Neuer Compass Box Hedonism The Muse Sonderedition

compass box muse

08.03.2018 – Passend zum Weltfrauentag werfen die Whisky Virtuosen von Compass Box, einem unabhängigen Abfüller für Scotch Whisky, eine Sonderedition ihres Hedonism Blended Grain Whisky auf den Markt: The Muse. Doch schafft Compass Box das, wo Johnnie Walker mit seiner Jane Walker Sonderedition gerade zu scheitern droht?

Die wichtigsten Fakten zu The Muse

Inspiration fand man bei der eigenen Belegschaft: zum ersten Mal seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2000 arbeiten mehr Frauen als Männer bei Compass Box. Und zwar genau 53,3% – was nun auch der Alkoholgehalt der neuen Sonderabfüllung geworden ist – typisch für Compass Box. So baut man in jede Ausgabe quirlige Details ein. Mit einem weiteren erfreulichen Nebeneffekt, nämlich dass diese Sonderedition praktisch in Cask Strength erscheint. Somit kann man sich an besonders intensiven Aromen erfreuen. Hedonism war der erste Whisky, den die jungen Abfüller auf den Markt gebracht haben. Diese Sonderausgabe des ersten Whisky von Compass Box soll nun einen weiteren Wendepunkt in der Unternehmensentwicklung markieren. Der Hedonism The Muse ist limitiert auf 3.060 Flaschen. Laut Jill Boyd, der ersten Whisky Blenderin bei Compass Box, liefert The Muse mehr Gewürze, rote reife Früchte und eine stärkere Konzentration von Honig- und Vanillearomen als der ursprüngliche Hedonism. Der gewählte Name The Muse bezieht sich auf ein ganz bestimmtes Fass, das „Muse Cask“, welches das gleiche Geschmacksprofil vorangegangener Hedonism Abfüllungen aufwies: jede Menge Honig, Vanille und feine Gebäcknoten und somit als „Muse“ diente um einen ähnlichen – nicht identischen! – Whisky zu kreieren.

Whisky und Frauen – kann das Compass Box besser als Johnnie Walker?

Auch die große Whiskymarke Johnnie Walker hatte zum heutigen Tage den Release ihrer Sonderedition Jane Walker angekündigt. Und im Vorfeld einiges an Kritik einstecken müssen. Angefangen mit der Namenswahl bis hinzu einem Interview mit Stephanie Jacoby von Diageo wo sie Scotch als besonders „einschüchternd“ für Frauen bezeichnete. Eine ungeschicktere Wortwahl kann ich mir nicht vorstellen. Und statt eine wichtige Frauenfigur aus der Geschichte des Unternehmens zu nehmen, wählte man einen generischen Namen, stellvertretend für „jede Frau“. Dass Jane Walker das Pendent zu John Walker darstellt, kann ich ja noch nachvollziehen. Wobei es „Johnnie Walker“ heißt – müsste es da nicht mindestens „Jenny Walker“ sein? Auch The Muse von Compass Box ist nicht nach einer bestimmten Frau benannt. Doch was bei Diageos Jane Walker noch wahllos wirkt, wird bei Compass Box wenigstens erklärt. Bei Whisky steht die Fasswahl im Vordergrund und entsprechend ist der Whisky eigentlich nach einem Fass („Muse Cask“) benannt und feiert doch gleichzeitig jede Frau, die für Compass Box tätig ist. Da ist also trotzdem ein persönlicher Bezug, was meiner Meinung nach die Glaubwürdigkeit schafft, die Jane Walker gerade abgeht. Ein weiterer Unterschied: Der Compass Box The Muse wird weltweit erhältlich sein. Klar, bei einer limitierten Ausgabe bekommen trotzdem nicht alle Whiskygenießer*innen etwas ab, aber es geht hier um das Prinzip. Denn der Jane Walker für „jede Frau“ wird nur in den USA gelauncht. Warum eigentlich? Wo Diageo doch ein globales Unternehmen ist. Hätten sie den Whisky auch global auf den Markt bringen können, so dass „jede Frau“ Zugang zu der Jane Walker Edition hat und nicht nur zahlungskräftige US-Amerikaner*innen. Die verpasste Chance ist schade, denn die Grundidee ist doch gut! Die Kritik fiel vielleicht bei Diageo auch deshalb etwas stärker aus, weil man etwas besseres erwartet. Gerade bei einem Unternehmen was ansonsten großen Wert auf Gleichberechtigung am Arbeitsplatz legt. Da tritt Compass Box mit The Muse im Vergleich konsequenter auf.

Also lehne ich mich derweil mit einem schönen Laphroaig (Cheers, Bessie!) zurück und warte darauf, dass der Hedonism The Muse auch nach Deutschland kommt.

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