschließen wollten. Unterstützung erhält das WCD Team von einem alten Hasen im irischen Whiskey Geschäft, dem Master Distiller Frank McHardy, der bereits sowohl bei Springbank als auch bei Bushmills mitmischte.

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