Irish Whiskey Map – diese Karte verrät, wo die neuen Brennereien der grünen Insel liegen

 

 

ireland-map-20161130

Die irische Whiskeylandschaft entschlüsselt: Ähnlich wie in Schottland gab es auch in Irland eine Renaissance der Whiskeyindustrie. Die starke Konzentration weniger Brennereien wird abgelöst von einem neuen Entrepreneurdenken jüngerer Generationen: Eine ganze Reihe an Brennereineugründungen hat in den letzten Jahren stattgefunden. Auch in Irland hat vor allem der Single Malt Whiskey für diese Wiedergeburt des Whisk(e)ys gesorgt und folglich wurde auch hier die Produktion vor allem dahingehend verändert. Auf dieser Karte hat man die ganze Whiskeynation mit allen Brennereien im Überblick – von bereits »existierenden Brennereien  über neue Brennereien bis hin zu »geplanten Brennereien (in unterschiedlichen Schaffensphasen). Im Folgenden haben wir einige der vielversprechendsten Newcomer genauer unter die Lupe genommen und zusammengetragen, was wir bereits über diese Projekte wissen.

NEUE BRENNEREIENireland-map-new-20161130

 

  1. Belfast Distillery
  2. Clonakilty Distillery
  3. Connacht Whiskey Company
  4. Echlinville
  5. Great Northern
  6. Teeling
  7. The Shed
  8. Tipperary
  9. Tullamore
  10. Walsh
  11. Waterford (aka Renegade’s Waterford Distillery Ltd.)

 

Belfast Distillery

belfast-distilelryInmitten der pulsierenden nordirischen Hauptstadt Belfast entsteht eine ganz neue Brennerei in dem historischen Gefängnis „Crumlin Road Gaol“.

Wie schmeckt Belfast Whiskey?

Da noch völlig offen ist, wann überhaupt der erste New Make abgefüllt wird, bleibt dieses Mysterium wohl noch eine Weile bestehen.

Wie wird Belfast Whiskey produziert?

Die Pot Stills kommen von Forsyths in Schottland, ihre Anzahl ist jedoch bisher unbekannt. Einige ehemalige Mitarbeiter der nordirischen Brennerei Bushmills konnten für das Projekt gewonnen werden. Die Produktion sollte eigentlich schon 2016 aufgenommen werden, Reparaturen am Gebäude verzögerten bisher jedoch den Start.

Geschichte der Belfast Distillery

Es könnte kaum fantastischer sein: 2011 erfüllte sich der Multimillionär Peter Lovery, Lottogewinner und einstiger Busfahrer, den Traum von der eigenen Brennerei. Seit 2015 hat die Brennerei eine Unterkunft in einem Flügel der ehemaligen Strafanstalt „Crumlin Road“ in Belfast gefunden. Ein beeindruckender Komplex aus dem viktorianischen Zeitalter, der heute als Museum fungiert. Neben Lovery ist mittlerweile Simon Ray zum Hauptaktionär aufgestiegen. Bis der erste eigene Whiskey auf den Markt kommt, schafft sich Lovery derweil einen Namen mit den Whiskey-Marken „Titanic Irish Whiskey“, „Danny Boy“ und „McConnell’s Irish Whiskey“, die allesamt aus der Cooley Brennerei stammen.

Clonakilty Distillery

Die Clonakilty Distillery ist eine junge Whiskey Brennerei nahe der Küste im irischen West Cork. Irlands Whiskey Industrie befindet sich in einer Renaissance, die dem neuen Projekt starken Rückenwind verleiht. In der 8. Generation bearbeitet die Familie Scully die Felder von West Cork und nimmt nun das Whiskey Geschäft auf. Die erst im März 2019 feierlich eröffnete Clonakilty Brennerei wird einen klassischen dreifach destillierten Single Pot Still Irish Whiskey produzieren. Im Besucherzentrum soll die Brennerei bis zu 40.000 Gäste pro Jahr aufnehmen und mit einer Kombination von Café, Restaurant und Shop die Gäste vom Irish Whiskey und natürlich Clonakilty überzeugen. Gründer der Brennerei Michael Scully verspricht außerdem rund 40 neue Arbeitsplätze für die Region West Cork.

Wie schmeckt Clonakilty Whisky?

Da die junge Brennerei derzeit noch keinen eigenen Whiskey aus den Lagerhäusern beziehen kann, vertreibt sie drei gesourcte Irish Whiskeys. Die Whiskeys stammen aus einer anderen irischen Brennerei (vermutlich Midleton) und werden in drei Variaten angeboten.
Der Clonakilty Single Batch ist ein Blended Irish Whiskey aus acht Jahre altem Grain Whiskey und 10 Jahre altem dreifach destilliertem Malt Whiskey.
Der The Port Cask Clonakilty trägt keine Angaben zum Alter oder der Zusammensetzung und wurde in Port Fässern gefinished.
Der Single Grain Bordeaux ist ein neun Jahre alter Grain Whiskey, gefinished in Bordeaux Fässern.

Wie wird Clonakilty Whisky produziert?

Clonakilty wird nach irischer Tradition einen dreifach destillierten Single Pot Still Whiskey brennen. Der Single Pot Still Whiskey ist eine einzigartige Whiskey-Sorte, die durch die hohe Besteuerung gemälzter Gerste in Irland im 18. Jahrhundert entstand. Im Gegensatz zu den meisten schottischen Single Malt Whiskys, werden viele Irish Whiskeys dreifach destilliert, was ihnen einen milderen Charakter verleihen soll. Die drei kupfernen Brennblasen, oder Pot Stills können von außen durch die hohen Glasfenster der Brennerei betrachtet werden. Als Head Distiller konnte Paul Corbett gewonnen werden, der zuvor für Teeling Whiskey und Tipperary Whiskey tätigt war und somit kein Neuling im Bereich Feintuning und Startup-Brennereien ist.

Das Wasser für den Produktionsprozess stammt aus einer Quelle deren Wasser durch Sandstein und Baryt geflossen ist. Die Lagerhäuser der Destillerie liegen direkt am Meer auf den Klippen der Küste von West Cork. Wir dürfen gespannt sein, wie sich der dort reifende Whiskey über die Jahre verändert und ob er, wie die Brennerei hofft, einen maritimen Charakter entwickeln wird.

Die Grafschaft Cork entwickelt sich zunehmend zu einer ernstzunehmenden Whiskey Region. Neben der „neuen“ Midleton Distillery, die seit 1975 den berühmten Jameson Irish Whiskey, den klassischen Single Pot Still Whiskey Redbreast und viele weitere bekannte und beliebte Irish Whiskeys herstellt, hat Clonaklity auch mit West Cork Distillers erfahrene Nachbarn. Und auch die erste Insel Brennerei Corks und Irlands Cape Clear steht bereits in den Startlöchern. Wir dürfen gespannt auf die Zukunft von Cork und des Irish Whiskeys sein.

Connacht Whiskey Company

connacht_5Connacht ist eine neue Brennerei in der Ortschaft Ballina in der Grafschaft Mayo. Der hier entstehende Pot Still Whiskey ist zwar vor allem für die USA gedacht, allerdings werden wir wohl auch von den Connacht Erzeugnissen profitieren können.

Wie schmeckt Connacht Whiskey?

Das wird sich noch zeigen.

Wie wird Connacht Whiskey produziert?

Die Brennerei soll eine Jahreskapazität von circa 300.000 Litern Alkohol haben und damit ungefähr 450.000 Flaschen Irish Pot Still Whiskey produzieren. Das Besondere beim Pot Still Whiskey ist die Mischung aus gemälzter und ungemälzter Gerste, die durch den Einsatz der ungemälzten Gerste für einen besonders fruchtigen Geschmack sorgt. Der Fokus liegt auf dem Export für den US-amerikanischen Markt. 10 Millionen Euro flossen bisher in das Geschäft. Der Entwurf zu den Pot Stills entstammt der Feder eines der Gründer, Robert Cassell. Er selbst ist Master Distiller und konnte seine Erfahrung im expandierenden Craft Distilling Geschäft in den USA ausbauen.

Geschichte der Brennerei Connacht

Zwei Iren und drei Amerikaner brachten diese transatlantische Kooperation zustande. Robert Cassell, John Romanelli und Tom Jensen brachten das nötige Wissen zu Herstellung und Finanzierung mit, um der Idee von J.P. und David Stapleton Form zu geben. Die Eröffnung der Brennerei fand im Herbst 2015 statt.

Echlinville

Echlinville DistillerySeit 2013 hat Shane Banriff, Mitbegründer der Echlinville Brennerei, die Lizenz zum Destillieren. Ein Zuhause hat die junge Brennerei in einem altehrwürdigen Herrenhaus direkt an der Küste Nordirlands gefunden. Dieses Gut ist auch gleichzeitig Namensstifter der Brennerei. Bis der erste Echlinville Whiskey auf den Markt kommt, kann man schon jetzt Gin und Wodka aus dieser interessanten jungen Brennerei genießen.

Wie schmeckt Echlinville Whiskey?

Dieses Geheimnis wird frühestens 2020 offenbart werden. Allerdings erscheint schon jetzt von Echlinville unter dem alten Markennamen Dunville ein Whiskey, der zwar jetzt noch aus einer anderen Brennerei kommt, zukünftig jedoch aus der neuen Echlinville Brennerei kommen soll.

Wie wird Echlinville Whiskey produziert?

Die Gerste stammt von den umliegenden Feldern, die zum Echlinville Anwesen gehören. 50 % davon werden in einer externen Mälzerei gemälzt. In vier Silos wird die Gerste auf dem Hof gelagert. Man fing klein an – mit je zwei Maisch- und Gärbottichen aus Edelstahl sowie einer Pot Still, die gleich zweimal für die Destillation herhalten musste. Seit diesen bescheidenen Anfängen hat sich jedoch einiges getan: mittlerweile hat die Brennerei auf vier Maischbottiche und fünf Gärbottiche aufgestockt. Zu der einsamen Pot Still gesellte sich eine weitere, sodass nun eine Wash Still und eine Spirit Still vorhanden sind. Die Wash Still ist klassisch zwiebelförmig und weist keine besonderen Ein- oder Ausbuchtungen auf. Die Spirit Still hingegen hat eine kugelförmige Ausbuchtung am Halsanfang. Ihr Lyne Arm kann nach Bedarf an einen Rohrkondensator angeschlossen werden, der für die Whiskey Produktion genutzt wird. Wenn hingegen Wodka oder Gin in ihr gebrannt wird, kann der Lyne Arm an eine Column Still gekoppelt werden, in welcher die nötigen Geschmacksgeber (Wachholder und andere Kräuter) hinzugefügt werden, bevor es weiter in die zwei hohen Column Stills zu den finalen Runden geht. Um diese riesige Apparatur beherbergen zu können, bedurfte es eines großen Still Houses. Dieses ist fast vollständig verglast und lädt zu interessanten Besichtigungen ein. Das Gut ist direkt an der Ostküste Nordirlands gelegen, sodass der hier produzierte Whiskey von der salzigen Meerluft und dem beständig milden maritimen Klima profitieren kann.

Geschichte der Brennerei Echlinville

Schon Mitte der 1730er Jahre kaufte der Großgrundbesitzer Charles Echlin nahe dem Orte Kircubbin ein Gut mit Stallungen und Gartenhäusern. Das von ihm benannte Herrenhaus Echlinville House in seiner jetzigen Form stammt allerdings aus dem Jahr 1860. Heute beherbergen die ehemaligen Scheunen die Echlinville Distillery. Neben dem Herrenhaus existieren noch einige Farmgebäude, die zumindest zeitweise die Brennblasen und einen Großteil aller Prduktionsschritte beherbergten. Was Shane Braniff 2008 anleierte, trug 2013 erste Früchte, als er die Lizenz zum Destillieren und zur Errichtung einer eigenen Brennerei erhielt. Seit den Anfängen 2013 haben Shane Braniff und seine Frau Lynn weitergebaut und ein Stillhouse, mehrere Silos und ein modernes Lagerhaus errichtet. Ein Besucherzentrum ist auch schon in Planung und soll 2017 eröffnet werden. Das neue Stillhouse öffnet mit seinen riesigen Glasflächen den Blick auf die satten Grünen Wiesen und Felder und zeigt, was man hier im Inneren mit dem Brand einfangen möchte: ein Stück Ulster.

Great Northern

2 (1)Die Great Northern Distillery ist das nächste geistige Kind J. Teelings, ehemaliger Begründer der Cooley Brennerei. Direkt in der Stadt Dundalk, auf dem ehemaligen Areal der Harp Lager Brauerei, ist seit 2015 neben Pot Still und Single Malt Whiskey auch Grain Whiskey in der Entstehung. Vor allem Letzterer soll an Dritte weiterverkauft werden. Nur der kleinste Teil der Gesamtproduktion wird unter eigenem Namen vertrieben werden.

Wie schmeckt Great Northern Whiskey?

Bisher sehen wir hier nur drei große Fragezeichen…

Wie wird Great Northern Whiskey produziert?

Seit August 2015 wird in den drei Column Stills Grain Whiskey gebrannt, während die drei kupfernen Pot Stills bereits einen Monat später in Betrieb genommen wurden. Die Gesamtkapazität der Anlage liegt bei imposanten 16.000.000 Liter Alkohol im Jahr. Davon sollen 12 bis 18 Millionen Flaschen allein auf die Pot Stills entfallen. Es werden neben Grain Whiskey somit auch Pot Still Whiskey und Single Malt Whiskey (ungetorfte und getorfte Varianten) hergestellt. Das reine Bergquellwasser, was hier verwendet wird, stammt aus den nahe gelegenen Cooley Mountains.

Da die meisten neu entstehenden irischen Brennereien sich auf Pot Still Whiskey spezialisieren, hat sich GND für einen etwas anderen Weg entschieden. Sie verstehen sich nämlich hauptsächlich als Zulieferer von besonders hochwertigem Grain Whiskey für andere Brennereien und Abfüller für deren Blended Whiskeys. Nichtsdestoweniger sind auch hier Single Malts unter eigenem Label geplant.

Geschichte der Great Northern Distillery

1896 wurde auf dem Gelände der jetzigen Great Northern Distillery die Great Northern Brewery gegründet. Von den Einheimischen wurde sie aber spätestens seit den 1960ern liebevoll einfach nur als Harp Lager Brauerei bezeichnet – eine bekannte Marke irischen Biers, die auch heute noch existiert. Als der Konzernriese Diageo die Produktion der Harp Lager Brauerei nach Dublin verlegte, ergriff J. Teeling, Mitbegründer der Cooley Brennerei, diese Chance und kaufte die Anlage mit einem Teil seines Gewinnes, den er durch den Verkauf von Cooley erzielen konnte. Stolze 10 Millionen Euro aus dem 20 Millionen-Euro-Gewinn flossen bisher in die Anlage. GND gehört der Teeling Familie sowie den zwei ehemaligen Cooley Direktoren, Jim Finn und David Hynes.

In der Teeling Familie scheint man eine Vorliebe dafür zu haben, seine Pot Stills zu taufen. So hat Jack Teeling die Pot Stills der Teeling Distillery auf die Namen seiner Töchter getauft und sein Vater hat nun den Pot Stills in der GND die sehr irischen Namen Fionn, Oisin und Setanta verpasst.

Teeling

Teeling Whiskey Distillery_Front ViewAngesiedelt ist die Brennerei im ehemals „goldenen Dreieck“ Liberties in Dublin. Den Beinamen erhielt das Stadtviertel durch seine hohe Dichte an großen und kleinen WhiskeyBrennereien aus längst vergangenen Zeiten. An diese Tradition knüpft Teeling mit seiner Neueröffnung in 2015 an. Damit gibt es zum ersten Mal seit 125 Jahren eine neue Brennerei in Dublin. Kurz nach seinem Austritt bei Cooley 2012 machte sich Jack Teeling, Sohn des einstigen Cooley Gründers John J. Teeling, als Abfüller selbstständig – nur um dann bereits 2014 die Teeling Distillery in Dublin zu gründen. Bis einschließlich 2018 kommt Teeling Whiskey allerdings sicher noch aus der Cooley Brennerei.

Wie schmeckt Teeling Whiskey?

Der erste New Make wurde im März 2015 abgefüllt. Wir können es kaum noch erwarten, zu erfahren, wie wohl der „neue“ Teeling Whiskey aus der hauseigenen Brennerei schmecken wird. Geplant ist ein klassischer irischer unpeated Pot Still Whiskey (spannendes Insiderwissen konnten wir in unserem Video-Interview aus Hugh MacGabhann herauskitzeln). Bis wir mehr wissen, kommt hier die Geschmacksanalyse des Teeling, wie wir ihn bisher aus der Cooley Brennerei kennen:

Hausstil: fruchtig-süß und doch würzig. Sehr geradlinig.

Wie wird Whiskey bei Teeling produziert?

Bei Teeling kommen ganz traditionell 50 % ungemälzte und 50 % gemälzte Gerste in den Pot Still Whiskey. Die ungemälzte Gerste kauft die Brennerei direkt von den Erzeugern selbst, während das Malz aus Mälzereien dazugekauft wird. Bei der ungemälzten Gerste wird die Feuchte auf 12 % reduziert. Die moderne Mühle stammt genau wie die Maischbottiche von der deutschen Firma Steinecker bei München. Je eine Wash Still, Intermediate Still und Spirit Still der toskanischen Firma Frilli sind vorhanden, zeichnen sich aber durch keine besonderen Aus- oder Einbuchtungen aus. Insgesamt vier Gärbottiche hat die Teeling Brennerei. Zwei davon sind aus Douglas-Fichte, die anderen zwei aus Edelstahl. Die Reifung soll hauptsächlich in Ex-Bourbonfässern erfolgen, aber auch ein paar Ex-Sherryfässer und einige alte Weinfässer mischen sich mit ein. Auch wenn die Destillation in Dublin erfolgt, so nehmen die Fässer so viel Platz in Anspruch, dass die Lagerung in einem großen Lagerhaus in Muchgrange erfolgt.

Dass Teeling Whiskey ein Familienunternehmen ist, merkt man nicht nur am Namen – die ganze Familie steckt mit drin. So hat Jack Teelings Bruder Stephen 2013 die kaufmännische Leitung übernommen und sympathischerweise ist je eine Brennblase nach einer anderen Tochter Jack Teelings benannt: Allison, Natalie und Rebecca. Ob es wohl Ärger im Hause Teeling gab, nach wem die Spirit Still benannt werden durfte?!

Geschichte der Teeling Brennerei

2007 verkaufte John J. Teeling die Cooley Brennerei, die er kurzerhand nach seiner gescheiterten Übernahme der Irish Distillers Group (IDG) gegründet hatte. Obwohl er in dem damaligen erbitterten Kampf um die IDG den Kürzeren zog, konnte er mit Cooley rasch Erfolge verbuchen, sodass bald neben Cooley auch die Kilbeggan Brennerei dazukam. Er verkaufte also genauer gesagt die Cooley Distillery plc, zu der sowohl die Brennerei Cooley als auch die Brennerei Kilbeggan gehören. Sein Sohn Jack Teeling, der auch bei Cooley tätig war, verabschiedete sich 2012 von der Brennerei, um sein eigenes Projekt voranzutreiben: Teeling Whiskey.

Die guten Beziehungen zwischen der Teeling Familie und der Cooley Brennerei blieben in Form eines Whiskey-Belieferungsvertrages erhalten. So werden seit 2013 bereits ältere Whiskeys der Cooley Brennerei unter der Marke Teeling Whiskey vertrieben, bis die Teeling Distillery ihren ersten hauseigenen Whiskey vorstellen kann. Bis dahin müssen wir uns wohl noch etwas in Geduld üben.

Nach fast 40 Jahren Pause kann Dublin mit Teeling nun wieder eine aktive Whiskey Brennerei innerhalb der Stadtgrenzen vorweisen – inklusive Besucherzentrum, Resto-Bar und Shop. Die ist ein Grund mehr, die spannende Hauptstadt der grünen Insel zu besichtigen. Vor allem zum alljährlichen Liberties Festival Ende Juli, das im gleichnamigen Viertel stattfindet, in dem auch die Teeling Brennerei steht.

The Shed

The Shed 2

The Shed Distillery ist eine brandneue Brennerei in der kleinen Ortschaft Drumshanbo im County Leitrim, ganz in der Nähe des Loch Allen Sees gelegen. Sie ist die erste aktive Brennerei seit 101 Jahren in Connacht. Geführt wird sie von dem erfahrenen Spirituosenexperten P.J. Rigney. Er konnte langjährige Erfahrung bei Baileys, Grant’s und Gilbeys sammeln, bevor er seine eigene Brennerei eröffnete.

Wie schmeckt The Shed Whiskey?

Der muss sich erst noch bewähren. Bis dahin beobachten wir die Brennerei mit Argusaugen.

Wie wird Whiskey bei The Shed produziert?

Die Brennerei vertraut (wie übrigens auch die Glendalough Brennerei) auf Arnold Holstein Fabrikate. Insgesamt stehen dort drei kupferne Pot Stills und zwei Column Stills. Der erste New Make wurde bereits im Dezember 2014 abgefüllt. Neben Whiskey werden hier vor allem Gin, Wodka und einige Liköre produziert.

Geschichte der Brennerei The Shed

Gegründet im Jahr 2014 am Tag der Wintersonnenwende, dem 21. Dezember, ist The Shed eine der jüngsten irischen Brennereien. Mitbegründet wurde sie jedoch von einem erfahrenen Geschäftsmann aus der Spirituosenindustrie. Nach Stationen bei Baileys und Grant hat Patrick J. Rigney nun seine eigene Brennerei auf die Beine gestellt. Die Brennerei kostete rund 2 Millionen Euro und konnte sich 275.000 Euro Unterstützung von Ireland Enterprises sichern – einer staatlichen Organisation, die irische Unternehmen fördert, wenn diese auch in Irland produzieren. Vielleicht hat Rigney aus diesem Kalkül heraus (um Ireland Enterprises Förderung für regionalen Ausbau zu erhalten) einen so abgelegenen Ort wie Drumshanbo ausgewählt. Oder sollen wir doch lieber seiner romantischeren Version Glauben schenken, die besagt, seine Eltern hätten sich hier einst kennen gelernt?
Die wilde ungezähmte Natur dieses Ortes sowie die Möglichkeit, Besichtigungstouren in der Brennerei zu buchen, machen Drumshanbo für jeden Irland-Fan und Whiskey-Liebhaber eine Reise wert.

Tipperary

Ballindoney Farm - greyNeben weiten Feldern liegen die hohen Berge der Galtees und an dieser Stelle wird zukünftig die Tipperary Boutique Distillery zu finden sein. 2016 gab es bereits den ersten Single Malt von Tipperary, jedoch noch nicht aus eigener Produktion.

Wie schmeckt Tipperary Single Malt Whiskey?

Der Single Malt stammt noch nicht aus der Tipperary Brennerei selbst, sondern aus einer unbekannten irischen Brennerei. Bisher stammt der Whiskey aus ehemaligen Bourbonfässern. Weiche Vanillenoten, frische Zitruselemente und ein Hauch von Karamell ist bei allen Ausgaben wiederzufinden.

Wie wird Tipperary Single Malt hergestellt?

Noch steht bei Tipperary keine einzige Brennblase, von daher ist noch unklar, wie die Aufstellung genau aussehen wird. Stuart Nickerson, Gründer und Whiskyexperte, hat aber genug Erfahrung in diversen schottischen Brennereien gesammelt, um genau zu wissen, was er tut. Insgesamt sollen bis zu zwölf Mitarbeiter eingestellt werden. Die Brennerei soll auf dem Land der Familie Ahearn errichtet werden und die Gerste des Bauernhofes Ballindoney verwenden. Das Land der Familie liegt im fruchtbaren Golden Vale of Ireland (gälisch: Machaire méith na Mumha) und umspannt Teile der Grafschaften Limerick, Tipperary und Cork. Diese Gegend ist bekannt für die gute Qualität ihrer Gerste und ihres Wassers – beste Voraussetzungen also für guten Whiskey.

Geschichte der Brennerei Tipperary Boutique Distillery

Tipperary ist das gemeinsame Familienprojekt von Jennifer Nickerson, ihrem Verlobten Liam Ahearn (Mitinhaber des Bauernhofes Ballindory in Grange im Kreis Clonmel in der Grafschaft Tipperary) und dem Vater von Jennifer Nickerson, Whiskyexperte Stuart Nickerson. Nickerson Senior ist seit 35 Jahren in der Whiskyindustrie tätig und hat schon für alle großen Namen gearbeitet: Blair A-tholl, Inchgower, Bladnoch, Highland Park, Glenrothes, Glenfiddich und Balvenie, um nur ein paar zu nennen. 2008 kaufte Stuart die Brennerei Glenglassaugh im Auftrag von internationalen Investoren. Nach 22 Jahren wurde die Brennerei unter seiner Führung wieder flott gemacht und in Betrieb genommen.

Seit fünf Generationen bestellt die Ahearn Familie das Land um die Ballindoney Farm – eine lange Tradition, die bis 1800 zurückreicht. Liam Ahearn wird die Brennerei zukünftig mit der Gerste aus der wohl fruchtbarsten Gegend Irlands versorgen. Jennifer Nickerson, die in Edinburgh BWL studierte und reichlich Erfahrung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sammeln konnte, steht der Brennerei in finanziellen Fragen mit Rat und Tat zur Verfügung.
Dass man sich in Irland und bei Tipperary seiner Geschichte bewusst ist, zeigte die erste Ausgabe Single Malts, den das Nickerson/Ahearn-Team klingend The Rising nannten. Der Easter Rising (Osteraufstand von 1916), der den blutigen Beginn der irischen Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich markierte und sechs Tage währte, war für die Namensgebung verantwortlich. Dementsprechend wurden bei Tipperary 6 Ex-Bourbonfässer ausgewählt und 1916 Flaschen abgefüllt. Der irische Nationaldichter W.B. Yeats verewigte den Aufstand übrigens in seinem Gedicht „Easter, 1916″. Also hebt eure Gläser für guten Irish Whiskey!

Tullamore

Tullamore D.E.W._Distillery_bei NachtSeit 2014 ist diese zu William Grant & Sons gehörende Brennerei in Produktion. Schon einmal gab es eine (Old) Tullamore Brennerei, von der heute nur noch ein sehr spannendes Besucherzentrum übrig ist. Tatsächlich ist die Brennerei nach ihrem beschaulichen Heimatörtchen Tullamore benannt worden.

Wie schmeckt Tullamore Whiskey?

Der Stil der Brennerei besticht durch milde Aromen, ein weiches Gefühl auf der Zunge und einen sehr runden Gesamteindruck. Für den milden Stil der Whiskeys werden meist Ex-Bourbon- und Ex-Sherryfässer verwendet.

Wie wird Tullamore Whiskey produziert?

William Grant & Sons haben weder Kosten noch Mühen gescheut, bei ihrem Revival der Tullamore Brennerei die ganze Ausstattung auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Die Brennerei hat insgesamt sechs Stills – eine Wash, Intermediate und Spirit Still je Whiskey Art. Es wird Malt Whiskey und Pot Still-Whiskey hergestellt. Auffällig ist der extrem lange Schwanenhals der Wash Still für den Pot Still Whiskey. Genau mittig wächst dieser nämlich aus dem Bauch der Still heraus. Um an qualitativ hochwertiges Wasser zu gelangen, wurde eine 14 Kilometer lange Pipeline in die Slieve Bloom Mountains verlegt.

Geschichte der Brennerei Tullamore

Nicht mehr lange wird der Tullamore DEW in der Midleton Brennerei, der größten des Landes, hergestellt. Denn mit dem Verkauf der Marke an William Grant & Sons und der Umbenennung der Marke in Tullamore D.E.W. (steht für die Initialen des einstigen Brennereibesitzers Daniel E. Williams) beschloss man, die vor vielen Jahren stillgelegte Brennerei Tullamore wieder aufleben zu lassen. Dies geschah nicht zuletzt, da Midleton mit der immer höheren Nachfrage nach ihrer wichtigsten Marke, Jameson Whiskey, an die Grenzen ihrer Kapazitäten kam.

„Give every man his Dew”

Wenn Sie eine Tour oder ein Tasting planen, dann steht Ihnen ein Besucherzentrum zur Verfügung. Sie können aber auch schon im Vorfeld Touren online buchen. Unter dem Namen „Tullamore D.E.W. Visitor Centre” wurde das einstige „Tullamore Heritage Centre” 2012 neu eröffnet. Mehrere Millionen flossen in den Umbau und die Erweiterung des einstigen Zolllagerhauses der alten Destillerie, welches das Besucherzentrum beheimatet. Das Gebäude stammt noch aus dem Jahr 1897. Gegründet wurde die „alte” Tullamore Brennerei bereits 1829 – direkt am Grand Canal im kleinen Ort Tullamore. Die direkte Anbindung an den Wasserweg erleichterte die Distribution des Whiskeys enorm. Zu Ruhm führte der Namensgeber Daniel E. Williams die Brennerei; ursprünglicher Gründervater war hingegen ein gewisser Michael Malloy. Auf ruhmreiche Zeiten folgten schwere Jahre und 1953 gab man die Whiskeyproduktion auf, um sie erst nach knapp 60 Jahren wieder aufzunehmen.

Die Brennerei besitzt ein Besucherzentrum und kann besichtigt werden. Spannend: Bei einer Besichtigung der Brennerei kann man von der Besucherlounge aus durch ein riesiges Panoramafenster direkt in die Produktionshalle der Destillerie schauen.

Walsh Whiskey Company

walshNoch im Jahr 2016 sollte die Produktion der jungen Brennerei beginnen. Bis der erste Whiskey aus eigener Produktion auf den Markt kommt, können wir uns an den bisherigen Marken der Familie Walsh erfreuen: Writers Tears und The Irishman Whiskey. Diese werden momentan noch in Midleton produziert.

Wie schmeckt Walsh Whiskey?

Noch gibt es hier nicht viel zu sagen, aber wir beobachten die Neuheiten der Familie Walsh genau.

Wie wird Whiskey bei Walsh produziert?

Auf dem Familienanwesen Urglin Glebe in Carlow errichteten sie das Brennereigebäude, in welchem im Oktober 2015 drei Pot Stills aufgebaut wurden. Die kupfernen Pot Stills kommen von der schottischen Firma Forsyths. Die größte der Pot Sills hat ein Fassungsvermögen von 15.000 Litern. Diese sollen sowohl Pot Still und Grain Whiskey als auch Blended und Malt Whiskey produzieren. Für den Grain und Blended Whiskey stehen auch Column Stills zur Verfügung. Strategisch gut: das Gelände liegt ganz in der Nähe des Flusses Barrow und die Wasserzufuhr kommt aus einem unterirdischen Wasserreservoir. Die Gerste soll auch von lokalen Bäuerinnen und Bauern bezogen werden. Insgesamt will Walsh Whiskey im Jahr 8 Millionen Flaschen Whiskey herstellen.

Geschichte der Brennerei Walsh Whiskey Company

Obwohl schon seit etlichen Jahren im Whiskey- und Spirituosengeschäft tätig, gründeten Rosemary und Bernard Walsh erst 2013 ihre eigene Destillerie. Neben der Brennerei ist auch ein Besucherzentrum geplant.

Waterford

WaterfordDistillery_Stills_Exterior_Album_WebEhemaliger Geschäftsführer der schottischen Brennerei Bruichladdich, Mark Reynier, gründete 2014 die Waterford Distillery im gleichnamigen Ort und County Waterford. Die extrem moderne Brennereianlage ist direkt am Fluss Suir gelegen. Reynier und sein Team haben ein spannendes Konzept entwickelt, was das Korn ganz in den Fokus der Aufmerksamkeit und des Geschmacks stellen soll. 46 Bäuerinnen und Bauern beliefern die Brennerei für 46 Produktionswochen mit 120 Tonnen Gerste. Seit März 2016 wird mit voller Kapazität produziert.

Wie schmeckt Waterford Whiskey?

Noch kann man nur spekulieren, schließlich wird es noch einige Jahre dauern, bis der erste Whiskey auf den Markt kommen wird.

Wie wird Waterford Whiskey produziert?

Das Gebäude wurde ursprünglich von Diageo in Auftrag gegeben. Hier sollte von nun an Guinness, das bekannteste irische Bier, eine neue Produktionsstätte bekommen. Dann überlegte es sich der Konzernriese 2013 doch anders und legte die erst 2004 neu errichtete Brauerei still. 2014 wurde die Anlage dann von Waterford Distillery übernommen. Sowohl die futuristische Architektur als auch die noch vorhandene Hightech-Brauereiausstattung schürt wohl die Experimentierfreude der Brenner. 6 der 46 Bauernhöfe produzieren sogar Bio-Gerste. Jede Woche wird die Gerste eines anderen Bauern verarbeitet und pro Woche werden 128 Fässer abgefüllt. Am Ende kann man jeder Fassabfüllung das Feld zuordnen, auf welchem die Gerste wachsen konnte, die jeweils verarbeitet wurde. Hier wird Terroir wirklich großgeschrieben!

Futuristisches Design trifft auf experimentelle Destillation

Neben lauter neuen Ideen hat Mark Reynier für sein Waterford-Projekt auch gleich noch zwei Pot Stills (eine Wash Still und eine Spirit Still) von Bruichladdich mitgenommen. Eine hypermoderne „Hydromill“ zusammen mit einem Maischfilter lässt den Einsatz eines Maischbottichs überflüssig werden, während die Fermentierung in wärmeregulierbaren Gärbottichen stattfinden kann. Es werden hauptsächlich Ex-Bourbonfässer benutzt und bisher lediglich ein geringer Anteil in Ex-Sherryfässer abgefüllt.

Geschichte der Brennerei Waterford

Oder sollte man doch lieber gleich von der Zukunft sprechen? So viel Geschichte steckt hinter dem 2014 gegründeten Unternehmen noch nicht, doch umso weiter reichen die Ziele in die Zukunft. Derzeit planen Reynier und sein Team in den nächsten fünf Jahren die nächste Spirit Still zu kaufen. Das wird die schon jetzt beachtlichen Kapazitäten der Brennerei weiter ausbauen.

Kommentieren