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Whiskytipps von Leonie Klinkhammer

In aufsteigender Reihenfolge

10 Artikel

Über Whiskytipps von Leonie Klinkhammer

Für mich ist Whisky ein wenig wie Lyrik: Es gibt ganz viel Information auf engstem Raum, nicht jedem gefällt es und es gibt extrem unterschiedliche Stile. Um es kurz auszudrücken - Whisky als Chiffre für Terroir. Aus dieser Elfenbeinturmperspektive heraus nun meine Tipps:

1. Ledaig 2005/2017 - Cask No. 900152 1st Fill Sherry Butt - Signatory Cask Strength Collection (Schottland, Isle of Mull): Bei Whisky, der in ehemaligen Sherryfässern reifte, kann manchmal der Sherryeinfluss alle anderen Noten wegbügeln. Bei diesem Ledaig besteht jedoch keinerlei Gefahr. Ein deftiger und heftiger Tropfen. Würzige Räucherschinkennoten und erdiger Rauch werden von Honig und dunklen Pflaumennoten umhüllt. Mit brachialer Fassstärke für die Signatorys Cask Strength Collection abgefüllt, kann man mit etwas Wasser experimentieren. Obwohl ich ihn auch durchaus gerne pur trinke – in Mikroschlückchen. Bei Signatory kann man besondere Abfüllungen jenseits der Standardisierung finden. Dieser rauchige Inselmalt von Mull zeigt sein „ungeschminktes Antlitz“ und kommt ganz ohne zusätzlichen Farbstoff oder Kühlfilterung aus. Hier haben Sie Sturm und Drang im Glas: Kräftig und archaisch, aber nicht plump. Den Whisky finden Sie hier: Ledaig 2005/2017 Singatory Cask Strength.

2. Ardmore 12 Jahre Portwood Finish (Schottland, Highlands): Portweinfässer und Whisky sind, wie ich finde, eine super spannende Kombination. Den Beweis liefert auch prompt dieser rauchige Single Malt von Ardmore. Saftige Beerenfrüchte, Holzkohlerauch und ausgeprägte Gewürznoten bilden ein nuancenreiches Geschmacksprofil. Die Rahmendaten stimmen einfach, genauso wie Preis und Qualität. Wer rauchigen Whisky mag kommt um diesen Malt nicht drum rum! Den Whisky finden Sie hier: Ardmore 12 Jahre Portwood Finish.

3. Nikka Coffey Malt (Japan): Ok. Ich habe einen Faible für das Ungewöhnliche und Exotische. Bei diesem japanischen Malt wird beides bedient. Zu 100% aus Gerstenmalz, aber nicht klassisch in Pot Stills gebrannt, sondern in dem historischen Vorläufer moderner Kolonnenbrennanlagen: der Coffey Still. Das Ergebnis ist extrem intensiv. Es erinnert mich immer an „Konichiwa Bitches“ der schwedischen Sängerin Robyn: laut, schrill und bunt mit viel Attitude. Es schmeckt wie Urlaub, wie flirrende Hitze, Strand und Sonnencreme. Gebackene Banane, buttrig weiche Karamellnoten, altes Leder und weiße Schokolade, die den leisesten Hauch von Fresienduft mit sich trägt und viele reife Mangonoten. Den Whisky finden Sie hier: Nikka Coffey Malt

4. Nikka Pure Red Malt (Japan): Wenn der Coffey Malt mich an Robyn erinnert dann drängt sich beim Pure Red Malt von Nikka definitiv der Vergleich mit „REALiTi“ von Grimes auf. Wie die seichte Synthesizer-Melodie Grimes hauchzarten Gesang trägt, so werden süß-würzige Zimt- und Pimentnoten auf weicher Vanillecreme getragen und von flüchtigen Blumennoten umgarnt und so wie der treibende Beat die transzendentale Stimme von Grimes erdet, so gibt beim Red Malt die Eichenwürze und deutliche schwarze Pfeffernote dem sonst leichten floralen Stil eine solide Erdung. Es ist ein entspannter und leichter Blended Malt mit wunderbaren Verpackungsdesign. Typisch japanisch in der Schlichtheit, aber mit dem messerscharfen Blick für verspielte Details: Die Flasche erinnert an alte Apothekerflaschen und die Umverpackung sieht im ersten Moment wie schlichter Karton aus, doch bei näherer Betrachtung sieht man den warmen Goldschimmer des Papiers. Die Faltung auf der Vorderseite soll an die klassische Faltung des Kimonos erinnern und die Innenseite der Schachtel ist rotgemustert und erinnert an buntes Origamipapier. Wer ein Geschenk sucht, der findet hier ein günstiges Schmuckstück. Den Whisky finden Sie hier: Nikka Pure Red Malt.

5. Kilchoman Sanaig (Schottland, Islay): Wieder keine Altersangabe, was ich gerade bei rauchigen Whiskys aber verkraftenswert finde. Und was für ein rauchiger Whisky das ist! Dabei ist das intensive Raucharoma wunderbar eingebunden in das abwechslungsreiche Bouquet, was von Zimt, Beerenfrüchten und nussiger Milde mitbestimmt wird. Der Single Malt stammt zu 60% aus Oloroso Sherryfässern und 40% ehemaligen Bourbonfässern, ist weder kühlgefiltert noch gefärbt und damit ein naturbelassener Whisky, der das hält, was die vielversprechenden Rahmendaten suggerieren. Weniger maritim als andere Single Malts von der Insel Islay, aber definitiv etwas für Rauchfans und Liebhaber von Ballechin. Auch vom Design gibt sich die junge „Farm-Distillery“ viel Mühe und besticht mit originellem und hochwertigem Erscheinungsbild. Geben Sie diesem jungen, wilden Islay-Malt eine Chance. Den Whisky finden Sie hier: Kilchoman Sanaig.

6. Kavalan Podium (Taiwan): Ein wunderbar volles und reiches Bouquet strömt aus dem Nosing Glas. Zugegeben für einen Whisky ohne Altersangabe kein Schnäppchen, aber er zeigt dass auch Whisky ohne Altersangabe ausgereifte Aromen aufweisen kann. Und was für Aromen: Rumrosinen, intensive Karamelltöne, exotische Kokosnussaromen und frische Trauben stürmen auf die Sinne ein. Der solide Alkoholgehalt bereitet ein wärmendes Gefühl in der Magengrube und leichte Würze verschafft einen ausgewogenen Gesamteindruck. Und das Aussehen: Die Verpackung ist aufwendig gestaltet und glitzert großartigerweise. In Dunkelviolett gehalten mit goldener Schrift entkommt es trotzdem einer Blingbling-Gangsta-Optik. Dekadenz in Form und Inhalt. Den Whisky finden Sie hier: Kavalan Podium.

7. Highland Park 12 (Schottland, Orkney Islands): Klassiker überdauern Modeerscheinungen, sie sind aus der Zeit gefallen, da sie mustergültige Antworten in sich tragen. Highland Park 12 Jahre ist so ein Klassiker auf den man immer wieder zurückgreifen kann. Flüchtige Rauchnoten, frische Heidekräuter und fruchtige Sherryelemente halten sich die Waage in diesem Aromengefüge. Er ist mit einer soliden Reifezeit ausgewiesen und trotzdem günstig (leichte Abzüge in der B-Note wegen Farbstoff und Kühlfiterung). Er ist das kleine Schwarze, Jane Austen und Pasta mit Tomatensugo in einem. Kurzum ein Malt, der immer geht. Den Whisky finden Sie hier: Highland Park 12.

8. Benromach Hermitage 2007/2016 (Schottland, Speyside): Neben Whisky aus Likörweinfässern wie Sherryfässern, gibt es auch noch Single Malt Whisky aus anderen Weinfässern. Bei diesem Single Malt von Benromach findet man erdige Torfrauchnoten, die von den fruchtig-herben Noten des französischen Hermitageweinfasses gekonnt ergänzt werden. Würzig, trocken und mit kräftigen Kirschnoten ist das genau der richtige Single Malt für Fans von ungewöhnlichen Finishes. Den Whisky finden Sie hier: Benromach Hermitage 2007/2016.

9. Paul John Edited Single Malt Whisky (Indien, Goa): In bester Manier den schottischen Vorbildern nachempfunden. Leichte Rauchnoten, gezähmt durch malzige Süße und weiche Vanillenoten. Ein paar Anklänge an Rosinen, die in Rum getränkt wurden und die angenehme Frische von Minzblättern. Das Äußere stimmt mit dem Inhalt überein und der Preis ist absolut fair für die Aromenvielfalt, die man bekommt. In einem Wort: klassisch. Den Whisky finden Sie hier: Paul John Edited.

10. Dalwhinnie Distillers Edition 2000/2016 Double Matured in Oloroso Sherry Casks (Schottland, Speyside): Neben dem Highland Park 12 Jahre ist diese Abfüllung ein weiterer No-Brainer. Die Distiller’s Edition erfreut sich aus gutem Grund so großer Beliebtheit. Die Dalwhinnie-typischen Honignoten finden in den fruchtigen Rosinennoten des Oloroso Butts eine schöne Ergänzung. Das Ergebnis ist schwer und süß. Typisch Dalwhinnie mit interessantem Twist. Den Whisky finden Sie hier: Dalwhinnie Distillers Edition 2000/2016.