Whisky aus dem Virgin Oak Fass

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Über Whisky aus dem Virgin Oak Fass

Virgin Oak hat nichts mit der Jungfrau Maria, Sternzeichen oder sonstigem zu tun. Virgin Oak heißt nichts anderes, als dass das Eichenfass brandneu ist und noch keine Vorbefüllung erlebt hat, wenn der Whisky dort gelagert wird. Whisky wird in Schottland sowie den meisten anderen Whisky-Ländern jedoch hauptsächlich in gebrauchten Fässern gelagert. Wie so oft bei den Schotten geschieht dies aus ökonomischen wie geschmacklichen Gründen wie der einfachen Tatsache, dass Schottland schon seit langem über keinen ausreichenden Forstbestand verfügt. Wenn Sie wissen möchten, welchen Einfluss frische Eichenfässer auf Whisky haben, dann reicht ein Blick über den Tellerrand des Atlantik. Denn Bourbon muss in den USA immer in frischen Eichenfässern lagern, damit er sich als Straight Bourbon bezeichnen darf. Dabei reift Bourbon (Minimum 2 Jahre) nicht so lange in diesen frischen Eichenfässern wie das Whisky (Minimum 3 Jahre) tut. Wenn das Fass frisch getoastet ist, befinden sich besonders viele Vanillin (= Vanille) und Eugenol (=Nelken) Aromen im Holz. In den USA wird amerikanische Weißeiche (Quercus alba) verwendet, diese ist für Ihre Vanille- und Karamellaromen bekannt. Auch in Europa gibt es diese Eichenart, da Sie schnell wächst und schöne weiche Aromen abgibt. Auf dem alten Kontinent finden sich aber auch noch andere Arten, insbesondere die Stileiche (Quercus robur) und Traubeneichen. Quercus robur ist wesentlich tanninlastiger als der amerikanische Cousin. Im Weinfassbereich wird vorzugsweise diese geschmacklich robustere Sorte genutzt. Es kommt also nicht nur auf den Frischegrad des Holzes an, sondern auch noch auf die Eichensorte aus der die Dauben für das Fass gemacht wurden. Die große Kunst bei Virgin Oak ist darauf zu achten keine eindimensionalen Geschmacksprofile zu kreieren. Durch die intensiven Aromen bieten sich solche frischen Fässer vor allem für Finishes an. Dann kann man in kürzerer Zeit konzentrierte Aromen dem Whisky beifügen, ohne die langsamer entwickelten Aromen zu übertünchen. Manch böse Zunge sagt nun, dass man damit versucht den besonders jungen Whiskys oder generell den NAS Whiskys eine gewisse Tiefe und Eichenwürze zu verpassen, die ihnen durch die kurze Reifezeit fehlt. Ob man nun den Einsatz von Virgin Oak Fässern als Taschenspielertrick abtut oder als Dimensionsverstärker versteht, bleibt jedem selbst überlassen. Fakt ist, dass gerade weiche Vanillearomen besonders beliebt bei Whiskys sind und genau diese Aromen kann ein wohlüberlegt eingesetztes Virgin Oak Fass besonders intensiv an den Brand abgeben. Die Kunst und Kontrolle obliegt dem Master Blender der Brennerei.

Interesse geweckt? Die folgenden Whiskys eigenen sich perfekt für einen Einstieg in die interessante Welt der Virgin Oak Fässer

Ein kräftiges und intensives Beispiel bietet die Islay Brennerei Laphroaig mit ihrem Laphroaig QA Cask . Schwerer Torfrauch des Inselmalts verbindet sich mit angenehmer Süße, die an Zuckerwatte und Vanille erinnert. Dieser Single Malt Whisky erhielt ein Finish in Virgin Oak Fässern, nachdem er bereits in ehemaligen Bourbonfässern ruhte.
Ein interessantes Beispiel liefert auch der Glenlivet French Oak 15 Jahre, der in Eichenfässer aus der Dordogne lagerte. Genauer gesagt kam das Holz der Fässer aus den Wäldern um Limousin. Aus dieser Limousin-Eiche werden zum Beispiel auch Cognacfässer hergestellt. Der Glenlivet aus diesen französischen Eichenfässern zeigt würzige Holznoten und intensive nussige Elemente mit dezenter Vanille und kraftvoller Schokonote.
Ein spannender Fall kommt aus Fernost mit dem Hibiki Japanese Harmony. Das ist ein Blended Whisky, der zwar hauptsächlich aus Whiskys besteht, die in Ex-Bourbon Casks und ehemaligen Sherryfässern reiften. Den finalen Feinschliff erhält der neue Hibiki aber von Whisky, der in Fässern aus der seltenen japanischen Wassereiche, Mizunara, gereift wurde. Mizunara Eichen wachsen nur im Norden Japans und brauchen bis zu 300 Jahre um die Reife zu erreichen. Zimt, Sandelholz und Kokosnuss sind typische Einflüsse der Mizunaraeiche und finden sich bei diesem Hibiki elegant eingebunden in Orangenbetörende Duftnoten und süße Honignuancen.

Anhand dieser Beispiele zeigt sich, dass je nach Typus der Einfluss des Virgin Oak doch etwas unterschiedlicher als vielleicht erwartet ausfallen kann. Die Kunst der richtigen Dosierung ist Präzisionsarbeit und das überlassen wir gerne den Meistern, während wir die Früchte ihrer Arbeit genießen.

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