9 Whisky Experten und die Frage: Bringen NAS Whiskys uns wirklich alle um?

Schon seit längerer Zeit lässt sich von Seiten der Hersteller ein Trend zu Whiskys ohne Altersangabe beobachten. Sie kommen als sogenannte No Age Statement (NAS) Whiskys auf den Markt. Es stellt sich nun natürlich dem geneigten Whiskyfreund die Frage, warum Hersteller überhaupt NAS Whiskys auf den Markt bringen und warum vor allem jetzt?

Die Antwort findet sich im Single Malt Boom, den wir schon seit einigen Jahren erleben. Brennereien haben seit zwei Jahrzehnten vermehrt ältere Whiskys auf den Markt gebracht, zu immer höheren Preisen. Beim Konsumenten hat sich dabei das Alter des Whiskys während dieser Phase als absolutes Qualitätskriterium etabliert. Es gilt weithin die Annahme dass ein 18 jähriger Whisky besser ist und mehr kostet als ein 15 jähriger, 12 jähriger, und so weiter.

Selbstverständlich ist der Whiskyvorrat nicht unbegrenzt. Die Tatsache dass die Produktion eines schottischen Whiskys mindestens 3 Jahre, in der Regel (bei unseren geliebten Single Malts) aber wohl eher 10, 12 oder mehr Jahre dauert, erfordert enormes Planungstalent. Wissen Sie heute schon, wie viel Whisky Sie in 12 Jahren kaufen und trinken werden? Nein? Die Brennereien wissen dies auch nicht. Ein Problem, dass in der Geschichte des Whisky immer wieder auftaucht und nicht zuletzt für die zahlreichen Schließungen und Neueröffnungen verantwortlich ist.

Der Fokus der globalen Märkte auf Whiskys hohen Alters führt dazu, dass die Bestände von Whiskys über einem bestimmten Alter bei vielen Brennereien zur Neige gehen und die Nachfrage nicht bedient werden kann. Die Einführung von Whiskys ohne Altersangabe ist die logische Konsequenz, da Sie den Brennereien Flexibilität schafft, um auf Nachfrageschwankunen reagieren zu können.

Warum NAS? Was sind die Vorteile der Hersteller bei NAS Whisky?

No Age Statement bedeutet für den Masterblender weitgehende Freiheit bei der Zusammenstellung des Malts. Er ist nicht an Altersangaben gebunden und kann ein Produkt komplett nach seinen Vorstellungen erschaffen. Die weit verbreitete Meinung, dass nur alter Whisky gut ist, sorgt dafür, dass man sich bei den Brennereien lange nicht getraut hat, ein Alter von weniger als 10 Jahren auf die Flasche zu schreiben. Ein No-Age-Statement Whisky, der über einen geschickt formulierten Namen vermarktet werden kann, bietet hier deutlich mehr Absatzpotential als ein Whisky mit relativ junger Altersangabe. Bestes Beispiel hierfür sind die neusten Abfüllungen aus dem Hause Taliskers: Was klingt für Sie eher nach einem wilden, maritimen Whisky? Talisker 10 Jahre – oder Talisker Storm?

Welche langfristigen Folgen hat NAS auf den Whiskymarkt?

via Lukasz Dynowiak, http://www.edinburghwhiskyblog.com/2014/02/12/no-age-statement-whisky/via Lukasz Dynowiak, http://www.edinburghwhiskyblog.com/2014/02/12/no-age-statement-whisky/

Welche Folgen der Trend zur NAS auf den Whiskymarkt hat ist momentan auch der Gegenstand heftiger Diskussionen in der englischsprachigen Whisky Fachwelt. Vor einigen Tagen ist auf dem Edinburgh Whisky Blog ein einschlagender Artikel von Lukasz Dynowiak (PR-Beauftragter für Inver House) erschienen. Sein Artikel trägt den Namen „NAS will kill us all“ und vermittelt, dass aus seiner Sicht, der Trend zu NAS zu einer Krise der Whiskywirtschaft führen wird. Lukasz ist der Meinung, der Verzicht auf Age Statements führt mehr oder weniger unweigerlich zu einer Verringerung der Qualität des Whiskys und damit zu einer Rufschädigung des Whisky insgesamt.

Auf Billy’s Booze Blog verteidigt man dagegen die NAS. Der Artikel vertritt die Ansicht, dass es beim Whisky auf die individuelle Qualität ankommen sollte. Nicht das Alter. Es wird darauf hingewiesen das es sowohl gute NAS als auch schlechte NAS gibt. Genauso wie es auch scheußliche Whiskys mit Age Statement gibt.

Wir wollen diese Diskussion um die Meinung deutschsprachiger Whiskyexperten ergänzen. Und haben 9 Journalisten, Bloggern und Unternehmern aus dem Whiskybereich gefragt was Sie zu NAS denken, die folgenden großartigen Antworten haben wir bekommen, vielen Dank an alle Experten!

Whisky Experts Redaktion, whiskyexperts.net

„Richard Paterson hat schon recht wenn er meint, NAS gäbe dem Master Blender die Möglichkeit, das Vorhandene optimal zu nutzen. Und in der Tat gibt es hervorragende No Age Statement Whiskys, die das verdeutlichen.

Leider gibt NAS auch dem Geldfetischisten im Konzern die Möglichkeit, fehlerhaftes Fass-Management zu Lasten der Qualität zu verschleiern und damit die Ware überteuert zu verkaufen. Und wer mag die Tatsache leugnen, dass das immer wieder ebenso vorkommt wie die hervorragende NAS-Abfüllung?

Das wirkliche Problem hinter NAS ist für uns die Aufgabe von Transparenz. Natürlich ist eine Altersangabe kein Garant für Qualität – aber ebenso wenig sind es Phantasienamen und findig zusammengereimte „Hintergrundgeschichten“, die ein Strategic Planner gemeinsam mit einem Werbetexter geschrieben hat. NAS nimmt dem Konsumenten ein Stück Klarheit für seine Kaufentscheidung und ersetzt es durch Werbegetöse. Das ist für die Produzenten kurzfristig bequem und für den Konsumenten vielleicht unterhaltsam, aber langfristig für alle schädlich – vor allem dann, wenn man mehr und mehr versucht, mittelprächtige Abfüllungen mit viel Talmiglanz im Hochpreissegment zu verkaufen.

Eine Idee, von der alle profitieren könnten, wäre eine Infokampagne der Industrie, nach dem Motto: „Geist triumphiert über Alter“, bei dem man die Blender und Master Distiller mit ihren Leistungen für den Whisky in den Mittelpunkt stellt. Denn HIER passiert die eigentliche Kunst – und nicht allein im Verstreichen von Zeit. Dann kann man vielleicht auch bald bei den Konsumenten hören: „Sieh mal, welch hervorragenden Whisky der aus diesen 5jährigen Fässern gemacht hat“…“

Marco Kersten, whisky-frog.de

„Schlimmste Prognosen verdunkeln den Whiskyhimmel, hauptsächlich erst einmal über Schottland. Kaum ein namhafter Hersteller bleibt verschont von den immer härteren Diskussionen um die sogenannten No Age Statement Whiskys, Whisky ohne Altersangabe.

Fakt ist: Wenn die Schotten eine Kunst beherrschen, dann ist es die Whiskyherstellung und damit zwangsläufig auch die Kunst seiner jahrelangen Reifung. Machen wir uns nichts vor, Whisky ohne Altersangabe gibt es schon lange, selbst von führenden schottischen Produzenten. Doch jetzt erhitzen sich die Gemüter, denn es kommen immer mehr solcher Abfüllungen auf den Markt. Ein neuer, in vielen Augen ein gefährlicher Trend, zeichnet sich ab.

Das Alter auf dem Etikett wegzulassen ist vielleicht die genialste Marketingstrategie überhaupt – zumindest aus Sicht der Whiskyhersteller. Die Versuchung scheint mir groß, junge Whiskys, mit wohlklingenden Namen, doch zu besonderen Preisen an den Mann oder die Frau zu bringen. Verständlich, dass da kein Produzent außen vor bleiben möchte – und so nimmt der Wahnsinn seinen Lauf.

Dabei sind solche Abfüllungen ohne Altersangabe durchaus kein Teufelszeug, das muss man wissen. Mir fallen auf Anhieb ein Duzend guter Whiskys ohne Altersangabe ein. Unter deutschen Whisky-Pionieren wird diese Strategie schon lange praktiziert und böse Zungen könnten jetzt behaupten: Man sieht ja, wo das hingeführt hat!

Schlussendlich wussten die Genießer weltweit schon immer einen guten, lang gereiften Whisky zu schätzen. Gerade schottischer Whisky hat sich doch immer wieder gern über sein Alter definiert und verkauft. Selbst in Büchern, Filmen und auch im Kino hat man immer wieder voller Stolz auf das Alter des goldgelben Edelgetränks hingewiesen. Beispielsweise wird im James Bond-Streifen „Skyfall“ ein Macallan 50 years erwähnt. Das mag zwar für viele übertrieben sein, doch mit der Altersangabe im Namen kann der Käufer/Genießer nun mal mehr anfangen, als mit ellenlangen, keltisch klingenden Zusatzbezeichnungen.

Whisky verdankt seinen guten Ruf nicht zuletzt der Altersangabe. Natürlich: Alter mit Qualität gleichzusetzen kann zu Fehlkäufen führen, wir wissen das und sollten an dieser Stelle auch nicht darüber diskutieren.

Doch die Altersangabe ist für mich eine moralische Verpflichtung, ein Stück großartiger, schottischer Whiskygeschichte und nicht zuletzt auch eine gewisse Ehrlichkeit dem Kunden gegenüber. Und so sollte es auch bleiben!“

 

MargareteMarie, whiskyundfrauen.blogspot.de, ausführichen Artikel von MargareteMarie zum Thema NAS gibt es hier

„Ich glaube, dass ein Verzicht auf NAS-Whiskys der Branche mehr schaden als helfen würde. Wenn die Nachfrage nicht ausreichend gestillt werden kann, werden die Preise noch mehr in die Höhe schießen als ohnehin schon. Wird die finanzielle Schmerzgrenze jedoch flächendeckend überschritten, wandert die Käufer-Karawane sehr schnell weiter und wendet sich vermehrt anderen Getränken zu.

Nicht die fehlende Altersangabe wird die Leute vertreiben, sondern der zu hohe Preis. Die großen Konzerne wird das wenig stören, sie haben sich längst breit aufgestellt. Doch die schottischen Brennereien werden leiden. Mag sein, dass es dann für die Geeks wieder ausreichend alten Whisky gibt. Aber für die jungen Leute aus der Speyside und den schottischen Highlands werden die notwendigen Arbeitsplätze und der Glaube an eine Zukunft in ihrem Heimatdorf fehlen.“

Jörg Bechtold, whiskyfanblog.de

„Es spricht nichts dagegen, gut gemachte junge Whiskys an Einsteiger zu verkaufen. Es spricht aber sehr viel dagegen, junge Whiskys mit viel Marketing-Bla-Bla zu teuren Preisen als Standards zu verkaufen. Die Industrie macht sich damit gleich zwei Zielgruppen selbst kaputt: Die Kenner, die mit dem jungen Zeugs nichts anfangen können und die Neueinsteiger, die den geschmacklichen Wert von lange gereiftem Whisky nie schätzen lernen. Wer wird dann jemals wieder älteren Whisky kaufen, falls es ihn denn zukünftig noch geben sollte? Und wer kann ihn sich noch leisten? Denn Alter ist tatsächlich durch nichts zu ersetzen, das ist beim Menschen genau so wie beim Whisky. Wer jemals einen 30+ Jahre alten Whisky probiert hat weiß vielleicht, was ich meine. Whisky lebt von Geschichten, vom Mythos des handgemachten, lange gelagerten Destillates mit dem Angels Share. Ohne das ist er einfach nur ein Schnaps wie jeder andere auch.“

Ralph L. Warth, thewhiskyinvestor.blogspot.de

„Die Gründe für NAS-Abfüllungen sind unterschiedlich und reichen von frisch (wieder-) eröffneten Destillerien ohne genügend reifen Whisky für Altersabfüllungen bis hin zur Vermarktung des Brands respektive einer Geschichte rund um den Brand. Zu Letzterem können die Schwergewichte Ardbeg, Highland Park und Macallan gezählt werden. Aus Geniessersicht wird die Intransparenz durch NAS, insbesondere wenn sie bestehende Jahrgangs- oder Altersabfüllungen ablösen, erhöht. Aus Anlegersicht ist klar: Je geringer die (Informations-)Transparenz in Bezug auf die spezifische Abfüllung, desto tiefer wird der Single Malt Whisky bewertet.

Bei Ardbeg und Highland Park ist dieses Investorenverhalten – wohl aufgrund des wenig selektiven Kaufverhaltens der ‚Freaks’ – im Gegensatz zu Macallan noch nicht zu beobachten. So stossen z.B. die im Travel Retail erhältlichen Amber und Gold-Abfüllungen bei der Käuferschaft auf wenig Gegenliebe, will man einem Mitarbeiter von World of Whiskies Glauben schenken. Ardbeg und Highland Park aufgepasst!“

Stefan Völkner, whisky-journal.de

„NAS-Abfüllungen sind keine Erfindung der Neuzeit. Bevor man in den 60ern im größeren Stil damit begann, die Zeit eines Whiskys im Fass auf die Flasche zu schreiben, hat der geneigte Trinker sich einen feuchten Kehricht um eine Altersangabe gekümmert. Danach wurden wir umerzogen. Lässt man mal die Maltheads außen vor, ist das Alter heute für den Großteil der Whiskytrinker ein ausschlaggebendes Qualitätsmerkmal. Wie oft hört man doch stolze Worte von Gelegenheitsgenießern über den Erwerb eines 10-jährigen Glenweißnich? Interessant ist in diesem Zusammenhang bestimmt auch eine von Chivas Brothers durchgeführte Untersuchung aus dem Jahre 2010.

Ich habe nichts gegen NAS-Abfüllungen, solange der Geschmack und der Preis in einem fairen Verhältnis stehen. Mir ist es eigentlich auch egal, wie alt der Whisky ist, solange er gut schmeckt. Mich stört nur die Pauschalisierung in vielen aktuellen Beiträgen und Kommentaren, dass NAS durch die Bank ungenießbar sind. Gute Gegenbeispiele sind hier Uigeadail und A’bunadh. Man sollte dabei auch nicht vergessen, dass etliche Whiskys trotz Altersangabe unterirdisch schmecken.

Möglicherweise können die Produzenten durch folgende Information auf der Flasche für ein wenig mehr Transparenz sorgen: 56% < 5 Jahre, 34% < 10 Jahre, 10% < 20 Jahre? Muss ja nicht groß geschrieben sein, aber damit wäre doch schon viel erreicht. Bei der Regulierungswut, die die SWA zurzeit an den Tag legt, wäre das eine der leichter zu realisierenden Änderungen. Und schaden würde dies der Industrie bestimmt nicht mehr als Flaschen komplett ohne Altersangabe.“

Tom Zwingel, toms-whisky-welt.de

„Ich finde, wenn man dem Verbraucher die Bedeutung der Altersangabe richtig erklärt, wird er die NAS auch verstehen lernen. Man sollte immer darauf hinweisen, das Whisky ein Natur Produkt ist welches gewissen Schwankungen unterliegt. Die Altersangabe weg zu lassen erleichtert natürlich der Destille die Abmischung der Malts. Whisky ist nunmal Geschmacks Sache.“

Thomas Ide, homeofwhisky.blogspot.de/

„Ich finde es schade, dass viele Whiskyfreunde noch immer nur nach dem Alter, auf die tolle Farbe (was dank dem erlaubten Zuckercouleur für die großen Anbieter dann auch kein Problem ist) und das schicke Label schauen. Eigentlich sollte für einen Genießer nur der Geschmack an erster Stelle stehen!

Schadet NAS dem Markt? ….wenn ich die Diskussion verfolge, dann im Moment schon, da der Geschmack noch nicht im Fokus ist. Für den kleinen Nischenmarkt der Einzelfassabfüllungen sehe ich immer mehr, dass man hier auf Geschmack und Bezahlbarkeit achtet – Was nütze einmal eine tolle Altersangabe, wenn der Whisky dann nur noch teuer, aber geschmacklich eine Enttäuschung ist? Ich hoffe also auf den Geschmackssinn – Slainte“

Ole Lüerßen, http://www.whiskyinvestment.de/

„Dem NAS stehe ich als Whiskysammler kritisch gegenüber, da es für zusätzliche Intransparenz im vorherrschenden Whiskymarkt sorgt. Eine mögliche Etablierung des NAS ist m.E. eine „Shareholder-Entscheidung“, die zwar kurz- und mittelfristig die Gewinne der Whiskyindustrie steigern könnte, aber langfristig Schaden verursachen wird. Das Vertrauen der Verbraucher wird hier auf die Probe gestellt. Ich hoffe, dass sich die Verbraucher nicht vom Marketing mancher NAS-Abfüllungen blenden lassen und stets die hohe Qualität eines Whiskys wertschätzen. Auch wenn die Altersangabe des Whiskys nicht als „Qualitätssiegel“ angesehen werden sollte, liefert sie dem Verbraucher eine gute Orientierung im Whiskydschungel. Das NAS sorgt somit für zusätzliche Intransparenz – das ist nur selten im Sinne der Verbraucher. Als Whiskygenießer und Whiskysammler sehe ich die derzeitige Entwicklung kritisch, doch bin ich zuversichtlich, dass sich die Qualität am Ende durchsetzen wird, ob nun mit oder ohne Altersangabe.“

Unsere Meinung:

Die Redaktion von whic.de ist der Meinung dass man NAS Whiskys nicht einfach verteufeln sollte. Es gibt gute und es gibt schlechte. Wir müssen hier einfach realistisch bleiben und einen Whisky nach seinem Geschmack beurteilen. Auch der Preis seitens der Hersteller sollte dem angemessen sein. Wir halten es für fair wenn Hersteller jüngere Whiskys als NAS zu geringeren Preisen auf den Markt bringen. Auch junger Whisky hat seine Daseinsberechtigung. Zum Beispiel ein stark getorfter Cask Strength Whisky, kann von einem jungen Alter und der dazugehörigen Wildheit profitieren. Das bedeutet allerdings auch, dass wir es Ablehnen wenn Brennereien junge Whiskys zu absoluten Premiumpreisen auf den Markt bringen, befeuert vom gegenwärtigen Hype.

Denn dieses Ungleichgewicht von Qualität zu Preis kann am Ende des Tages schon dazu führen das der Mythos Single Malt insgesamt leidet. Wer hier für den kurzfristigen Gewinn den guten Ruf verspielt, wird am Ende die Quittung bekommen. Auch wenn es nicht zwingend zur großen Krise der Whiskybranche kommen muss, wird in so einem Fall (hoffentlich) der einzelne Produzent getroffen. Wie auch in anderen Branchen wird sich schlechte Qualität zum hohen Preis nicht langfristig behaupten können. Und wer jetzt mit mittelmäßigen 3 jährigen Whiskys seinen Ruf nachhaltig beschädigt wird es auch mit 12 jährigen Standards schwer haben die Herzen der Whiskyfans zu erobern.

In Anbetracht der derzeitigen Investitionen in eine Ausweitung der Produktionskapazitäten vieler Brennereien bleibt die Zukunft auf jeden Fall spannend. Das die Brennereien auf die hohe Nachfrage mit NAS-Whiskys reagieren ist aus unternehmerischer Sicht verständlich, interessant bleibt jedoch die Frage, ob dies ein akuter Trend oder eine langfristige Entwicklung ist?

Am Ende muss jeder Whiskytrinker für sich selbst entscheiden ob er NAS Whiskys kauft, trinkt und genießt. Was denken Sie zum Thema NAS Whiskys? Schreiben Sie es in die Kommentare!

Edit 25.02.2014: Wir freuen uns das uns noch ein weiterer Beitrag erreicht hat. Stefan Hennig (http://www.whisky-info.de/, http://www.glenrothes-info.de/), seines Zeichens „Botschafter von The Glenrothes Single Speyside Whisky in Deutschland“ schreibt:

„Habe nix gegen NAS. Als Vertreter von Glenrothes, die zum einen Vintages und zum anderen NAS Whisky auf den Markt bringen habe ich öfter mit diesen Fragen zu tun. Mir ist es unbegreiflich wie manche auf das Alter fixiert sind. User Motto ist Maturation, no age. Und das ist auch wichtig so. Es sollte auf den Geschmack ankommen und nicht auf Farbe, Alter oder Preis! Verstehe gar nicht warum dieser Hype um NAS. NSA ist viel gefährlicher :-)“

Vielen Dank für diese Meinung!