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Belgischer Whisky

Wenig Whisky schafft es aus Belgien über die Grenze. Glücklicherweise bekommen wir mit dem Belgian Owl das Beste ab, was unser Nachbar zu bieten hat. Kosten Sie jetzt einen belgischen Whisky mit einem Belgian Owl Single Malt. 

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Belgischer Whisky

Belgien ist vor allem für ihr hochwertiges und starkes Bier bekannt. Die Braukunst Belgiens ist enorm alt und reicht in manchen Brauereien viele Generationen zurück. Die Spirituose der Wahl in Belgien in Genever, ein Wacholderschnaps, der auch als der Vorläufer des modernen Gins gehandelt wird. Whisky hat in Belgien zwar keine Tradition, entwickelt sich im derzeitigen Whisky-Trend aber langsam wie in allen europäischen Ländern. Bis auf wenige Ausnahmen ist belgischer Whisky eher ein "Nebenprodukt" einiger Destillerien, die Genever, Gin und Schnäpse herstellen. Für Fans von hochwertigem Single Malt Whisky sind besonders die Owl Distillery und die Brennerei der Het Anker Brauerei interessant. Beide haben mittlerweile einen Single Malt nach schottischen Qualitätsstandards etabliert. Die Single Malt der Owl Distillery "Belgian Owl" sind die einzigen gut verfügbaren belgischen Whiskys in Deutschland. Die Single Malt von Het Anker "Gouden Carolus" sind zwar interessant, jedoch nur sporadisch verfügbar. 

Stil

Wie schmeckt belgischer Whisky? Beim Stil des belgischen Whiskys beziehen wir uns auf die beiden Hauptakteure Belgian Owl (Owl Distillery) und Gouden Carolus (Het Anker). Belgischer Whisky zeichnet sich besonders durch süße Fruchtaromen wie Banane, Ananas und reife Früchte aus. Dazu kommen häufig Honignoten und Vanillearomen. Auch der Sherry-Einfluss ist bei manchen speziellen Abfüllungen deutlich. Wer also nach süßen, nicht-rauchigen Whiskys sucht, ist in Belgien genau richtig!

Herstellung

Wie wird belgischer Whisky hergestellt? Grob gesagt kann man den belgischen Whisky aufteilen in Single Malt nach schottischem Vorbild und Whisky auf unterschiedlichen Destillation-Apparaten gebrannt. Im kontinentalen Europa ist der Single Malt Begriff nicht so eng gefasst, wie in Schottland. So ist in Belgien und Deutschland beispielsweise der Begriff Single Malt Whisky nicht speziell auf die Pot Still Destillation begrenzt. In Schottland müssten einige europäische Whiskys möglicherweise als Grain Whisky deklariert werden. In Belgien gibt es auch einige Grain Whiskys, die auch als solche vermarktet werden. Die meisten dieser belgischen Whiskys, die in den vielfältigen Brennereien des Landes gebrannt werden, schaffen es nicht über die Landesgrenzen.

Der belgische Whisky der definitiv unsere Aufmerksamkeit verdient, ist der Single Malt aus dem Hause Belgian Owl und Het Anker. Beide Destillerien haben keine Kosten und Mühen gescheut, hochwertiges Equipment anzuschaffen. Beide Brennereien haben sich Original Pot Stills aus Schottland liefern lassen. Die Owl Distillery brennt heute auf den alten kupfernen Brennblasen der geschlossenen Caperdonich Distillery aus der Speyside. Het Anker hat sich für ihre Moldenberg Destillerie extra Pot Stills beim legendären Kupferschmied Forsyth's in Rothes, Schottland anfertigen lassen. So verwundert es nicht, dass die beiden Brennereien als Vorzeige-Beispiele für den belgischen Whisky dienen. Belgian Owl wird etwa aus lokaler zweizeiliger Sommergerste hergestellt und arbeitet ausschließlich mit lokalen Unternehmen zusammen. 

 

Belgische Whisky-Brennereien:

Filliers Distillery (gegründet 1880, Whisky seit 2004): Die Familie Filliers ist seit Ende des 18. Jahrhunderts aktiv. Über Generationen hinweg produzierte die Familie Genever, Gin und Liköre. Die Brennerei veröffentlichte 2007 den ersten belgischen Whisky, wenngleich vermutlich keinen Single Malt. 2016 veröffentlichte die Brennerei einen belgischen Rye Whisky gebrannt auf traditionellen Kupferbrennblasen. Ihr Whisky Goldlys ist ein Single Estate Grain Whisky.

Owl Distillery (gegründet 1997): Die Owl Distillery ist Belgiens erste Brennerei mit Fokus auf Single Malt Whisky. 2008 veröffentlichte die Brennerei erstmals ihren Single Malt "Belgian Owl". 2013 erhielt die Brennerei die alten Brennblasen der geschlossenen Caperdonich Distillery aus der schottischen Speyside. Seit dem destilliert die Brennerei in größerem Maßstab, um die große Nachfrage nach ihrem Single Malt zu befriedigen. Belgian Owl Single Malt wird ausschließlich aus lokaler Gerste produziert. 2011 erhielt die Brennerei den Titel "European Single Cask of the Year" mit einer Bewertung von 95.5% in Jim Murray’s Whisky Bible. 

Het Anker Distillery (gegründet 1637, Whisky seit 2009): Theoretisch geht die Geschichte der Molenberg Destillerie und der Familie Van Breedam zurück bis ins 17. Jahrhundert! 1872 kaufte die Familie die Het Anker Brauerei in Mechelen. Charles Leclef (5. Generation) hatte die Idee aus dem hervorragenden Wash für das belgische Bier Whisky zu brennen. Er renovierte die Molenberg Gebäude und installierte 2009 zwei klassische Kupfer-Brennblasen von Forsyth's aus Schottland. So floss im Oktober 2010 erstmal New Spirit von den Kupfer-Brennblasen. Die Single Malts der Brennerei werden seit 2008 unter dem Namen "Gouden Carolus" vertrieben. Die Brennerei verwendet zur Fassreifung klassische Ex-Bourbonfässer, aber auch Sherry und Weinfässer kommen zum Einsatz. Dazu lässt Het Anker eigens spezielle frische Eichenfässer anfertigen.

Destillerie Rademacher (gegründet 1836, Whisky seit 2007): Die Brennerei Rademacher produziert unterschiedlichste Spirituosen wie Aperitifs, Obstbrände, Gin und Wermut. Darunter ist auch ein belgischer Whisky mit dem Namen "Lambertus" zu finden. Der Name ist in Andenken an einen der Gründer der Brennerei Lambert Rademacher entstanden. Die Brennerei produziert Single Grain und Single Malt Whisky und hat bereits 10-jährige Abfüllungen veröffentlicht. Die Whiskys reiften teilweise in Fässern aus amerikanischer Weiß-Eiche, die zuvor Tequila enthielten. 

Kempisch Vuur (Whiskey seit 2011): Die Brauerei Kempisch Vuur entstand aus einem Hobby heraus und hat neben der Bier-Produktion auch eine deutsche kontinuierliche Brennblase. Der dort gebrannte Getreidebrand wird Ex-Bourbonfässern für 18 Monate gereift und dann für weitere 18 Monate in Ex-Quarter Casks von Laphroaig umgefüllt. So erhält der Whiskey ein leicht rauchiges Aroma. Die Produktion ist mit 1000 Litern jährlich minimalistisch. 

Wilderen Brauerei und Destillerie (gegründet 1890, Whisky seit 2011): Das Destillations-Equipment stammt aus Deutschland. Die Brennerei brennt auf einer Column Still (kontinuierlichen Destillation). Die Maische wird in der Brauerei hergestellt. Der Whisky wird als "Wild Weasel" verkauft und ist als Blend und Single Malt verfügbar. Wie auch bei vielen deutschen Single Malts, ist die Definition "Single Malt" hier allerdings schwierig. Auf Grund der Destillation wäre der Whisky in Schottland möglicherweise kein Single Malt. 

Geschichte

Belgiens Destillations-Geschichte reicht weit bis ins frühe 16. Jahrhundert zurück. Genever ist Belgiens traditionelle Spirituose. Wie viele Destillate der der damaligen Zeit wurde er zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Belgien besitzt reichlich authentisches historisches Material über die Genever-Produktion vergangener Jahrhunderte. Wegen Krieg und eines Destillations-Verbots im 17. Jahrhundert emigrierten viele flämische Belgier nach Holland, Frankreich und Deutschland. Der Genever fand so seinen Weg in den gut ausgebauten holländische See-Handel und verbreitete sich über die ganze Welt. Die Briten nutzten den Genever als Inspiration für die Kreation ihres Lieblingsgetränks: Gin. Die Industrielle Revolution und der große Erfolg des Genevers in den jungen Vereinigten Staaten, gaben dem Genever einen enormen Aufwind. Wie in vielen Ländern verpasste auch in Belgien der erste Weltkrieg dem belgischen Genever einen herben Schlag. Die deutschen Besatzungstruppen raubten den Brennern die Kupferkessel, die anschließend zu Patronenhülsen eingeschmolzen wurden. Der Krieg brachte die Jahrhunderte alte Tradition fast zum erliegen. Als wäre dies nicht schon schlimm genug, wurde im Jahre 1919 ein 66-jähriges Verbot vom Ausschank von Genever in belgischen Kneipen verhängt. Zu groß war auch in Belgien der Alkoholkonsum der Bevölkerung. Wenngleich das Verbot dem Genever stark zusetzte, ist es doch mitverantwortlich für die aufblühende Bier-Produktion des Landes. Bis heute genießt belgisches Bier weltweit einen hervorragenden Ruf. 2008 wurde Genever von der europäischen Union zu einer geschützten Ursprungsbezeichnung erklärt. Nachdem Etienne Bouillon 1997 entschied, einen eigenen belgischen Single Malt zu produzieren, gründete er die Owl Distillery nahe Lüttich. 2007 erblickte der erste Belgian Owl das Licht der Welt. Fast zeitgleich erschien der erste Single Malt aus den Händen der Het Anker Brauerei "Gouden Carolus". Seit dem produzieren die beiden belgischen Single Malt Brennereien fleißig weiter und versuchen der Nachfrage nach ihren Produkten gerecht zu werden. Hoffen wir, dass sich weitere Projekte an den beiden Vorzeige-Brennereien orientieren. Dass also die sporadische Whisky-Produktion des Landes auf ihren fehlenden Alkohol-Durst zurückzuführen ist, kann man wahrlich nicht behaupten. Laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 2018, sind Belgier sogar Weltmeister im Alkoholkonsum. Whisky hat nur schlichtweg in Belgien bislang keine Tradition. An guten Braumeistern und dem Know How zur Destillation fehlt es dem Land zumindest nicht. Wer weiß, vielleicht nennt man in einigen Jahren Belgien wie selbstverständlich in einem Atemzug mit anderen Whisky-Nationen der Welt. 

Herkunft

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