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High Coast (Box Whisky)

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High Coast (Box Whisky)

Die schwedische „High Coast Distillery“ wurde 2010 ursprünglich als „Box Destilleri AB“ gegründet und liegt etwas außerhalb des kleinen Dörfchens Bjärtrå (ca. 350 Einwohner) am Fluss Ångermanälven und exakt auf dem 63° nördlicher Breite. Bjärtrå ist Teil der Großgemeinde Kramfors mit ca. 20.000 Einwohnern und befindet sich etwa 450 km nördlich von Stockholm an der Ostseite Schwedens und ist mit nur ca. 11,5 Einwohner/km² relativ dünn besiedelt.
Die Destillerie selbst liegt sehr idyllisch auf einer kleinen Landzunge, die in den Fluss Ångermanälven hineinragt. Dieser verbreitert sich an der Stelle bereits etwas zur Mündung hin und teilt sich im weiteren Verlauf in zwei Arme auf, bevor er im Bottnischen Meerbusen, dem nördlichen Teil der Ostsee, mündet. Der Ångermanälven ist der wasserreichste Fluss Schwedens (485 m³/sec) und sein Wasser entspringt im norwegischen Børgefjell-Nationalpark und bringt sehr klares und kühles Wasser mit.

Wie schmeckt High Coast Whisky?

In der Destillerie werden in erster Linie zwei unterschiedliche Whisky-Stile produziert, wobei ein sehr fruchtiger, nicht bis kaum rauchiger Typ (< 10 ppm Phenol im Malz) einem stärker rauchigen (> 40 ppm Phenol im Malz) gegenüber steht. Dabei setzt der Braumeister und Destillerie-Manager Roger Melander seine Vision über die Herstellung des besten schwedischen Whiskys bereits von Beginn weg sehr direkt um und richtete seinen Blick nicht gen Schottland, sondern orientiert sich mehr Richtung Osten und nach Japan. Ob er dabei richtig liegt, wird sich erst in einigen Jahren herausstellen, wie er selbst nüchtern anführt.

Der „New Make“ soll dabei so klar und rein wie möglich sein, was durch eine sehr langsame Destillation und möglichst viel Kupfer-Kontakt erreicht wird. Zudem hilft dazu im weiteren Verlauf der Herstellung auch die Kühlung des Destillats durch das Flusswasser, welches wohl mit 2-6°C das kühlste in der gesamten Whiskywelt ist.
Beim fruchtigen & nicht-rauchigen Whisky finden sich in der Nase verstärkt Noten nach getoastetem Baguette, süßen Früchten und frischen Kräutern. Im Mund entwickeln sich die Früchte sehr sauber und intensiv, ein volles Aroma nach Äpfeln, Melonen und Ananas entsteht. Im Abgang bleibt der noch junge Whisky sauber, fruchtig und kurz, aber sehr vielversprechend.
Die rauchige Variante startet in der Nase mit einem Hauch von brennendem, trockenem Holz, gerösteten Senf und etwas an Sesam erinnernd, bevor sich auch hier etwas mehr Fruchtigkeit den Weg bahnt. Am Gaumen verspürt man süße Früchte, Beeren aus den nahe gelegenen Wäldern und viel junges, frisches Holz, angenehm von sanftem Rauch überlagert. Der Nachklang bleibt auch hier sehr sauber und klar, sehr frisch und etwas länger, spannender und intensiver als in der nicht-rauchigen Variante.

Die Abfüllungen der Zukunft werden sich wohl aus einer Mischung der beiden Varianten zusammensetzen, wobei es auch weiterhin geplant ist, beide Typen als eigenständige Linie im Sortiment zu präsentieren. Liebhaber von klaren und strukturierten Whiskys sollten sich hier wiederfinden und könnten mit den Whiskys der High Coast Distillery einen neuen Favoriten finden.

Wie wird High Coast Whisky produziert?

Die ersten Tropfen Box-Whisky wurden im Dezember 2010 destilliert und die ersten Fässer schließlich einen Tag vor Heilig Abend 2010 befüllt. Dabei setzt man trotz der im Stil eigentlich praktizierten Japan-Orientierung dennoch auf schottisches Equipment.
Das nicht-rauchige Malz ist ausschließlich Pilsner Malz von Vikingmalt in Halmstad, die rauchige Variante kommt dagegen aus Belgien, veredelt mit schottischen Torf. Zu Beginn der Produktion durchlaufen beide Malzsorten zuerst die über einhundert Jahre alte Boby Mill, bevor das entstandene „Grist“ in den Maische-Bottich gefüllt wird und dort drei Durchläufe erfährt. Wie auch in Japan üblich, will man bei High Coast eine vollkommen klare Würze erzeugen, um die fruchtigen Aromen verstärkt nach vorne zu bringen. Danach geht es für die Fermentation in einen der drei Gärbottiche aus Edelstahl mit einem Volumen von jeweils ca. 8.000 Liter. Um auch bei diesem Schritt die fruchtigen Aromen zu verstärken, kommt zum einen französische (Wein-)Hefe zum Einsatz, zum anderen lässt man diese für eine Dauer von mindestens 72h ihre Arbeit verrichten. Jedoch ist danach noch nicht Schluss: nachdem die Hefe zum Ende gekommen ist, lässt man die nun fast fertige „Wash“ für weitere 24h rasten, um den Milchsäure-Bakterien etwas Zeit zu geben, ihrerseits den noch verbliebenen Zucker umzuwandeln und diese mit weiteren Säuren, Estern und Aldehyden anzureichern.

Destilliert wird im Anschluss zweifach auf kupfernen Brennblasen aus Schottland, wobei die „Wash Still“ eine Kapazität von ca. 3.800 Liter besitzt, während die „Spirit Still“ mit ca. 2.500 Liter etwas kleiner ausfällt. Beide Stile, rauchig wie auch nicht-rauchig, passieren vollständig die erste Destillation, erst bei der zweiten wird sowohl der Vor- wie auch der Nachlauf abgetrennt. Dies geschieht jedoch unterschiedlich, je nach Stil:
Die fruchtig/nicht-rauchige Variante beginnt ihren Mittellauf nach ca. 13 Minuten und stoppt früh bei einem Alkoholgehalt von etwa 67%, wobei bei der rauchigen Version der Vorlauf erst nach 30 Minuten endet und der Nachlauf erst bei 60% beginnt. Die Unterschiede im New Make sind dadurch klar zu erkennen und verstärken jeweils die entsprechend gewünschten Noten, zum einen Frucht und Reinheit, zum andern Rauch, Tabak und Süßholz.

Die Lagerung des Whiskys findet zu ca. 80% in ehemaligen Bourbon-Fässern verschiedener Größen statt, wobei auch mittlerweile ehemalige Sherry- und andere ex-Wein-Fässer, wie auch neue Fässer aus ungarischer, schwedischer und japanischer Eiche verwendet werden. Bei der Reifung wiederum spielt das besondere Klima vor Ort eine gewichtige Rolle: Die Lage soweit nördlich sorgt für größere Temperaturschwankungen im Jahresverlauf, mit über 30°C im Sommer und bis fast -40°C im Winter, wobei dieser in der Regel fünf Monate andauert. Dies führt zu einem deutlich intensiveren Austausch der Aromen zwischen Whisky und Fass, ein ausdrücklich gewünschter und willkommener Prozess.
Aktuell ergibt sich ein Produktionsvolumen von etwa 100.000 Liter reinen Alkohols (LPA), wobei bereits Pläne für einen weiteren Ausbau vorliegen, die, einmal umgesetzt, eine Kapazität bis zu 300.000 LPA vorsehen.

Single Malts von High Coast

Der erste Whisky der High Coast Distillery wurde im Juni 2014 mit einer Auflage von etwas über 6.500 Flaschen präsentiert und trug den Namen „The Pioneer“, gefolgt von drei weiteren Abfüllungen namens „The Challenger“, „The Explorer“ und „The Messenger“  im Zuge der „Early Days Collection“. Darauf folgten über die nächsten Jahre weitere limitierte Serien wie „Early Days“ (Batch 1 & 2) und „The 2nd Step Collection“ (01, 02 & 03), ergänzt durch einzelne Abfüllungen aus besonderen Fässern oder zu besonderen Anlässen wie das seit 2014 alljährlich im Juni stattfindende „Box Whisky Festival“.

Erst mit dem im Jahr 2016 erschienenen „Dálvve“, was so viel wie Winter bedeutet, kann man von einer beginnenden Standard-Range sprechen:
Mit einer Auflage von gut 5.000 Flaschen markiert dieser Whisky einen Meilenstein in der Geschichte der High Coast Distillery und steht für den Übergang von einer Idee zu einem festen Bestandteil in der schwedischen Whisky-Landschaft. Er wird mittlerweile regelmäßig, in wechselnden Batches abgefüllt und jedes Batch wird leicht anders sein, auch wenn Stil und Rezept gleichbleibend sind.
Mit seinen 46% vol.alc., der Lagerung in verschiedenen Fässern für mindestens fünf Jahren, der Verwendung von überwiegend ex-1st-Fill-Bourbon-Casks unterschiedlicher Volumina und aus einer Komposition von rauchigem und nicht-rauchigem Whisky überrascht der „Dálvve“ im Antritt die Nase mit seiner Fruchtigkeit, eingehüllt in feinen Rauch, die im zweiten Anlauf einer sanften Zitrus-Note Platz macht, gepaart mit süßlichen Vanille-Tönen. Der erste Eindruck am Gaumen wird durch frische Honig- und Malz-Aromen geprägt, dahinter erscheinen fruchtige Andeutungen nach Birnen, Pfirsiche und Honigmelonen, bevor sich klammheimlich etwas Rauch bemerkbar macht. Die Jugend des Whiskys belebt den kurzen, aber relativ komplexen Nachklang mit einer frischen Weißeiche-Vanille-Würzigkeit, wobei sich vor dem Verblassen die fruchtigen Aromen nochmal nach vorne kämpfen.
Insgesamt sehr klar, frisch und fruchtig, mit einer leichten Rauchigkeit ein feiner Vertreter der Kategorie „World Whiskys“ und eine gelungene erste Standard-Version. Man darf auf die folgenden sehr gespannt sein und muss diesen Whisky auf jeden Fall im Auge behalten. Mittlerweile ist bereits Batch #04 des „Dálvve“ erschienen.

Geschichte der Brennerei High Coast

Die Geschichte der High Coast Distillery beginnt bereits 1991, als der Künstler Mats de Wahl das Gebäude-Ensemble um die im Verfallen beginnende ehemalige Sägemühle Box AB erwirbt. Daraus leitet sich auch der Name der Anlage ab, die vormals Einzelteile für Kisten (engl. „box“) gefertigt hat und als Umschlagplatz für ganze Baumstämme zum Transport auf dem Fluss diente.
In dem dazugehörigen, 1912 aus roten Backsteinen erbauten Kraftwerk richtete der Künstler eine kleine Galerie für moderne Kunst ein, die jedoch aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte im Norden Schwedens kaum Beachtung fand. Anfang der 2000er Jahre kam den beiden Brüdern Mats und Per de Wahl bei einem Schottland-Urlaub die Idee, dass das Box-Gelände ideal wäre für die Produktion von einem Whisky, der außergewöhnlich und einzigartig werden kann. Zusammen mit dem ehemaligen Brauer Roger Melander, jetzt Destillerie-Manager, tüftelten die beiden Brüder mehrere Jahre am Konzept, der Finanzierung und der Besonderheit in Stil und Perfektion des Whiskys, so dass im Dezember 2010 der erste New Make aus den Brennblasen fließen konnte.

Nach wie vor wird auf sehr hohem, internationalem Niveau Whisky hergestellt und man ist stets bestrebt, die Standards weiterhin hoch zu halten und stetig zu verbessern, auch wenn mittlerweile an sechs Wochentagen produziert wird und ein weiterer Ausbau nur noch eine Frage der Zeit ist. Die High Coast Distillery ist aktuell nicht im Besitz einer oder nur weniger Personen, sondern von mehr als 1.500 Anteilseignern, die gemeinsam über die Geschäftsführer und den Kurs der Destillerie bestimmen. Ebenso gibt es seit Anbeginn ein „Cask Owner Programm“, bei der auch Privatpersonen kleine Fässer mit einem Volumen von 39,25 Liter („Ankare“, alte schwedische Maßeinheit für Bier/Wein) erwerben können. Dies erfreut sich großer Beliebtheit mit steigender Nachfrage.

Nicht unerwähnt bleiben darf die in der Branche einzigartige Transparenz hinsichtlich der Daten und Details, die den Hintergrund der einzelnen Whiskys in Bezug auf Herstellung, Ausgangsprodukte und verwendete Fässer bilden. Für jeden bereits abgefüllten Whisky könne die Informationen dazu auf der Internetseite unter der Rubrik „Bottlings“ nachgelesen werden.

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