Deutscher Whisky

Whisky ist vielleicht nicht die typischste Spirituose aus Deutschland, aber er liegt definitiv im Trend. Whiskybrenner gibt es mittlerweile sogar sehr viele, und die eine oder andere Brennerei brennt und reift einen Whisky, der durchaus auch auf der großen internationalen Bühne seine Abnehmer findet. Empfehlen möchten wir Ihnen unbedingt Single Malts aus dem Hause Glen Els, oder auch von Slyrs.

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Über Deutscher Whisky

Denkt man an Whisky, denkt man natürlich zuerst an Schottland, Irland oder die USA. Und doch haben die Japaner in den letzten Jahren bewiesen, dass erstklassiger Whisky auch anderswo produziert werden kann, warum also nicht auch in Deutschland?

Eigentlich ist Deutschland für die Whisky-Produktion geradezu prädestiniert, ist Whisky doch im Prinzip nichts anderes als gebranntes Bier, von dem man bekanntlich in Deutschland mehr versteht als anderswo! Und Getreide gibt es in Deutschland in Hülle und Fülle, womit die Grundvoraussetzungen für die Herstellung von Whisky allemal gegeben sind.

Zwar ist die Herstellung von deutschem Whisky bereits für den Anfang des 19. Jahrhunderts belegt, dennoch hat es in Deutschland erst der amerikanischen Besatzung nach dem II. Weltkrieg bedurft, um den Whisky an sich populär zu machen. Die GIs brachten ihre Vorliebe für den Getreidebrand mit nach Deutschland und leisteten damit auch die Vorarbeit für die Entstehung einer eigenen deutschen Whiskyproduktion. Diese erschöpfte sich zwar zunächst im bekannten „Racke Rauchzart“, der einen Blend zwischen schottischem Whisky und deutschen Getreidespirituosen darstellte, doch nach und nach entstanden echte deutsche Whiskys, die inzwischen in über 200 Brennereien im Land hergestellt werden. 2012 erfolgte dann die Gründung des „Verbands der deutschen Whiskybrenner“, der bestrebt ist, den Anteil des Whiskys an der gesamte deutschen Spirituosenproduktion von gegenwärtig nur 2,3% weiter zu erhöhen. Inzwischen werden pro Jahr etwa 70 Millionen Flaschen deutscher Whisky erzeugt, Tendenz steigend.

Inzwischen ist auch die internationale Fachwelt auf den deutschen Whisky aufmerksam geworden, allen voran der bekannte „Whisky-Papst“ Jim Murray, der schon mal 95 Punkte an Whisky aus deutschen Landen vergibt. - Dass auch der deutsche Whiskyfreund immer noch lieber zu schottischen Whiskys greift, liegt einesteils daran, dass die meisten Whiskys deutscher Provenienz noch recht jung sind und schon deshalb oft nicht mit ihren meist zwölf oder mehr Jahre gereiften schottischen Verwandten konkurrieren können. Hier wird die Zukunft zeigen, ob längere Reifezeiten auch dem deutschen Whisky zu mehr Anerkennung verhelfen.

Das zweite Problem beim deutschen Whisky ist sein hoher Preis: Deutscher Whisky wird in aller Regel in geringen Chargen von kleinen Destillerien in Handarbeit erzeugt, die bekanntlich gerade in Deutschland sehr teuer ist! So nimmt es nicht Wunder, dass hohe Verkaufspreise für vergleichsweise jungen Whisky viele Liebhaber abschrecken und lieber auf die bekannten großen Namen aus Schottland zurückgreifen lassen.

Dennoch wächst die Fangemeinde deutschen Whiskys, denn in der Regel sind es wahre 
Meisterbrenner, die nach langen Jahren Erfahrung in der Obstbrennerei an der Wiege der deutschen Whiskys stehen und nun ihr ganzes Können in die Erzeugung erstklassiger Whiskys stecken, die sich vor der berühmten Konkurrenz sicher nicht zu fürchten brauchen, wenn sie erst einmal über entsprechende Lagerzeiten verfügen.

Der inzwischen international erfolgreichste deutsche Whisky ist der Glen Els aus der Hammerschmiede im Harz, der seinen Namen von der Lage der Brennerei bei Zorge am Elsbach ableitet. Seit die uralte Hammerschmiede 1985 in eine Destillerie umgebaut wurde, werden hier Obst- und Kräuterbrände von erlesener Qualität hergestellt!

Und 2005 entstand hier der erste Single Malt, dem bislang gut 40 weitere Abfüllungen folgten, die sich allesamt durch einen milden Charakter bei gleichzeitig vielschichtigem Aroma und Geschmack auszeichnen. Gut 20.000 Liter Whisky werden hier inzwischen alljährlich unter Verwendung des klaren Quellwassers der nahen Stauffenbergquelle produziert, womit Glen Els der größte deutsche Whisky-Produzent überhaupt ist. Die Reifung erfolgt in verschiedensten Fässern, die zuvor zum Beispiel Sherry, Madeira, Portwein oder auch Cognac enthielten. Vier bis sechs Jahre reifen Whiskys in Glen Els in der Regel, bevor sie zur Abfüllung kommen, wobei auf moderne technische Verfahren wie etwa die Kühlfilterung (chill filter) und die Zugabe von Zuckercouleur verzichtet wird.

Der wohl bekannteste Whisky von Glen Els ist „The Journey“, ein mit 43% Stärke abgefüllter Single Malt Whisky, der sich mit süß-fruchtigen Noten und einem Hauch von Karamell und Vanille vorstellt. Auf der Zunge kommen Elemente von Rosinen, Toffee und Eiche zur Geltung, die von einem rauchigen Abgang und einer Erinnerung an reife Mandarinen gefolgt werden.

Bereits seit 2002 wird am Schliersee in der bekannten Kräuter- und Obstbrennerei Lantenhammer
 der international ebenfalls sehr erfolgreiche Slyrs-Whisky hergestellt, dessen Name eine pseudo-gälische Verballhornung von „Schliersee“ darstellt. Der „Bavarian Single Malt Whisky“ von Florian Stetter ist damit eine der erfolgreichsten Innovationen der bereits 1928 gegründeten Destillerie Lantenhammer, die ansonsten mit bayerischen Spezialitäten wie Bärwurz und Enzian glänzt.

Besonderen Genuss verspricht der Slyrs Oloroso, der ganze neun Monate lang in gebrauchten Oloroso-Sherryfässern nachreifen durfte, die eigens von den Bodegas Tradición in Jerez beigesteuert werden. Dies ergibt einen wuchtigen Single Malt Whisky mit einer betont süßen Note, der mit eine sehr dunklen Bernsteinfarbe auch das Auge erfreut. Kräftige Tannine und ein vielschichtiges Aroma verhelfen dem Slyrs Oloroso zu einem besonders intensiven Geschmackserlebnis!

Gleichfalls in bayerischen Landen beheimatet ist die Bärwurzerei Liebl in Bad Kötzting, wo 2006 der Single Malt Whisky Coillmór kreiert wurde, was in der gälischen Sprache „Großer Wald“ bedeutet. Wie beim Konkurrenten Lantenhammer bildet eine seit Jahrzehnten bestehende Brennerei für bayerische Spezialitäten die Grundlage für die neue Whisky-Sparte, die bereits mit mehreren Auszeichnungen auf so renommierten internationalen Veranstaltungen wie der IWSC (International Wine and Spirit Competition) bedacht wurde.

Der Coillmór American Oak, der, wie der Name schon sagt, in amerikanischen Eichenfässern 
reifen durfte, wurde 2009 erstmals vorgestellt. Er empfängt die Nase mit einem sehr frischen und ausgeprägt fruchtigen Aroma, das von Birnen und Limetten geprägt wird, umrahmt von einem Hauch reifer Johannisbeeren. Am Gaumen kommen Vanille und eine leichte rauchige Note hinzu, die im Abgang von überraschend pfeffrigen Eindrücken abgelöst werden. - Es ist erstaunlich, welch geschmackliche Qualität aus einer nur dreijährigen Fasslagerung entstehen kann!

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