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Ballindalloch

Ballindalloch

Ballindalloch Distillery, Speyside Foto: via Ballindalloch Distillery

Die Ballindalloch Distillery war die erste „Single Estate Distillery“ Schottlands. Sie steht auf dem Gut des Ballindalloch Castles der Familie Macpherson-Grant im Herzen der Speyside. Sie wurde 2014 erbaut und bezeichnet sich stolz und mit Recht als „Hands on“-Brennerei. Die Geschichte der Familie, die in der 23. Generation das Gut ihr Zuhause nennt, kann bis ins Jahr 1546 zurückverfolgt werden! Die Brennerei besitzt kein öffentliches Besucherzentrum, Führungen und sogar ganztägige Whisky-Praktika können aber mit Voranmeldung gebucht werden. Bei einem Besuch wird schnell ersichtlich, dass hier nicht das schnelle Geld, sondern ein exklusiver und qualitätsorientierter Ansatz im Vordergrund steht. Im Vorbild des britischen Adels hält man hier die wichtigste der schottischen Whisky-Tugenden in Ehren: Geduld.

Wie schmeckt Ballindalloch Whisky?

Die Ballindalloch Brennerei hält sich mit dem vorzeitigen Release von New Make und Young Malts vornehm zurück. Deshalb haben wir uns noch kein eigenes Bild des zukünftigen Single Malts machen können. Geplant ist, einen nicht-rauchigen aber robusten und aussagekräftigen Speyside Malt zu produzieren. Wir werden noch ein paar Jahre auf den ersten Whisky von Ballindalloch warten müssen. Denn die Brennerei hat sich selbst verpflichtet, mindestens acht Jahre mit dem Abfüllen ihres flüssigen Goldes zu warten. Wir dürfen gespannt auf die Zeit nach 2022 schauen. Wer das Glück hat, die Brennerei zu besichtigen, wird am Ende der Tour mit der Verkostung alter, umwerfender Cragganmore Whiskys aus den familieneigenen Lagerbeständen „vertröstet“.  

Wie wird Ballindalloch Whisky produziert?

Ballindalloch Stills Foto: via Ballindalloch Distillery

Der „hands-on“ Ansatz der Brennerei zieht sich durch alle Bereiche der Produktion. Man könnte die Brennerei auch schlicht als „Farm-Distillery“ bezeichnen, bezieht sie doch ihre Gerste von den eigenen Feldern des Landguts. Die Produktion kommt ohne Computer aus und derzeit wird in einer Fünftagewoche im Einschichtbetrieb produziert. Die meisten schottischen Brennereien arbeiten im Mehrschicht-System, um möglichst viel aus der begrenzten Produktionskapazität des Pot Still Brennverfahrens herauszuholen. Der Treber (zu englisch „draff“), die Reste aus dem Maischeverfahren, werden an die schlosseigene prämierte Aberdeen Angus Cattle Herde verfüttert. 

Es gibt 5 Washbacks aus Pinienholz, die mit jeweils 5.000 Liter pro Gärvorgang befüllt werden. Die Gärzeiten sind, dank der Pause am Wochenende, eine Mischung aus 72 und 113 Stunden. Wie bei vielen kleinen Qualitätsbrennereien wird hier der Hefe viel Zeit gelassen (Standard ist 50-60 Stunden).

Die Destillation wird auf einer laternenförmigen Wash Still mit 5000 Litern Fassungsvermögen und einer starken Einschnürung am Schulterbereich begonnen. Die Spirit Still mit 3.600 Litern Fassungsvermögen hat eine klassische Zwiebelform mit einer leichten Kugel versehen. Dieser sogenannte Reflux Ball verstärkt den Rückfluss bei der Destillation, wodurch der Kupferkontakt erhöht wird. Bemerkenswert ist die Verwendung von sog. „Wormtubs“, einem traditionellen Kühlsystem, das ein spiralförmiges Kupferrohr im Wasserbad zur Kondensation des Alkoholdampfes verwendet. Diese Methode ist nur noch in wenigen Brennereien zu finden, da ihr Ertrag geringer ist, als die der modernen Tube Condenser. Ballindalloch erhofft sich davon einen robusteren und aromatischeren Brand. Die Nachbarsbrennerei Cragganmore arbeitet beispielsweise ebenfalls mit diesem Kühlsystem. Die Brennerei produziert derzeit 100.000 Liter im Jahr.

Geschichte von Ballindalloch

Die Geschichte der Macpherson-Grant Familie kann bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden zum Bau des Ballindalloch Castles im Jahre 1546, das noch heute Wohnsitz der Familie ist.

In den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts wurde eine Brennerei namens Delnashaugh in der Nähe der jetzigen Brennerei auf dem Estate-Gelände errichtet. Sie stand unter der Leitung von Baronet Sir George Macpherson-Grant, der später ein Mitgründer der nahegelegenen Cragganmore Distillery wurde. Sir George hatte ebenfalls gute Beziehungen zum Robert Hay einer Schlüsselfigur in der Gründung der Glenfarclas Distillery und war beteiligt am Bau der Speyside Distillery in Kingussie. An Whisky-Geschichte mangelt es der Familie jedenfalls nicht.

Bis 1965 hatte die Familie Anteile an Cragganmore die sie schließlich an DCL (heute Diageo) verkaufte. So kehrt die Macpherson-Grant Familie nach rund 50 Jahren mit einem traditionsorientierten Ansatz wieder in die Whisky-Industrie zurück.

Die alten Farmgebäude nahe des Golf-Areals auf dem Gut sollten einem neuen Zweck zugeführt werden und so begann Guy Macpherson-Grant 2011 mit dem Umbau der Gebäude zu einer Brennerei. Dabei wurden weitestgehend lokale Unternehmen beauftragt. Der ehemalige Manager von Talisker Charly Smith konnte als Master Distiller, Manager und kompetenter Berater für das Projekt gewonnen werden. Seit 2014 ist die Brennerei in Produktion und 2015 wurde sie feierlich von Prince Charles und Camilla, Herzog und Herzogin von Rothesay, eingeweiht.

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