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Moonshine

Moonshine

Unter Moonshine verstehen wir heute einen klaren ungereiften Getreideschnaps. Der Begriff Moonshine entstand während der Prohibition in den USA und bezog sich auf schwarz gebrannten Whiskey bzw. Alkohol. Meist war Moonshine ein Getreidebrand, die Vorstufe zum Whiskey. Aber gerade auch der illegale Moonshine aus den Appalachen sog. "Appalachian Moonshine" wurde mit Zucker und Mais hergestellt. "Moonshining" wurde in Großbritannien bereits früher als Synonym für "Nachtarbeit" und zwielichtige Tätigkeiten gebraucht. So übertrug sich der Begriff "Moonshiner" während der Zeit der Prohibition in den USA auf die Schwarzbrenner, da diese meist nachts bei Mondschein ihren illegalen Schnaps brannten. Der Moonshine wurde anschließend direkt getrunken oder in Einmachgläsern unter der Hand weiterverkauft und in sogennannten Flüsterkneipen (Speakeasys) ausgeschenkt. Noch heute vertreiben Marken wie Ole Smoky und O'Donnell ihren mittlerweile legalen Moonshine in Einmachgläsern als Hommage an die früheren Schwarzbrenner.

So mannigfaltig und einfallsreich wie die Produktionsmethoden des Moonshines waren auch die Namen für den klaren Getreidebrand. White Dog und White Whiskey sind gängige Begriffe für den ungereiften Whiskey, in Irland kennt man ihn als Poitin oder Poteen und in Schottland als Peatreek, New Make Spirit oder Spirit Drink. Wenngleich Moonshine ursprünglich ein Synonym für illegalen Schnaps war, wird der Begriff heute auch für legale Produkte verwendet. Wer z.B. einmal die Grundlage für den späteren Whisky probieren möchte, kann unter der Kategorie "Spirit Drinks" verschiedene Moonshine Variaten unterschiedlicher Brennereien bei uns finden.

Wie schmeckt Moonshine?

Moonshine wird mittlerweile in den verschiedensten Geschmacksrichtungen angeboten. Ursprünglich schmeckt jeder Whisky bzw. Whiskey-Rohbrand süßlich und fruchtig. Je nach verwendeter Getreideart und Destillationsmethode können andere Aromen wie Nussnoten, Minze und Getreidenoten hinzukommen. Moonshine eignet sich daher gut als Bestandteil von Longdrinks oder Cocktails.

Wie wird Moonshine hergestellt?

Moonshine, White Dog und Poitin sind Destillate aus einer vergorenen Getreidemaische. Als Grundlage für Moonshine werden meist verschiedene Getreidesorten verwendet, in den USA häufig Mais. Die Maische wird mit Hefe versetzt, die während der Fermentation Alkohol produziert. Traditionell wird Moonshine auf einer portablen Brennblase oder Pot Still gebrannt, die leicht auf und wieder abzubauen ist, um nicht von den Bundesbeamten und Steuereintreibern entdeckt zu werden. Dies gilt natürlich nicht für den legal im Handel erhältlichen Moonshine, der heute in anerkannten und lizensierten Destillerien hergestellt wird. Moonshine bildet den Teil der Whisky / Whiskey Produktion, der den Brennereicharakter des späteren Whiskys definiert. Auf den Schritt der Destillation folgt für Whisky bzw. Whiskey nun die Fassreifung, auf die bei Moonshine in der Regel verzichtet wird. Oft wird Moonshine als "high proof", also sehr hochprozentig verkauft, wie es auch das Original direkt aus der Brennblase gewesen ist. 

Die Geschichte des Moonshine

Auf Grund des strikten Alkoholverbots während der Prohibition in den USA zwischen 1920 und 1933 mussten viele Bürger des Landes kreativ werden, wollten Sie weiterhin an Alkohol kommen. So wurde Moonshine durch die Schwarzbrenner, Schmuggler und Bootlegger der 20er Jahre zum Teil der amerikanischen Folklore. Auch in der modernen Popkultur hat Moonshine Eingang gefunden. Seit 2011 strahlt der Discovery Channel eine Reality Sendung namens "Moonshiners" aus. Auch Serien wie "MythBusters" und die Simpsons nahmen sich dem Thema an. Es gibt zahlreiche Songs mit der Thematik wie etwa der Charthit "White Lightning" (ein weiteres Synonym für Moonshine) von George Jones aus dem Jahre 1959, Bob Dylans "Moonshiner" oder Dolly Partons "Daddys Moonshine Still". Noch heute gibt es in den USA sogenannte "Dry Counties", Landkreise in denen der Verkauf, Ausschank und sogar Transport von Alkohol eingeschränkt oder teils gänzlich verboten ist. Eines der berühmtesten und gleichzeitig paradoxen Beispiele ist wohl die Stadt Lynchburg in Tennessee, Heimat des weltberühmten Jack Daniel's Tennessee Whiskeys. Weite Teile der Südstaaten wie Texas, Tennessee und Kentucky sind von Dry Counties durchzogen. Besonders in ländlichen Gegenden wie den Grenzgebieten zu Virginia ist die Schwarzbrennerei auch heute noch weit verbreitet. Neben dem Widerstand gegen die rigiden Alkoholgesetze des Landes hat das Schwarzbrennen auch einen finanziellen Aspekt. Denn selbst in Ländern, in denen die Alkoholproduktion erlaubt ist, muss diese angemeldet werden und in der Regel, wie etwa in Deutschland, eine Branntweinsteuer entrichtet werden. Der Widerstand gegen die Eintreibung von Steuern ist auch in Irland und Schottland in der Whiskyindustrie eng mit der politischen Geschichte der Länder verknüpft. So hat dort die Schwarzbrennerei eine lange erfolgreiche Geschichte. Wenngleich heute nicht mehr so aktiv wie in den USA, begannen viele der heute berühmten Whiskybrennereien als Schwarzbrenner. Besonders rund um den Speyside Whisky in Schottland florierte die Schwarzbrennerei im 17. Jahrhundert. George Smith, Begründer der Glenlivet Distillery war einer der ersten Schwarzbrenner, die sich nach dem 1823 verabschiedeten Excise Act eine Lizenz für seine Brennerei besorgte. Da er damit aus Sicht seiner Highland-Landsleute einen Verrat am schottischen Widerstand gegen die englische Obrigkeit beging, trug er fortan zwei Pistolen bei sich, um sich im Ernstfall gegen boshafte Konkurrenten zur Wehr zu setzen. 

Es mag so klingen als sei Moonshine ein Produkt das aus der Not heraus entstanden sei. Dies trifft zumindest auf den gesetzlichen Aspekt zu, die Produktionsmethoden sind jedoch viel älter als Whisky selbst. Whisky geht als Begriff auf "Uisge Beatha", die gälische Variante des "Wasser des Lebens", im Lateinischen "Aqua Vitae" zurück. Dieses Lebenswasser wird seit vielen Jahrhunderten, vielleicht Jahrtausenden aus unterschiedlichen Materialen wie Früchten und Getreide auf Pot Stills gebrannt. Egal welchen Namen man dem klaren Destillat also gibt, ob Moonshine, Poitin oder Uisge Beatha: Es bleibt der Ursprung aller Spirituosen und vor allem unseres geliebten Whiskys.