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Französischer Whisky

Wenngleich die Franzosen Scotch Whisky verehren, gibt es derzeit nur wenig französischen Whisky. Ausgehend von der Bretagne entwickelt sich auch in Frankreich derzeit eine spannende, sehr vielfältige Whisky-Landschaft! 
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Französischer Whisky

Bei Frankreich denken die meisten Genießer sicherlich zuerst an Wein und Cognac. Französischer Whisky? Klingt auf den ersten Blick kurios. Doch ganz so abwegig wie es zuerst zu sein scheint, ist die Produktion des Wasser des Lebens in unserem Nachbarland gar nicht. Frankreich ist historisch durch die "Auld Alliance" eng mit Schottland verbunden. Durch das Bündnis gegen England haben sich Schottland und Frankreich nachhaltig auch kulturell beeinflusst. Die Franzosen trinken heute mehr schottischen Whisky als jedes andere Land. Die Liebe zum schottischen Gold scheint in Frankreich also tief verwurzelt. Dass in Frankreich also lange Zeit kein eigener Whisky produziert wurde, scheint aus heutiger Sicht beinahe überraschend. Mangelt es doch dem Land weder an hochwertigem Getreide, noch klarem Quellwasser oder gutem Eichenholz. Dennoch ist die Whisky-Produktion in Frankreich vergleichsweise jung.

Die Initialzündung kam wohl aus der Bretagne, aus der Destillerie Warenghem. Hier wurde 1998 der erste französische und bretonische Single Malt Whisky veröffentlicht. Heute hat sich die Brennerei in der internationalen Whisky-Szene einen Namen gemacht. Klimatisch und kulturell ist Frankreich ein sehr abwechslungsreiches Land. So verwundert es nicht, dass auch die aufblühende Whisky-Landschaft Frankreichs enorm vielfältig ist. Das Spektrum reicht von klassischem zweifach destillierten Single Malt Whisky nach schottischem Vorbild bis zu ungewöhnlichem Buchweizen-Whisky. Die Bretagne scheint sich hierbei als eigene Whisky-Region zu entwickeln. Auch dies ist bei näherem Hinsehen keine Überraschung. Sind die Bretonen doch heute neben Wales, Cornwall, der Isle Of Man, Irland und Schottland der sechste keltische Volksstamm. Das Klima und die Bodenbeschaffenheit ist der Schottlands nicht unähnlich. Whisky Breton könnte also bald ein geläufiger Begriff werden. 

Stil

Wie schmeckt französischer Whisky? Ein genereller Stil hat sich bisweilen in Frankreich nicht entwickeln können. Dies liegt einerseits an der kleinen Zahl von Brennereien, andererseits an ihrer Vielfältigkeit. In Frankreich finden sich milde und sehr süße Whiskys wie der Brenne Single Malt. Auch maritime, fruchtig-würzige Aromen finden wir etwa bei den Armorik Single Malts der Warenghem Destillerie. Sehr rauchige Eindrücke liefert der Kornog Single Malt aus der Glann ar Mor Destillerie. 

Herstellung

Wie wird französischer Whisky hergestellt? Derzeit gibt es rund 40 Whisky produzierende Brennereien in Frankreich. Je nachdem wann Sie diesen Artikel lesen, könnte die Zahl bereits deutlich größer sein. Frankreich hat ein fruchtbares Klima für Getreide und große Mengen Gerste werden jährlich nach Schottland für die Whisky-Produktion exportiert. So liegt die wichtigste Grundlage für die Whisky-Brennereien Frankreichs quasi vor der Haustür. Als eine ernst zunehmende Whisky-Region Frankreichs hat sich die Bretagne entwickelt. Die Region im Nord-Westen des Landes lässt sich nicht nur geographisch, sondern auch kulturell von Frankreich abgrenzen. Die Bretonen sind eine der sechs keltischen Nationen und die Bretagne teilt das teils raue Klima ihrer keltischen Nachbarn Schottland und Irland. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich hier Brennereien wie Warenghem, Glenn a Mor und Menhir entwickelt haben. Hier werden würzige, maritime und teils torfrauchige Whisky hergestellt. Die Destillerie Menhir hat sich sogar dem lokalen beliebten Buchweizen als Whisky-Grundlage angenommen. Ihr Eddu ist ein reiner Buchweizen Whisky und der bislang vermutlich einzige weltweit. Auch mit Roggen experimentieren die französischen Destillerien. So haben Domaine des Hautes-Glaces, Warenghem und Glann ar Mor bereits Rye Whiskys auf dem Markt. Auch vor der Produktion mit getorftem Malz schrecken die Franzosen nicht zurück. Schließlich haben die Franzosen bereits eindrucksvoll bewiesen, dass sie einen ausgeprägten Geschmack für den schweren Scotch Whisky haben. Am deutlichsten hat sich bislang Glann ar Mor mit ihren "Kornog" Abfüllungen hervorgetan die schwer getorft sind. Die Destillations-Methoden in Frankreich sind ebenfalls vielfältig. Warenghem brennt seinen Armorik Single Malt etwa auf traditionellen schottischen Pot Stills. Auch Glann ar Mor hat kleine kupferne Pot Stills für ihren Single Malt Whisky angeschafft. Ebenso Holstein Brennblasen kommen in einigen französischen Whisky-Brennereien zum Einsatz. 

Ein Überblick über einige wichtige französische Whisky-Brennereien: 

Distillerie Warenghem - Armorik Single Malt (gegründet 1900, Whiskys seit 1994): Die Brennerei Warenghem liegt in Lannion in der Bretagne. Sie ist der Wegbereiter des französischen und bretonischen Whiskys und veröffentlichte bereits 1994 den ersten Blended Whisky. 1998 kam der erste bretonische / französische Single Malt Whisky auf den Markt. Die Single Malts aus dem Hause Warenghem werden auf klassischen schottischen Pot Stills destilliert und unter dem Namen Armorik vertrieben. 

Distillerie des Menhir - Eddu Whisky (gegründet 1986, Whisky seit 1998): Die Distillerie des Menhir liegt im Département Finistère im Westen der Bretagne, nahe Quimper. Menhir ist das bretonische Wort für "Hinkelstein". Die Menhir Destillerie ist die einzige Whisky-Brennerei die bislang einen Whisky aus Buchweizen hergestellt hat. Ihr Whisky "Eddu" bedeutet so viel wie "schwarzes Getreide" und weißt damit auf den ungewöhnlichen Grundstoff des Whiskys hin. 

Glann ar Mor - Kornog Single Malt (gegründet 1999): An der Nordküste der Bretagne nahe Lannion liegt die Glann ar Mor Destillerie direkt am Meer. Seit 2005 produziert hier Jean Donnay nach traditionellen Methoden auf kupfernen Pot Stills mit Wormtub Kondensatoren Single Malt Whisky. Der rauchige Whisky der Brennerei wird als Kornog vertrieben, der nicht rauchige Whisky trägt den Namen der Brennerei Glann ar Mor. 

Domaine Mavela - P&M Single Malt (Whisky seit 2001): Der P&M ist ein korsischer Single Malt. Der erste Single Malt Whisky auf der Insel Korsika wird von den Erfindern der Bier Marke Pietra gebrannt. Auf einer Holstein Still brennt die Mavela Distillery den P&M Single Malt und reift ihn in korsischen Muscador Weinfässern. 

Distillerie Lehmann - Elsass Whisky (gegründet 1850, Whisky seit 2001): Yves Lehmann entschied die Brennerei von Bischoffsheim 1993 nach Obernai zu verlegen. 2008 kam der erste Elsass Whisky auf den Markt, 7 Jahre in Bordeaux-Rotweinfässern gereift. 

Distillerie Brunet - Brenne Single Malt (1920 gegründet, Whisky seit 2006): Der Whisky mit dem Namen "Brenne" wird in der Cognac Region gebrannt. Sonst für Cognac bekannt, war es ein ungewöhlicher Schachzug von Stephane Brunet in der Poitou-Charentes Region Whisky zu produzieren. Der Whisky unter dem Namen Brenne wurde zuerst in den USA vertrieben und 2015 auch in Frankreich eingeführt.  

Distillerie Claeyssens de Wambrechies (gegründet 1817, Whisky seit 2007): Die Brennerei ist eine der ältesten Destillerien Frankreichs. Die Brennerei im Norden Frankreichs ist im Besitz einer belgischen Firma und wurde durch die Produktion von Genever groß. 2003 wurde der erste Whisky veröffentlicht. Seit dem produziert die Brennerei Whiskys in unterschiedlichen Fässern wie Madeira und Sherry. Kürzlich feierte die Brennerei ihr 200-jähriges Bestehen. 

Distillerie G. MICLO - Welche's Whisky (gegründet 1970, Whisky seit 2012): Die Brennerei nahe Straßburg begann in den 70ern als Fruchtschnaps-Brennerei. Die Destillerie brennt auf vier Holstein Brennanlagen und hat seit 2016 verschiedene Single Malt Whiskys unter dem Namen "Welche" auf dem Markt. 

Domaine des Hautes-Glaces (gegründet 2009 - Whisky seit 2013) ist Frankreichs erste Farm Destillerie. Vom Feld ins Glas wird hier wirklich jeder Schritt der Whisky-Produktion selbst erledigt. Ein französischer Single Estate Bio Whisky. Es wird sowohl Single Malt Whisky aus Gerste als auch Rye Whisky aus 100 % gemälztem Roggen hergestellt. 

Michel Couvreur - Michel Couvreur ist zwar keine Destillerie, aber in Frankreich dennoch für Whisky-Fans eine interessante Adresse. Michel Couvreur kauft schottischen Whisky und reift diesen selbst in eigenen Fässern im Burgund nach. Die Abfüllungen haben mittlerweile eine große Fangemeinde und sind besonders für Fans von Sherry-gelagerten Whiskys einen zweiten Blick wert.

Empfehlung

Sollten Sie bislang vorwiegend Single Malt aus Schottland genossen haben, empfehlen wir Ihnen den Armorik Single Malts eine Chance zu geben. Die Whiskys der Warenghem Distillery haben einige Überschneidungen mit ihren schottischen Verwandten und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Kosten sie den Armorik Classic als Einstieg, oder den Armorik Sherry Cask, wenn Sie ein Freund von Whiskys aus dem Sherryfass sind.

Geschichte

Die freundschaftliche Verbindung Schottlands und Frankreichs reicht weit zurück, man vermutet heute bis ins 12. Jahrhundert. Das erste schriftliche Zeugnis des Bündnisses der beiden Länder ist der Vertrag von 1295. Dieser wurde in Paris zur Regierungszeit von John Balliol und dem französischen König Philipp IV. unterzeichnet. Das Defensivbündnis gegen England sollte die beiden Nationen verpflichten, im Kriegsfall dem Verbündeten zu Hilfe zu eilen. Die "Auld Alliance" hatte große Auswirkungen auf verschiedenste Lebensbereiche beider Nationen. Noch heute finden sich auf vielen schottischen Autos Aufkleber mit dem Wort Ecosse, das französische Wort für Schottland. Auch kulinarisch gab es einen regen Austausch zwischen den Ländern.

Ab 1863 breite sich in Frankreich die aus Nordamerika eingeschleppte Reblaus aus und verwüstete weite Teile der Weinproduktion des Landes. Als Folge brach die Wein und Cognac-Produktion für viele Jahre zusammen. Was für die französische Wein-Industrie eine Katastrophe war, führte letztendlich in Schottland zum massiven Aufschwung der Scotch Whisky Industrie. Denn anstelle von Cognac und anderen Weinbränden trat nun der Scotch Whisky. Nachdem die Franzosen einmal auf den Geschmack gekommen waren, ließ ihr Durst nach Whisky auch nach Ende der Reblaus-Plage nicht wieder nach. Frankreichs große Nachfrage hat somit maßgeblich zur Entwicklung des Blended Scotch Whiskys und dessen internationalen Erfolgs beigetragen.

Noch heute trinken die Franzosen mehr Blended Scotch als jede andere Nation der Erde. Es werden sogar eigens für den französischen Markt Blended Scotch Marken entworfen. Viele schottische Whisky-Brennereien liegen heute in französischer Hand. Der Spirituosenkonzern Pernod Ricard führt beispielsweise die Brennereien Glenlivet, Aberlour, Scapa, Strathisla und viele weitere. Auch die Blended Scotch Marken Ballentines und Chivas Regal sind unter der Leitung von Pernod Ricard. Auch der Luxusgüter Konzern Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) ist mit den Brennereien Glenmorangie und Ardbeg in der schottischen Whisky-Szene fest etabliert. Die französische Firma La Martiniquaise ist außerdem im Besitz der Speyside Brennerei Glen Moray. Und auch die Islay-Destille Bruichladdich ist mittlerweile im Besitz der französischen Firma Rémy Cointreau. Aus historischer Sicht ist es also verständlich, dass die Franzosen jeher den Scotch Whisky als den Whisky ihrer Wahl betrachtet haben. Die alte freundschaftliche Verbindung zu Schottland hat wohl lange Zeit nicht den patriotischen Bedarf nach einer eigenen Whisky-Produktion geweckt.

Passenderweise ist es so auch nicht der "französische Whisky" der zuerst von sich Reden gemacht hat, sondern der bretonische. Klimatisch und kulturell hat die Bretagne durchaus Parallelen zu den keltischen Verwandten Irland und Schottland. An Regional-Stolz und Erfindergeist fehlte es den Bretonen jedenfalls nie. Auch die Freude am Genuss von gutem Essen und Getränken hat in der Bretagne Tradition. So entwickelten sich fast zeitgleich in den 90er Jahren zwei Whisky-Brennereien, die sich heute fest etabliert haben. Aus der Traditionsbrennerei Warenghem entsprang 1994 der erste französische und bretonische Blended Whisky. 1998 veröffentlichte Warenghem erstmal Armorik Single Malt Whisky. Nur ein Jahr später gründete Jean Donnay ebenfalls in der Bretagne direkt an der Küste die Glann ar Mor Distillery. Passend zur kulturellen Verbindung zwischen den Franzosen und Bretonen mit dem Scotch Whisky starteten beide Brennereien mit klassischen traditionellen Kupferbrennblasen (Pot Stills). Ihr Engagement zahlt sich heute aus, denn beide sind mittlerweile anerkannte internationale Whisky-Marken.

Herkunft

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