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Lagavulin

Lagavulin

Lagavulin Whiskys sind schwer, ölig und rauchig. Archetypisch für die Insel Islay, schwören Fans rauchiger Malt Whiskys weltweit auf diese Brennerei. Wenn Sie die Abfüllungen der Brennerei kennen lernen möchten, und die Unterschiede der einzelnen Abfüllungen kennenlernen wollen, schauen Sie doch unsere Video-Brennereiübersicht.

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Lagavulin

Lagavulin Distillery, Isle of Islay Foto: via Lagavulin Distillery

Lagavulin ist eine der bekanntesten Malt Brennereien aus Schottland. Sie befindet sich an der Südküste der Insel Islay, direkt zwischen den beiden Brennereien Ardbeg und Laphroaig.

Wie schmeckt Lagavulin Single Malt?

Lagavulin Whiskys sind schwer, ölig und rauchig. Archetypisch für die Insel Islay, schwören Fans rauchiger Malt Whiskys weltweit auf diese Brennerei.

Typische Aromen:

TorfrauchSherryÖligJod

Wie wird Lagavulin Whisky produziert?

Lagavulin verwendet frisches Wasser aus den beiden Seen Loch Sholum und Lochan Sholum, welche auf halber Höhe des etwa vier Kilometer weiter im Inselinnern gelegenen Beinn Sholum-Berges zu finden sind. Wie die meisten anderen Islay-Brennereien auch, so verfügt Lagavulin heute über keine eigene Mälzerei mehr und bezieht die gemälzte Gerste von den berühmten Port Ellen Maltings. Lagavulin verfügt über einen stählernen Maischbottich (mash tun) und 10 linienhölzerne Gärbottiche (washbacks). Zur Destillation stehen in Lagavulin zwei Wash Stills (je 12.300 Liter) und zwei Spirit Stills (je 12.900 Liter) zur Verfügung. Ungewöhnlicherweise sind damit die Spirit Stills größer als die Wash Stills. Diese werden bis zum Anschlag gefüllt. Das und die generell kleine Größe der Stills sorgt für einen kurzen Kontakt mit dem Kupfer. Es resultiert der schwere und ölige Stil, der Lagavulin so berühmt gemacht hat. Dabei spielt auch die Form der Brennblase eine entscheidende Rolle, die bei dem des Lagavulin Stills birnenförmig mit extrem breiten Hälsen ausfällt. 2017 erhöhte man die Anzahl der Mashes pro Woche von 28 auf 29. Damit stieg die Kapazität von etwa 2,2 auf 2,5 Millionen Liter reinen Alkohols pro Jahr. Vor der Fassreife wird der New Make von Lagavulin auf 63,4% Vol. Alkoholgehalt verdünnt, um das beste Reifeergebnis zu erzielen.

Single Malts von Lagavulin

Der bekannteste Whisky der Brennerei – und gleichzeitig einer der berühmtesten von ganz Islay! - ist der Lagavulin 16 Jahre Single Malt Scotch Whisky, der mit 43% Vol. abgefüllt wird. Er kann als Archetypus eines Islay-Whiskys gelten, ist er doch von intensivem Aroma, geprägt durch massive torfige und rauchige Noten, die von einer Prise Meersalz sehr schön ergänzt werden. Den Gaumen erfreut er mit einem Hauch von Vanille und der feinen Süße von Sherry. Gleichzeitig ist er jedoch von kräftigem Torf und würzigen Elementen bestimmt, was einen sehr schön ausbalancierten Körper ergibt, der im langen Nachklang mit fruchtigen Datteln und einem auffallenden Jod-Akzent ausgestattet ist. 2005 bis 2008 erhielt der Lagavulin 16 Jahre ohne Unterbrechung gleich viermal Double Gold auf der SFWSC (San Francisco World Spirits Competition)!

Davon abgesehen kommt Lagavulin mit einer für schottische Verhältnisse äußerst kleinen Produktpalette aus, und auch unabhängige Abfüller kommen schwer an Fässer der Brennerei. Deren Inhalt dürfen sie jedoch nicht unter dem Namen „Lagavulin“ vermarkten.

Besonders beliebt bei Whiskyexperten ist die Lagavulin Distillers Edition. Diese wird unter Angabe des Jahrgangs abgefüllt und ist meistens rund 16 Jahre gereift. Das Besondere an der Distillers Edition, kurz D. E. oder DE, ist das Finish in Fässern, die zuvor Pedro Ximenez oder kurz PX Sherry enthalten haben. Besonders süß und besonders rauchig. Hier werden alle Extreme gleichermaßen bedient. Ein wunderbar intensiver Whisky. 

Eine besonders rare Edition ist der Lagavulin 12 Jahre Cask Strength, der nach zwölfjähriger Reifezeit in natürlicher Fassstärke abgefüllt wird. Mittlerweile erscheint er jährlich in  der Special Releases Reihe von Diageo. Hellgolden im Glas entwickelt er in der Nase zunächst ein sehr leichtes und mildes Bouquet, das von Toffeenoten und einer dezenten Süße geprägt wird. Nach einiger Zeit kommen die für die Marke Lagavulin typisch kräftigen Akzente von Rauch, Torf und Seetang zum Vorschein, ohne allerdings die Süße zu überdecken. Am Gaumen wird diese durch eine leichte Zitrusnote verfeinert und von dezenter Vanille umhaucht. Von leicht öligem Körper ist dieser kräftige Lagavulin aromatisch-rauchig im Charakter und erinnert an Räucherfisch und Pfeffer, gepaart mit Seetang und einigen säuerlichen Akzenten, die an Kiefernharz erinnern. Im Abgang entdeckt man dann noch Noten von Süßholz und Trüffeln.

2016 zum 200-jährigen Bestehen der Islay Brennerei erschienen zwei spezielle Jubiläumsausgaben: der Lagavulin 8 Jahre, angelehnt an eine andere 8-jährige Ausgabe, die in den 1880ern erschienen war und der Lagavulin 25 Jahre.

Die Geschichte der Lagavulin Brennerei

Lagavulin, was „Mühle in der Talsenke“ bedeutet, wurde 1816 von einem gewissen John Johnston gegründet, dessen Name sich noch heute auf den Etiketten von Lagavulin Whiskys findet. Er legalisierte damit freilich nur eine bereits seit etwa 1742 bestehende illegale Brennerei, welcher er 1937 auch die ebenfalls 1816 von Archibald Campbell ganz in der Nähe errichtete Ardmore Destillerie einverleibte (nicht zu verwechseln mit der heutigen Ardmore Brennerei in den Highlands). In den folgenden Jahrzehnten kam es zu mehreren Besitzerwechseln und zwischenzeitlichen Schließungen, bis Lagavulin 1924 bei der White Horse Distillers Ltd. landete. Deswegen ist Lagavulin bis heute der Lead-Whisky des White Horse Blended Whisky! Über diesen Eigner befindet sich Lagavulin heute schließlich im Besitz des Spirituosen-Primus Diageo, der den 16 Jahre alten Lagavulin als wichtigen Teil seiner berühmten Classic Malts-Reihe vermarktet.

Die Südküste von Islay ist Freunden extremer Whiskys ein Begriff: Von dem Hafenstädtchen Port Ellen bis hin zum berühmten Kildalton Cross im Osten verläuft die A 846 entlang der zerklüfteten Küste der zu den Inneren Hebriden zählenden Whisky-Insel Islay, um drei der berühmtesten Whisky-Brennereien der Welt zu streifen! Der Reihe nach folgen Laphroaig, Lagavulin und schließlich Ardbeg, womit man von Port Ellen aus nur etwa sechs Kilometer zurückgelegt hat.

Alle drei Brennereien nennt man zusammenfassend auch „Kildalton Distilleries“, nach dem aus dem 8. Jahrhundert stammenden keltischen Kreuz auf dem uralten Friedhof von Kildalton, der sich etwa 7 km weiter östlich, unweit von Ardmore, befindet.

Man stelle sich beileibe keinen riesigen Hafen und keine Autobahn vor – auf Islay ist alles etwas anders: Port Ellen hat weniger als 1.000 Einwohner, und bei der A 846 handelt es sich um ein beschauliches Landsträßchen, auf dem es bei Gegenverkehr eng werden kann! Die Mitte zwischen den drei genannten Destillerien bildet Lagavulin, direkt an der gleichnamigen Bay gelegen, die auch für die Ruine des Dunvaig Castle berühmt ist, von dem aus die Lords of the Isles zwischen 1336 und 1493 große Teile Westschottlands kontrollierten. Der Titel ging später auf die schottischen und schließlich britischen Könige über, heutiger Titelträger ist der Thronfolger Prince Charles. Das Gebäude der 1962 stillgelegten Malt Mills Distillery beherbergt heute das Besucherzentrum von Lagavulin. Eine Besichtigung ist also möglich. 

Weitere Videos zu Lagavulin

Lage von Lagavulin

Lagavulin liegt an der Südküste der Insel Islay.

Besonders schön. Sie können die Lagavulin Distillery in Google Maps auch von innen besichtigen. Stöbern Sie doch einmal durch das Stillhouse:

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