Whisky oder Whiskey? Single Malt oder Blend? Eine Einführung.

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Whisky in seinen verschiedensten Ausführungen wurde in den letzten Jahren immer beliebter, heute zählt er zu den populärsten Spirituosen überhaupt, was sicherlich an dem außergewöhnlichen Facettenreichtum dieses Destillats liegt. – Doch welche Arten von Whisky gibt es überhaupt? Die verschiedenen Whiskys der Welt unterscheidet man zunächst nach ihrer Herkunftsregion, allen voran Schottland (Scotch Whisky), Irland (Irish Whiskey) und USA (z.B. Bourbon Whiskey). Daneben liefern auch Kanada, Japan und Indien eine ganze Reihe von Whiskys, und selbst Deutschland, Frankreich und einige weitere Länder sind in den letzten Jahren mit eigenen Destillaten hervorgetreten. Alle Ursprungsländer verfügen über eigene gesetzliche Vorschriften, welche die Produktion, die Kategorisierung und den Verkauf von Whisky bzw. Whiskey eindeutig regulieren. Am bekanntesten sind die „Scotch Whisky Regulations“ von 2009, die auch die verschiedenen Whisky-Regionen Schottlands festlegen. Für die USA gelten die amerikanischen „Standards of Identity for Distilled Spirits“ in der Fassung von 2008.

Je nach der hauptsächlich zur Verfügung stehenden Feldfrucht kann im Prinzip jedes dieser Länder Whisky (oder Whiskey) aus verschiedenen Cerealien erzeugen. Der berühmteste aller Whiskys ist sicherlich der Malt Whisky, der ausschließlich aus gemälzter Gerste hergestellt wird, während der Grain Whisky aus anderen Getreidesorten gebrannt wird, wie etwa Weizen oder Roggen – die allerdings nicht gebräuchliche deutsche Übersetzung „Getreide Whisky“ weist deutlich darauf hin, dass hier keine bestimmte Getreidesorte festgelegt ist. Vor allem in den USA wird gerne Mais (englisch: „corn“) als Grundlage für Whiskey verwendet, daher der Begriff „Corn Whiskey“. Wird Roggen destilliert, entsteht der Rye Whiskey, der besonders in den USA (American Rye Whiskey) und Kanada (Canadian Rye Whiskey) erzeugt wird. Während in Schottland der Single Malt Whisky aus gemälzter Gerste praktisch Standard ist, werden in den USA bestimmte Getreidemischungen gesetzlich vorgeschrieben, wobei der Whisky den Namen jenes Getreides erhält, das zu mindestens 51 % als Rohstoff dient. So besteht zum Beispiel ein Rye Malt Whiskey zu wenigstens 51 % aus gemälztem Roggen. Ein Sonderfall ist der Bourbon Whiskey, der seinen Namen von dem in Kentucky liegenden Bourbon County erhielt, in dem freilich heute kein Whiskey mehr produziert wird. Für Bourbon Whiskey, z.b. Old Grand-Dad, ist neben der Mindestanforderung von 51 % Mais als Rohstoff auch ein bestimmtes Herstellungsverfahren vorgeschrieben, das zum Beispiel die wenigstens dreijährige Reifung in neuen, extra „getoasteten“ (also ausgebrannten, englisch: „charred“) Eichenfässern vorschreibt. Für den Sonderfall des Tennessee Whiskey, der nach den gesetzlichen Vorschriften ebenfalls zu den Bourbon Whiskeys zählt, ist vorgeschrieben, dass er im Staate Tennessee hergestellt werden und auch dort reifen muss. Das berühmte „Lincoln County“-Verfahren der Filterung des Destillats durch Ahornholzkohle ist entgegen weit verbreiteter Ansicht nicht gesetzlich verankert.

Von allen genannten Whiskys und Whiskeys unterscheiden sich die so genannten Blends: Sie stammen nicht aus einer einzigen Brennerei, sondern werden aus den Destillaten verschiedener Brennereien vermählt („blended“), wobei sowohl Malt als auch Grain Whiskys zum Einsatz kommen können. Nicht selten wird ein solcher Blended Whisky aus bis zu 40 Grundwhiskys komponiert, wobei meist ein bestimmter Whisky (der als „Lead Whisky“ bezeichnet wird) den Charakter des Blends hauptsächlich bestimmt. Ziel dieses „Blendings“ ist es, über lange Jahre hinweg stets den genau identischen Whisky anbieten zu können. Bekannte Beispiele hierfür sind Johnnie Walker, Dimple oder Chivas.

Und hier noch ein Wort zum Single Malt Whisky: Dieser stammt zwar per Definition aus einer einzigen Destillerie, jedoch in aller Regel NICHT aus einem einzigen Destillationsvorgang! Er wird vielmehr vom Malt Master oder dem Master Blender aus verschiedenen Fässern aus dem umfangreichen Lager der Brennerei vermählt, wobei durchaus verschiedene Jahrgänge und Stärken miteinander verschnitten werden, um ein Standardprodukt zu erhalten. Stammt der Whisky aus einem einzigen Fass, so handelt es sich um einen „Single Cask“ Whisky, stammen alle Ausgangsdestillate aus einem einzigen Jahr, so nennt man das Ergebnis einen „Vintage Whisky“. Sowohl Single Cask als auch Vintage Whiskys unterscheiden sich von Abfüllung zu Abfüllung und sind entsprechend der Natur der Sache nur in begrenzter, oft limitierter, Auflage verfügbar, was sie natürlich für Sammler besonders interessant macht. In diesem Sinne:

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  1. Volker Dieminger

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