Whiskyregion Speyside

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Über Whiskyregion Speyside

Die Whiskyregion SpeysideFoto: By Richard Pollock (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Die Speyside ist das Herzland der schottischen Whiskyproduktion und die unbestritten berühmteste Whiskyregion nicht nur Schottlands, sondern der ganzen Welt: Nirgendwo sonst findet man eine solche Dichte an berühmten Whisky-Brennereien, deren Namen das Herz von Kennern und Genießern auf der ganzen Welt höher schlagen lassen!

Ihren Namen erhielt diese Region von dem Spey-Fluss, der von seinem Ursprung aus dem Loch Spey über gut 170 km nach Nordosten mäandert, um bei dem kleinen Örtchen Kingston, etwa 12 km östlich von Elgin, in den Moray Firth zu münden. Die nach ihm benannte Region im Nordosten Schottlands umfasst ein etwa dreieckiges Gebiet der ehemaligen Grafschaften Morayshire und Banffshire, in welchem 57 Whisky-Destillerien beheimatet sind, wovon gegenwärtig noch 46 in Betrieb sind. Die Südspitze bildet die Destillerie Braes of Glenlivet, die Nordseite dieses Dreiecks grenzt an den Moray Firth und wird durch die Brennereien Benromach im Westen und Macduff im Osten bezeichnet.

Die „Speyside“ oder „Strathspey“ ist somit keine einheitliche Region im geographischen oder verwaltungstechnischen Sinne, sondern vielmehr die Bezeichnung für ein Gebiet, dessen Whiskys sich durch eine Reihe von Gemeinsamkeiten auszeichnen: Sie sind insgesamt von eher leichterem Charakter und betören durch reiche florale Aromen. Speyside-Whiskys punkten nicht mit Wucht und geschmacklichen Extremen, sondern mit feingliedrigem und vielschichtigem Körper, Eleganz und perfekter Ausgewogenheit! So ist es kein Wunder, dass diese Whiskys zu den meistverkauften der Welt zählen, da sie sich auch Neulingen in der Whisky-Welt erschließen, die vor schwer getorften und rauchigen Whiskys eher die Flucht ergreifen würden.

In diesem Gebiet, das mit einer Fläche von etwa 2.000 km² nicht einmal die Größe des Saarlandes hat, stehen die wichtigsten Grundstoffe für die Whiskyproduktion in bester Qualität zur Verfügung: Gerste und sauberes Wasser. Schon früh wurde deshalb hier Whisky gebrannt, freilich noch ohne staatliche Lizenz in Schwarzbrennereien. Das sollte sich erst 1823 ändern, als auf Betreiben von Duke Alexander Gordon, seines Zeichens Oberhaupt des mächtigen Speyside-Clans der Gordons und als Peer of Great Britain einer der einflussreichsten Politiker des Landes, die Regierung in London in dem berühmten Excise Act die Destillation von Whisky legalisierte. Voraussetzung war lediglich, dass für 10 Pfund Sterling eine Lizenz erworben wurde und pro Gallone Whisky eine Abgabe von 2 Shilling 3 Pence entrichtet wurde. Dieses Gesetz bildete die Grundlage für die schottische Whiskyindustrie, wie wir sie heute kennen.

Als erster entschloss sich ein gewisser George Smith 1824 zu dem damals noch recht gewagten Schritt, aus einer früheren „farm distillery“ namens „Upper Drummin“ am Ufer des Livet-Flusses, einem Nebenfluss des Spey-Flusses, eine offiziell lizenzierte Whisky-Destillerie zu machen. Damit erntete er zunächst freilich nicht nur Beifall, sondern wurde von den zahlreichen Schwarzbrennern der Umgebung so angefeindet, dass er nur noch mit zwei Pistolen bewaffnet aus dem Haus ging. - Sein Whisky dagegen wurde schnell so berühmt, dass er mit der Produktion kaum noch nachkam und sich andere Schwarzbrenner ebenfalls um eine Legalisierung ihrer Destillen bemühten. Innerhalb von nur 10 Jahren entstanden eine ganze Reihe von Whisky-Brennereien in derselben Gegend, von welchen nicht wenige vom Ruhm des Glenlivet zu zehren versuchten, indem sie dem Namen ihres eigenen Whiskys ein „Glenlivet“ hinzufügten, wie zum Beispiel Glen Moray-Glenlivet.

Da freilich nicht alle diese Whiskys dem hohen Standard entsprachen, den die Kunden mit dem originalen Glenlivet verbanden, sah sich der Sohn von George Smith, John Gordon Smith, 1884 dazu veranlasst, die Bezeichnung „Glenlivet“ gesetzlich schützen zu lassen. Seither müssen alle anderen Destillerien, sofern sie diesen prestigeträchtigen Namen verwenden wollen, ihn mit einem Bindestrich anfügen. Gleichzeitig darf ausschließlich der originale Glenlivet sich als „The Glenlivet“ bezeichnen.

Die Zahl der Brennereien in der Speyside wuchs von Jahr zu Jahr, allein im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts wurden hier nicht weniger als 21 Destillerien gegründet, die vor allem vom Boom des Auslandsgeschäfts mit den USA profitierten. Unterbrochen wurde diese Entwicklung dann recht drastisch durch die Prohibitionsgesetze im mittlerweile bedeutendsten Absatzmarkt Amerika, was einer ganzen Reihe von schottischen Brennereien das Genick brach, wovon allerdings die im schottischen Westen gelegenen Destillerien der Regionen Campbeltown, Islay und Westliche Highlands besonders stark betroffen waren. Neben endgültigen Schließungen und Demontagen wurden immer wieder Brennereien „eingemottet“, um erst Jahre später unter neuer Führung wieder eröffnet zu werden. Besitzerwechsel erlebte, mit ganz wenigen Ausnahmen, praktisch jede einzelne Brennerei, und auch die jüngere Geschichte ist nicht frei von Geschäftsaufgaben, Pleiten und häufigen Besitzerwechseln.

Selbst die Renaissance der Single Malt Whiskys, die von Glenfiddich 1963 angestoßen wurde, führte nicht unmittelbar zu einer Konsolidierung der Situation in der Speyside und dem Rest Schottlands. Ganz im Gegenteil kam es zu noch häufigeren Besitzerwechseln, nachdem internationale Großkonzerne den Single Malt Whisky als Geschäft entdeckten. Die Folge war und ist eine Konzentration der Whiskyindustrie in wenigen Händen, was freilich nicht nur als Nachteil anzusehen ist: Mehrere Brennereien schlossen sich zusammen oder wurden von nicht selten ausländischen Investoren übernommen, weshalb heute ein nicht geringer Teil der Speyside-Destillerien (wie auch aller anderen Brennereien Schottlands) letztendlich in ausländische Hände überging. An erster Stelle sind hier Unternehmen wie der französische Spirituosengigant Pernod Ricard oder die japanische Suntory-Gruppe zu nennen, wobei freilich der britische Diageo-Konzern als größter Spirituosenproduzent der Welt auch in der Speyside ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Die Zahl der bis heute selbständigen Brennereien in der Speyside ist gering, die berühmteste ist Glenfiddich, die sich bis heute im Besitz der Gründerfamilie befindet.

Die Konzerne pumpten riesige Summen an Kapital in die oft renovierungsbedürftigen Whisky-Brennereien, und dass viele dieser ehemals kleinen Destillen sich heute Besucherzentren und riesige Lager leisten können, ist letztlich das Verdienst dieser Investoren. Diese überlassen wohlweislich die Führung der Destillerien  ausgewiesenen Fachleuten, welchen sie früher ungeahnte Mittel überlassen, um in aufwendige Produktionsanlagen, teure Fässer und stetig wachsende Lager zu investieren, damit Kenner, Sammler und Genießer auf der ganzen Welt mit immer wieder neuen limitierten Abfüllungen und immer älteren Raritäten beglückt werden können.

Die meisten Brennereien der Speyside entstanden in der Umgebung von Elgin und Rothes in der nördlichen Speyside, und das winzige Örtchen Dufftown wurde gar die Heimat von neun Destillerien, deren bekannteste, Glenfiddich und Mortlach, bis heute zu den berühmtesten Whisky-Brennereien der Welt zählen. Nur wenig nördlich davon schließen sich die Destillerien Aberlour, Macallan und Benrinnes an, um nur einige wenige zu nennen.

Einige der bekanntesten Brennereien der Speyside werden, zusammen mit der größten Böttcherei der Gegend, durch den berühmten „Malt Whisky Trail“ erschlossen, der die Destillerien Benromach, Cardhu, Dallas Dhu, Glenfiddich, Glen Grant, The Glenlivet, Glen Moray und Strathisla mit der Speyside Cooperage umfasst. Zwar können auch außerhalb dieser Tour verschiedene Brennereien in der Speyside besichtigt werden, doch bietet der Malt Whisky Trail einen grandiosen Einblick in die berühmteste Whisky-Region der Welt!