Blind Sample Spiel 10/2018

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Anlässlich unserer neuen Abfüllung haben wir einige bekannte Blogger der Whiskywelt gefragt, ob sie Lust und Zeit haben, sich an einem kleinen Blind Sample Spielchen zu beteiligen. Im Vorfeld der Verkostung gab es keinerlei Infos für die Autoren, lediglich der Schriftzug „Blind Sample 10/2018“ sowie der Alkoholgehalt von 52,9% Vol. zierten das Etikett des Samples. Zu unserer Freude ließen die ersten Reaktionen nicht lange auf sich warten.

Dr. Heinz Weinberger von whisky-connaisseur.de betitelt die Farbe mit „Weißwein, Riesling Spätlese“, Tim Woytzak aka. Mr Barley Corn bewertet die Farbe eher schlicht mit „Stroh“.

Aber Whisky ist natürlich nicht (nur) zum Anschauen da, sondern möchte baldmöglichst berochen und verkostet werden.

Aroma:

Beim Aroma sind sich zunächst alle mehr oder weniger Einig.

Initial besticht der Single Malt mit „viel, kaltem Rauch“ laut David Frikell (Whisky & Vinyl) und „etwas Speck und geräucherter Schinken“ laut Malte Schweia (Adreamofsea).

Doch damit nicht genug, im vielschichtigen Malt findet Jürgen Reif von talkingaboutwhisky.de auch „Malz, Vanille und Honig“. Auch die Fruchtliebhaber unter euch kommen nicht zu kurz, bei Dr. Weinberger fand sich “vornehmlich Pfirsich, aber auch etwas Zitronensorbet“, „Zitrus und Kokos“ hat Rainer Edlinger von whisky-circle.info entdeckt.

Zum Abschluss findet sich auch frischer „Thymian und Eukalyptus“ wie David Frikell schreibt und „kühlende Minze“ bei Tim Woytzak.

Außergewöhnliche Aromen finden vor allem Dr. Weinberger mit einem „leichten Anflug von Ozon“ und Rainer Edlinger mit „Motoröl“.

Geschmack:

Die Textur am Gaumen beschreibt Matthias Friedlein von augustine-bar.de unter anderem als „Astringent“ und „Oily“. Das deckt sich unter anderem mit Dr. Heinz Weinberger der ihn als „Cremig und auch etwas ölig“ beschreibt.

Kommt es zu den Aromen, hält der Single Malt zunächst was die Nase verspricht. David Frikell spricht von „richtig zähem, dichtem Rauch“, Jürgen Reif eher von „süßlichen Raucharomen“. Bei der ordentlichen Fassstärke von 52,9% Vol. bleiben natürlich auch die bekannten Pfeffernoten nicht fern, wie nahezu alle unserer teilnehmenden Blogger feststellten.

Auch die floralen Kräuternoten aus der Nase finden sich hier wieder. Malte Schweia fand „Gartenkräuter wie Rosmarin und Kresse“, Matthias Friedlein und David Frikell sprachen von „Menthol“ und „Minze“.

Rainer Edlinger assoziiert den Whisky mit mexikanischem „Mezcal“, Peter Moser von fosm.de fand „Kakaonoten“ und „Litschi“, andere Blogger fanden eher typische Inselnoten, wie Jod und maritime Salznoten.

Laut Reiner Edlinger wirkt er „jugendlich, aber dann doch wieder vielschichtig“, „schöne Vanillesüße“, sowie „leichtes prickeln und etwas Schärfe“ fand Malte Schweia.

Nachklang:

Den Nachklang empfindet Dr. Heinz Weinberger eher als „mittellang bis kurz“, Jürgen Reif hingegen als „Lang, mit einer süßlichen Aschenote“.

Doch auch Eiche findet sich, mehrmals lesen wir von „leichter Eichenwürze“ und „trockener Eiche“. Rainer Edlinger findet hier allerdings auch „verbrannten Gummi“, „citrus fruits and hot spices“ hingegen findet Matthias Friedlein.

Einschätzungen:

Doch um welchen Whisky handelt es sich nun? Ist es ein rauchiger, schottischer Whisky vom Festland wie es Malte Schweia vermutet, der auf einen 9 Jahre alten Ardmore aus dem Bourbon Fass tippt oder ist es doch ein 10-jähriger Whisky aus der Loch Lomond Brennerei, wie es Rainer Edlinger vermutet?

Doch bei rauchigen Malts zieht es die meisten nach Islay. Dr. Heinz Weinberger vermutet einen jungen Caol Ila aus dem Bourbonfass, dem schließt sich auch Peter Moser an der neben Caol Ila auf eine ältere Ledaig Abfüllung tippt.

Auf Caol Ila fällt bei den meisten die Wahl. Auch Jürgen Reif legt sich darauf fest, allerdings vermutet er ein Finish im Sauternes Fass und ein Alter von beachtlichen 15 Jahren. Tom Woytzak glaubt neben Caol Ila, an einen 12-jährigen Lagavulin aus dem ehemaligen Bourbonfass.

Matthias Friedlein erinnert der Dram eher an einen Big Peat oder einen Peat‘s Beast.

Auf Islay bleibt auch David Frikell, der sich auf einen 11-jährigen Malt aus dem Ex-Bourbon Hogshead festlegt, einen Bunnahabhain Moine.

Ein Irish Whiskey oder eine andere Whiskysorte als Single Malt, kam für kaum einen der Blogger in Frage.

Alles sehr spannende Vermutungen, doch am nähsten kommt David Frikell von whiskyundvinyl.de mit seiner Einschätzung heran.

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei allen teilnehmenden Bloggern, die bei unserem kleinen Spiel mitgemacht haben. Wir hoffen ihr hattet so viel Spaß wie wir!

Doch nun zur Auflösung:

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Es handelt sich um einen Bunnahabhain 2014/2018 The Octave Single Cask No. 3820444 Exclusively Bottled for whic.de (Duncan Taylor)

Tasting Notes:

Aroma: Schwer und ölig mit geräuchertem Speck, fruchtige Zitrusnoten, sehr zurückhaltende Eiche und weißer Pfeffer.

Geschmack: Intensiver Rauch, schwarzwälder Schinken , süße Vollmilchschokolade, milde Aschenoten und ein Hauch Chilli getragen auf einer süßen Vanilleschicht.

Nachklang: Mittellang mit verweilenden Aschenoten und dezenter Eichenwürze.

Beschreibung:

Dieser Bunnahabhain aus dem Jahr 2014 fand seine Vollendung in einem viermonatigen Finish in einem einzelnen, kleinen Octave Fass. Der Islay-Whisky ist ungewöhnlich für Bunnahabhain, denn er ist stark rauchig. Diese Spielart der Brennerei wird auch als Moine bezeichnet. Der Single Malt wurde in Fassstärke mit 52,9% Vol. abgefüllt, die Alkoholstärke ist jedoch sehr gut eingebunden. Hier kratzt gar nichts. Der beste Whisky der Welt? Vermutlich Nicht, aber bei nur 4 Jahren Reifezeit, durchaus beachtlich.

Trotz oder gerade wegen seines jungen Alters überzeugt uns der Bunnahabhain mit einer Komposition aus Räucherspeck und Zitrusfruchtigkeit. Ein eher entspannter Dram für Peat Heads, die eine Alternative zu den ausgetretenen Pfaden zwischen Ardbeg 10 JahreLagavulin 16 Jahre oder Caol Ila 12 Jahre suchen.

 

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