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Blended Whisky

Egal ob Sie eine leichten Trink-Whisky für nebenbei suchen, oder ein anspruchsvolles Cuvée verschiedener Whisky-Stile: Beim Blended Whisky ist für jeden Genießer etwas dabei! 

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Hintergrund

Der Begriff "Blend" bedeutet, aus dem Englischen übersetzt, soviel wie "Mischung". Er stammt vom altenglischen Wort "blandan" ab und ist bei Tee, Kaffee und Whisky gebräuchlich. Er bezeichnet eine Mischung verschiedener Typen von Whisky oder mehrerer Brennereien. International wird der Begriff nicht gänzlich einheitlich verwendet. In der Regel wird bei einem Blended Whisky aber von einer Mischung aus Malt Whisky und Grain Whisky gesprochen. Die bekanntesten Beispiele hierfür sind die schottischen Blended Scotch Whiskys Johnnie Walker, Ballentine's und Chivas Regal. Die zweite wichtige Sparte Blended Whiskey ist der Irish Blended Whiskey, wie die Marken Jameson, Kilbeggan und Tullamore Dew. In den letzten Jahren hat sich Japan mit herausragenden Blended Whiskys einen Namen gemacht wie den Hibiki Abfüllungen. 

Blended Whiskys zeichnen sich durch eine hohe Konstanz in der Qualität ihrer Abfüllungen aus. Durch die Verwendung unterschiedlicher Whisky-Typen und meist Whiskys aus mehreren Brennereien, können Schwankungen in Geschmack und Qualität leicht ausgeglichen werden. Das Gros der Blended Whiskys richtet sich an Einsteiger und ein preiswertes Marken-Segment. Aufgrund der effizienten Herstellung kann Blended Whisky in der Regel deutlich preiswerter angeboten werden, als etwa der kostenintensivere Single Malt Whisky. Single Malt stammt, wie der Name vermuten lässt, aus nur einer einzigen Brennerei. Eingefleischte Single Malt Fans stehen Blended Whiskys teils skeptisch gegenüber. Aus deren Sicht sind Blends weniger individuell und zu uniform, im Vergleich zu den charakterstarken Malt Whiskys. Blended Whisky ist (und bleibt vermutlich) aber das Zugpferd der internationalen Whisky-Industrie. Und so verdanken schlussendlich auch die Single Malt Fans dem Blended Whisky die heutige gute Verfügbarkeit von hochwertigem Malt Whisky. 

Besonders bei Barkeepern ist der Blended Whisky beliebt, eignet er sich doch meist gut für Longdrinks und Whisky Cocktails. Für Whisky Cocktails wie Whisky Sour, oder einen Highball sind viele Single Malts zu schade, oder schlicht zu hochpreisig. Blended Whiskys füllen diese Lücke und sind besonders im niedrigen Preissegment nicht zu schade. So können sie gut im Sommer auch einmal als "Whisky on the rocks", also mit Eis, genossen zu werden.

Stil

Wie schmeckt Blended Whisky? Blends sind in der Regel leichte Whiskys. Ihren Aromen setzen sich aus dem würzigeren Malt Whisky und dem süßlichen, leichten Grain Whisky zusammen. Natürlich können wir nicht pauschal über alle Blended Whiskys ein Aromen-Profil abgeben. Doch meist finden sich in Blends die Whisky-typischen Aromen wie Vanille, helle Früchte, leichte Eichennoten und Getreidearomen wieder. Einige Blended Whiskys aus Schottland, als Blended Scotch bezeichnet, weisen eine leichte Rauch-Note auf. Denn in Schottland wird teilweise mit getorftem Malt Whisky gearbeitet. Bei Irish Blended Whiskeys hingegen findet sich kein Rauch. Je nach individueller Zusammensetzung werden die klassischen Whisky-Aromen dann vom Charakter der unterschiedlichen Brennereien und Fasstypen ergänzt. 

Herstellung

Wie wird Blended Whisky hergestellt? Wie der Name Blended Whisky bereits vermuten lässt, handelt es sich um eine Mischung verschiedener Whisky-Typen. Das Wort "Blend" bzw. "Blended" sorgt besonders bei schottischem Whisky für Verwirrung, da es hier eine Kategorie des "Blended Malt Whiskys" gibt. Früher bezeichnete man diese Whisky-Art als "Vatted Malt" oder "Pure Malt", da hier ausschließlich verschiedene Single Malts miteinander vermischt werden. Besonders in Schottland ist die Kategorie der Blended Malts beliebt. Hier werden gern verschiedene Malt Whiskys nach Regionen wie Speyside, Highlands oder Islay vermischt, wie bei den Remarkable Regional Malts. Achten Sie daher beim Begriff Blended auf der Flasche auf den genauen Wortlaut. Ein "Malt Blend" oder "Blended Malt" besteht nur aus Malt Whisky. Ein "Blended Whiskey", "Blended Whisky", "Blended Scotch Whisky" und "Irish Whiskey" ist in der Regel ein Blend verschiedener Whisky-Typen. Diese Begriffe können als Synonym für Blended Whisky verstanden werden und passen somit in die hier beschriebene Kategorie. 

Ein wichtiger Bestandteil eines Whisky Blends ist der Malt Whisky. Wie genau Single Malt Whisky hergestellt wird, können sie auf unserer Seite "Herstellung von Single Malt Whisky" detailliert nachlesen. Wichtig zu wissen ist, dass Malt Whisky in der Regel auf sog. Pot Stills gebrannt wird. Das "Batch-Verfahren" dieser Destillation ist deutlich aufwendiger und kostenintensiver, als die Produktion von Grain Whisky. Für Malt Whisky wird in der Regel 100 % gemälzte Gerste verwendet. Die traditionellen Kupferbrennblasen erzeugen einen kräftigen, komplexen und teils öligen Brand. Dieser wird in verschiedenen Fass-Typen wie Ex-Bourbon und Ex-Sherryfässern für viele Jahre gereift. Die fertig gereiften Malt Whiskys bilden anschließend das Rückgrat des Blended Whiskys und verleihen im Charakter und Tiefe. Der Anteil des Malt Whiskys in einem Blend variiert je nach Preis und gewünschtem Aromenprofil. In Schottland brennen beispielsweise renommierte Single Malt Brennereien nicht nur für ihren eigenen Single Malt, sondern auch für Blends. Cardhu, Cragganmore, Talisker und Coal Ila beispielsweise produzieren einen Teil ihres Malt Whiskys für den beliebten Blended Scotch Whisky Johnnie Walker. Andere Brennereien, wie z.B. Linkwood, Teaninich und Tormore sind eher selten als Single Malts zu finden. Denn sie produzieren fast ausschließlich Malt Whisky für die Blended Whisky Industrie. Unabhängige Abfüller machen uns diese und viele andere Brennereien auch als Single Malt zugänglich, indem sie Fässer kaufen und als Single Malt abfüllen. 

Der Grain Whisky ist eine Whisky-Sparte, die es erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt. Durch die Erfindung der kontinuierlichen Destillation wurde es möglich, größere Mengen von Rohbrand in kurzer Zeit zu erzeugen. Rund zehnmal so viel Destillat kann in der gleichen Zeit im Vergleich zu einer klassischen Pot Still Destillation erzeugt werden. Das Verfahren muss nicht unterbrochen werden und wird daher als "kontinuierlich" bezeichnet. Da aber zum Entfernen der Fuselstoffe der Brand hochprozentiger destilliert werden muss, werden auch viele aromentragende Stoffe entfernt. Auch die Verwendung von ungemälztem Getreide und günstigeren Getreidesorten wie Weizen und Mais spart beim Grain Whisky Kosten ein. Der Brand wird somit oft süß und leicht und weist weniger eigene Komplexität, als der Malt Spirit, auf. Der spätere Grain Whisky verleiht dem Blend somit Süße und eine gewisse Leichtigkeit. Die Fassreifung erfolgt genau wie beim Malt Whisky in Eichenfässern. In Europa gilt die Mindestreifezeit von drei Jahren für Whisky gleich jeder Art. Somit sind sowohl Malt Whiskys, Grain Whiskys als auch Blends immer mindestens drei Jahre alt. 

Nach der Reifezeit folgt der Prozess, der dem Blended Whisky seinen Namen verleiht, das Blending. Der Master Blender einer Firma wählt bewusst bestimmte Brennereien nach ihrem Aromenprofil aus und vermischt diese gekonnt miteinander. Das Ergebnis ist der Blended Whisky. Wie auch bei Single Malt Whisky gilt hier: Soll der Whisky mit einer Altersangabe versehen werden, muss das jüngste Fass im Blend als Referenz dienen. Ein Blend mit 12 Jahren Alter besteht also ausschließlich aus Fässern, die 12 Jahre oder länger reifen durften. Von günstigen Supermarkt-Blends bis Super-Premium Blends mit hohem Alter, ist hier für jeden Geldbeutel etwas dabei. 

Exkurs Blended Whiskey in den USA: 

Die USA bilden eine Ausnahme in Sachen Blended Whiskey. Das oben beschriebene Herstellungsverfahren gilt im Falle der US-amerikanischen Definition nicht. Denn in den USA gibt es andere Whiskey-Typen (lesen Sie mehr dazu bei der Herstellung der "Whiskeys aus den USA"). Per Definition darf in den USA einem Blended Whiskey ein hoher Anteil neutraler Alkohol (GNS = grain neutral spirit) zugesetzt werden. Bis zu 80 % können Blended Whiskeys in den USA aus neutralem Alkohol, ähnlich Wodka, bestehen. Straight Whiskeys hingegen unterliegen festen Regularien, dürfen also nicht mit GNS verschnitten werden und haben eine gesetzliche Mindestreifezeit. Das geläufigste Beispiel ist der Straight Bourbon, der aus mindestens 51 % Mais hergestellt werden muss. Er hat eine gesetzliche Mindestreifezeit von zwei Jahren in frischen Eichenfässern. Straight Bourbon darf nicht gefärbt werden und auch sonst keine aromatischen Zusätze haben. In Europa muss uns diese etwas komplizierte Regelung allerdings nicht verunsichern. Im EU-Raum darf ein Getränk nur als Whisky/Whiskey verkauft werden, das unseren Regularien entspricht. Ein Blend aus Straight Whiskey und Neutral-Alkohol wäre bei uns daher nicht legal als Whiskey verkäuflich. Daher sind auch die meisten US-Whiskeys bei uns "Straight Whiskeys" und keine amerikanischen Blended Whiskeys. 

Diese Sorten Blended Whisky gibt es: 

  • Blended Whisky - In der Regel ein Blend aus Malt und Grain Whisky, weltweit (z.B. Japan)
  • Blended Scotch Whisky - schottischer Blend aus Malt und Grain Whisky
  • Blended Malt Scotch Whisky - Blend verschiedener Single Malts aus Schottland
  • Blended Grain Scotch Whisky - Blend verschiedener Single Grain Whiskys aus Schottland, sehr selten
  • Blended Malt/Pure Malt - Blend verschiedener Single Malts, auch außerhalb Schottlands (z.B. Japan)
  • Blended Irish Whiskey - Irischer Blended Whiskey aus Single Malt oder Single Pot Still Whiskey und Grain Whiskey
  • American Blended Whiskey - Darf bis zum 80% neutralen Alkohol enthalten. In Europa kann dieser nur als Whiskey verkauft werden, wenn er aus 100 % mindestens drei Jahre gereiftem Whiskey besteht.
  • Blended Bourbon - Muss zu mindestens 51% aus Straight Bourbon bestehen. 

Geschichte

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden alle Whiskys weltweit auf kupfernen Brennblasen im Batch-Verfahren gebrannt. Das bedeutete, der Prozess beinhaltete das aufwendige Mälzen, die Vergärung mit Hefe und die mehrfache Destillation auf einer Pot Still. Ein zeitaufwendiger Prozess, der handwerkliches Geschick voraussetzte. Denn der Alkohollauf aus einer Pot Still ist nicht komplett trinkbar. Das gefährliche Methanol, das bei der Destillation entsteht, muss aus dem Lauf entfernt werden. Daher schneiden Destillateure den Vorlauf, ebenso wie den Nachlauf, heraus. Lediglich das genießbare Herzstück wird anschließend in Fässer gefüllt, oder wurde früher ungereift als Moonshine oder Poitin konsumiert. 1830 entwickelte der Ire Aeneas Coffey die von Robert Stein erfundene Column Still, eine kontinuierliche Destillationssäule, weiter. Mit der Entwicklung seiner Coffey Still setzte eine Revolution in der Whisky-Industrie ein. Die Schotten nahmen die neue Erfindung dankend an. Die Iren hatten die Erfindung zuvor ablehnt und an der traditionellen Pot Still Destillation festgehalten. Wie sich im Nachhinein herausstellen sollte, ein folgenschwerer Fehler, der den Irish Whiskey schwer in seiner damaligen internationalen Vormachtstellung erschüttern sollte. Besonders in den schottischen Lowlands entstanden Großbrennereien, die neben der Basis für den englischen Gin auch Grain Whisky in großen Mengen herstellen konnten. Die gewieften Whisky-Händler Schottlands wie John Walker und George Ballantine hatten die Zeichen der Zeit erkannt. Der schwere, ungestüme Malt Whisky traft nicht mehr den allgemeinen Geschmack der Konsumenten. Durch die Vermischung des leichten Grain Whiskys und des kräftigen Malt Whiskys schufen die schottischen Händler eine neue Sparte Whisky. Bis heute ist sie die dominante Whisky-Sorte weltweit: Der Blended Whisky.

Nicht umsonst haben die großen Blended Scotch Marken wie Johnnie Walker, Ballentine's und Chivas Regal einen festen Sitz im internationalen Whisky-Markt. Die neue Destillations-Methode fand insbesondere in den USA Anklang, wo sich der Malt Whisky nicht gut etablieren konnte. Gerste war in Amerika Mangelware und Weizen, Roggen und Mais waren die vorherrschenden Getreidesorten. Dem Pioniergeist der Amerikaner entsprach die schnelle Produktionsmethode. Noch heute wird ein Großteil amerikanischer Whiskeys auf Column Stills gebrannt. Auch Irland erkannte bald den strategischen Fehler, jedoch war die irische Whiskey-Industrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits in eine haltlose Talfahrt geraten. Nur der Zusammenschluss der übrig gebliebenen Firmen Cork Distilleries Company, John Jameson & Son und John Power & Son zur Irish Distillers Group konnte die verbliebenen Marken vor dem Aus retten. In der gemeinsamen Midleton Brennerei wurden sowohl Pot Stills, als auch Column Stills installiert. Von nun an sollte der Irish Blended Whiskey Jamenson unter einem Dach produziert werden. Der Plan ging auf und Jameson wurde zu einem internationalen Kassenschlager. 

Auch in Japan hatte sich Mitte des 20. Jahrhunderts der Pioniergeist durchgesetzt. Anders als in Schottland wurden hier teils alle Destillationsformen in einer Brennerei untergebracht. Die Japaner machten zwar zuerst mit ihrem Single Malt auf sich aufmerksam. Der japanische Blended Whisky ist jedoch das wahre Ass im Ärmel. Heute zählt Japan zu den Produzenten der besten Blended Whiskys der Welt. Die Abfüllungen wie Nikka from the barrel und Hibiki genießen auch bei überzeugten Single Malt Fans ein hohes Ansehen. Der Blended Whisky hat die Geschichte des Whiskys geprägt. Er ist verantwortlich für die Ausbreitung über die schottischen und irischen Grenzen hinweg. Er wird in den meisten Ländern der Welt getrunken. Für viele Genießer ist Blended Whisky der leichte Einstieg in die Welt des Whiskys. Für Andere ist er eine preiswerte "Every Day" Variante, sei es in Cocktails oder pur. 

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