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Michter's

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Michter's

Michter’s ist eine Marke für amerikanischen Whiskey, Straight Bourbon und Straight Rye Whiskey. Die Geschichte von Michter's ehemaliger Brennerei, der Bomberger Distillery, reicht bis ins Jahr 1753 zurück, die zu einer der ersten Whiskey-Brennereien in den USA zählte. Der Name Michter's wird erst in den 1950ern erfunden. Die Heimat Pennsylvania der alten Bomberger Brennerei verlor Mitte des 20. Jahrhunderts alle ihre Destillerien und befindet sich derzeit in der Phase der Wiederbelebung. Die heutige Marke Michter's wird in Kentucky in unbekannten Brennereien produziert und von den Firma Chatham Imports abgefüllt. Eine neue Michter's Brennerei wurde bereits in Kentucky gebaut und hat ihre Arbeit aufgenommen. 

Die heutigen Abfüllungen von Michter’s zeigen ein konstante tolle Qualität und haben sich eine feste Fan-Base erarbeitet. Überzeugen Sie sich selbst von der neu aufgelegten Traditionsmarke.

Wie schmeckt Michter's Whiskey?

Michter’s Straight Rye Single Barrel ist, wie der Name schon verrät, ein klassischer Straight Rye Whiskey mit mindestens 51 % Roggenanteil. Darüber hinaus wird dieser Whiskey als Single Barrel/Einzelfass-Variante abgefüllt.
Das Bouquet ist süß und sauer zugleich und erinnert aus Sauerteig, Honig, Pfeffer und Nelken. Am Gaumen zeigen sich reichlich Röstaromen und bitter-süße Orangenmarmelade. Im Abgang finden wir Gewürznoten und leichte Heu-Aromen.

Der Straight Bourbon von Michter's wird als „Small Batch“ abgefüllt, das heißt es werden eine limitierte Anzahl von Fässern verheiratet. Wie „small“ das Batch allerdings wirklich ist, wird nicht verraten. Straight Bourbon darf nicht gefärbt werden, weshalb auch der Michter's Straight Bourbon ungefärbt ist, über mögliche Kühlfilterung macht das Unternehmen keine Angaben.

In der Nase finden wir Aprikosen, Nüsse und Pfeffer. Am Gaumen entfaltet der Bourbon süß-fruchtige und vanillehaltige Aromen. Der Abgang erinnert an Pflaumen und Rosinen.

Der Michter's Small Batch Unblended American Whiskey ist weder ein Straight Bourbon noch ein Straight Rye Whiskey. In den USA unterliegen nur die Straight Whiskeys den Regelungen für den Mindest-Anteil von Mais und Roggen und der Mindestreifezeit von 2 Jahren in frischen Eichenfässern. Theoretisch darf in den USA alles was sich nur Whiskey nennt, mit neutralem Grain Spirit verschnitten werden, daher wird auf dem Label explizit mit dem Begriff „unblended“ Abstand von dieser Praxis genommen. Da der Whiskey in gebrauchten und nicht in neuen Eichenfässern reifte und möglicherweise auf Grund der Mash Bill nicht als Straight Bourbon oder Straight Rye qualifiziert ist, wird er als „American Whiskey“ vermarktet. Es finden sich Aromen von Eiche, Vanille, Karamell und getrockneten Früchten.

Ähnlich verhält es sich beim beim Michter's Small Batch Original Sour Mash Whiskey. Auf Grund der Getreidezusammensetzung, dem Mash Bill, kann der Whisky nicht Bourbon oder Rye Whiskey genannt werden. Vermutlich fehlen ihm die nötigen 51 % Anteil einer der jeweiligen Getreidesorten. Genau wie Straight Bourbons wird er im Sour Mash Verfahren hergestellt, bei dem ein Teil der vergorenen Maische der neuen Maische zugesetzt wird, um die Vergärung zu unterstützen. Genau genommen ist dies weniger ein Qualitätsmerkmal als gängige Praxis in der amerikanischen Whiskey-Produktion. 
In der Nase zeigt sich der Michter's Small Batch Original Sour Mash Whiskey herzhaft mit nussigen Noten und Kräutertee. Am Gaumen wird er gefälliger mit gezuckerten Mandeln, Zimt und Buttervanille. Im Abgang klingt er mit Vanille und Gewürznoten nach. 

Wie wird Michter's Whiskey produziert?

Auf Grund der Geheimniskrämerei der Firma hinter Michter's können wir keine verlässlichen Angaben über den Produktionsprozess des Whiskeys machen. Es heißt auf der Website „Distilled and bottled in Kentucky“. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Michter's wie die meisten amerikanischen Whiskeys auf Column Stills gebrannt wird.

Die alte Pot Still auf dem Label erinnert an die „gute alte Zeit“ der Original Brennerei in Pennsylvania, entspricht aber heute mit größter Wahrscheinlichkeit zumindest derzeit nicht der Wahrheit.

In einer der neuen Brennereien in Shively, Louisville hat die Brennerei zwei aktive, der alten nachempfundenen, Pot Stills. In wie weit diese aber in die Produktion des zukünftigen Whiskeys eingehen, ist unklar.
Das Original der Pot Still, mit der in den 70ern Lou Forman bereits „Show Destillation“ in Schaefferstown, Pennsylvania betrieben hatte, kann heute in der Whiskey Row in Downtown Louisville der Markenheimat von Michter's im Fort Nelson Gebäude bestaunt werden.

Geschichte von Michter's

Einer der spannendsten Aspekte der Marke Michter's ist, dass ihre Wurzeln am Anfang amerikanischen Whiskey-Geschichte liegen. Wer heute an Bourbon und amerikanischen Whiskey denkt, der denkt unweigerlich an Kentucky und Tennessee. Doch die Schweizer Mennoniten, denen man heute die erste Whiskey-Produktion in den USA nachsagt, brannten in Pennsyvania und Maryland. Bereits 1683 wurde hier auf kleinen, den schottischen Pot Stills ähnlichen, Kupferbrennblasen, vorwiegend Roggen zu Whiskey destilliert. So startete im Jahre 1753 auch die später benannte Bombergers Distillery.
Einer Legende nach soll George Washington im Unabhängigkeitskrieg seine Truppen mit dem Whiskey der Brennerei versorgt haben, weshalb die Marke heute noch damit wirbt: „Michter's warmed the Revolution“. Vom Unabhängigkeitskrieg bis zum Ende des ersten Weltkriegs trug die Brennerei den Namen Bomberger bis sie 1919 von der Prohibition in die Knie gezwungen wurde und schließen musste. Zu diesem Zeitpunkt war die Brennerei bereits 167 Jahre in Familienbesitz! Nach Ende der Prohibition wechselte die Brennerei mehrmals den Besitzer und den Namen. Den Namen Michter's hat der frühere und heutige Whiskey dem damaligen Vorsitzenden Louis Forman zu verdanken. Er kreierte den Markennamen „Michter's“ aus den Namen seiner Söhne „Michael“ und „Peter“. 1975 wurde die Brennerei dann schließlich in Michter's umbenannt. Auf Grund der geringen Nachfrage nach Whiskey in den USA in den 70er und 80ern wurde die Produktion auf ein Minimum reduziert und die Brennerei konzentrierte sich auf den Tourismuszweig. Als funktionstüchtige Schau-Brennerei zeigte Sie den Gästen wie Whiskey im 17. Und 18. Jahrhundert gebrannt wurde. Die Produktion umfasste lediglich ein Fass pro Tag. 1990 kam auf Grund finanzieller Probleme das Aus für die Brennerei die in einer Nacht- und Nebelaktion samt Equipment im Stich gelassen wurde. Große Teile des Lagerhauses wurden geplündert. In Anbetracht der Tatsache, dass schließlich das gesamte Lager reifenden Whiskeys per Gerichtsbeschluss vernichtet werden musste, vielleicht noch das geringere Übel.  

Nachdem die Michter's Distillery ihre Tore schloss, endete damit auch die Whiskey-Produktion in ihrem Heimatstaat Pennsylvania. Besonders zynisch und tragisch ist die Tatsache, dass die Gebäude der Brennerei auf Grund ihrer historischen Bedeutung unter Denkmalschutz gestellt wurden. Den Whiskey schloss der Denkmalschutz aber nicht mit ein. Heute erzielen die wenigen übrigen Abfüllungen der Brennerei mit dem Namen „A.H. Hirsch“ auf den Auktionen weltweit Rekordpreise zu mehreren Tausend Dollar.

Die heutige Marke Michter's versucht an die lange Tradition anzuknüpfen, wird aber nicht in der alten Brennerei gebrannt. Der Whiskey stammt aus unbestimmten Brennereien in Kentucky, die im Auftrag der Firma Chatham Imports Straight Bourbon und Single Barrel Straight Rye Whiskey produziert, der von der Firma abgefüllt wird. In den USA ist dies eine gängige Vorgehensweise. Viele große Marken werden auf diese Weise hergestellt. Angel's Envy, Bulleit Rye, George Dickel Rye und James E. Pepper werden beispielsweise ebenfalls im Auftrag der entsprechenden Firmen in einer anderen Destillerie produziert. Wer also glaubt, Whiskeys aus fremden Stills würden nichts taugen, der irrt! Obwohl die Firma nicht selbst produziert, wurde Sie vom Wine Enthusiasts Magazine 2012 zum „Distiller of the Year“ ausgezeichnet. Verständlicherweise sorgte diese Ernennung für reichlich Diskussion in der Whisk(e)y-Szene.

Die Firma hat bereits zwei neue Michters Destillerien gebaut, allerdings beide in Kentucky. Etwas schade ist es schon, dass nicht zumindest eine der beiden Brennereien in ihrem ehemaligen Heimatstaat Pennsylvania gebaut wurde.

 

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