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Torfstecher oder Highlander? Welcher Whiskytyp sind Sie?

Schottischer Whisky ist vielfältig. Finden Sie Ihren Lieblingswhisky in unserer großen Auswahl. Von A wie Ardbeg bis W wie Wolfburn haben wir alle großen Whiskymarken stets für Sie vorrätig. Nutzen Sie die Filtermöglichkeiten, um zwischen mehr als 1800 Scotch Whiskys den Richtigen zu finden. Besonders beliebte Whiskys finden Sie ganz oben in der Liste.

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Schottischer Whisky

Was ist Scotch Whisky? Scotch Whisky oder kurz Scotch zählt zu den beliebtesten Whiskys der Welt. Der Begriff Scotch wird gleichbedeutend mit „schottischem Whisky" verwendet und zeigt somit die Herkunft des Whiskys an. Es gibt fünf unterschiedliche Whisky Kategorien in Schottland, die alle unter dem Scotch Begriff subsumiert werden: Single Malt, Blended Malt, Single Grain, Blended Grain und Blended Scotch Whisky. Davon sind der Single Malt und der Blended Scotch die relevantesten Arten. Scotch Whisky wird unter strengen Vorgaben produziert, die von der Scotch Whisky Association, einer Handelsorganisation der schottischen Whisky-Industrie, kontrolliert werden. Aufgrund seiner Jahrhunderte alten Tradition und strikten Qualitätskriterien zählt Scotch Whisky zu den renommiertesten Whisky-Kategorien weltweit. Der Begriff „Whisky" hat sich dabei aus dem gälischen „Uisge Beatha", zu deutsch „Wasser des Lebens" entwickelt. Für die Schotten zählt Whisky sowohl zum Alltag, als auch zu den Festtagen und wird zu den unterschiedlichsten feierlichen Anlässen gereicht. Sei es zum traditionellen Burns Supper, bei dem Haggis und Whisky nicht fehlen dürfen, oder zu Hogmanay, dem schottischen Silvester. Überall ist Whisky ein fester Bestandteil des schottischen Lebens und ein Symbol der schottischen Gastfreundschaft. Ob zur Begrüßung, zum Abschied, oder zum geselligen Beisammensein, ein „Dram", wie die Schotten ein Glas Whisky nennen, ist selten weit.

Die aromatische Vielfalt des Scotch Whiskys ist womöglich sein Erfolgsrezept, findet sich doch beinahe für jeden Geschmack der passende Scotch. Mal weich und cremig, mal herzhaft und rauchig. Schottische Whiskys decken Aromen von Obstsalat bis Sommerwiese, über Räucherspeck und Tabak bis Kaffee und Schokoladenaromen ab. Die schier endlose Bandbreite der feinen Noten des Scotchs begeistert seit Jahrhunderten die Genießer und beflügelt Schriftsteller und Poeten zu Lobgesängen. Whisky lädt ein zum Entschleunigen, zum Genießen und zum geselligen Austausch. So heißt ein schottisches Sprichwort „It only becomes whisky, when it is shared". Whisky wird erst zu Whisky, wenn man ihn mit Anderen teilt. Wir laden Sie ein, sich von unserer Leidenschaft für Whisky anstecken zu lassen. Holen Sie sich ein Stück Schottland nach Hause und teilen Sie den ein oder anderen Whisky mit Familie und Freunden.

Wann darf sich ein Whisky Scotch Whisky nennen?

Whisky darf nur als Scotch Whisky bezeichnet werden, wenn er in einer der schottischen Destillerien gebrannt wurde und eine Reihe von Kriterien erfüllt. Die letzte gesetzliche Änderung der Scotch Whisky Regulations wurde 2009 vorgenommen, welche ins EU-Recht übernommen wurden. Somit darf kein anderer Whisky außerhalb Schottlands den Namen Scotch Whisky tragen. Scotch Whisky muss in Schottland aus einer Getreidemaische produziert worden sein. Die Vergärung muss durch Hefe erfolgen und in Schottland mit maximal 94,8 % vol. destilliert sein. Das Destillat muss auf schottischem Boden mindestens 3 Jahre und einen Tag in Eichenfässern reifen. Dort wird es dem rauen schottischen Klima überlassen. Dank seiner hohen Luftfeuchtigkeit und geringen Temperaturschwankungen ist es ideal für die lange Whisky-Reifung. Erst nach der Mindestreifezeit darf sich der Inhalt in Schottland Whisky nennen. Dem fertig gereiften Whisky dürfen keine künstlichen Aromen zugesetzt werden. Das gesamte Aroma muss aus der natürlichen Produktion und der Fassreife entstehen. Einzig die Zugabe von reinem Quellwasser zum Herabsetzen der Alkoholstärke ist erlaubt. Allerdings darf der natürliche Farbstoff Zuckerkulör (E150a) zugegeben werden. Das machen Hersteller zum Angleichen der unterschiedlichen Farben der Fässer. Die Altersangabe auf der Flasche wird immer am jüngsten verwendeten Fass gemessen. Ein Scotch Whisky mit einer Altersangabe von 12 Jahren enthält demnach ausschließlich Whisky aus Fässern die 12 Jahre oder länger reiften. Die Angabe des Alters ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, weshalb einige Whiskys kein Alter tragen. Dies nennt man „No Age Statement" (kurz NAS). Der Alkoholgehalt von Scotch Whisky muss mindestens 40 % vol. aufweisen. Unter 40 % vol. muss das Getränk als Whisky-Likör ausgewiesen werden und darf dann weitere Zusätze wie Zucker, Sahne und Aromen beinhalten. 

Worin unterscheiden sich Whisky und Whiskey? 

Heißt es „Whisky“ oder „Whiskey“? Es kommt darauf an, von welchem Whisky/Whiskey wir sprechen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Whisky noch überall auf der Welt ohne „e" geschrieben. Nur in Irland wurden beide Schreibweisen verwendet. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wollte sich Irland den Irish Whiskey endgültig von seiner schottischen Konkurrenz abgrenzen und setze die Schreibweise „Whiskey“ durch. Als Faustregel gilt: Whisky aus Schottland schreibt sich immer „Whisky", während sich Whiskey aus Irland immer „Whiskey" schreibt. Auch in den USA hat sich zwar die Schreibweise Whiskey für den US-amerikanischen Whiskey wie Bourbon und Rye Whiskey durchgesetzt. So finden wir bei Jim Beam und Jack Daniels die klassische amerikanische Schreibweise Whiskey. Jedoch gibt es in den USA ein paar Whisky-Ausreißer, wie George Dickel oder Maker's Mark. Kanadischer Whisky schreibt sich wiederum ohne „e". Auch Japan, die ihre Produktionsmethoden nach schottischem Vorbild entwickelt haben, bleiben beim japanischen Whisky bei der schottischen Schreibweise. Gleiches gilt für das europäische Festland, wie Whisky aus Deutschland oder Skandinavien. Die Schreibweise sagt folglich nichts über die Art oder Qualität des Whiskys aus, lediglich über seine Herkunft. 

Stil

Wie schmeckt Scotch? Die Faszination des Scotch Whiskys liegt zweifelsohne in seiner aromatischen Vielfalt. Eine Generalaussauge wie Scotch Whisky schmeckt ist daher schwierig. Bereits beim Einschenken ins Glas machen sich Unterschiede bemerkbar. Die Farbpalette von Scotch Whisky ist riesig. Wenn Sie hierzu mehr erfahren wollen, schauen Sie in unseren Artikel Farbe von Whisky hinein. Im Glas treffen wir zuerst auf das Bouquet, also die Nase. Hier können wir Menschen die größte Vielfalt entdecken. Nach neusten Studien haben wir die Fähigkeit mehr als eine Billion unterschiedliche Nuancen von Aromen wahrzunehmen. Besonders zum Verriechen von Scotch Whisky empfiehlt sich ein Nosing Glas, das unterstützend durch seine Form die Aromen bündelt. Die Einflüsse auf die filigranen Aromen im Whisky sind vielfältig. Je nach Whisky-Sorte, Herkunft, Torfung, Destillation, Brennereicharakter und Fassreifung präsentieren sich unserer Nase ganz unterschiedliche Aromenwelten. Von süßlich und fruchtig, über floral, dunkelfruchtig bis würzig bis hin zu kräutrig und rauchig ist alles dabei. Am Gaumen kombinieren sich diese Eindrücke mit dem „Antritt", dem ersten Eindruck des Whiskys auf der Zunge und dem Mundgefühl. Dieses ist mal spritzig, prickelnd, mal voll und cremig oder schwer und trocken. Nach etwas Zeit im Mund kommt nach dem Herunterschlucken das „Finish" hinterher, der Abgang, Nachhall oder Nachklang. Hier zeigen sich hochwertige Whiskys noch einmal von einer anderen Seite. Je älter der Whisky ist, desto länger und komplexer gestaltet sich das Finish. Lassen Sie sich nicht entmutigen, sollte Ihnen das Erkennen gewisser Aromen schwer fallen. Die Wahrnehmung von Aromen ist äußerst subjektiv. Darüber hinaus benötigt man Zeit und Erfahrung bis man zielsicher bestimmte Noten aus einem Whisky herausriechen und -schmecken kann. Wie heißt es so schön? Der Weg zum Whisky-Experten ist lang, aber schön! Wenn Sie möchten, können Sie unser Tasting Wheel als Hilfestellung nutzen, um Aromen zu identifizieren. 

Auf unserer Website können Sie nach Belieben nach Whisky-Sorte, Herkunftsland, Fassart, Torfrauch und vielen weiteren Kriterien filtern. So finden Sie hoffentlich den für Sie passenden Whisky. Viel Freude beim Entdecken!


Herstellung

Welche verschiedenen Arten von Scotch Whisky gibt es? In Schottland unterscheidet man zwei Grund-Typen von Whisky: Malt Whisky und Grain Whisky. Malt Whisky wird nur aus gemälzter Gerste hergestellt, wohingegen beim Grain Whisky gemälzte mit ungemälzter Gerste und anderen Getreidesorten (wie Mais, Weizen oder Roggen) gemischt wird. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Destillationsverfahren entstehen sehr unterschiedliche Arten von Scotch Whisky. Der Malt Whisky ist die älteste Whisky-Art und wird noch heute in Schottland auf traditionellen Kupferbrennblasen nach einem aufwendigen Verfahren destilliert. Malt nennt er sich aufgrund der gemälzten Gerste, die im Englischen malted barley heißt. Wird der Malt Whisky in nur einer Brennerei hergestellt und nicht verschnitten, spricht man von Single Malt Whisky. Werden Malt Whiskys unterschiedlicher Brennereien vermengt, spricht man von Blended Malt Whisky, nicht zu verwechseln mit Blended Scotch Whisky.

Der Grain Whisky ist eine Whisky-Sorte, die sich erst Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte und die Massenproduktion von Scotch Whisky möglich machte. Grain Whisky wird meist in Großbrennereien hergestellt und kann kontinuierlich aus unterschiedlichen Getreidesorten destilliert werden. Neben der tragenden Rolle des Grain Whiskys für den Blended Scotch, wird dem Grain Whisky langsam mehr Aufmerksamkeit gewidmet. So füllen manche Brennereien Single Grain Whiskys ab, also Grain Whiskys aus nur einer Brennerei. 

Den Siegeszug des schottischen Whiskys trat aber der Blended Scotch Whisky im 19. Jahrhundert an. Er macht mit rund 90 % noch heute den Löwenanteil der Whisky-Produktion Schottlands aus. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird Scotch Whisky meist als Synonym für Blended Scotch Whisky verwendet. Er bezeichnet eine Mischung, also einen „Blend" der Whisky-Typen Malt und Grain Whisky und ist häufig aus einer Vielzahl unterschiedlicher Whiskys zusammengestellt. 

Single Malt Scotch Whisky

Single Malt bezeichnet den Whisky-Typ, der aus 100 % gemälzter Gerste in einer einzigen Brennerei hergestellt wurde. Stammt dieser Single Malt aus Schottland, darf er sich Single Malt Scotch nennen. In Schottland ist es üblich, wenn auch nicht notwendig, den Namen der Brennerei auch auf der Flasche zu verwenden. Manche Single Malts werden ohne Angabe ihrer Herkunftsbrennerei abgefüllt. Wir nennen Sie gern „Mystery Malts". Ein gutes Beispiel sind die hochwertigen stark rauchigen Abfüllungen der Whisky-Marke Port Askaig von der Insel Islay. Schottland hat für den Single Malt Begriff zusätzliche Qualitätskriterien eingeführt, die nicht zwingend in anderen Produktionsländern Gültigkeit besitzen. Beispielsweise schreibt der Single Malt Begriff in Schottland die Destillation auf Pot Stills im Batch-Verfahren vor. Dieses Verfahren unterteilt sich in vier Hauptphasen: Das Mälzen, das Maischen, die Gärung und die Destillation.

Das Mälzen ist ein Prozess der notwendig ist, um an den Malzzucker der Gerste zu gelangen.
Dazu wird die Gerste in Wasser eingeweicht und anschließend auf Malzböden ausgebreitet, um zu Keimen. Während des Keimens muss die Gerste regelmäßigen gewendet werden, um die Temperatur und den Keimungsfortschritt zu überwachen. Hierbei wandelt das Korn die Stärke in Malzzucker um. Ohne weiteres Zutun, würde die Gerste nun austreiben und den enthaltenen Zucker verbrauchen. Dies wird durch das Trocknen oder Darren verhindert. In der Darre wird mit der Hitze eines Kohle- oder Torffeuers das Malz getrocknet. Je nach Verwendung des Brennmaterials wird hier auch die Rauchigkeit des späteren Whiskys bestimmt. Je mehr und je länger Torf bei diesem Prozess zum Einsatz kommt, desto rauchiger und torfiger wird der Whisky später schmecken. Das Mälzen und Darren wird heutzutage meist von industriellen Mälzereien maschinell ausgeführt und ersetzt die schwere Handarbeit.

Ist das Malz getrocknet, wird es im nächsten Schritt gemahlen und danach in einem Maischbottich, der Mashtun, mit heißem Wasser vermengt. Die lösliche Stärke des getrockneten Malzes verwandelt sich beim Maischen in eine zuckrige Flüssigkeit, im Deutschen Würze, im Englischen „wort" genannt. Diese wird aus dem Maischbottich abgezogen. Nachdem die Würze abgekühlt ist, fließt sie in gewaltige Bottiche, die „washbacks". In den Washbacks wird der Würze Hefe zugesetzt und die Gärung eingeleitet. Die Hefe verwandelt den in der Würze enthaltenen Zucker in Rohalkohol. Der Prozess der Gärung dauert mindestens 48 Stunden und lässt neben unterschiedlichen Aromen, etwa 8 bis 9 % vol. Alkohol entstehen. Diese bierähnliche Flüssigkeit bezeichnen die Schotten als „wash".

Der Wash wird nun zweimal in großen Kupferkesseln, den Brennblasen bzw. Pot Stills destilliert. Hierbei wird der Wash bis zum Verdampfen des Alkohols erhitzt. Der aufsteigende Dampf sucht sich seinen Weg in die Kühlanlage, wo er kondensiert. Das Destillat, auch „low wines" genannt, wird gesammelt. In der zweiten Destillation werden die Low Wines erneut destilliert. Der Alkohollauf aus der zweiten Brennblase, der Spirit Still, muss aufwendig geschnitten werden. So wird der enorm aromenreiche Teil des Laufes gesammelt, der später in die Fässer kommt. Beim Pot-Still-Verfahren müssen die Destillationskessel nach jeder fertigen Destillation neu befüllt werden. Mehr dazu in unserem Artikel zur Herstellung von Single Malt Whisky. Dieses Produktionsverfahren ist sehr aufwendig, garantiert aber eine hohe Komplexität und Würzigkeit des späteren Malt Whiskys. 

Der Fassreifung haben wir einen eigenen Absatz gewidmet. Beim Scotch Single Malt vermählen die Master Blender der Brennereien verschiedene Fässer gekonnt zu den „Standard-Abfüllungen" also regelmäßig verfügbaren Whiskys. Ein Single Malt besteht in der Regel aus vielen Fässern, die ideal aufeinander abgestimmt sind. So kann eine gleichbleibende Qualität und Konstanz bei den Aromen gewährleistet werden. Manche Fässer ragen dabei aus der Masse heraus und werden als sogenannte Single Cask Whiskys abgefüllt, zu deutsch „Einzelfassabfüllungen". Besonders die unabhängigen Abfüller haben es sich zur Aufgabe gemacht, einzelne Fässer als Single Casks abzufüllen. In der Regel wird dies nur mit Single Malt gemacht. Oft werden die Single Cask Whiskys dann ohne Kältefiltration und ohne die Behandlung mit Zuckerkulör abgefüllt. 

Blended Malt Scotch Whisky

Der Blended Malt, früher „Vatted Malt" genannt, wird leider oft übersehen. Das Wort „Blended" assoziieren viele Whiskyfreunde mit dem oft leichten Blended Scotch Whisky. Daher werden die Malt Blends häufig in den selben Topf geworfen. Zu Unrecht! Blended Malt Whiskys sind Cuveés verschiedener Single Malts, ihnen wird also kein leichter Grain Whisky zugesetzt. So können Blended Malts durchaus die Tiefe und Komplexität eines Single Malts erreichen und durch die gelungene Kombination sogar neue Aromenprofile erzeugen. 

Eine besonders beliebte Serie von Blended Malts sind die Remarkable Regional Malts. Hier repräsentieren die einzelnen Marken jeweils eine schottische Whisky Region und deren „klassisches" Aromenprofil. So vertritt Big Peat die Insel Islay, mit ihrem schweren Torfrauch. Timorous Beastie steht für die kräftigen Aromen der Highland-Region, der Epicurean für die leichten floralen Lowland-Töne und der freche Scallywag für die süß-würzigen Speyside-Aromen. Die Inseln werden vom Rock Oyster vertreten. Campbeltown hat indes den maritimen, leicht rauchigen The Gauldrons bekommen.

Einen anderen Ansatz fährt der unabhängige Abfüller Wemyss. Hier geht es eher um generelle Aromenprofile wie süß, würzig und rauchig. Der Hive repräsentiert hierbei die honigsüße Seite des Scotchs, der Spice King, wie der Name schon sagt, die würzigen Aromen und der Peat Chimney den Torfrauch. Dazu kann man sich die aromatischen Unterschiede zwischen Bourbonfass-Reifung und Sherryfass-Reifung beim Vanilla Burst (Bourbonfass) und Treacle Chest (Sherryfass) ansehen und gut vergleichen. 

Weitere empfehlenswerte Blended Malts finden Sie bei den Abfüllern Coopers Choice, Berry Bros and Rudd und Compass Box.

Single Grain Scotch Whisky

Für Grain Whisky wird gemälzte mit ungemälzter Gerste und anderen Getreidesorten wie Weizen oder Mais gemischt. Grain Whisky wird im Patent-Still-Verfahren hergestellt und ist ein dauerhafter Prozess. Diese kontinuierliche Destillation unterscheidet sich wesentlich vom Pot-Still-Verfahren der Malt-Whisky-Produktion. Die ungemälzten Getreidesorten werden etwa dreieinhalb Stunden gekocht und gerührt. Wenn die Flüssigkeit zusammen mit der gemälzten Gerste in den Maischbottich kommt, wandelt die darin enthaltene Amylase die Stärke in Zucker um. Die Destillation erfolgt in einer Kolonnenbrennblase bzw. Säulendestillation. Hier wird mit einem höheren Alkoholgehalt abgezogen. Der enorme Vorteil der kontinuierlichen Destillation ist, wie der Name bereits verrät, dass der Brennvorgang nicht unterbrochen werden muss. Dies bringt einen großen finanziellen Vorzug mit sich. Der Nachteil dieses Verfahrens ist das Herausdestillieren vieler aromentragender Stoffe aus dem Rohbrand. Der spätere Grain Whisky wird somit leichter, aber weniger komplex als der Malt Whisky.

Single Grain Whisky fristet in Schottland noch immer ein Schattendasein. Der Ruf des flachen Whiskys, der die Basis für den Blended Scotch Whisky bildet, haftet ihm an. Dabei hat auch Grain Whisky einiges zu bieten und durchaus seine Vorzüge. Besonders als Sommer-Whisky macht der Grain Whisky eine gute Figur. In anderen Ländern wird dem Grain bereits mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Vorneweg sind die Japaner, die mit Marken wie Chita oder dem Nikka Coffey Grain bereits hervorragende leichte Single Grain Whiskys etabliert haben. In Schottland finden wir Single Grain eher aus den Händen unabhängiger Abfüller wie Gordon & MacPhail, Signatory Vintage und Berry Bros and Rudd. Halten Sie Ausschau nach Abfüllungen von Cambus, North British, Invergordon, Cameronbridge oder Girvan.

Der „Blended Grain" ist zwar auf dem Papier eine Whisky-Kategorie in Schottland, aber quasi nicht existent. Die Vermischung von Grain wird in der Regel nur beim Blended Scotch Whisky praktiziert. 

Blended Scotch Whisky

Bringen wir nun die beiden Whisky-Arten Malt und Grain Whisky zusammen, entsteht der Blended Scotch Whisky. Der Malt Whisky hatte im 18. und 19. Jahrhundert mit großen Qualitätsschwankungen zu kämpfen. So wurde schottischer Whisky erst durch das Vermischen des schweren Malt Whiskys mit dem leichten Grain Whisky zum Blended Scotch Whisky massentauglich. Die Geschichte vieler Blended Scotch Whiskys reicht daher bis ins 19. Jahrhundert zurück. So waren es die Blended Scotch Whiskys, die den schottischen Whisky international berühmt gemacht haben. Namen wie Dewars, Johnnie Walker, Ballentines und Chivas Regal gehen allesamt auf Familien zurück, die Mitte des 19. Jahrhunderts begannen Malt und Grain Whisky zu mischen, bzw. zu blenden und somit ihre eigenen Marken erschufen. Diesen Klassikern kann man sich nähern, wenn man einen typischen Blended Scotch Whisky sucht. 

Rauchiger / torfiger Scotch Whisky

Auch dem Thema rauchiger / torfiger Whisky haben wir einen eigenen ausführlichen Artikel gewidmet. Der Torfrauch im Whisky gelangt über das Darren des Malzes in den Whisky. Diese Methode hat viele Jahrhunderte Tradition in der schottischen Whisky-Produktion. Je nach Ort und Zusammensetzung des Torfs gehen individuelle Aromen in den Whisky über. Berühmt-berüchtigt für ihre Rauchigkeit sind etwa die Whiskys der Insel Islay. Wer einen süffigen Blended Scotch mit maritimen Touch sucht, kann sich Black Bottle ansehen. Dieser zart rauchige Whisky trägt klassische Töne von Karamell, Zitrus und Bienenwachs. Wer deutlich rauchige Blends sucht kann zu Islay Mist oder dem Klassiker Johnnie Walker Black Label greifen. Bei den Blended Malts gibt es eine große Zahl rauchiger Abfüllungen wie den Big Peat, Macnairs oder Blended Malts von Elements of Islay. Als gute Single Malt Repräsentanten dienen hier der mittelschwer getorfte Bowmore 12 Jahre und der gut ausgereifte und sehr rauchige Lagavulin 16 Jahre, die beide mit Lagerfeuerrauch aufwarten, dennoch aber ganz verschieden sind. Als die schweren Raucher von Islay sollten der Kilchoman Machir Bay (süßlich, malziger Rauch), der Ardbeg 10 Jahre (erdiger Torfrauch) und Laphroaig 10 Jahre (medizinischer Torfrauch) genannt und probiert werden.

Doch auch das Festland und die anderen Inseln haben sehr spannende torfrauchige Whiskys zu bieten! Der würzig-maritime Talisker 10 Jahre von der Insel Skye ist ein echter Klassiker, während der Nachbar Ledaig 10 Jahre von der Insel Mull fast noch als Geheimtipp durchgeht und mit seinem malzig-rauchigen Charakter den Islay Whiskys nahe kommt. Auf dem Festland finden wir etwa in der kleinen Whisky-Region Campbeltown mit dem Longrow Peated einen tollen Geheimtipp für Rauchfans. In den Highlands kreiert die kleine Edradour Brennerei mit den Ballechin Abfüllungen ihre eigene tolle rauchige Whisky-Marke. Wie Sie sehen bietet der Single Malt Scotch die größte Erlebnis-Bandbreite und Intensität. Doch es gibt für jeden Gelegenheit den richtigen Whisky, wie die Schotten sagen. Soll es ein geselliger Abend mit Freunden und entspannten Gesprächsrunden werden, bietet sich manchmal ein unkomplizierter Blended Scotch eher an, als ein schwerer Single Malt. 

Fassreifung von Scotch Whisky

Nach den unterschiedlichen Brennverfahren müssen nun Malt und auch Grain Whisky reifen. In Schottland sind zur Reifung nur Eichenfässer zugelassen und für jede Whiskysorte eine Mindestreifezeit von 3 Jahren vorgeschrieben. Die Eichenfässer ziehen den Brand in ihre Poren und geben somit über die Jahre Farbe und Aromen an den reifenden Whisky ab. Dabei verdunstet ein Teil des enthaltenen Whiskys. Diese Verdunstung bezeichnen die Schotten als „Engelsanteil“, den „Angles‘ Share“. Bei beiden Whiskyarten ist die Reifezeit des Whiskys von der Größe der verwendeten Fässer, dem Alkoholgehalt des Whiskys und der Temperatur und Luftfeuchtigkeit des Lagerhauses abhängig. Ist der Whisky nach Ansicht des Master Blenders ausgereift, wird entschieden wie das jeweilige Fass Malt oder Grain Whisky verwendet wird. Zugegeben darf dem fertigen Whisky nichts außer Wasser zum Herabsetzen der Alkoholstärke und ggf. Zuckerkulör.

Die Fassreifung beim Whisky spielt eine große Rolle bei der Entwicklung der Aromen. Ehemalige Bourbonfässer machen den größten Teil der verwendeten Fässer für Scotch Whisky aus, sowohl beim Blended Scotch als auch beim Single Malt. Lesen wir etwa „Matured in Oak Casks" auf einer Flasche Whisky, also „in Eichenfässern gereift", so bezieht sich dies meist auf Ex-Bourbonfässer. Klassische Blended Scotch Whiskys wie der Dewars 12 Jahre oder der Blended Malt Monkey Shoulder sind gute Beispiele für die Bourbonfass-Reifung. Klassische milde Vertreter Single Malt Kategorie von Whisky aus dem Ex-Bourbonfass, bei denen Sie auf hellfruchtige, süßliche Aromen wie Vanille und Honig stoßen werden, sind etwa Glenfiddich 12 Jahre, Glenmorangie Original, Glen Grant 12 Jahre und AnCnoc 12 Jahre. Wer es etwas voller und würziger mag, sollte sich den Deanston 12 Jahre und den Hazelburn 10 Jahre oder Glen Scotia 15 Jahre ansehen.

Die zweite große Sparte der Fassreifung, die einen beträchtlichen köstlichen Einfluss auf die Aromen hat, sind die ehemaligen Sherryfässer. Sie kommen aus Spanien, wo sie zur Lagerung des Starkweins Sherry eingesetzt wurden. Traditionell wurden diese Fässer aus europäischer Eiche hergestellt, was ihnen mehr Tannine und somit düsterere Aromen verleiht. Sherryfässer geben meist dunkelfruchtige und würzige Aromen, oft mit Tendenz zu Schokolade und trockenen Früchten an den Whisky ab. Diese werden besonders beim Malt Whisky gerne eingesetzt. Beim Blended Scotch Whisky finden wir Sherryfässer eher bei Sondereditionen als den Standards. Der Blended Malt hingegen zeigt mit Abfüllungen wie Treacle Chest und Scallywag, dass auch ein Cuveé von Malt Whiskys gut mit Sherryfässern harmoniert. Single Malt Whiskys aus dem Sherryfass, die wir Einsteigern empfehlen können, sind der Glenfarclas 12 Jahre, Glendronach 12 Jahre und der Tamdhu 12 Jahre. Da Sherryfässer aber eine höhere Fasswürze aufweisen, kann für neue Genießer eine Fasskombination oder ein Finish daher angenehmer sein. Hier bieten sich Whisky an wie der Aberlour Double Cask 12 Jahre, der Balvenie 12 Jahre Double Wood oder der Edradour 10 Jahre. Wer hingegen die volle Wucht der Sherryfass-Reifung zu spüren bekommen möchte, oder ein Geschenk für Fans von Sherryfass gelagertem Whisky sucht, dem empfehlen wir dringend den Glendronach 18 Jahre, Glenfarclas 15 Jahre, eine fassstarke Abfüllung des Aberlour Abunadhs oder einen Edradour aus dem Sherryfass.

Die schottischen Whiskyregionen

In Schottland gibt es unterschiedliche Whiskyregionen, denen verschiedene Stile zugeschrieben werden. Diese können zwar als grobe Orientierung dienen, sind aber keineswegs in Stein gemeißelt. Zu individuell sind die einzelnen Brennereien, als dass man eine Region allein auf ein Geschmacksprofil reduzieren könnte. Doch auch heute sind noch gewisse Tendenzen einzelner Regionen spürbar. Die regionale Zuordnung macht vor allem bei Single Malts Sinn, stammen diese doch aus nur einer Brennerei. Bei Blended Malts gibt es manchmal auch eine repräsentative Zuordnung zu Whisky-Regionen. Die Blended Scotch Whisky lassen sich aufgrund ihrer vielfältigen Whisky-Sorten nur sehr selten einer einzelnen Region zuteilen. Heute wird Schottland gerne in fünf unterschiedliche Regionen aufgeteilt: Die Lowlands, die Highlands, die Speyside als eigenes Teilgebiet der Highlands, Campbeltown und die Insel Islay. Die schottischen Inseln werden von einigen Whiskyexperten der Highland-Region zugeordnet, von anderen als eigene Whisky-Region anerkannt. Wir betrachten die Inseln durchaus als eigene Region.

Auf den Inseln finden sich einerseits getorfte und rauchige Whiskys wie die Single Malts von Talisker von der Isle of Skye, den nur zart rauchigen Highland Park von den Orkney Inseln und den schwer getorften Ledaig der Tobermory Distillery auf der Isle of Mull. Aber auch frische fruchtige, leicht maritime Vertreter wie den Scapa, die ungetorfte Version von Tobermory und den Arran Single Malt von der gleichnamigen Insel bieten Freunden nicht rauchiger Whiskys eine tolle Auswahl. Der Whisky-Boom macht auch vor den schottischen Inseln nicht halt und so freuen wir uns auf Nachwuchs-Whiskys von den Brennereien Torabhaig (Skye), Harris, Raasay und der zweiten Brennerei der Arran Distillers, der Lagg Distillery.

Die deutlichste Entwicklung machen derzeit die Lowlands durch. Lowland Whisky hatte bislang den Ruf besonders mild und leicht floral zu sein. Für die beiden klassischen Lowland Brennereien Auchentoshan und Glenkinchie mag dies durchaus zutreffend sein. Lange Zeit gab es in den Lowlands nur diese beiden Malt Whisky Brennereien und das Gros der industriellen Grain Whisky Brennereien. So findet allein aus logistischer Sicht ein Großteil des Blendings der Blended Scotch Whiskys in den Lowlands statt. Doch auch in Sachen Malt Whisky tut sich einiges. Neben der wiedereröffneten Bladnoch Distillery sprießen eine Vielzahl neuer Projekte aus dem Boden. Zum leichten, fruchtigen Stil passen die neuen Brennereien Daftmill, Kingsbarns und Clydeside. Dass jedoch bald mit dem Klischee der leichten ungetorften Lowland Whiskys aufgeräumt wird, zeigen die jungen wilden, teils experimentellen Whisky Destillerien. Bereits heute wird getorfter Whisky bei Ailsa Bay, Annandale, Aberargie und Lindores Abbey produziert. Wir dürfen also auf die neue Seite der Lowlands gespannt sein! 

Die Highlands sind Schottlands größte Whisky-Region und vereinen eine Vielzahl unterschiedlicher Landschaften und Brennereien in sich. Highland Whiskys haben den Ruf wuchtiger und würziger, aber auch etwas komplexer zu sein, als seine Verwandten aus der Speyside und den Lowlands. Als klassische Vertreter dieser Riege wären Glendronach, Glenglassaugh, Glen Garioch, Fettercairn, Edradour, DeanstonBalblair, Clynelish und Old Pulteney zu nennen. Eine gewisse Würzigkeit oder Grundschärfe ist diesen Whiskys gemein, jedoch weisen sie stets einen individuellen Charakter auf. Dass die Highlands aber auch eine weiche Seite haben, beweisen Brennereien wie Glengoyne, Aberfeldy, Dalwhinnie, Glenmorangie, Dalmore und Tomatin. Hier bieten sich weniger scharfe aber dafür ebenso komplexe und runde Aromenprofile. Aufgrund der großen Vielfalt lassen sich die Highlands, passend zu ihrem wilden Charakter, eher schlecht stilistisch verallgemeinern. 

Beinahe umgekehrt verhält es sich mit der legendären Speyside-Region. Die Whisky-Region, die ihren Namen dem Fluss Spey verdankt, hat die höchste Brennereien-Dichte Schottlands und vermutlich der ganzen Welt. Gut die Hälfte der schottischen Whisky-Destillerien liegen hier. Der Speyside sagt man einerseits elegante und mild-fruchtige, jedoch auch tiefgründige und komplexe Whiskys nach. Nicht ohne Grund etablierte sich die Speyside zum Hauptlieferanten für Malt Whisky für die Blended Scotch Industrie. Noch heute produzieren viele Speyside-Brennereien vorwiegend oder ausschließlich für Blends und finden sich lediglich bei unabhängigen Abfüllern als Single Malts wieder. Wer aber klassische Vertreter des Speyside-Stils sucht, sollte sich durch das Sortiment von Glenfiddich, Balvenie, Glenlivet, Macallan, Aberlour, Cardhu, Strathisla, Glen Moray und Tomintoul kosten. Hier finden Sie leichte, jedoch komplexe und vielschichtige Malt Whiskys. Dass die Speyside aber mehr zu bieten hat, zeigen Glenfarclas, Cragganmore, Craigellachie, Benromach, Benriach, GlenAllachie, Glenrothes, Mortlach und Tamdhu. Hier zeigt sich die Speyside von ihrer wilderen Seite mit schwereren Bränden und würzigeren Aromen. 

Ein Whisky-Stil, der sich noch heute am deutlichsten definieren lässt, ist der Islay-Whisky. Die unscheinbare Insel vor der Westküste Schottlands beherbergt einige der beliebtesten und rauchigsten Whisky-Sorten Schottlands. Hier wird das Malz in der Regel über Torffeuer gedarrt. So nimmt der spätere Whisky die heftigen Raucharomen auf. Die Aromen von Räucherspeck, Lagerfeuer und feuchter Erde spalten die Whiskygemeinde. Die neun Brennereien der Insel produzieren alle rauchigen Whisky. Wenngleich die Bunnahabhain Distillery im Grunde nicht rauchigen Whisky herstellt, hat auch sie sich der großen Nachfrage angepasst und einige getorfte Abfüllungen auf den Markt gebracht. Bowmore, die älteste Brennerei der Insel, produziert einen mittelschwer rauchigen Whisky. Daher eignet sich Bowmore gut als Einstieg in die Islay-Whiskys. Schauen wir von Bowmore auf die andere Seite der Bucht, sehen wir Bruichladdich. Sie sind die selbsternannten progressiven Distiller der Insel. Die Brennerei stellt unter dem Eigennamen Bruichladdich ungetorften Whisky her. Die „normal" getorften Whiskys der Brennerei erscheinen unter dem Namen Port Charlotte. Doch bei Bruichladdich wird auch der rauchigste Whisky der Welt hergestellt, der Octomore. Die anderen Brennereien der Insel stellen alle gradlinigen stark rauchigen maritimen Islay Whisky her: Kilchoman, Caol Ila, Lagavulin, Laphroaig und Ardbeg. Bis zum Release der neunten Islay Brennerei Ardnahoe werden wir uns noch einige Jahre gedulden müssen. 

Last but not least liegt eine kurze Fährfahrt von Islay aus die Halbinsel Kintyre. In ihrer Spitze liegt der unscheinbare Ort Campbeltown, der einer ganzen Whisky-Region seinen Namen gibt. Heute ist es kaum zu glauben, dass dieses Gebiet einst über 30 aktive Whisky Destillerien beherbergte. Heute sind nur noch drei davon übrig. Diese sind aber dafür besonders interessant. Campbeltown Whiskys sind meist schwer und ölig und oft leicht rauchig. Auch maritime Aromen, wie leichte Salznoten finden sich häufig wieder. Sie schlagen aromatisch die Brücke zwischen den Highlands und den Inseln Schottlands und sind zurecht eine eigene Kategorie. Die Springbank Distillery hat den Charakter von Campbeltown wohl am stärksten geprägt, hält sie doch heute drei unterschiedliche Stile am Leben. Den ungetorften, dreifach destillierten Hazelburn, den leicht rauchigen klassischen Springbank und den schwer getorften kräftigen Longrow. Die zweite Brennerei von Springbank, Glengyle, produziert einen Whisky mit dem Namen Kilkerran. Dieser ist ebenfalls ein typischer Campbeltown Malt, von leicht bis schwer rauchig. Die dritte Brennerei der Stadt ist die Glen Scotia Distillery, die auch eine gewisse Bandbreite von Whisky herstellt. 

Geschichte

Die Ursprünge des Scotch Whiskys

Die Schotten mögen den Whisky nicht erfunden haben, besitzen aber die erste schriftliche Quelle, welche die Whisky-Produktion im größeren Stile belegt. Im Verzeichnis des Schatzkanzlers von König James IV aus dem Jahre 1494 ist Folgendes zu lesen: „To Friar John Cor, by order of the King, to make aquavitae, VIII bolls of malt". Der Mönch namens John Cor bekam also acht Bollen Malz, um daraus „Aqua Vitae" für den König herzustellen. Eine, für damalige Verhältnisse, nicht unbeträchtliche Menge, die etwa 870 Kilogramm entsprochen hätte. Aqua Vitae ist die lateinische Übersetzung des „Wasser des Lebens" wie der Whisky noch heute genannt wird. Im Gälischen heißt es „uisge beatha" („uschke-bar" ausgesprochen), woraus sich mit Zeit das englische Wort „Whisky" entwickelte. Dabei dürfen wir uns unter dem damaligen Uisge nicht zwingend den heutigen Scotch Whisky vorstellen. Lange Zeit wurde zwar aus Getreide Alkohol destilliert, die Fassreifung entwickelte sich vermutlich erst viel später. Der Vorgänger des heutigen Whiskys war also ein klarer Brand. Noch heute finden wir die Verwandtschaft zu Spirituosen wie dem Aquavit aus Skandinavien und dem Eau de vie aus Frankreich wieder. Die Mönche der damaligen Zeit waren die ersten, die diese wundersame Flüssigkeit herzustellen vermochten. Somit waren Klöster die ersten Destillerien Schottlands. In erster Linie sollte der Whisky heilende Wirkung besitzen und fand seinen Einsatz als Arzneimittel. Vermutlich wurde er mit heilenden Kräutern versetzt. Es waren irische Mönche in den schottischen Klöstern, welche die Destillationskunst von Irland nach Schottland brachten. Jedoch blieb es bei der Herstellung von Whisky nicht ausschließlich bei der Verwendung als Heilmittel. Schon 1505 erließ der König ein Edikt, das den Barbieren von Edinburgh das Privileg verlieh, Whisky zu brennen. Whisky mauserte sich so schnell zum schottischen Nationalgetränk, dass schon 1644 eine Steuer auf die Destillation von Whisky eingeführt wurde.

Die Ära der Schwarzbrenner

Mit der Zeit breitete sich das Wissen um die Destillation aus Gerste über Schottland und die Landbevölkerung aus. So wurde es Gang und Gäbe das überschüssige Getreide aus der eigenen Ernte zu Uisge Beatha zu destillieren. So konnte man nicht nur das Getreide vor dem Verderben bewahren, sondern daraus eine weitere Nebeneinkunft generieren. Natürlich wurde das Uisge Beatha auch für den Eigenbedarf produziert. An frischem Quellwasser mangelte es den Schotten dazu nicht. Dass 1579 die Whisky-Destillation nur noch den adligen Clans erlaubt war, interessierte die sturköpfigen Highland-Schotten reichlich wenig. Aufgrund ihrer teils extrem unzugänglichen Lage florierte die Schwarzbrennerei gerade in den schottischen Highlands. Die Schwarzbrennerei breitete sich weiter aus, sodass man die Zahl illegaler Whisky-Brennereien im Schottland des 17. und 18. Jahrhunderts auf nicht weniger als 14.000 schätzt! Auch nach dem „Act of Union“, der Vereinigung Schottlands mit England im Jahr 1707, verfestigte sich der Konflikt zwischen Steuereintreibern und der schottischen Bevölkerung weiter. Die illegale Whisky-Produktion wurde für die Schotten zu einem Symbol für den Widerstand gegen die englische Obrigkeit. Schwarzbrenner genossen die Unterstützung und den Schutz der Bevölkerung und der katholisch-schottischen Kirche, die oft die Verurteilung eines Schwarzbrenners verhinderten. Aus jener Zeit stammt das berühmte Zitat des schottischen Nationaldichters Robert Burns: „freedom and whisky gang thegither“ (Freiheit und Whisky gehören zusammen). Das Ende der langen Ära der Schwarzbrennerei wurde vom „Excise Act" 1823 eingeleitet. Die britische Regierung hatte erkannt, dass der Kampf gegen die Schwarzbrennerei nicht mit repressiven Mitteln zu gewinnen war. So wurde eine geringe Lizenzgebühr eingeführt, um die Legalität für die größeren Whisky-Produzenten attraktiv zu machen. Die Rechnung ging auf. Nicht zuletzt deshalb finden wir bei vielen bestehenden schottischen Brennereien das „Gründungsjahr“ in einem Zeitraum kurz nach 1823. Einer der Ersten, der auf das Angebot einging, war George Smith. Er war der Begründer der Glenlivet Distillery in der Speyside. Nicht ohne den Unmut seiner Nachbarn, weshalb er in den folgenden Jahren zum Schutz zwei Pistolen bei sich trug. Es folgten viele weitere Brennereien in den folgenden Jahren. So waren bereits 1834 von den tausenden früherer Schwarzbrennereien nur noch etwa 700 übrig. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich die Schwarzbrennerei in Schottland zu einer gut strukturierten (steuerzahlenden) Whisky-Industrie, deren Erzeugnisse wir noch heute genießen dürfen.

Vom Blended Scotch zum Single Malt

Unsere heutige Liebe zum schottischen Single Malt ist eine vergleichsweise junge Romanze. Zum Ende des 19. Jahrhunderts war der allgemeine Geschmack ein anderer und das nicht grundlos. Die schweren, meist getorften Malt Whisky aus den schottischen Highlands waren für den feinen Geschmack der Konsumenten dieser Zeit zu ungestüm. Nicht selten hatten sie mit stark schwankender Qualität zu kämpfen. Es waren die Gemischtwarenhändler der damaligen Zeit, die diesem Problem Herr werden mussten. Unter ihnen John Walker, George Ballantine und die Brüder James und John Chivas. Die Erfindung der kontinuierlichen Destillation Mitte des 19. Jahrhunderts kam ihnen wie gerufen. Diese bot nämlich die Möglichkeit einen viel leichteren und günstigeren Whisky, heute als Grain Whisky bezeichnet, herzustellen. Der Grain Whisky konnte wunderbar die scharfen Kanten des schweren Malt Whiskys glätten. Als Gemisch oder „Blend", wurde der Scotch Whisky so zu einem zugänglichen Getränk von gleichbleibender Qualität. Der Blended Scotch Whisky war geboren. Heute rümpfen manche Whiskyfans beim Wort "Blended" die Nase, da sie den reinen Malt Whisky bevorzugen. Geschmäcker sind zum Glück verschieden. Am Ende muss jeder selbst für sich entdecken, ob er und sie den wuchtigen Malt Whisky oder den leichteren Blended Scotch bevorzugt. Wir sollten zumindest zur Kenntnis nehmen, dass es ohne Blended Scotch Whisky bei uns heute auch keinen Single Malt geben würde. Denn erst der große Erfolg des Blended Scotchs öffnete bei uns den Markt für die späteren Single Malts. Erst 1964 führte Glenfiddich als Pionier auf dem Gebiet des Single Malts einen unverschnittenen Malt Whisky ein. Ihm folgten in den nächsten Jahrzehnten viele weitere wie die Classic Malts Selection, eine Reihe an Single Malts, die alle schottischen Whisky-Regionen repräsentieren. Der Rest ist, wie man sagt Geschichte. Der Single Malt Scotch Whisky gehört heute ohne Zweifel zu den berühmtesten Spirituosen der Welt. Doch nach wie vor bleibt der Großteil des verkauften schottischen Whiskys Blended Scotch. Heute dürfen wir uns an einer riesigen Auswahl verschiedener schottischer Whiskys erfreuen. Und an der großen Zahl internationaler Whiskys, die vom Scotch Whisky inspiriert wurden. 

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Herkunft

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