Port Ellen

Über Port Ellen

Port Ellen Distillery, IslayFoto: Rob Farrow, via geograph.org.uk, (CC BY-SA 2.0)

Die Port Ellen Whisky Distillery wurde 1825 gegründet und 1836 von John Ramsey übernommen. Ramsey war ein weitsichtiger Geschäftsmann und brachte vermutlich viele technische und auch kaufmännische Innovationen nach Islay. Der Legende nach hat John Ramsey, Robert Stein (Patent Still) und Andreas Coffey (Coffey Stills) nach Port Ellen eingeladen, um dort die damals neuen Destillationsverfahren zu erproben. Auch der Einsatz des Spirit Safe, der später gesetzlich vorgeschrieben wurde, wurde wohl zum ersten mal in der Brennerei Port Ellen eingesetzt. Kaufmännische Weitsicht bewies Ramsey dadurch dass er den Amerikahandel von Anfang an forcierte, und den Whisky direkt ab Destille in die USA verschiffte.

1929 verkaufen Nachfahren von Ramsey Port Ellen an John Dewar & Sons. Doch der wirtschaftliche Erfolg wollte sich im frühen 20. Jahrhundert nicht einstellen. Entsprechend blieb die Destillerie lange Zeit geschlossen. Erst im Jahr 1966 wurde in Port Ellen wieder Whisky produziert. Dazu wurde die Brennerei, während der Boom Jahre renoviert und von zwei auf vier Brennblasen aufgestockt. Doch das Glück, bzw. die wirtschaftliche Entwicklung,  war der Destillerie nicht hold. Als Folge der Krise in den 80er Jahren wurde Port Ellen geschlossen – für immer, weite Teile der Brennerei wurden demontiert.

In Port Ellen sollte nie wieder Whisky gebrannt werden – und das ist der Zeitpunkt an dem Port Ellen sich zu dem Kult-Whisky entwickelte der heute horrende Preise erzielt. Seit bekannt wurde das in Port Ellen nie wieder Whisky gebrannt wird, wurde der Run auf die Brennerei immer größer. Für Sammler ist es eine spannende Frage welcher wohl der letzte Jahrgang von Port Ellen sein wird. Die Vorräte sind limitiert und die Bestände schrumpfen mit jedem Release. Die anhaltende hohe (und sogar steigende) Popularität Islays entlastet das Angebot an dieser Stelle auch nicht gerade. Port Ellen ist schon heute der seltenste Whisky aller Islay Malts.

Diageo begann 1995 Single Malts aus unbekannten und teilweise geschlossenen Destillerien unter dem Label „The Rare Malts“ zu vermarkten. Bei den „Rare Malts“ sollte keine Destillerie zwei Jahre in Folge veröffentlich werden, um das Angebot interessant zu halten. 1998 erschien in dieser Reihe ein 20 jähriger Port Ellen, und 2000 ein 22 Jähriger Whisky. Der Ansturm auf diese Flaschen war schon damals hoch, und so konnte und wollte Diageo eine Lösung finden den Port Ellen Whisky auch in einer anderen Serie zu veröffentlichen. Die Lösung für die Diageo sich hier entschieden hat ist die Veröffentlichung von Port Ellen in Limited Editions. Bis 2013 sind 13 Limitierte Auflagen von Port Ellen Whisky erschienen.

Bei all dem Kult um Port Ellen stellt sich für viele Whiskyfreunde natürlich die Frage: Wie schmeckt ein Port Ellen? Ganz grundsätzlich lässt sich sagen, dass Port Ellen dem Talisker von der Isle of Skye ähnlich ist. Er besitzt eine pfeffrige Note mit einem typisch rauchig-salzigem Aroma.

Reste der Brennerei stehen heute teilweise unter Denkmalschutz. Leider existieren nur noch die Lagerhäuser, einige Nebengebäude und die Kiln. Die Szenerie in Port Ellen wird ganz klar von der riesigen Port Ellen Mälzerei dominiert, die seit 1973 weite Teile der Islay Destillerien  zumindest mit einem Teil Ihres Malzes versorgt.