Bruichladdich

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Über Bruichladdich

Bruichladdich Distillery, Isle of IslayFoto: By Bdcl1881 (Own work) [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

"We are progressiveHebridean distillers" - aus diesem Selbstverständnis heraus entstehen bei Bruichladdich auf der Insel Islay reihenweise interessante Single Malt Whiskys.

Wie schmeckt Bruichladdich Single Malt?

Die Whiskys von Bruichladdich sind für Islay-Verhältnisse wenig charakteristisch, zeichnen sie sich doch durch eine nur dezente Torfung aus und erinnern mit ihrem floralen und fruchtigen Charakter eher an einen guten Speyside-Whisky! Ab 2006 wurde diese Produktpalette aber durch eine neue Reihe erweitert, die unter dem Namen „Port Charlotte“ angeboten wird, 2008 folgte die erste Ausgabe des „Octomore“ seitdem gehören auch schwer rauchige, massiv getrofte Whiskys zum Sortiment.

Typische Aromen für Bruichladdich:

 fruchtigfloralvanilligMalz

Typische Aromen für Port Charlotte & Octomore:

RauchSchinkenCitrusSalz

Wie wird Bruichladdich Whisky produziert?

Mälzen: Nicht erst seit der Einführung der Scottish bzw. Islay Barley Reihe ist für Bruichladdich die verwendete Gerste ein wichtiger Abgrenzungsfaktor. "WE BELIEVE TERROIR MATTERS" ist der Wahlspruch der Brennerei. Auf Deutsch bedeutet das in etwa so viel wie "Wir glauben das die Eigenarten bzw. die Beschaffenheit der Anbaufläche wichtig sind" - eine genaue entsprechung des Wortes Terroir im Deutschen gibt es unseres Wissen nach nicht. Man bevorzugt jedenfalls lokal erzeugte Gerste - teilweise wird die Herkunft auch auf der Flasche angegeben. Eine eigene Mälzerei gibt es bei Bruichladdich dennoch nicht. 

Brennen: Bruichladdich arbeitet mit fünf Brennblasen: zwei Wash Stills mit jeweils rund 12.000 Litern Kapazität und zwei Spirit Stills mit jeweils rund 11.000 Litern. Die Form der Brennblasen von Bruichladdich ist zwiebelförmig, aber ziemlich hoch. Im Jahr 2010 wurde eine zusätzliche (gebrauchte) Lomond Still installiert, welche zuvor in der Inverleven Brennerei zuhause war. Die neue Lomond Still erlaubt es Bruichladdich einen weicheren Rohbrand zu destillieren. Lomond Stills sind eine Erfindung der 50er Jahre, und erlauben es die Brennblase über das Verschieben von Kupferplatten anzupassen, um unterschiedliche Whiskystile zu produzieren. Die Brennblase trägt den spitznamen "Ugly Betty" und wird auch zur Produktion des Botanist Gin verwendet.

Reifung: Bruichladdich hat relativ flache Lagerhäuser, welche aus Ziegelsteinen errichtet wurden. Das Klima auf Islay ist kalt und feucht, entsprechend Reift der Whisky sehr sehr langsam. Bei Bruichladdich hat man schon früh damit begonnen diverse Weinfässer in großer Stückzahl für die Fassreifung zu verwenden. Entsprechend vielfältig waren lange Jahre die Veröffentlichungen der Brennerei.

Geschichte der Bruichladdich Destillerie

Gegründet wurde die Brennerei 1881 in dem gleichnamigen Dorf, das seinen Namen wiederum seiner Lage verdankt: Gälisch „ Bruach a' Chladaich“ bedeutet etwa so viel wie „abschüssiges Ufer“ und beschreibt den Uferabhang, an dem Dorf und Brennerei liegen.  Die Gründung von Bruichladdich verdanken wir John, Robert und William Harvey, und tatsächlich blieb die Destillerie mehrere Jahrzehnte im Besitz der Gründerfamilie, bis sie 1929 stillgelegt („mothballed“) wurde. Nach der Wiedereröffnung 1938 folgten mehrere Besitzerwechsel, bis Bruichladdich 1975 in den Besitz des bekannten unabhängigen Abfüllers Whyte & Mackay mit Sitz in Glasgow überging. Die Freude währte aber nur kurz, denn schon 1995 wurde die Brennerei wiederum stillgelegt, um 2000 an ein diesmal unabhängiges Konsortium um Jim McEwan und Mark Reynier verkauft zu werden, das seither als „Bruichladdich Distillery Co. Ltd.“ firmiert.

Da neu destillierter Whisky erst nach mindestens dreijähriger Fasslagerung auch als solcher bezeichnet und verkauft werden darf, akquirierte das Konsortium gleichzeitig umfangreiche Lagerbestände älterer Bruichladdich-Fässer von Whyte & Mackay, um sich schnellstmöglich im immer interessanter werdenden Markt für Single Malt Whisky zu etablieren. Die sorgfältige Auswahl der Fässer durch Jim McEwan, dessen charakteristische Handschrift seither jeder Bruichladdich-Whisky trägt, sorgt dafür, dass die Brennerei zu den bekanntesten Whisky-Destillerien auf Islay gehört. Der Kaufpreis für Brennerei und Lagerbestände soll bei 6,5 Millionen britischer Pfund gelegen haben. 2003 folgten weitere Investitionen in eine eigene Abfüllanlage.

Bruichladdich war durch ihre Lage am Nordufer des Loch Indaal, einem tiefen Küsteneinschnitt an der Westküste der berühmten Whisky-Insel Islay, bis vor wenigen Jahren die westlichste Whisky-Destillerie Schottlands. Nur die erst 2005 gegründete Kilchoman-Brennerei liegt noch ein paar Kilometer weiter westlich. Vom gegenüber liegenden Südufer grüßt die Bowmore-Destillerie, aus welcher auch der Master Distiller von Bruichladdich,  Jim McEwan, stammt.

Am 23. Juli 2012 wurde bekannt, dass der Spirituosenkonzern Remy Cointreau Bruichladdich und alle dazugehörigen Lagerbestände aufgekauft hat. Mit einem Kaufpreis von 58.000.000£ hat sich das Investment von McEwan und Reynier also alle mal gelohnt!

Videos zu Bruichladdich

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