Irish Whiskey

Saftig grüne Wiesen, zerklüftete Küsten und an jeder Ecke ein Irish Pub. Irland verbindet gekonnt alte Traditionen und quirlige Lebensfreude. Irish Whiskey verkörpert mit seinem fruchtig-leichten Stil perfekt die Seele seiner grünen Heimat. Uns haben es besonders die unabhängigen West Cork Distillers mit ihrem Single Malt angetan: Unser Preis-Leistungs-Tipp! Wenn Sie einen besonders traditionellen Irish Whiskey suchen, probieren Sie doch einen Single Pot Still Whiskey, den es so nur in Irland gibt!

Irish Whiskey Hintergrund

Irish Whiskey ist die landestypische Bezeichnung für einen Whiskey der aus Irland stammt. Irischer Whiskey wird gemeinhin als leicht und fruchtig beschrieben. Wer an Irland denkt, der hat Guinness, Schafe und Whiskey im Kopf. Die grüne Insel hat womöglich die älteste Whiskey-Tradition der Welt und war dennoch mehrmals vom Aussterben bedroht. Heute feiern wir zum Glück die Renaissance einer der ältensten und traditionsreichste Spirituosen der Welt. Der Irish Whiskey ist auf dem Weg zurück ins Rampenlicht! 

Wann darf sich ein Whiskey Irish Whiskey nennen?

Generell definiert der Begriff "Irish Whiskey", genau wie sein Verwandter der "Scotch Whisky", die Herkunft des Whiskeys. Irish Whiskey ist folgedessen Whiskey, der in der Republik Irland und Nordirland hergestellt wird. Auch sonst haben die Regularien von Scotch und Irish Whiskeys viele Gemeinsamkeiten. Irish Whiskey muss aus einem Teil gemälzten Getreides produziert und durch Vergärung mit Hefe entstanden sein. Der Whiskey muss in Irland destilliert werden und darf während der Destillation den Alkoholgehalt von 94,8 % vol. nicht überschreiten. In der Regel wird, um den Erhalt der erwünschten Aromen zu sichern, deutlich niedriger destilliert. Die Reifezeit von Irish Whiskey muss mindestens drei Jahre betragen und in "hölzernen Containern", also Fässern, stattfinden. Während in Schottland die Holzsorte gesetzlich definiert ist, hat Irland hier keine Beschränkung. Aufgrund der idealen Eigenschaften von Eichenholz wird jedoch auch in Irland fast ausschließlich in Eichenfässern gereift. Dem fertig gereiften Whiskey darf per Gesetz außer Wasser und Zuckerkulör (E150a) nichts weiter zugesetzt werden. Der Alkoholgehalt von Irish Whiskey muss mindestens 40 % vol. betragen. Bei einer Altersangabe auf der Flasche dient immer das Alter des jüngsten verwendeten Fasses als Maßgabe. Wenngleich die irische Schreibweise "Whiskey" nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, finden wir in Irland fast ausschließlich die Schreibweise mit "e". Eine Ausnahme bildet hier die neue Waterford Distillery.  

Worin unterscheiden sich Whisky und Whiskey?

Während man in Schottland "Whisky" schreibt, lassen sich die Iren ihr „e“ im Whiskey nicht nehmen. Vermutlich entwickelte sich die Schreibweise mit dem "e" vor dem "y" Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit schufen die Schotten durch die kommerzielle Einführung des Grain Whiskys und Blended Scotch Whiskys ein massentaugliches Produkt, das die Iren als minderwertig einstuften. Die dickköpfigen Iren wollten an den traditionellen Methoden der Pot Still Destillation festhalten. Sie grenzten mit der irischen Schreibweise den Irish Whiskey vom Scotch Whisky ab. Wie wir heute wissen, ging die Rechnung nicht auf. Der Blended Scotch Whisky eroberte die Weltmärkte, während der Irish Whiskey mit vielen Problemen zu kämpfen hatte und beinahe ausgestorben wäre. Neben den Iren sind es noch heute die US-Amerikaner, die "Whiskey" schreiben (mit einigen Ausnahmen wie George Dickel oder Maker's Mark). Am Ende entscheiden aber vor allem die Brennereien der Welt selbst ob sie Whisky mit oder ohne „e“ schreiben. Irischer Whiskey wird nicht nur anders geschrieben als der schottische, sondern weist auch in der Produktion einige Eigenarten auf. Auch in Irland hat heute vor allem der Single Malt Whiskey für das Wiederaufleben der Whiskey-Branche gesorgt. Nachvollziehbar also, dass der Markt darauf reagiert und wir bald eine Vielzahl neuer Irish Whiskeys begrüßen dürfen. Allerdings ist und bleibt eines der Alleinstellungsmerkmale des irischen Whiskeys der Single Pot Still Whiskey.

Herstellung

Wie wird Irish Whiskey hergestellt? Irish Whiskey wird nach hohen Qualitätkriterien hergestellt und ist hier mit seinen schottischen Nachbarn vergleichbar. Je nach Whiskey-Art unterscheiden sich Irish Whiskeys in den verwendeten Getreidesorten und der Destillationsmethode. Traditionell wird Irish Whiskey dreifach destilliert (engl. triple distilled) um dem Brand einen möglichst großen Kontakt mit dem Kupfer der Pot Stills (Brennblasen) zu geben. Dadurch soll er besonders weich und mild werden.

Ein weicher Stil ist abhängig von den Unreinheiten im Brand und der Zahl chemischer Verbindungen, sogenannter kongenerer Verbindungen. Diese werden während der Fermentation von den Hefen kreiert. Kongenere sind aromatische Verbindungen, die sich während der Destillation und Lagerung verändern.

Nicht alle Kongenere sorgen für angenehme Aromen, vor allem dann nicht, wenn sie gehäuft auftreten. Über den "Reflux" kann man solche unangenehmen Geschmäcker hinausbefördern. Reflux bezeichnet einen Vorgang in den Brennblasen, wenn der Dampf die Kupferwände der Brennblase trifft, kondensiert und wieder in die kochende Flüssigkeit zurückläuft. So können Unreinheiten und schwere Schwefelverbindungen herausgefiltert werden. Das Ergebnis ist ein leichterer Brand. Den Kupferkontakt oder Reflux erhöhen die Iren mit einer dritten Brennblase. Sie haben also neben der Wash Still und der Spirit Still auch noch eine sogenannte Intermediate Still. Während die Schotten bei der vorherrschenden Zweifachdestillation nach schwereren und komplexeren Aromen streben, haben die Iren immer nach leichteren Aromen und einem "Easy to drink" Charakter gesucht. Passend zur irischen feucht-fröhlichen Mentalität ist Irish Whiskey daher häufig leichter und süffiger als der schwere und oft rauchige Scotch Whisky. Zudem sind die Brennblasen meist größer als in Schottland und die Form der Brennblasen ist entscheidend für den Kontakt zwischen Brand und Kupferwand. Die Kunst ist nun, nicht zu viele Geschmackskomponenten herauszufiltern. Neben der Destillation hat auch die Fassauswahl und die Fassreifung beim Whisky einen großen Einfluss auf die Weichheit des Whiskys.

Welche Arten von Irish Whiskey gibt es?

Single Pot Still Irish Whiskey

Der Single Pot Still Whiskey ist eine Whiskey-Sorte, die es nur in Irland gibt. Er hat seinen Ursprung in der Besteuerung von gemälzter Gerste Mitte den 18. Jahrhundert. Wie so oft entstand aus der Not eine Tugend. Zukünftig wurde Irish Whiskey mindestens zur Hälfte mit ungemälzter Gerste hergestellt, wodurch er nicht mehr "Single Malt" genannt werden konnte. Single Malt muss nämlich zu 100 % aus gemälzter Gerste produziert werden. So wurde kurzerhand eine neue Whiskey-Sorte kreiert. Denn die Gerste an sich wurde nicht so hoch besteuert. Die Gerste in ungemälztem Zustand ließ sich jedoch schwieriger verarbeiten. So benötigte man spezielle Hammermühlen, um den Grist herstellen zu können. Das verwendete Getreide ist also der Hauptunterschied zwischen Single Malt und Single Pot Still, die sich ansonsten ähneln und auf gleichem Qualitätsniveau angesiedelt sind. Bekannte Single Pot Still Whiskeys sind Marken wie Green Spot und Yellow Spot 12 Jahre, Redbreast und Midleton Very Rare. Der Stil der Pot Still Whiskeys gilt gemeinhin als besonders weich, ölig und rein durch den dreifachen Brennvorgang. Entscheidend für diesen leichten Stil ist auch die Größe der Brennblasen.

Single Malt Irish Whiskey

Single Malt Whiskey in Irland wird ähnlich wie schottischer Single Malt hergestellt. Er wird zu 100 % aus gemälzter Gerste produziert und mit Hefe vergoren. Anschließend wird er auf kupfernen Pot Stills gebrannt. Während die Schotten (bis auf beispielsweise Auchentoshan oder Springbank beim Hazelburn) vorwiegend zweifach destillieren, ist die traditionelle irische Destillation eine Dreifachdestillation. Allerdings mischt sich dies seit dem Produktionstart der Cooley Distillery in den 80er Jahren und den vielen jungen Brennereien Irlands zunehmend mit der Zweifachdestillation. Klassische Brennereien die am triple distilled Single Malt festhalten sind beispielsweise Bushmills. Zweifach destillierte Single Malt Marken sind etwa Tyrconnell, Connemara und Teeling.

Blended Irish Whiskey

Blended Irish Whiskey ist eine Mischung verschiedenen Whiskey-Typen, etwa Grain Whiskey und Malt Whiskey oder Pot Still Whiskey. Grain Whiskey ist ein enorm leichter, süßlicher Whiskey, der auf kontinuierlichen Destillationssäulen, sog. Column oder Patent Stills gebrannt wird. Dieser wird dann mit Malt oder Pot Still Whiskey verschnitten. Ähnlich dem Blended Scotch Whisky ist dieser Whiskey Typ besonders leicht, fruchtig und mild. Nachdem Irish Whiskeys ohnehin ein leichter Charakter zugesprochen wird, zählen die Blended Irish Whiskeys zu den beliebtesten Trinkwhiskeys der Welt, vorneweg die Marke Jameson. Weitere klassische Blended Irish Whiskey Marken sind Tullamore DewPaddy und Powers. Auch diese Marken haben den Trend erkannt und teils nicht verschnittene Single Malt oder Single Pot Still Versionen ihrer Whiskeys veröffentlicht. 

Single Grain Irish Whiskey

Der Single Grain Whiskey ist eine besonders leichte Kategorie von Irish Whiskeys. Der Grain Whiskey dient in der Regel den Blended Irish Whiskeys als Grundlage für ihren leichten milden Grund-Charakter, während die Single Malts oder Single Pot Still Whiskeys dem Blend Rückgrat und Tiefe verleihen. Single Grain Whiskey wird aus verschiedenen Getreidesorten wie Gerste, Mais und Weizen produziert. Er wird auf kontinuierlichen Destillationssäulen, sog. Column oder Patent Stills gebrannt. Der bekannteste Single Grain Irish Whiskey ist der Kilbeggan Single Grain. Doch auch Teeling und die neue Craft Distillery Glendalough produzieren Single Grain Whiskeys. 

 

Welche Marken Irish Whiskey gibt es?

Im Folgenden stellen wir Ihnen in Kürze die wichtigsten Irish Whiskeys in alphabetischer Reihenfolge vor und fassen die wichtigsten Eigenschaften zusammen. 

Bushmills

Bushmills liegt im östlichen Teil Nordirlands in unmittelbarer Nähe des Flusses Bush. Daher stammt auch der Name der Brennerei „Mühle am Fluss Bush“. Die Brennerei ist eine der ältesten, möglichweise die älteste Brennerei Irlands und produziert einen sehr leichten eingängigen dreifach destillierten Single Malt. Klassischerweise finden sich warme Vanille- und Honignoten, sowie Anklänge von Milchschokolade sowie malzige und fruchtige Süße in Bushmills Whiskeys wieder. 

Connemara

Connemara bildet die absolute Ausnahme der Irish Whiskeys, denn dieser zweifach destillierte Single Malt ist über Torf geräuchert und ist daher ein stark rauchiger Whiskey. Dies ist sehr unüblich für irische Whiskeys und macht den Connemara damit zu einer spannenden Ergänzung des sonst sehr leichten Irish Whiskeys. Der Connemara Peated ist eine absolute Preis-Leistungs-Empfehlung und sollte in keiner Bar fehlen. Wer den irischen Raucher mag, sollte unbedingt einmal zur reiferen und komplexeren Variante, dem Connemara 12 Jahre greifen. 

Glendalough

Glendalough ist eine kleine junge Craft Destillerie, die verschiedene Irish Whiskeys wie Single Malt und Single Grain Whiskey vertreibt. Bis eigene Fasssbestände aufgebaut sind, kauft die Brennerei ausgereifte Fässer anderer Brennereien zu und kann daher schon heute einen 7 und 13 Jahre alten Whiskey auf den Markt bringen.

Green Spot

Ein weiterer dreifach destillierter Single Pot Still Whiskey aus der Midleton Distillery. Auch der Green Spot überzeugt mit einer malzigen Süße und angenehmen Gewürzen und Fruchtaromen. Wer eine ausgereiftere Variante bevorzugt, kann zum Yellow Spot greifen, der mit 12 Jahren ein schönes Alter aufweist. 

Hyde 

Die Whiskey Marke Hyde wird von den Hibernia Distillers, einem "Bonder", vertrieben. Bonder sind im Grunde unabhängigen Abfüller, ähnlich den schottischen. Für die Hyde Whiskeys werden Fässer bereits etablierter Brennereien aufgekauft und diese nach eigenen Vorlieben nachgereift und abgefüllt. So entstehen spannende Neukreationen. 

Jameson

Jameson ist ein Blended Irish Whiskey und wird in der Midleton Distillery hergestellt. Er besteht daher aus einem Teil dreifach destilliertem Single Pot Still Whiskey und einem Teil Grain Whiskey. Er ist der meistverkaufte Irish Whiskey weltweit und hat eine Vielzahl unterschiedlicher Abfüllungen. Jameson zeichnet sich durch seinen milden Charakter und seine hellfruchtigen Aromen aus.