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London Dry Gin

Klassischer geht es nicht. Zur am strengsten reglementierten Gin-Kategorie zählen ausschließlich Erzeugnisse, deren Charakter vorwiegend von Wacholder bestimmt wird. Doch nur, weil hier die "alte Schule" Programm ist, ist keine Rede von Langeweile. Hier finden Sie garantiert die passende Grundlage für Ihre nächsten Cocktail-Kreationen.

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London Dry Gin

Die Stadt London war früh der erste große Hotspot für die Herstellung von Gin. Dabei ist die Herstellung von London Dry Gin nicht geographisch auf die Stadt London begrenzt. Dieser darf weltweit erzeugt werden. Die Bezeichnung London Dry Gin ist heute ein Gütesiegel, welches für eine Herstellung aus besonders hochwertigen Zutaten steht.

Die Herstellung von London Gin wird in der derzeit gültigen europäischen Spirituosen-Verordnung (EG) Nr. 110/2008 eindeutig festgelegt. Der London Gin ist eine von drei klar definierten Sorten neben dem einfachen Gin und dem Destillierten Gin. Mit letzterem verbindet ihn die erneute Destillation als gemeinsame Grundlage, die Unterschiede finden sich in wenigen, aber wesentlichen Punkten:

Das gewonnene Destillat muss einen Mindestalkoholgehalt von 70 % vol. aufweisen und es dürfen keine weiteren Aroma- sowie Farbstoffe oder Süßungsmittel (max. Zuckergehalt 0,1 g/L) zugesetzt werden, nur Wasser zur Verdünnung ist erlaubt. Der Mindestalkoholgehalt von London Gin beträgt ebenfalls 37,5 % vol. und kann durch den Begriff „dry“ ergänzt werden.

Stil

Wie schmeckt London Dry Gin? Der klassische London Dry Gin beschreibt einen Stil, der nicht typischer sein kann. Der erste Eindruck in der Nase ist zumeist ein Duft, der an Nadelbäume, frisch gemahlenen Pfeffer und soeben aufgeschnittene Zitronen erinnert. Im Mund setzen sich diese Aromen fort, die Wacholdernoten behalten die Oberhand und die Schärfe mildert sich mit der Zeit ab. Würzige Tönen übernehmen die Führung, während Zitrusfrüchte aller Art für die Balance und die Frische sorgen. Diese runden den Geschmack zum Ende hin ab, der leicht scharf und trocken ausklingt.

In der Regel basieren London Dry Gins auf wenigen Botanicals, selten mehr als zehn verschiedene. Darunter findet man die klassischen Beigaben, die schon seit Jahrhunderten verwendet werden. Wacholder, Zitrusfrüchte, dazu Koriander und Kardamom, etwas Süßholz und Mandeln, Pfeffer und Angelika- wie Iriswurzel, vielleicht noch ergänzt mit Zimt. Mehr ist nicht nötig für Perfektion.

Die Entwicklung des London Dry Gins blieb nicht stehen, im Gegenteil. Trotz des vermeintlich engen Korsetts der Gesetzgebung bleibt eine große Variabilität für die Vielfalt der Aromen. Die London Dry Gins unserer Zeit haben nur noch wenig gemein mit den Dry Gins der Vergangenheit. Der Genießer darf und soll heute wählen. Zwischen den wacholderlastigen Klassikern wie Tanqueray oder Beefeater und den Vertretern des modernen New Western Gin Stils. Dafür darf man auch nach Deutschland in die Nähe von Hamburg blicken. Mit dem Elephant London Dry Gin probieren Sie einen milden, fruchtigen, exotischen Gin und tun noch Gutes für die afrikanische Tierwelt.

Herstellung

Wie wird London Dry Gin hergestellt? Die Herstellung von Gin variiert etwas je nach Stil. Auf eine Besonderheit, die mit verantwortlich für den Aufstieg des Dry Gins in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war, lohnt es sich, genauer zu blicken.

Als man die Destillation effizienter und ökonomischer gestaltete, ersetzte man den zweiten Brenndurchlauf in einer separaten Brennblase durch einen zusammenhängenden Brennvorgang. Man begann in einer Kupferbrennblase, aber dieser wurde eine neuartige Rektifizierkolonne oder Säule aufgesetzt. Die Herstellung wird damit beschleunigt und der Ausstoß erhöht. Der resultierende Brand war zwar sauberer und leichter, aber ein Großteil der wichtigen ätherischen Öle fehlte. Dies kompensierten die darauf aufbauenden Corty Head oder später Carter Head genannten Brennblasen. In diese wird nach der Rektifizierkolonne eine Ausbuchtung eingebaut, in die Kupferkörbe platziert werden können. Die Botancals werden in die Körbe gelegt und der Destillationsdampf holt beim Durchströmen die Öle heraus. Die Körbe kann man heute unterteilen, unten kommen die gröberen Kräuter und Gewürze hinein, oben die feiner gemahlenen. Da dieses Verfahren aufwendiger ist und mehr Sorgfalt bedarf, ist es heute nicht mehr allgemein verbreitet. Experten führen an, dass sich damit ein frischerer, aromatischerer Gin herstellen lässt.

Vor allem für den früheren Dry Gin wurde dieses Verfahren bald angewendet. Noch heute schwören Traditionshersteller wie auch neue Jungstars auf dieses Verfahren. Beispielhaft können hierfür der Bombay Sapphire oder die Balmenach Distillery mit ihrem Caorunn genannt werden.

Empfehlung

Die Sortenvielfalt an Gin allgemein und damit an London Dry Gin speziell ist heute beinahe unübersichtlich. Eine Empfehlung auszusprechen ist daher nicht einfach. Wir möchten uns daran orientieren, wie deutlich die klassischen Aromen der jeweiligen London Dry Gin hervortreten:

Der Sanfte:
Eden Mill St. Andrews Original Gin
Aus der noch jungen St. Andrews Distillery im schottischen Fife gelegen, stammt dieser sommerlich leichte und elegante London Dry Gin. Die Kraft des Wacholders wird durch die Beimischung von Sanddornbeeren aus der lokalen Umgebung der Brennerei gemildert. Ergänzt unter anderen um Zitronenmelisse, Zitronenschalen, Koriander, Nelken und Angelikawurzeln entfaltet dieser Gin seine sanften, weichen und stimmigen Aromen.

Der Klassiker:
No. 3 London Dry Gin
Für den unabhängigen Spirituosenhändler Berry Bros. & Rudd, seit 1698 ansässig in der Londoner St James Street No. 3, wird dieser London Dry Gin in der niederländischen Brennerei De Kuyper hergestellt. Dort wird er in kupfernen Brennblasen traditionell destilliert und zeigt unverhüllt seine britischen Wurzeln. Mit nur sechs verwendeten Botanicals ist dieser London Dry Gin eine Verbeugung an die Einfachheit in Verbindung mit höchster Komplexität. Wacholder bildet das Fundament, darüber thront sanft der Kardamom und Koriander. Orangenschalen und vor allem die Grapefruit heben ihn in die Lüfte empor und die Angelikawurzel rundet das Ganze floral ab.

Der Wilde:
Sipsmith V.J.O.P. London Dry Gin
V.J.O.P., Very Junipery Over Proof steht für ein Versprechen, das von Beginn bis zum Ende eingehalten wird. Diese sehr wacholderige und alkoholstarke Variante des Sipsmith ist kein London Dry Gin für die Liebhaber eher dezenter, sanfter Düfte. Durch die Unmenge an Wacholder, der auf dreierlei Weise bei der Herstellung verwendet wird, fühlt man sich in einen Tannenwald versetzt. Mit dem trockenen und aufregenden Duft nach Holz, Zigarren, Zedern und Nadeln in der Nase. Neben diesem Mehr an Wacholder spielen noch Koriander, Engelwurz, Süßholz, Angelikawurzeln, Mandeln, Zimt, Zitronen- wie Pomeranzenschalen eine Rolle bei der Herstellung.

Geschichte

Die Geschichte des Gins war von Beginn an fest verbunden mit Attributen wie cremig, weich und vor allem süß. Noch bis weit über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus war der bis dato ausschließlich in Großbritannien hergestellte Gin deutlich gesüßt. Der mit Zucker versetzte britische Gin lag damit geschmacklich näher am holländischen Genever, welcher bereits in Nordamerika Fuß gefasst hatte. Diese, Old Tom Gin genannte britische Variante schickte sich an, auch außerhalb Großbritanniens die durstigen Kehlen zu erobern. Ab den 1860er Jahren konnte man eine Gegenströmung erkennen, die sich mehr den trockeneren Getränken zuwandte. Das Verlangen nach eher kräftigerem und weniger gesüßtem Gin ging von der neuen Oberschicht aus. Man wollte sich damit vom gemeinen Volk absetzen, das weiterhin lieber süßen Gin konsumierten.  In den 1870er Jahren richtete die Reblaus schwere Schäden in den europäischen Weinbergen an. Dies resultierte in ein beinahe gänzliches Verschwinden des Cognacs aus den Märkten. In der Folgezeit konnte sich Gin stärker in der anwachsenden Mittelschicht verwurzeln. Er wandelte sich vom süßen, kalt aus kleinen Gläsern getrunkenen Shot zur trockenen Basis von einfachen und raffinierten Cocktails.

Bereits in den 1900er Jahren war das Gleichgewicht der Gin-Stile in den Drinks weg von den süßen holländischen Genevern (Hollands) bzw. Old Toms hin zu den sogenannten Dry Gins verschoben. Das Blatt hatte sich gewendet. Der Dry Gin war als London Gin immer beliebter geworden und brillierte in der Nachkriegszeit der späten 1940er und beginnenden 1950er Jahren. Vor allem Getränke wie Martini, Martinez, Negroni oder ein klassischer Gin Tonic waren ohne einen trockenen Gin unvorstellbar.

Diese Ära des trockenen Gins währte nicht lange. Ab den 1960er Jahren wandte sich die junge Generation einem neuen Star am Spirituosenhimmel zu. Wodka ersetzte in der westlichen Welt schnell den Gin in vielen Cocktails und stempelte diesen als hoffnungslos veraltet ab. London Dry Gin mit seinen kräftigen Wacholder- und Zitrus-Aromen war der komplette Gegensatz zu Erfolg, Lebenslust und Lifestyle. Für fast 30 Jahre fristete Gin ein kümmerliches Dasein, ein veraltetes Überbleibsel in Golf- und Yachtklubs. Erst in den 1990er Jahren entdeckte man den London Dry Gin neu. Man entstaubte ihn und begann diesem mit sanfteren Aromen ein neues Leben einzuhauchen.

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