Kanadischer Whisky

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Über Kanadischer Whisky

Der nördliche Nachbar der USA, Kanada, war vor über 100 Jahren einer der größten Whisky-Erzeuger der Welt, kanadische Whiskys erfreuten sich besonders in den Vereinigten Staaten sehr großer Beliebtheit. Doch dann kam die Prohibition, die zwischen 1919 bis 1933 die Herstellung und den Konsum von alkoholischen Getränken in den USA unter Strafe stellte. Damit brach der wichtigste Exportmarkt weg, und viele kanadische Hersteller erlitten dasselbe Schicksal wie die meisten ihrer amerikanischen Kollegen und gingen Bankrott.

Dennoch gelang es einigen kanadischen Brennereien, ihren in Kanada legal gebrannten Whisky auf Schleichwegen zu Wasser oder zu Lande in größerem Stil in die USA zu schmuggeln, wo er unter dem Ladentisch verkauft wurde. Vor allem die Brennerei von Hiram Walker in Windsor im kanadischen Bundesstaat Ontario konnte durch ihre Lage direkt gegenüber von Detroit ihren Canadian Whisky über den Wasserweg im großen Stil in die USA bringen.

Dennoch sollte sich die kanadische Whisky-Industrie nie mehr wirklich von diesem Schlag erholen, und so spielt Canadian Whisky heute – ganz zu Unrecht! - auf den internationalen Märkten eher eine untergeordnete Rolle. Von den gut 40 verschiedenen kanadischen Whisky-Brands sind außerhalb der Landesgrenzen bestenfalls der Canadian Club und der Crown Royal ein Begriff.

Die kanadische Gesetzgebung ist in Bezug auf Whisky viel lockerer als in den USA: Canadian Whisky muss in Kanada hergestellt und in Fässern mit einem maximalen Inhalt von 700 Litern für mindestens drei Jahre gereift werden, bevor er mit einem Mindestalkoholgehalt von 40 % abgefüllt wird. Ob für die Reifung neue oder gebrauchte Fässer verwendet werden, wird nicht spezifiziert. Auch sonst gibt es keine Reglementierung bezüglich der Grundstoffe, die verschiedensten Getreidesorten, wie Roggen, Gerste und  Mais können in beliebiger Menge verwendet werden, und auch die Zugabe von Karamell, von aromatisierenden Zusätzen und von importiertem Alkohol sind grundsätzlich erlaubt. Die Bezeichnung „Rye Whisky“, die in den USA erst ab einem Roggen-Anteil von mindestens 51 % erlaubt ist, kann in Kanada für jeden Whisky verwendet werden, selbst wenn er überhaupt keinen Roggen enthält: Tatsächlich wird kanadischer Whisky hauptsächlich aus Mais gebrannt. Dennoch wird „Rye Whisky“ in Kanada praktisch synonym für „Canadian Whisky“ verwendet, was historische Gründe hat.

Bei den meisten kanadischen Whiskys handelt es sich um Blends, die sich durch einen besonders weichen und gefälligen Charakter auszeichnen. Jedoch entstehen besonders in jüngster Zeit sehr ausgeprägte „Straight Whiskys“, die sich durch ihre hohe Qualität und ihren charakteristischen Geschmack auszeichnen. Es steht zu erwarten, dass die kanadischen Whiskys künftig mehr internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen werden!

Der Canadian Club blickt als bekanntester Canadian Whisky auf eine lange Geschichte zurück, stammt er doch aus der berühmten Brennerei von Hiram Walker, wo er seit 1858 destilliert wird. Unzählige Fässer Canadian Club wurden während der Prohibition in die USA geschmuggelt, ein Geschäft, das besonders dem berüchtigten Mafiosi Al Capone zu immensem Reichtum verhalf! Nach dem Ende der Prohibition wurde dieses Geschäft auch in den USA auf eine legale Basis gestellt, und die Brennerei gehört seit 2011 der US-amerikanischen Beam Inc. Als typischer Canadian Whisky gefällt der Canadian Club durch sein mildes Aroma und den weichen Geschmack, der von feinen süßen und dezent würzigen Noten beherrscht wird. Fruchtige Noten und ein Hauch von Eichenholz machen den Canadian Club zu „everybody's darling“, der auch für Mixgetränke und Cocktails gerne verwendet wird.

Kaum weniger bekannt ist der Crown Royal, der ursprünglich von der 1857 gegründeten Seagram's Co., Ltd. mit Sitz in Montreal hergestellt wurde. Seagram's war viele Jahre lang der größte Hersteller von Spirituosen weltweit, bis die schlecht geplante Diversifizierung ins Unterhaltungsgeschäft die vielen Millionen Gewinne aufbrauchte, die das Spirituosengeschäft einbrachte. In den 1990er Jahren wurde der ständig expandierende Konzern schließlich selbst ein Opfer von Übernahmen und endlich zerschlagen, wobei die Spirituosen-Sparte von Diageo übernommen wurde.

Der Crown Royal war von Seagram's 1939 anlässlich des Besuchs des britischen Königs King George VI. und seiner Gemahlin in Kanada vorgestellt worden. Heute wird der Crown Royal in Gimli an den Ufern des Lake Winnipeg in Kanada destilliert. Von diesem mit 40 % abgefüllten Canadian Whisky werden riesige Mengen destilliert, für deren Reifung nicht weniger als zwei Millionen Fässer in 46 Lagerhäusern benötigt werden. Abgefüllt wird in den Diageo-Anlagen in Amherstburg in Ontario. Es handelt sich dabei um einen Blended Whisky, dessen zahlreiche Grundwhiskys ein Mindestalter von 10 Jahren haben. Von glänzendem Bernsteingold im Glas, schmeichelt der Crown Royal der Nase mit seinem sanften Bouquet aus Aromen von Vanille, Zitrus und einer Erinnerung an frisch gebackenem Brot. Von weich ausgewogenem Körper, gefällt er am Gaumen durch seine dezenten Hinweise auf feinen Bienenhonig, holzige Elemente und deutliche Vanille-Akzente, die im Abgang durch eine schön eingebettete Roggen-Note ergänzt werden.

Single Malt Whisky aus Kanada

Eine Aufsehen erregende Neuheit unter den kanadischen Whiskys ist der Glen Breton Whisky, der in der Glenora Distillery hergestellt wird. Diese Brennerei an der Nordküste von Nova Scotia war 1990 von einem gewissen Bruce Jardin aufgebaut worden und gehört heute Lauchie MacLean, der mit zahlreichen hochwertigen Whisky-Editionen auf sich aufmerksam gemacht hat. Nova Scotia ist eine der kanadischen Ostküste vorgelagerte Insel, die etwas größer ist als Niedersachsen und deren Provinzhauptstadt Halifax ist.

Nach einer zehn Jahre währenden Reifung in Ex-Bourbonfässern wird der Glen Breton 10 Jahre mit 40 % Stärke abgefüllt und zeigt sich im Glas in schönem Bernsteingold. Sein Aroma wird von einem Hauch von Schokolade und einer würzigen Note sowie feinem Honig definiert. Fruchtige Akzente setzen Orangen und Kirschen, die in eine schöne Vanille-Note eingebettet sind. Am Gaumen von nussigen Elementen und Schokolade geprägt, zeigt der Glen Breton 10 yrs. im Abgang überraschende pfeffrige Akzente sowie einen Hauch von Torfmoos, was ihn zum vielleicht derzeit besten Canadian Whisky auf dem internationalen Markt macht.