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Edradour

Edradour brennt in den schottischen Highlands einen kräftigen, malzigen Single Malt. Die kleine Brennerei hat sich vom Geheimtipp zur Lieblingsbrennerei vieler Whiskyfans gemausert. Besonders die hochwertigen Reifungen in Sherry- und Weinfässern machen Edradour zu einem Muss für Scotch-Fans. Zum Einstieg empfehlen wir Ihnen den malzig-süßen Edradour 10 Jahre. Für Fans von Torfrauch ist der Ballechin 10 Jahre die richtige Wahl! 

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Edradour Whisky

Viele Jahre war auf dem Schild am Eingangsbereich zur Edradour Distillery stolz "Scotlands smallest Distillery" zu lesen - Schottlands kleinste Brennerei. Schon viele Jahre ist dies aber nicht mehr ganz korrekt. Daher hat die kleine Highland Destillerie am Rande des Ortes Pitlochry ihren Slogan mittlerweile geändert. Nun heißt es "Scotlands little gem" - Schottlands kleines Juwel. Der neue Titel passt mindestens genauso gut, wenn nicht noch besser zu Edradour. Die Gebäude versetzen uns zurück ins 19. Jahrhundert und wirklich viel verändert hat sich seit dem tatsächlich auch nicht. Die knuffigen weiß getünchten Gebäude liegen direkt an einem Seitenarm des Flusses Tummel. Edradour wirkt eher wie ein Märchen-Dorf. Nicht verwunderlich also, dass die Brennerei jährlich zahlreiche Besucher empfängt. Edradour stellt einen klassischen wuchtigen Highland Whisky her, der in nicht-rauchigen und rauchigen Varianten zu haben ist. 

Aussprache

Hausstil

Wie schmeckt Edradour Single Malt? Edradour Whiskys sind gemeinhin würzig, kräftig und malzig. Die kleine Brennerei experimentiert viel mit unterschiedlichen Fassarten, besonders Weinfässer haben es dem Besitzer Andrew Symington angetan. Daher finden sich viele Single Malts von Edradour in Wein- und Starkweinfässer wieder. Je nach Fassart tragen die Whiskys entsprechend eigene Aromen. Die Single Malts mit dem Namen der Brennerei "Edradour" sind nicht getorft. Als eigene Marke hat Edradour die Marke Ballechin etabliert, deren Abfüllungen allesamt mit etwa 50ppm schwer getorft sind.

Herstellung

Wie wird Edradour Whisky produziert? Die Produktion bei Edradour läuft noch sehr traditionell und handwerklich ab. Bis auf das Mälzen wird jeder Schritt der Whisky-Herstellung vor Ort von Hand erledigt. Der kleine Maßstab macht es den Besuchern gut anschaulich, wie Whisky hergestellt wird. 

Edradour besitzt mittlerweile zwei Brennhäuser. Das ursprüngliche Brennhaus (Edradour 1) besitzt eine traditionelle, gusseiserne 1,1 Tonnen Mash Tun, vier hölzerne Washbacks und zwei kleine kupferne Brennblasen. Eine Wash Still mit 4.218 Litern Volumen und eine Spirit Still mit 2.179 Litern Volumen. Eine der vielen Besonderheiten bei Edradour sind die Wormtub Kondensatoren, eine alte Methode den Alkoholdampf aus den Brennblasen zu verflüssigen. Man sagt Whiskys aus Worm Tub Kondensatoren einen schwereren Körper nach.. Bei Edradour durchaus schlüssig. Im Nachbargebäude, auch als Edradour 2 bezeichnet, gibt es zwei identische Brennblasen und vier neue Washbacks. Die Erweiterung zwischen 2016 und 2018 hat Edradour auf eine Produktionskapazität von 260.000 Liter reinen Alkohols angehoben – produziert werden momentan etwa 200.000 Liter. Aufgrund der steigenden Nachfrage des ungetorften Edradour Whiskys wurde die Herstellungsmenge des getorften Whiskys auf 10 bis 15.000 Liter jährlich zurückgeschraubt. Eine Besonderheit bei Edradour ist die Verwendung von Morton Refrigerators. Dahinter verbirgt sich ein besonderes Kühlsystem, das die Würze, die aus der Mash Tun kommt, abkühlt. Früher wurden diese Apparaturen häufig verwendet, heute ist Edradour die einzige schottische Brennerei, die sie nutzt..

Edradour setzt seit der Übernahme durch Andrew Symington und Signatory vermehrt auf Diversität im Wood Management. Die Highland-Brennerei setzt auf Finishes und Vollreifungen in Fässern, die zuvor Marsala, Madeira, Portwein, Chardonnay, Sauternes, Bordeaux oder auch Burgunder beinhalteten. In der Folge gibt es neben den Standards Edradour 10 Jahre und dem 12-jährigen Caledonia, auch eine Serie, die unter der Bezeichnung „Edradour straight from the cask“ abgefüllt wird. Hier bekommen Whisky-Genießer den puren authentischen Whisky, wie er aus dem Fass kommt. Ohne Zugabe von Zuckerkulör, ohne Kühlfilterung und in kräftiger Fassstärke kommt der Whisky in die Flasche. Allesamt sehr empfehlenswert und hervorragende Handwerkskunst.

Unter dem Markennamen Ballechin sind seit 2006 auch getorfte, rauchige Whiskys aus der Edradour Brennerei erhältlich. Seit der Erweiterung der Brennerei in 2018 kann der getorfte Ballechin und der ungetorfte Edradour separat von einander gebrannt werden. 

Neben der Produktion von Whisky ist Edradour auch eine touristische Attraktion. Über 100.000 Besucher jährlich pilgern in den Sommermonaten zu der knuffigen Destille in den Highlands. So beschäftigt Edradour im Sommer mehr Mitarbeiter im Besucherzentrum als in der Whisky-Produktion. Trotz der großen Besucherzahlen können wir Edradour nach wie vor als Reiseziel empfehlen, ebenso wie ihren Whisky!

Geschichte

Die Anfänge von Edradour gehen weit zurück. Schon vor 1825 soll Whisky dort schwarz gebrannt worden sein. Selbst das Gründungsjahr der offiziellen Brennerei ist nicht ganz geklärt. Es wird vermutet, dass im Jahr 1825 die Brennerei Glenforres gegründet wurde. Erst 1837 ist von Edradour die Rede. Man geht davon aus, dass die heute so beliebten, pittoresken Brennereigebäude aus diesem Jahr stammen. In den ersten 100 Jahren ihrer Existenz wechselte Edradour oft den Besitzer. Erst 1933 mit der Übernahme durch William Whiteley & Co. kam etwas Kontinuität in die Brennerei-Geschichte. Knapp 50 Jahre später übernahm Pernod Ricard die Brennerei im Jahr 1982. 1986 veröffentlichte man den ersten Single Malt der Brennerei, der vorerst jedoch nur im Brennerei-Shop erhältlich war. Mitte 2002 verwirklichte sich Andrew Symington, Besitzer des unabhängigen Abfüllers Signatory, den Traum einer eigenen Whisky-Brennerei und kaufte Edradour. Im selben Jahr wurden der Edradour 10 Jahre und der Edradour 13 Jahre herausgebracht. In der Folge entwickelte sich Edradour prächtig. Die Brennerei reagierte daraufhin mit den Plänen zum Ausbau, die 2016 begannen und 2018 abgeschlossen wurden.

Herkunft


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