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Laphroaig

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Über Laphroaig

Laphroaig Distillery, Isle of Islay Foto: via Laphroaig Distillery

Laphroaig ist die westlichste Destillerie des berühmten Dreigestirns Ardbeg – Lagavulin – Laphroaig, das die Südküste der Whisky-Insel Islay zum Mekka aller Freunde schwer getorfter und rauchiger Whiskys auf der Welt macht. Nirgendwo sonst findet man eine so hohe Konzentration von Rauch und Torf auf so engem Raum: Nur knapp drei Kilometer trennen Laphroaig und Ardbeg voneinander, während Lagavulin etwa die Mitte des Weges markiert. Und von Laphroaig aus ist es nur ein Spaziergang nach dem zwei Kilometer weiter westlich gelegenen Port Ellen, aus dessen Mälzerei praktisch alle Islay-Destillerien ihre gemälzte Gerste beziehen!

Wie schmeckt Laphroaig Single Malt?

Laphroaig verkörpert die besten Eigenschaften Islays - schwere ölige Malts mit heftigen medizinischen Noten, von Torfrauch, Jod, Algen und Seeluft. Ein Whisky mit viel Charakter.

Typische Aromen für Laphroaig:

 RauchSalzig MartimAlgenJod

Wie wird Laphroaig Whisky produziert?

Laphroaig verfügt heute über drei Wash Stills und vier Spirit Stills, in welchen eine Jahresproduktion von 2,7 Millionen Litern reinen Alkohols erzeugt werden kann, was gut acht Millionen Flaschen Whisky ergibt. Das im Produktionsprozess benötigte Wasser ist sehr torfig und stammt aus dem knapp einen Kilometer landeinwärts gelegenen Kilbride Dam, der hier ein kleines Flüsschen aufstaut. Etwa ein Viertel des in Laphroaig verwendeten Torfes stammt übrigens aus einer noch in kleinerem Umfang betriebenen eigenen Mälzerei, die Torf aus dem zur Brennerei gehörenden Glenmachrie Peat Moss benutzt. Der Torfgehalt des selbst gemälzten Malzes beträgt 50 bis 60ppm. Der größte Teil des Malzes wird dagegen von der erwähnten Port Ellen-Mälzerei bezogen und verfügt mit 35 - 40 ppm immernoch über einen vergleichsweise hohen Phenol-Gehalt, was den Laphroaig denn auch zu einem der charakteristischsten Islay-Malts überhaupt macht! Die beiden Malzarten werden in der Regel nicht getrennt verarbeitet, sondern vermischt um stets die perfekte Mischung zu erreichen.

Laphroaig Maelzboden Foto: via Laphroaig Distillery

Zur Reifung des Whiskys werden bei Laphroaig in der Regel First-fill Ex-Bourbonfässer verwendet, der heutige Manager der Brennerei, John Campbell, nutzt jedoch auch Pedro Ximenez-Fässer. Der Prinz of Wales und britische Thronfolger, Charles, erhob Laphroaig 1994 zum Hoflieferanten und besucht die Brennerei immer wieder einmal.

Laphroaig Faesser Foto: via Laphroaig Distillery

Die Gebäude der Brennerei wurden direkt am Ufer errichtet, die Fasslager befinden sich so nahe am Meer, dass sie bei hoher See im wahrsten Sinne des Wortes „nasse Füße“ bekommen! Kein Wunder, dass die weiß gekalkten Gebäude mit den typischen Kilns, die weit auf die See hinaus blicken, unter Denkmalschutz stehen!

Unabhängig abgefüllte Laphroaig Whiskys erscheinen unter dem Namen "Williamson" - nach der früheren Eigentümerin Elizabeth Leitch "Bessie" Williamson.

Single Malts von Laphroaig

Der Standard-Whisky der Brennerei ist der Laphroaig 10 yo, der sich durch seine hellgoldene Farbe und das vielschichtig-komplexe Bouquet aus holzigen, torfigen und salzigen Noten empfiehlt, die zusammen mit rauchigen Elementen einen ausgeprägt „medizinischen“ Charakter kennzeichnen, wie ihn Islay-Liebhaber auf der ganzen Welt zu schätzen wissen. Am Gaumen werden diese extremen Eindrücke durch eine fruchtige Birnen-Note und eine dezente Grundsüße kompensiert, ergänzt von malzigen Noten und einem Hauch von Vanille.

Der erst vor wenigen Jahren erstmals vorgestellte Laphroaig Quarter Cask reift in kleineren Eichenfässern, den so genannten „Quarter Casks“, wie sie früher für den Transport des Whiskys auf Esels- oder Pferderücken verwendet wurden. Durch das veränderte Verhältnis von Whisky und Fass treten bei diesem Single Malt Whisky die holzigen und komplexen rauchig-torfigen Nuancen noch stärker in den Vordergrund, sekundiert von Noten von Bananen und Kokos und eingebettet in eine feine Süße. Der Quarter Cask zählt zu den am höchsten prämierten Whiskys von Laphroaig und erfreut sich entsprechender Beliebtheit.

Eine kostbare Rarität ist der Laphroaig 25 yo, der 25 lange Jahre in Ex-Bourbon- und ehemaligen Sherryfässern reifen durfte. Eine deutliche Sherrysüße und kräftige torfige Noten werden von nussigen Elementen und einem Hauch von Zitrus veredelt, die ihrerseits wiederum von einer dezenten Würzigkeit und eleganter Mandel verschönert werden. Am Gaumen von außergewöhnlicher Komplexität, überzeugt er durch seine reife Süße und Eindrücke von reifen Äpfeln, das Ganze umweht von dem stets präsenten, jedoch nie aufdringlichen Torf, wie man ihn bei Laphroaig erwarten darf. 

Geschichte der Laphroaig Destillerie

In einer malerischen Bucht gründeten die Brüder Donald und Alex Johnston 1815 die heutige Laphroaig-Destillerie, wobei sie allerdings auf einer seit etlichen Jahren von ihrer Familie betriebenen Schwarzbrennerei aufbauen konnten. Bis heute geht es in dieser natürlichen Bucht recht beschaulich zu, der winzige Ort Laphroaig wurde ursprünglich als Wohnstätte für die Arbeiter der gleichnamigen Brennerei errichtet. Damit gehört Laphroaig zu den nicht einmal ganz wenigen Whisky-Destillerien Schottlands, die quasi „auf der grünen Wiese“ errichtet wurden und erst später von einer Ortschaft sozusagen „ergänzt“ wurden. Mit etwa 60 Einwohnern zählt Laphroaig freilich bis heute nicht wirklich zu den „Metropolen“ Schottlands!

Woher der Name „Laphroaig“ wirklich stammt, ist ungewiss, er könnte sich sowohl aus einem Wikinger-Ursprung als auch aus dem Gälischen herleiten – sicher ist nur, dass die Ortsbezeichnung Laphroaig“ vor dem Jahr 1800 nicht nachweisbar ist. Erst etliche Jahre nach der Ansiedlung der Johnstons um 1776 taucht der Name erstmals auf, nachdem diese erstmals in jenem Jahr die Bucht vom Clan der Campbells gepachtet hatten. Wie es sich übrigens für den Gründer einer schottischen Whisky-Brennerei schon beinahe gehört, starb übrigens Donald Johnston, als er 1847 in einen Maischebottich fiel!

Die Brennerei blieb fast 140 Jahre lang im Besitz der Gründerfamilie, ehe der letzte, kinderlos gebliebene, Johnston sie 1954 seiner Sekretärin Elizabeth Leitch "Bessie" Williamson hinterließ! Welch eine Konstanz im Laufe der Zeiten, die fast alle anderen schottischen Brennereien mehrfache Besitzerwechsel erleben ließen!

Die Johnstons investierten auch immer wieder in ihre Brennerei und gönnten ihr schon 1923 zwei zusätzliche Stills, um der steigenden Nachfrage entsprechen zu können. Diese erfreuliche Entwicklung setzte sich auch unter den seit 1967 neuen Besitzern, den Long John Distillers, fort, welche die Zahl der Stills weiter erhöhten. Long John Distillers wurde 1990 von Allied Domecq übernommen, die ihrerseits 2005 vom in Schottland bereits stark engagierten französischen Spirituosen-Giganten Pernod Ricard geschluckt wurden. Nur ungern gab dieser Laphroaig noch im selben Jahr an den amerikanischen Konzern Fortune Brands weiter, um den Auflagen des Kartellamtes zu entsprechen. Dessen Spirituosen-Sparte firmiert heute als Beam Inc. und ist besonders durch den Bourbon Jim Beam bekannt.

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