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Brandy

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Hintergrund

Definition & Wortherkunft  

Der Begriff „Branntwein“ im deutschen bzw. „Brandy“ im englischen bezeichnete ursprünglich alle hergestellten Destillate, unabhängig ihres Ausgangsprodukts. Dies ist noch heute üblich. Im speziellen wird ein Weinbrand oder Brandy als eine Spirituose definiert, deren Vorstufe grundsätzlich Wein aus Trauben darstellt. Niederländer waren im 16. Jahrhundert die ersten großen Kaufleute der Weltmeere, neben Gütern des täglichen Gebrauchs handelten sie auch mit Genussmittel aller Art. Vor allem Wein aus Spanien und Frankreich war damals überaus profitversprechend und erfuhren eine enorm ansteigende Nachfrage. Brandewijn, so der Ausdruck der Niederländer für diese ersten klaren und rauen Weindestillate, wurde in erster Linie hergestellt, um Transportkapazität an Bord und anfallende Steuern einzusparen. Diese hochprozentigen Branntweine waren jedoch nicht für den puren Konsum gedacht. Am Zielhafen angekommen, vermischte man diese wieder mit Wasser oder anderem Wein.

geografische Verortung

Weinbrände und Brandys werden heute in mehr Ländern weltweit hergestellt, als man auf den ersten Blick vermuten möchte. Dabei führt Indien mit großem Abstand die Liste der Hersteller an, während die USA und die Philippinen die größten Konsumenten darstellen. Das Trauben-Destillat darf man als den internationalsten Brand bezeichnen, auch wenn die renommiertesten und bekanntesten Vertreter aus den klassischen Weinländern stammen. In der Geschichte waren die Weinbrände aus Frankreich und Spanien stets die Bedeutendsten. Sie prägten die Herstellung, die Stile und letztendlich die Gesetzmäßigkeiten, die noch heute gelten.

Länder, Sorten & Stile

Die berühmtesten Weinbrände bzw. Brandys kommen unbestritten aus Frankreich und Spanien. Diese werden unter strengen gesetzlichen Bestimmungen produziert, gelagert und verkauft. Darüber hinaus werden in vielen anderen Ländern Brände auf Basis von Trauben hergestellt. Es lohnt sich daher, etwas näher hinzuschauen:

Frankreich:
Die Franzosen erkannten früh das Potential ihrer Weinbrände, welche schon im 18. Jahrhunderts ihren Siegeszug um die Welt begannen. Bereits 1909 wurde für beide Weinbrände eine Verordnung definiert, 1936 erhielten sie die geschützte Herkunftsbezeichnung (Appellation d’Origine Contrôlée).

  • Cognac
    Das ist der erfolgreichere, große Bruder der beiden Weinbrände Frankreichs, wenn auch nicht der ältere. Schwache, saure Weine auf Basis von sechs verschiedenen, zugelassenen Traubensorten bilden die Basis des berühmtesten Weinrands der Welt. Fast 500 Jahre geschichtliches Auf und Ab hat der Faszination Cognac letztlich nicht geschadet. In sechs Anbauregionen um die Stadt Cognac, nördlich des Bordeaux gelegen, entstehen die Weine und Destillate. Die berühmtesten unter ihnen sind die Grande und die Petite Champagne. Die Reifung findet für mindestens zwei Jahre in Eichenholzfässern statt, die in der Regel um die 350 Liter fassen. Stichpunkt für die Zählweise bei der Reifung ist stets der 01. April des auf die Weinlese folgenden Jahres. Ein Destillat kommt beispielsweise im November nach der Lese in die Fässer während die Zählweise für das Alter erst am darauffolgenden 01. April startet. So muss ein Cognac, bevor dieser abgefüllt werden darf, für zwei Jahre im Fass gelegen sein. Dies erfüllt die unterste Kategorie V.S. oder Very Special. Für das Kriterium V.S.O.P. oder Very Superior Old Pale reift der Cognac vier Jahre, für X.O. oder Extra Old nicht unter zehn Jahre. Es gilt bei allen der jeweilige Bezug zum Stichtag 01. April. Auch wenn die Nachfrage für länger gelagerte Cognacs und Jahrgangs-Editionen in letzter Zeit anstieg, stellen die Qualitäten V.S. und V.S.O.P. noch immer etwa 80% der verkauften Flaschen.
  • Armagnac
    Ungeachtet der langen Vorherrschaft von Cognac war der erste Weinbrand in Frankreich vor circa 700 Jahren nachweislich ein Armagnac. Die Region Armagnac, südlich des Bordeaux, liegt weiter im Inland und abseits der großen Handelswege. Der dortige Weinbrand spielte allzeit nur die zweite Geige. Auf Basis von zehn zugelassenen Rebsorten wird heute ein Bruchteil dessen produziert, was als Cognac in die Flaschen kommt. In der Herstellung kann Armagnac wie Cognac doppelt auf Brennblasen destilliert werden, wie auch in einer kontinuierlich arbeitenden, einzelnen Brennkolonne. Neben gereiftem Armagnac gibt es auch sogenannten Blanche Armagnac, der nicht reifen muss. Die Altersstruktur gleicht der bei Cognac, mit einer Ausnahme: bei Armagnac liegt die Mindestreifezeit bei nur einem Jahr, das heißt ein V.S. ist ein Jahr in Eichenfässern gelagert. Im Gegensatz zu Cognac ist Armagnac überwiegend über die produzierenden Winzer zu bekommen. Lange gelagerte Abfüllungen und Jahrgangs-Editionen sind die Regel, sogar Einzelfass-Abfüllungen stellen keine große Seltenheit dar. In puncto Geschmack ist Armagnac anders als Cognac, in der Qualität durchaus ebenbürtig.

Spanien:
Ein spanischer Brandy darf im gesamten Land hergestellt werden. Ein Brandy de Jerez ist auf die Sherry-Region um Jerez de la Frontera, Sanlúcar de Barrameda und Puerto de Santa Maria beschränkt. Die Geschichte des Brandys geht urkundlich bis in das 16. Jahrhundert zurück, allerdings konzentrierte sich der Handel und die Herstellung bald auf die Region Andalusien. Mit der Stadt Sevilla hatte Spanien dort die wichtigste Finanzmetropole. Die Häfen südlich davon wurden zu den wichtigsten Handelsplätzen für die jungen Weindestillate.

  • Brandy de Jerez
    Dies ist der einzige spanische Weinbrand, für den es eine gesetzliche Regelung und Definition gibt. Der große Unterschied zu den beiden berühmten französischen Weinbränden liegt darin begründet, dass nur die Lagerung im Gebiet der geschützten Herkunftsbezeichnung erfolgen muss. Als Basis sind keine bestimmten Rebsorten vorgeschrieben, aber etwa 95% der Grundweine sind von Airén bereitet. Diese wachsen nicht in der Region um Jerez, sondern in der La Mancha in Zentralspanien. Dort wird auch in der Regel das Grunddestillat hergestellt, sowohl in Brennblasen wie auf -kolonnen. Dabei entstehen drei unterschiedlichen Stile: Holandas, Aguardientes und Destilados. Diese werden getrennt voneinander mit Tankwagen in die Region Jerez zur Reifung transportiert. Dort ist gesetzlich die Reifung in ehemaligen Sherry-Fässern vorgeschrieben, das Volumen muss kleiner gleich 1.000 Liter sein. Das Solera-System für die Reifung ist dem Sherry entlehnt und gewährleistet kontinuierliche Qualität und gleichbleibenden Geschmack über die Zeit. Die Mindestreifezeit eines Brandy de Jerez beträgt sechs Monate für die Stufe Solera. Ein Solera Reserva muss ein volles Jahr in den Fässern lagern, während drei Jahre für einen Solera Gran Reserva vorgeschrieben sind. Durch die ausschließliche Reifung in ehemaligen Sherry-Fässern entsteht ein weicherer, fruchtigerer und süßerer Brandy als es die französischen Pendants sind. In Andalusien heißt es daher gerne, dass sich der Genuss eines Brandy de Jerez wie folgt auszeichnet: Durch Feuer auf der Zunge, Samt in der Kehle und Wärme im Magen.

Portugal:
Der weitaus größte Teil des in Portugal erzeugte Weindestillat wird zur Verstärkung der Portweine verwendet. In wenigen Regionen wie im Vinho Verde in Nordportugal beziehungsweise in Lourinhã nordwestlich von Lissabon traute man sich zu, einen Weinbrand herzustellen. Gelagert wird in Eichen- und Kastanienfässern von maximal 800 Liter Fassungsvermögen. Eine Mindestreifung von sechs Monaten ist für den Aguardente vínica vorgeschrieben, zwölf Monate für den Aguardente vínica velha.

  • Aguardente de Vinho Lourinhã
    Die Region ist neben Cognac, Armagnac und Brandy de Jerez die vierte in Europa gesetzlich anerkannte Weinbauregion zur Erzeugung von Weinbrand. Im Jahr 1992 wurde sie in den Rang der Denominação de Origem Controlada (DOC). Der Landstrich an der Atlantikküste gehört zur Region Estremadura und ist seit über 200 Jahren die bevorzugte Herkunft junger Weindestillate der Port-Häuser. Die alkoholschwachen Weine eignen sich hervorragend für die Destillation. Heute ist der Alkoholgehalt der Grundweine auf 10 Vol.-% gesetzlich begrenzt. Mögliche Sorten sind nicht gesetzlich festgelegt, bevorzugt werden vor allem die weißen Sorten Malvasia Rei und Tália beziehnungsweise die rote Cabinda. Wurden früher die Weine in Kupferbrennblasen portionsweise zweifach destilliert, setzt man heute auf das kontinuierliche Brennverfahren. Der maximale Alkoholgehalt ist auf 78 Vol.-% festgelegt, die Reifung erfolgt in Eichen- und Kastanienfässern für größenteils mehrere Jahre.

Italien:
Weinbrände haben es in Italien schwer. Die Weintrauben werden nahezu ausschließlich zu Wein oder Grappa verarbeitet. Die wenigen Arzente, wie die italienische Sammelbezeichnung für cognac-ähnliche Weinbrändelautet, werden zu zwei Drittel durch zwei Hauptmarken bestritten. Im frühen 19. Jahrhundert begann die Geschichte des Veccia Romana in Bologna. Auf die Traubensorte Trebbiano setzend, die im Coganc als Ugni Blanc bekannt ist, entstand ein weicher, harmonischer Weinbrand. Ab den 1950er Jahren eroberte der Veccia Romana den italienischen Markt und gewann auch außerhalb Italiens enorm an Beliebtheit. Die zweite große italienische Brandy-Marke nahm ihren Anfang in der Hafenstadt Triest. Lionello Stock gründete dort in den 1880er Jahren mit seinem Freund Carlo Camis eine Destillerie zur Herstellung von Weinbrand. Der Stock 84 ist bis heute das Standbein des Unternehmens. Eine Reifung von wenigen Monaten bis etwa drei Jahren stellt die Regel dar, länger gereifte Varianten bilden die Ausnahme. Diese findet man mittlerweile eher bei Grappa-Brennern wie zum Beispiel Jacopo Poli.

Griechenland:
Griechischer Weinbrand ist eher mit der jüngeren Weingeschichte des Landes verbunden. Weindestillate aus griechischen Rebsorten wie zum Beispiel Savatiano oder Rhoditis werden zur Herstellung verwendet. Die Brände altern in Eichenholzfässern mit einem Volumen von weniger als 1.000 Litern für sechs Monate, von mehr als 1.000 Litern für ein Jahr. In der Regel werden sie beid er Abfüllung gemischt und mit Wasser auf einen Mindestalkoholgehalt von 36 Vol.-% verdünnt. Der europäischen Gesetzgebung zufolge sind die folgenden griechischen Weinbrände mit einer geschützten Ursprungsbezeichnung versehen: Brandy aus Attika, Brandy aus der Peloponnes, Brandy aus Zentralgriechenland.

  • Metaxa
    Der bekannteste Weinbrand Griechenlands ist genau genommen kein Brandy. Die Geschichte beginnt im Jahr 1880, als sich Spyros Metaxa mit seinen Brüdern in Piräus niederließ. Im Süden Attikas erwarb er ausgedehnte Rebflächen und begann mit den Weinen und deren Destillation zu experimentieren. Die Basis des künftigen Metaxa wurde aus einer ausgewogenen Mischung von Weinen und Destillaten davon komponiert. Unter dem schlichten Familiennamen Metaxa erschien das Ergebnis erstmals 1888, der Grundstein für Griechenlands berühmteste Spirituose war gelegt. Heute wird der Metaxa unverändert nach der alten Rezeptur in einer modernen Fabrik in der Nähe von Athen hergestellt. Für die Grundweine setzt man die Rebsorten Savatiano und Korinthiaki ein, die auch für Retsina oder Rosinen und Korinthen verwendet werden. Die Weine werden mit jungem Destillat verstärkt und destilliert, anschließend in Eichenfässer zur Reifung gefüllt. Etwa sechs Monate vor der geplanten Abfüllung werden die gereiften Destillate dem von Spyros Metaxa entwickelten Verfahren unterzogen: die traditionellen Brandys durchlaufen auf dem Weg in die Mischtanks eine spezielle Filterschicht. Diese besteht aus einer geheimen Zusammensetzung von Kräutern, Gewürzen und Rosenblättern und verleiht dem Metaxa zusätzliche Aromen und Tiefe. In den Mischtanks wird dieser aromatisierte Weinbrand mit gereiften Süßweinen aus Muskateller-Trauben verschnitten und reift bis zur Abfüllung in großen Holzfässern nach. Traditionell sind die Qualitätsstufen bei Metaxa in Sternen festgelegt, die für die Jahre der Reifung stehen. Mit drei Sternen beziehungsweise nach drei Jahren wird der jüngste abgefüllt, daneben gibt es noch die Varianten mit fünf und sieben Sternen. Im Premium-Bereich sind die ältesten Expressionen angesiedelt: der Grande Fine reift für 15 Jahre, der Private Reserve sogar für bis zu 30 Jahre.

Deutschland:
Von den 1950er bis in die 1990er Jahre hinein erlebte der deutsche Weinbrand einen ungeahnten Höhenflug und stellte der Deutschen liebste Spirituose. Am bekanntesten ist die 1892 in Rüdesheim am Rhein gegründete Weinbrennerei namens Asbach. Ab 1902 nannte der Gründer, Hugo Asbach, seinen gebrannten Wein Cognac-Weinbrand. Ab 1911 verzichtete er auf den Zusatz Cognac und führte die Bezeichnung Weinbrand in Deutschland ein. Als 1919 untersagt wurde, den Zusatz Cognac weiter im Namen zu führen, hatte sich der Begriff Weinbrand in Deutschland bereits etabliert. Neben Asbach kennt man hierzulande noch die Marken Scharlachberg, Dujardin, Jacobi, Mariacron und Chantré. Im Gegensatz zu den Vertretern aus Frankreich und Spanien setzt deutscher Weinbrand kaum auf Trauben aus dem eigenen Land. Vielmehr wird der Bedarf hauptsächlich mit Weinen aus Frankreich und Italien gedeckt. Die Destillation erfolgt in zwei Schritten bis zu einem Alkoholgehalt von circa 70 Vol.-%, maximal bis zu 86 Vol.-%. Gelagert wird anschließend in Eichenholzfässern: bei einem Volumen von weniger als 1.000 Litern für sechs Monate, von mehr als 1.000 Litern für ein Jahr. Seit 1998 unterscheidet man zwischen Weinbrand und deutschem Weinbrand. Bei letzterem dürfen nur Grundweine aus bestimmten Rebsorten verwendet werden. Ebenso ist die Lagerung in Eichenholzfässern mit einem Volumen von weniger als 1.000 Litern für zwölf Monate vorgeschrieben. Die Zugabe von Kaltauszügen von getrockneten Pflaumen, Nüssen oder Eichenholzspänen sowie Zugabe von Süß- und Farbstoffen ist erlaubt.

Georgien:
Die georgische Region Kachetien gehört zu den frühesten Weinbauregionen der Welt. Vor über 7.000 Jahren wurden dort bereits Trauben angebaut und Wein gekeltert. Eine der ältesten Rebsorten der Welt, Rkatsiteli, ist noch heute die Basis vieler Weine, Likörweine oder Weinbrände. Der führende Erzeuger von Weinbrand in Georgien ist die Firma Saradjishvili, die 1884 als Tbilisi Brandy Factory gegründet wurde. Heute wird in einer 1954 errichteten und vor kurzem auf den neuesten Stand modernisierten Destillerie produziert. Grundlage ist die Methode der Cognac-Herstellung mit einem Roh- und einem Feinbrand bis auf 70 Vol.-%. Die Lagerung erfolgt in 400-Liter-Fässer aus heimischer Iberica-Eiche. Veröffentlicht wird der Brandy ab einem Alter von drei Jahren, ältere sind ebenfalls im Programm. Die Sonderabfüllungen XX Century und Saradjishvili 155 bestehen aus kleinen Mengen der ältesten, verfügbaren Destillate bis zurück in die Anfangszeit der Firmengeschichte. Diese beiden Abfüllungen sind die Krönung der georgischen Weinbrand-Erzeugung und brauchen sich international keineswegs zu verstecken.

Peru & Chile:
Pisco ist kein Brandy im klassischen Sinn, eher ein Traubenbrand, auch wenn davon gereifte Varianten erhältlich sind. Die beiden südamerikanischen Staaten Chile und Peru führen seit Langem eine gerichtliche Auseinandersetzung über die Verwendung des Namens. Die unterschiedlichen Regelungen in den beiden Ländern ergeben zwei komplett unterschiedliche Spirituosen mit gleicher Bezeichnung Pisco. Der große Unterschied zu europäischen Weinbränden liegt in der Verwendung der Rebsorten. Für Pisco setzt man hauptsächlich auf aromatische Sorten wie Muskateller, die schon dem Grundwein einen duftenden, markanten Charakter verleihen. Peruanischer Pisco darf nach der Destillation nicht mehr mit Wasser verdünnt werden und wird auf eine Stärke von 38-48 Vol.-% gebrannt. Nach der Destillation ist eine Mindestruhezeit von drei Monaten in reaktionsneutralen Behältern vorgeschrieben. Eine Reifung in Holz ist nicht zulässig. Chilenischer Pisco darf hingegen auf ein Maximum von 73 Vol.-% destilliert werden und wird bereits zur Reifung mit Wasser verdünnt. Eine Reifung muss anschließend für 60 Tage erfolgen, dafür sind auch Holzfässer erlaubt. Ein Jahr oder länger ist keine Seltenheit.

Weltweit:
Als wichtige Länder in der Erzeugung oder im Genuss von Brandys kann man noch viele weitere Länder aufzählen und deren Eigenheiten beschreiben.Wer sich hier auf aromatische Entdeckerspuren jenseits der bekannteren Weinbrände begeben möchte, sollte seinen Blick auf folgende Länder werfen: Österreich, Südafrika, Indien, die USA und Australien. Dort wo der Wein zuhause ist, ist es auch der Brandy.

wichtige Marken, die man kennen sollte

Die weltweite Verbreitung von Weinbrand und Brandy macht es nicht einfach, sich auf wenige Marken oder Namen zu konzentrieren. Allgemein sind die großen Drei - Cognac, Armagnac und Brandy de Jerez - die Triebfeder und stellen auch die bekanntesten Namen. Bei Cognac kommt man kaum an den führenden Häusern Hennessy, Rémy Martin, Martell und Courvoisier vorbei. Diese Vier teilen sich etwa 75% der verkauften Flaschen an Cognac weltweit. Vor allem Hennessy hat in den letzten beiden Jahrzehnten viel an Boden gut gemacht. Mit der Kreation „Fine de Cognac“ haben sie sowohl die jüngeren Genießer, wie auch die Barszene für sich gewonnen. Neben den vier Großen etablieren sich immer mehr kleinere Erzeuger bzw. Winzer, die sich bei den Genießern einen Namen machen konnten. Es lohnt es sich z.B. bei Remi Landier, Vallein Tercinier, Hine oder Jean Fillioux für die besonderen Momente vorbeizuschauen.
Bei Armagnac fehlen diese großen Marken oder Häuser. Die Erzeugung war schon früher Sache der einzelnen Winzer, die teilweise noch heute über keine Brennblasen verfügen. Sie bringen ihren Wein zu den Destillerien oder buchen mobile Brennapparate. So entstanden bereits früh eigene Jahrgangs-Abfüllungen und vielfältige Assemblagen, die von Winzer zu Winzer variieren können. Meist überließ man die Veröffentlichung der fertigen Brände Handelshäusern oder unabhängigen Abfüllern wie z.B. L’Encantada. Dabei werden die unterschiedlichen Armagnacs der jeweiligen Domaine oder Winzer separat abgefüllt.
In Spanien nennt man den Weinbrand schlicht Brandy. Als Brandy de Jerez aus der Region um die Stadt Jerez de la Frontera hat er sich weltweit einen Namen gemacht. Der Bekannteste unter ihnen dürfte die Marke Osborne sein, ihr Zeichen ist der Stier. Egal wo man sich in Spanien bewegt, er grüsst insgesamt 93 Mal als Ikone in Metallblech neben den Straßen und erinnert an die Geschichte des Brandy. Daneben sind noch die Hersteller Gonzalez Byass, Lustau und Pedro Domecq zu nennen, die zu weltweiter Bekanntheit gelangten. Als Geheimtipp ist die Bodega „Rey Fernando de Castilla“ zu empfehlen.
Ein deutscher Weinbrand sollte an dieser Stelle auch nicht fehlen. Asbach prägte mit dem bereits in den 1890er Jahren eingeführten Asbach Uralt die Bezeichnung Weinbrand in Deutschland. Noch heute ist er der bekannteste Vertreter. Daneben sorgen noch Marken wie Dujardin, Chantré oder Mariacron, dass deutscher Weinbrand hierzulande etwa ein Fünftel der Spirituosenproduktion stellt.
Aus der weiten Welt dürfen unter anderem der italienische Veccia Romana, der griechische Metaxa, der südafrikanische Avontuur 10 years old oder auch der australische Hardys XO nicht in der Liste der Brandys fehlen, die man probiert haben sollte.

Herstellung

Die Herstellung von Weinbränden oder Brandys ist so unterschiedlich wie die Vielfalt der sich ergebenden Spirituosen. Der Grundstein der heutigen Edeldestillate wie Cognac, Armagnac oder Brandy de Jerez wurde mangels Transportkapazität auf den Handelsschiffen aus der Not geboren. Aus den eher glanzlosen, neutralen Weißweinen mit hohen Säurewerten und niedrigem Alkoholgehalt entstand erst durch Destillation und anschließender Fasslagerung dieser unvergleichliche Genuss.
Setzte man in Frankreich zuerst auf die Rebsorte Folle Blanche, wechselte man nach der Reblaus-Katastrophe Ende des 19. Jahrhunderts zu Ugni Blanc, in Italien als Trebbiano bekannt. Bei Cognac stellt Wein aus dieser Traubensorte heute annähernd 98% die Grundlage, während sie bei Armagnac nur circa 55% ausmacht. Hier fällt der Sorte Baco eine Sonderrolle zu, mit etwa 32% hat sie heute einen wesentlichen Einfluss auf die Basis-Aromen. Daneben zählt in Frankreich noch die Traubensorte Colombard zu den Lieblingen der Brenner. In Spanien setzt man auf Palomino, bekannt als Sherry-Traube und vor allem auf Airén, die in der La Mancha angebaut wird.
Alle diese Sorten haben eins gemeinsam, als Wein sind sie nahezu ungenießbar, aber destilliert und fassgelagert entwickeln sie ein ungeahntes Potential. Diese Erkenntnis machte man sich bereits in jeder der Regionen früh zu Nutze, mit unterschiedlichen Verläufen und Ergebnissen.
Das Destillat, aus dem später Cognac werden soll, wird noch heute sehr traditionell hergestellt. Bei dieser sogenannten Charentaiser Destillation entsteht in zwei voneinander getrennten Durchgängen auf verschieden großen Brennblasen ein Raubrand von etwa 27-30 Vol.-%. Dieser wird im zweiten Durchgang zu einem Feinbrand mit maximal 72,4 Vol.-% verstärkt. Dabei ist gesetzlich festgelegt, dass die Brennblasen aus Kupfer gefertigt sind, einen Schlangenkühler besitzen und direkt befeuert werden. Ebenso sind die maximalen Größen der Brennblasen festgelegt. Sie dürfen eine Kapazität von 140 hl für die erste und 30 hl für die zweite Destillation nicht überschreiten. Interessant ist noch, dass sie alle ähnlich gebaut sind. In einem Gehäuse aus Ziegelstein eingemauert ähneln sie mehr großen Kesselzylindern als Brennblasen, wie wir sie für Whisky in Schottland kennen. Darin bzw. darunter erfolgt auch die Befeuerung mit Holz. Dagegen sind die Formen des Helms über den Kesseln unterschiedlich und sorgen mit für die feinen, abweichenden Nuancen in Duft und Geschmack.
Der zweite große Weinbrand Frankreichs, Armagnac, obwohl älter, stand stets im Schatten seines Bruders. Mangels besserer Handelswege konnte Armagnac kaum mit Cognac konkurrieren. Dadurch entwickelten sich unterschiedliche Strukturen, die dafür sorgen, dass Armagnac heute qualitativ auf ähnlich hohem Niveau produziert wird. Es gibt  im Gegensatz zu Cognac keine Großproduzenten, sondern viele kleine Brenner und Händler. Für die Destillation des Brandes sind Brennblasen zwar zugelassen, doch standardmäßig verwendet man seit 200 Jahren den sogenannten Alambic Armagnacais. Dies ist ein Brennapparat, der aus zwei Elementen besteht: einer Kolonne und einem Kondensator. Auch hier werden die Apparate in der Regel noch direkt befeuert und bestehen aus Kupfer. Der Wein wird vor der Destillation erwärmt und in der Kolonne von 8-10 Vol.-% auf  52-72,4 Vol.-% Alkohol in einem Durchgang verstärkt. Die meisten Hersteller bleiben überwiegend unter 60 Vol.-%, was den jungen Armagnac intensiver und körperreicher werden lässt.
In Spanien heißt jeder Weinbrand schlicht Brandy und darf als solcher im gesamten Land hergestellt, gereift und abgefüllt werden. Gesetzlich geregelt und genauer definiert ist hingegen der Brandy de Jerez aus dem andalusischen Süden. Dabei darf sowohl der Anbau der Trauben wie auch die Destillation außerhalb der festgelegten Region um Jerez erfolgen. Im Gegensatz zu den französischen Weinbränden findet sich beim Brandy de Jerez ein breites Spektrum an Herstellungsmethoden. Man unterscheidet grundsätzlich drei verschiedene Destillate: Holandas, Aguardientes und Destilados. Erstere dürfen nur auf maximal 70 Vol.-% Alkohol destilliert werden, während die letztgenannten auf mindestens 86 Vol.-% verstärkt werden müssen. Die Aguardientes liegen mit 70-86 Vol.-% Alkohol dazwischen. Für einen Brandy de Jerez muss das Destillat zu mehr als 50% aus Holandas und Aguardientes bestehen. Für die drei unterschiedlichen Destillate dürfen sowohl Kolonnen wie Brennblasen verwendet werden, wobei letztere ausschließlich für die Holandas eingesetzt werden. Die drei unterschiedlichen Destillate reifen anschließend getrennt in Fässern, die vorher Sherry enthielten. Diese Reifung darf für Brandy de Jerez nur in der Region Jerez stattfinden und muss im sogenannten Solera System erfolgen. Dies erlaubt es den Herstellern, die lagernden Brandys während der Reifung untereinander gezielt zu verschneiden, um eine gleichbleibend hohe Qualität zu erreichen.
Weinbrände werden mittlerweile in vielen weiteren Ländern neben Frankreich und Spanien hergestellt. Die Herstellung basiert in Anlehnung an eine der drei geschilderten Methoden.

Geschichte

Das Erhitzen von leicht alkoholischen Getränken und das Auffangen bzw. Gewinnen des dabei entstehenden Kondensats zur Konzentration des Alkohols wurde schon von Aristoteles im 4. Jhdt. v. Chr. beschrieben. Allerdings sollten noch viele Jahrhunderte vergehen, bis die Herstellung und der Gebrauch von hochprozentigem Alkohol für medizinische Belange erstmals Erwähnung findet. Ab dem 9. Jhdt. n. Chr. und um die Jahrtausendwende wurden die Kunst, Technik und Ausrüstung der Destillation soweit verbessert, dass die Erzeugung von konzentriertem Alkohol üblich wurde. Dass hierbei Wein als Ausgangsprodukt verwendet wurde, ist zwar nicht hinreichend belegt, aber naheliegend, da diese Entwicklung im Mittelmeerraum bzw. Vorderen Orient stattfand, wo Wein weitaus stärker verbreitet war als z.B. Bier. Ab der Mitte des 12. Jhdt. n. Chr. brachten verfeinerte Methoden und verbesserte Apparate große Fortschritte und die Entdeckung und sichere Herstellung von Trinkalkohol (Ethanol) war fortan möglich. Ab dem 13. Jhdt. n. Chr. beschäftigten sich mehrere Gelehrte im heutigen Spanien, Italien und Frankreich unabhängig voneinander mit der Branntwein-Erzeugung und läuteten damit dessen überregionale Verbreitung ein.
Mit dem Beginn der großen Entdecker- und Handelsreisen ab der Mitte des letzten Jahrtausends begann die Ära der großen Weinbrände. Ausgehend von den französischen und spanischen Häfen fanden sie schon bald in die Keller und Kehlen von betuchten Genießern. Allen voran gefiel der sogenannte coniack brandy, der sich im damaligen London bei Händlern, Gastwirten und deren Kunden größter Beliebtheit erfreute. Erst recht, als die Lagerung und der Transport des jungen, farblosen Destillats in Holzfässern das Endprodukt verwandelte. Ein milder Brandy, golden in der Farbe, nach herrlichen Gewürzen, kandierten Früchten und sanft rauchigen Aromen duftend, war entstanden. Mit dieser Erkenntnis begann der Ausbau der Weinbrände in Holzfässern und die Ausprägung von regionalen Eigenheiten. Der Siegeszug der Weinbrände setze sich bis in die Gegenwart fort, mit Höhenflügen und die Rückschlägen. Dennoch oder trotzdem sind die Weinbrände und Brandys heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Spirituosenlandschaft geworden. Sowohl als purer Genuss in höchster Qualität wie auch in einfacherer Form für Mode-Cocktails.

Empfehlung


Weinbrand/Brandy in Cocktails

Weinbrände und Brandys wurden von Beginn an mit Wasser und Zucker versetzt und getrunken. Später wurden auch diverse Limonaden und Kräuter beigefügt. Damit entstanden die ersten erfrischenden Longdrinks. Im Laufe des 19. Jahrhunderts und mit der Entstehung der klassischen Barkultur rückten die fassgelagerten Traubenbrände in den Fokus der Bartender. Heute sind Cognac, Brandy und Pisco ein fester Bestandteil in den Bars der Welt. Entdecken Sie die feinen Brandys und Weinbrände in verschiedenen erfrischenden Cocktails:

  • Brandy Alexander
    Einer der beliebtesten After-Dinner-Drinks überhaupt. Über die Jahre hat sich die Variante des Alexander mit Weinbrand durchgesetzt. Wir nehmen dazu 4cl Brandy de Jerez (Solera Reserva), 2cl Crème de Cacao (dunkel) und 4cl Sahne. Alles zusammen mit Eiswürfel in den Shaker und für 10 Sekunden gut durchschütteln. Anschließend in ein Cocktailglas abseihen und mit etwas frisch geriebener Muskatnuss oder dunkler Schokolade garnieren.

  • Sidecar
    Aus Paris der 1920er Jahren soll dieser Drink stammen. Seinen Namen erhielt er von einem exzentrischen englischen Gentleman, der sich stets in einem Motorrad-Seitenwagen zu seiner Lieblingsbar chauffieren ließ. Der Sidecar ist eine edlere Version des Sour, da hier die Süße des Zuckersirups durch einen Likör ersetzt wird. Nehmen Sie dazu 4cl Cognac (VSOP), 2cl Cointreau und 2cl Zitronensaft, am besten frisch gepresst. Im Shaker mit Eiswürfel kurz vermengen und ohne Eis in ein Cocktailglas abgießen, den Rand noch mit einer Zitronenschale dekorieren.

  • April Shower
    Eine abgewandelte Variante mit der dritten großen Spirituose der gelagerten Weinbrände wird zum erfrischenden, kräftigen Frühlingsregen mit Armagnac anstelle von Cognac. Man gibt 4cl Armagnac (VS) mit 1cl Bénédictine (Kräuerbitterlikör) und 3cl Orangensaft zu Eis in einen Shaker. Gut 15 Sekunden schütteln, in ein Cocktailglas doppelt abgießen und mit einer getrockneten Orangenscheibe garnieren.

  • Pisco Sour
    Der südamerikanische Traubenbrand ist bei uns noch nahezu unbekannt, doch den Cocktail damit hat fast jede Bar in Ihrer Karte. Ein klassischer Sour, im Originalrezept mit Eiweiß, aber man kann auch darauf verzichten. Wir geben Eiswürfel, 5cl Pisco, 2cl Zitronensaft und 1,5cl Zuckersirup in einen Shaker, schütteln kräftig und seihen in einen Tumbler ab. Der Pisco Sour kann noch mit einem Spritzer Angostura Bitter verfeinert werden.
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