20 Whisky Cocktails einfach selbstgemacht: Rezepte + Tipps zum Mixen

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[Cocktail-Kolumne] Whisky kann man natürlich wunderbar pur genießen, doch ist seine Geschichte auch immer eng mit der des Cocktails verknüpft gewesen. Einige Cocktails mit Gin oder Rum sind vielleicht bekannter, aber Whiskycocktails blicken auf eine lange Tradition zurück. Wurden die ersten Rezepte noch dazu verwendet schlechten Whisky zu verstecken, gibt es heute eine Vielfalt an Rezepten die einen Mehrwert durch das Mischen mit anderen Zutaten bieten. Dass das nicht kompliziert sein muss und noch dazu lecker ist, zeigen die Rezepte in dieser Kolumne, immer mit konkretem Whiskyvorschlag. Für jeden Geschmack ist ein Rezept dabei.

Da wir aber auch wissen, dass die eigene Hausbar nicht immer ein Arsenal unterschiedlichster Whiskys bietet, sei es jedem freigestellt auch seinen oder ihren Lieblingswhisky zu verwenden. Ob Scotch, Irish Whiskey oder American Bourbon und Rye – wir stellen diverse Whisky Cocktails passend zu den unterschiedlichen Whiskysorten vor.

Cocktailverzeichnis

5 deutsche Whisky-Cocktails für Experimentierfreudige

Bei der Recherche zu diesem Artikel musste ich feststellen, dass bis auf sehr wenige Ausnahmen, nicht viel zu Cocktails mit deutschem Whisky zu finden ist. Daher umfasst die Liste der fünf besten Cocktails klassische und moderne Variationen, die durch den Einsatz des passenden deutschen Whiskys auf alle Fälle sehr lohnenswert sind.

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White Boulevardier – Ein Cocktailklassiker mit deutschem Whisky

Der Standard-Boulevardier kann als Bruder des bekannten Negroni Cocktails bezeichnet werden. Anstelle des Gins findet im Boulevardier normalerweise Bourbon Whiskey Verwendung. Bei der „White“ Variante wird nun der Campari durch französischen Enzianlikör und der rote Wermut durch einen hellen Weinapperitif ersetzt. Hierdurch erhält man natürlich einen optisch, sowie geschmacklich, deutlich anderen Cocktail. Wenn man noch einen Schritt weiter geht, ersetzt man den Bourbon durch einen New Make oder White Dog (ungelagerter Whisky). Streng genommen handelt es sich beim White Boulevardier dann nicht mehr um einen „Whisky“-Drink, dennoch ist er geschmacklich nicht zu unterschätzen.

White Boulevardier Zutaten:

4,5 cl Glen Els New Make
3 cl
Suze Saveur d’Autrefois
3 cl
Cocchi Americano

Zutaten auf Eis verrühren – in gekühltes kleines Cocktailglas abseihen.

Glas: Cocktailglas
Garnitur: Grapefruitzeste

Schliersee Old-Fashioned – Ein Cocktailklassiker mit deutschem Whisky

Selbstverständlich lässt sich mit jedem Whisky ein Old-Fashioned Cocktail mixen. Persönlich empfehle ich aber gerne amerikanische Whiskys anstelle von Single Malts. Die Slyrs Sherry Edition stellt jedoch eine Ausnahme dar, da sich damit ein hervorragender Old-Fashioned Cocktail mixen lässt. Besonders, wenn man statt Angostura Bitters und Zuckersirup die Kombination mit Pfirsich Bitters und Ahornsirup wählt.

Schliersee Old-Fashioned Zutaten:
6 cl
Slyrs Pedro Ximenez Edition
3 Dashes The Bitter Truth Peach Bitters
1 cl
Maple Syrup Grade C

Alle Zutaten auf Eis verrühren – in gekühltes Old-Fashioned Glas abseihen.

Glas: Old-Fashioned Glas
Garnitur: Zitronenzeste

Manhattan – Ein Cocktailklassiker mit deutschem Whisky

Auch wenn wir den Manhattan schon unter den Cocktails mit amerikanischem Whisky vorgestellt haben, verdient er hier eine erneute Erwähnung. Dies ist auf den einzigartigen Stork Club Rye Whisky zurückzuführen. Dieser, aus dem Spreewald stammende Whisky, steht seinen amerikanischen Vorbildern in nichts nach und verbindet die vertrauten Rye-Whiskey Aromen mit einer ungewöhnlichen Nussig- und Fruchtigkeit.

Manhattan Zutaten:
6 cl
Stork Club Rye
3 cl
Mulassano Vermouth Rosso
2 Dashes
Angostura Bitters

Alle Zutaten auf Eis verrühren – in gekühlte kleine Cocktailschale abseihen.

Glas: Cocktailschale
Garnitur: Brandied Cherries

The Chancellor – Ein Cocktailklassiker mit deutschem Whisky

Da die meisten deutschen Whiskybrenner Single Malts herstellen, sollte in dieser Liste an Cocktails ein Drink, der ursprünglich für Scotch Whisky kreiert wurde, nicht fehlen. Der Chancellor Cocktail ist eine Rob Roy Variante, bei der der rote Wermut durch Portwein und trockenen Wermut ersetzt wird. Da Portwein in der Regel weniger Zucker enthält als roter Wermut, sollte man zum Ausbalancieren etwas Zuckersirup hinzugeben.

The Chancellor Zutaten: 
6 cl Glen Els Journey
3 cl
Tawny Port Wine
1,5 cl
Mulassano Vermouth Extra Dry
2 Dashes
Angostura Bitters
0,75 cl
Simple Syrup

Alle Zutaten auf Eis verrühren – in vorgekühltes kleines Cocktailglas abseihen.

Glas: Cocktailglas
Garnitur: Brandied Cherry – Orangenzeste

Wake-Up Call – Ein Cocktailklassiker mit deutschem Whisky

Der Wake Up Call Cocktail ist ein relativ moderner Cocktail, der von Franky Marshall für den Maker’s Mark Cask Strength Whiskey erfunden wurde. Da mit dem Slyrs 51 ein ebenso exzellenter deutscher hochprozentiger Whisky auf dem Markt ist, lässt sich dieser hervorragend ins ursprüngliche Rezept integrieren.

Wake-Up Call Zutaten:
6 cl
Slyrs 51 Single Malt
2,25 cl
Lantenhammer Espresso Liqueur
2 Dashes Angostura Bitters
2 Dashes
Orange Bitters
1 Bsp.
Vanilla Syrup

Alle Zutaten auf Eis verrühren –  Drink in Double Old-Fashioned Glas auf Eiskugel abseihen.

Glas: Double Old-Fashioned Glas
Garnitur: Zitronenzeste

5 Irish Whiskey Cocktails, die es zu entdecken gilt

Während Scotch Whisky Cocktails bereits eine Seltenheit darstellen, fällt Irischen Whiskey Drinks die Rolle der absoluten Exoten zu. Dennoch empfiehlt es sich die milderen Whiskeys der grünen Insel nicht nur pur zu genießen. Auffällig ist, dass eine Vielzahl an Rezepten irischen Whiskey mit Chartreuse, einem französischen Kräuterlikör, oder rotem Wermut kombinieren. Nachfolgend finden sich fünf besonders lohnenswerte Cocktails.

Cameron’s Kick – ein Irish Whiskey Cocktail

Wie der Blood & Sand Cocktail erscheint der Cameron’s Kick ebenfalls zum ersten Mal in Harry Craddocks „Savoy Cocktail Book“ aus dem Jahre 1930. Im Gegensatz zu diesem ist die etwas seltsam anmutende Mischung aus zweierlei Whiskys, Zitronensaft und Mandelsirup, nicht annähernd so bekannt. Harry Craddock nennt weder den Erfinder des Drinks, noch erklärt er den Ursprung des Namens.

Durch die Kombination aus Scotch Whisky und irischem Whiskey, empfiehlt es sich einen aromatischen irischen Whiskey zu verwenden und einen etwas milderen Blended Scotch. Die Kombination mit Zitronensaft und Mandelsirup ergibt einen sehr erfrischenden Cocktail.

Cameron’s Kick Zutaten:
3 cl 
Powers Irish Whiskey Gold Label oder besser Powers 12 Jahre John’s Lane Irish Whiskey
3 cl 
Famous Grouse Port Wood Finish Scotch oder besser Famous Grouse 12 Years Scotch
1,5 cl Frischer Zitronensaft
1,5 cl Meneau Orgeat Mandelsirup

Cocktailglas vorkühlen – alle Zutaten auf Eis shaken –  Drink in Cocktailschale abseihen.

Glas: Cocktailschale
Garnitur: Zitronenzeste

Tipperary – ein Irish Whiskey Cocktail

Der Tipperary Cocktail, benannt nach einer kleinen Stadt im Süden Irlands, wurde vor der Prohibition erfunden. Inspiriert wurde der Drink durch das Lied „It’s a long road to Tipperary“, dass zur Zeit des ersten Weltkrieges populär war. Bei der Rezeptur handelt es sich um eine Bijou Cocktail Variante mit irischem Whiskey statt Gin. In der süßen Originalversion des Rezeptes nach Harry Craddock, mischt man die Zutaten zu gleichen Teilen. Heutzutage ist jedoch eine trockenere Variante mit der doppelten Menge Whiskey und der Hälfte an Chartreuse zu empfehlen.

Beim Tipperary Cocktail lohnt sich die Verwendung eines leicht rauchigen Whiskeys, wie Connemara. Auch würzige Irish Single Malts, wie der Glendalough 13 Jahre oder der gleichnamige Tipperary Irish Single Malt, funktionieren in diesem Rezept. Im Original werden 1,5 cl Chartreuse Verte verwendet, was den Whiskey aber leicht überdecken kann. Daher bietet es sich an die Menge auf 1,25 cl zu reduzieren.

Tipperary Zutaten:
6 cl
 Connemara Peated Single Malt oder besser Connemara 12 Jahre
3 cl Carpano Antica Formula roter Wermut
1,25 cl Chartreuse Verte

Alle Zutaten auf Eis verrühren – in gekühlte kleine Cocktailschale abseihen.

Glas: Cocktailschale
Garnitur: Orangenzeste

Shamrock – ein Irish Whiskey Cocktail

Obwohl das Rezept des Shamrock Cocktails mehr nach einem St. Patricks Day Shot klingt, hat es dennoch Potenzial. Dazu ersetzt man am besten den künstlich grünen Pfefferminzlikör durch einen qualitativ hochwertigen weißen Minzlikör. Auf diese Weise kommt die grünliche Färbung des Chartreuse zur Geltung.

Prinzipiell erinnert die Kombination aus irischem Whiskey und trockenem Wermut eher an einen trockenen Manhattan. Diese Basis wird dann durch die Süße von grünem, französischem Kräuterlikör und Pfefferminzlikör ausbalanciert. Man sollte jedoch vor allem mit dem Pfefferminzlikör vorsichtig umgehen, damit die Kombination geschmacklich nicht Richtung Mundspülung geht.

Shamrock Zutaten:
3 cl
 West Cork Black Cask oder besser West Cork Cask Strength Irish Whiskey
3 cl Belsazar Dry Wermut
0,75 cl Chartreuse Verte
2 Dashes 
Giffard Menthe Pastille Pfefferminzlikör

Alle Zutaten auf Eis verrühren – in gekühlte kleine Cocktailschale abseihen.

Glas: Cocktailschale
Garnitur: Zitronenzeste (nur zum Aromatisieren – nicht ins Glas geben) oder Olive

Blackthorn – ein Irish Whiskey Cocktail

Die erste Erwähnung findet der Blackthorn Cocktail in Harry Johnsons Bartender’s Manual von 1900. Im Original wird nur trockener Wermut verwendet. Einen deutlich ausgewogeneren Drink ergibt das Hinzufügen von etwas rotem Wermut. Dabei ist der Cocktail nicht nach dem bekannten Black Bush Whiskey von Bushmills benannt, denn dieser kam erst 1934 auf den Markt.

Was sonst nur eine Manhattan-Variante mit irischem Whiskey wäre, wird durch den Absinth eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Bei der Zubereitung wird etwas Absinth in das vorgekühlte Cocktailglas gegeben und dieses kurz geschwenkt, bevor der Rest abgegossen wird.

Blackthorn Zutaten:
4,5 cl Bushmill Black Bush oder besser West Cork 10 Jahre
2,25 cl Carpano Antica Formula Wermut
2,25 cl Noilly Prat Dry Wermut
2 Dashes Angostura Bitters
Etwas Duplais Verte Absinthe

Alle Zutaten, bis auf Absinth, auf Eis verrühren – gekühltes kleines Cocktailglas mit Absinth benetzen – Drink in vorbereitetes Glas abseihen.

Glas: Kleines Cocktailglas
Garnitur: Zitronenzeste

Irish Derby – ein Irish Whiskey Cocktail

Der Irish Derby Cocktail ist kein klassischer Drink im eigentlichen Sinn, da er auf dem Blog „Stir and Strain“ als Variante des Derby Cocktails veröffentlicht wurde. Dennoch kann die Mischung aus Irischem Whiskey, Orangenlikör, Angostura Bitters und Limettensaft voll und ganz überzeugen.

Das Ergebnis des Rezeptes ist eine relativ trockene, aber dennoch erfrischende Sour Variante. Trotz des geringen Anteils an süßen Komponenten ist der Drink sehr ausgewogen. Der irische Whiskey harmoniert hervorragend mit den würzigen Bitters und den Fruchtnoten des Likörs. Je nach Geschmack kann der Drink mit 0,5 cl Zuckersirup noch etwas in die süßere Richtung verändert werden.

Irish Derby Zutaten:
4,5 cl 
Redbreast 12 Jahre oder besser Yellow Spot 12 Jahre
1,5 cl
 Pierre Ferrand Dry Orange Curacao
2 Dahes Angostura Bitters
1,5 cl Frischer Limtettensaft

Cocktailglas vorkühlen – alle Zutaten auf Eis shaken –  Drink in Cocktailschale abseihen.

Glas: Cocktailschale
Garnitur: Limettenzeste

5 Scotch Whisky Cocktails, die nicht in Vergessenheit geraten sollten

Eine unterschätzte Kategorie der Whisky-Cocktails stellen Drinks auf Scotch Basis dar. Durch die aromatische Vielfalt, die Blended Scotch oder auch Single Malts bieten, stehen diese Cocktails ihren amerikanischen Verwandten geschmacklich in nichts nach! Daher stellen wir euch hier fünf bekannte Scotch Whisky Cocktails vor.

Blood & Sand – ein Scotch Whisky Cocktail

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Die erste Erwähnung findet der Blood & Sand Cocktail, nach dem gleichnamigen Stummfilm von 1922 mit Rudolph Valentino, in Harry Craddocks „Savoy Cocktail Book“ aus dem Jahre 1930. Jedoch geriet der Drink anschließend in Vergessenheit und wurde erst 2004 von Ted Haig in seinem Buch „Vintage Spirits and Forgotten Cocktails“ wiederentdeckt.

Das ursprüngliche Rezept verlangt nach gleichen Teilen Scotch, Kirschlikör, rotem Wermut und Orangensaft. Modernere Varianten verringern die Menge an Kirschlikör und rotem Wermut und erhöhen den Whiskyanteil. Meine persönliche Empfehlung ist nur den Anteil an Scotch leicht zu steigern und die Menge der restlichen Zutaten beizubehalten. Für den Drink sollte unbedingt frisch gepresster Orangensaft verwendet werden. Darüber hinaus ist ein Geheimtipp – falls verfügbar – Blutorangensaft zu nutzen.

Blood & Sand Zutaten:
4 cl Johnnie Walker Black Label oder besser Eden Mill The Art of the Blend 02
3 cl 
Luxardo Sangue Morlacco Kirschlikör
3 cl Carpano Antica Formula roter Wermut
3 cl Frischer Orangensaft

Alle Zutaten auf Eis shaken –wenn vorhanden eine Eiskugel in eine große Cocktailschale geben – Drink in Cocktailschale abseihen.

Glas: Cocktailschale
Garnitur: Orangenzeste

Bobby Burns – ein Scotch Whisky Cocktail

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Der Bobby Burns ist schon deutlich am Namen als Scotch Whisky Cocktail zu erkennen. Der nach dem schottischen Volksdichter Robert Burns (»wer war Robert Burns?) benannte Drink wurde, wie der Blood & Sand, wahrscheinlich zuerst in Harry Craddocks Savoy Cocktailbuch erwähnt. Damals noch im Verhältnis 1:1 zwischen Whisky und rotem Wermut gemischt, veränderte sich das Rezept über die Zeit hin zum heute verwendeten Mischungsverhältnis von 2:1.

Ein weiterer bekannter Bartender des frühen 20. Jahrhunderts, David Embury, gibt zwei Varianten des Bobby Burns an. Eine Originalversion mit Benedictine, einem französischen Kräuterlikör, und eine von Embury favorisierte Variante mit Drambuie, einem schottischen Whiskylikör. Darüber hinaus kommt in Emburys Rezept noch ein Dash Angostura Bitters hinzu. Gleichzeitig wird aber auch die Verwendung von Peychaud’s Bitters vorgeschlagen, da diese besser mit Scotch Whisky harmonieren würde. Man kann gerne alle Varianten probieren, um die eigene Vorliebe herauszufinden. Natürlich kann auch bei diesem Cocktail ein rauchiger Whisky eingesetzt werden. Die delikaten Kräuternoten der anderen Zutaten kommen mit einem würzigen, nicht-rauchigen Whisky allerdings besser zur Geltung.

Bobby Burns Zutaten:
6 cl Wemyss Malts Spice King oder besser Compass Box Spice Tree
3 cl Mancino Rosso roter Wermut
0,75 cl Benedictine oder Drambuie
2 Dashes Peychaud’s Bitters

Alle Zutaten auf Eis verrühren – in gekühlte Cocktailschale abseihen.

Glas: Cocktailschale
Garnitur: Orangenzeste

Penicillin – ein Scotch Whisky Cocktail

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Der Penicillin Cocktail stellt eine Ausnahme unter der Auflistung dieser Scotch Whisky Cocktails dar, da er mit Abstand der jüngste unter ihnen ist. Er wurde erst 2005 von Sam Ross in seiner New Yorker Bar Milk & Honey kreiert.

Im Original wurde der Drink mit Compass Box Asyla und etwas Compass Box Peat Monster gemixt. Noch spannender wird der Drink jedoch, wenn man stattdessen einen rauchigen Whisky in Fassstärke einsetzt. Darüber hinaus kann auch aus praktischen Gründen der selbstgemachte Ingwer-Honigsirup durch drei dicke Scheiben frischen Ingwer und einer Honig-Wassermischung ersetzt werden.

Penicillin Zutaten:
6 cl
 Dewar’s White Label Scotch oder Compass Box Asyla
2,25 cl Zitronensaft
2,25 cl Honig-Mix (1 Teil Honig : 1 Teil Wasser)
2 Scheiben frischer Ingwer
0,75 cl Finlaggan Cask Strength oder Ardbeg Uigedal

Ingwer im Shaker zerdrücken – andere Zutaten hinzugeben – auf Eis shaken – in Double Old-Fashioned Glas abseihen.

Glas: Double Old-Fashioned Glas 
Garnitur:
 Stück Ingwer

Rob Roy – ein Scotch Whisky Cocktail

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Der auch als Scotch Manhattan bekannte Rob Roy Cocktail wurde angeblich 1894 im New Yorker Waldorf – Astoria Hotel, an dessen Stelle jetzt das Empire State Building steht, kreiert. Entgegen der weitläufig verbreiteten Meinung basiert der Name des Drinks nur indirekt auf dem des schottischen Volkshelden Robert Roy McGregor. Denn kreiert wurde der Cocktail anlässlich der im selben Jahr uraufgeführten Operette „Rob Roy“ von Reginald De Koven und Harry B. Smith. Die Operette basiert nur lose auf dem Leben von Robert Roy McGregor und vor allem auf der Romanfigur „Rob Roy“ von Sir Walter Scott.

Auch wenn der Rob Roy dem jüngeren Bobby Burns Cocktail in der Rezeptur sehr ähnelt, haben beide Drinks doch ihre Daseinsberechtigung. Wählt man anstelle eines würzigen Blended Malts einen Rauchigen, fällt der geschmackliche Unterschied noch deutlicher aus. Auch beim Wermut kann gerne eine stärkere Variante gewählt werden. Der fassgelagerte Antica Formula von Carpano ist hier der ideale Partner des leicht rauchigen Blended Scotchs.

Rob Roy Zutaten:
6 cl Cutty Sark Prohibition oder besser Rock Oyster
3 cl Carpano Antica Formula Wermut
2 Dashes Peychaud’s Bitters

Alle Zutaten auf Eis verrühren – in gekühlte Cocktailschale abseihen.

Glas: Cocktailschale
Garnitur: Cocktailkirsche;

Rusty Nail – ein Scotch Whisky Cocktail

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Der Rusty Nail taucht das erste Mal im Jahre 1937 als B.I.F. Cocktail auf, der angeblich von F. Benniman für die British Industry Fair erfunden wurde. Über die Jahre hinweg änderte er immer wieder seine Namen und wurde in den 1960er Jahren auch den Bartendern im 21 Club in Manhattan zugeschrieben. Laut der Cocktaillegende Dale DeGroff war auch das Rat Pack stark an der Verbreitung des Drinks beteiligt.

Selbstverständlich sollte beim Rusty Nail der persönliche Favorit zwischen Zutaten und Verhältnissen gefunden werden. Egal ob Blended Scotch, Blended Malt oder Single Malt, 1:1, 2:1 oder 3:1 Verhältnis, nur der Drambuie sollte beibehalten werden. Meine persönliche Wahl fällt hier eindeutig auf den Monkey Shoulder Blended Malt und eine Mischung von ungefähr 3:1 zwischen Scotch und Drambuie.

Rusty Nail Zutaten:
6 cl Monkey Shoulder Blended Malt oder Wemyss Malts The Hive 12 Years
2,25 cl
 Drambuie

Alle Zutaten auf Eis verrühren – in ein Old-Fashioned Glas gefüllt mit Eiswürfeln geben.

Glas: Old-Fashioned Glas oder auch Tumbler
Garnitur: Zitronenzeste.

5 amerikanische Cocktail-Klassiker, die man kennen muss

Da die Wiege des Cocktailmixens in den Vereinigten Staaten liegt, dürfen diese fünf einfachen und genauso klassischen US-amerikanischen Cocktails in keiner Cocktail-Liste fehlen:

Old Fashioned – ein American Whiskey Cocktail

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Der Old-Fashioned ist allgemein als der erste schriftlich erwähnte Cocktail bekannt. Im Jahre 1806 antwortete ein Redakteur  des „The Balance and Columbian Repository“ auf eine Leserfrage nach der Definition des Begriffs „Cocktail“, dass es sich dabei um eine kräftige Mischung aus Spirituose, Bitters, Wasser und Zucker handle. Da es Mitte des 19. Jahrhunderts in Mode war Absinth, Orangenlikör, oder ähnliche Zutaten in Cocktails zu verwenden, kam die ursprüngliche Mischung mit Whiskey unter dem Namen „Old-Fashioned“ wieder in Mode.

Traditionell wird bei der Zubereitung des Cocktails, neben Spirituose, Bitters und einer Orangenzeste, am besten in Bioqualität, die Verwendung eines Zuckerwürfels empfohlen. Einfacher ist es heutzutage jedoch Zuckersirup zu verwenden, da sich dieser besser löst. Vom Zerdrücken weiterer Früchte wie Orangenscheiben oder Kirschen, sowie dem Auffüllen mit Mineralwasser sollte bei einem originalen Old-Fashioned abgesehen werden.

Old-Fashioned Zutaten:
6 cl 
Maker’s Mark Bourbon oder besser Russell’s Reserve 10 Jahre Kentucky Straight Bourbon Whiskey
3 Dashes Angostura Bitters
Orangenzeste
0,75 cl Zuckersirup

Lange Orangenzeste mit Zestenreister abschneiden – im Rührbecher mit Zuckersirup leicht andrücken – Bitters und Whiskey hinzugeben – im Rührbecher circa 60 Sekunden rühren – gekühltes Old-Fashioned Glas mit Eis füllen – Drink darauf abseihen.

Glas: Old-Fashioned Glas;
Garnitur: Orangenzeste und eingelegte Kirsche.

Whiskey Sour – ein American Whiskey Cocktail

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Auch wenn die Rezeptur eines Whiskey Sours simpel klingt, sollte man bei der Zubereitung ein paar Dinge beachten, um einen qualitativ hochwertigen Cocktail zu erhalten. Quellen nach entstand der Whisky Sour zwischen 1870 und 1872 als Verwandter des Old Fashioneds und wurde damals dazu verwendet den Geschmack qualitativ minderwertiger Whiskys zu verstecken. Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, lohnt sich aber die Investition in einen soliden Standardwhiskey.

Wenn man sich an das Originalrezept halten möchte, sollte man auf Orangensaft verzichten und stattdessen Eiweiß verwenden. Das Eiweiß erfüllt zwei Funktionen im Drink: Zum einen ergibt es eine cremige Textur und zum anderen mildert das Eiweiß die Säure des Zitronensaftes etwas ab. Alle die aus diversen Gründen auf Eiweiß verzichten wollen, können es auch durch Aquafaba, dem Kochwasser von Kichererbsen, ersetzen.

Whisky Sour Zutaten:
6 cl 
Evan Williams Bottled In Bond Bourbon oder besser Johnny Drum Kentucky Straight Bourbon
3 cl Frischer Zitronensaft
2 cl Zuckersirup
1,5 cl Eiweiß / Aquavaba

Alle Zutaten mit Eiswürfeln in einen Cocktailshaker geben – shaken – in einen zweiten Shaker abseihen – ein zweites Mal shaken – in ein Double Old-Fashioned Glas auf Eiswürfeln füllen.

Glas: Double Old-Fashioned Glas;
Garnitur: Zitronenzeste.

Horse’s Neck – ein American Whiskey Cocktail

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Seinen Ursprung hat der aus Spirituose, Ginger Ale, Eis und langer Zitronenzeste bestehende Drink in den 1890er Jahren. Damals noch als „Soft Drink“ bekannt, wurde die Mischung um 1910 durch die Kombination mit Brandy oder Bourbon zum alkoholischen Highball, auch „Horse’s Neck with a Kick” oder „Stiff Horse’s Neck“ genannt. In den 1960er Jahren verdrängt der nun als alkoholisches Getränk bekannte „Horse’s Neck“ sogar den „Pink Gin“ als Getränk der Offiziere der britischen Marine.

Auch wenn die Zitronenzeste nur wie eine zu vernachlässigende Dekoration wirkt, ist sie jedoch essenziell für einen klassischen „Horse’s Neck“. Sie verleiht dem Cocktail ein gewisses Extra an Frische und macht den ansonsten simplen Drink zu einem unterschätzen Highlight.

Horse’s Neck Zutaten:
6 cl 
Four Roses Yellow Label oder besser Elijah Craig Small Batch
Auffüllen mit Fever Tree Ginger Ale

Highball Glas mit Eiswürfeln – Bourbon dazugeben – mit Ginger Ale auffüllen.

Glas: Highball Glas;
Garnitur: Lange Zitronenzeste.

Manhattan – ein American Whiskey Cocktail

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Mit dem Import europäischen Wermuts in die Vereinigten Staaten Mitte des 19. Jahrhunderts entstand vermutlich auch in Kombination mit amerikanischem Whiskey der Manhattan Cocktail. Die erste schriftliche Erwähnung fand jedoch erst im Jahre 1880 statt. Der Name lehnt sich dabei am Manhattan Club in New York an. Ursprünglich wurde würziger Rye Whiskey für den Cocktail verwendet, allerdings wurde dieser während der Prohibition durch milderen Canadian Rye Whiskey ersetzt.

Neben der Art des Whiskeys veränderte sich auch mit der Zeit der Anteil des Wermuts von einem ursprünglichen 1:1 zu einem 2:1 Verhältnis. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zubereitung. Im Allgemeinen sollte ein Drink der nur Spirituosen und keinen Zitronensaft oder schwerlösliche Zutaten enthält, gerührt und nicht geschüttelt werden!

Manhattan Zutaten:
6 cl 
Bulleit Rye oder besser Smooth Ambler Old Scout Rye
3 Dashes Angostura Bitters
3 cl Carpano Antica Formula Wermut
Eiswürfel in einen Rührbecher geben – all Zutaten hinzugeben – im Rührbecher circa 60 Sekunden rühren – Cocktail in ein gekühltes Cocktailglas abseihen.
Glas: Cocktail Glas;
Garnitur: Eingelegte Kirsche.

Mint Julep – ein American Whiskey Cocktail

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Der Name Julep geht auf das arabische Wort Julab zurück, das Rosenwasser bezeichnet und für Erfrischungsgetränke und Tees verwendet wurde. Der heutige Mint Julep wurde wahrscheinlich im 18. Jahrhundert auf dem Gebiet der späteren Südstaaten erfunden. Im darauffolgenden Jahrhundert verbreitete sich der Drink dann in den gesamten Vereinigten Staaten. Der Mint Julep wird auch alljährlich beim Kentucky Derby serviert.

Natürlich ist es nicht unbedingt notwendig den Drink in einem Silberbecher zuzubereiten, jedoch schmeckt der Drink deutlich besser daraus. Davon abgesehen sollte man trockenes Crushed Ice für den Cocktail verwenden. Hierzu zerkleinert man am besten einige Zeit vorher Eiswürfel in einem Eiscrusher oder einem Lewisbag und friert es anschließend nochmals ein.

Mint Julep Zutaten:

7,5 cl Rowans Creek Kentucky Straight Bourbon Whiskey oder besser Noah’s Mill Bourbon Whiskey
0,75 cl Zuckersirup
5 Minzzweige + 1 weiterer für die Garnitur

Etwas Zuckersirup mit den Minzzweigen im Silberbecher andrücken – mit trockenem Crushed Eis auffüllen – umrühren –  die Hälfte des Bourbons dazu geben und umrühren – mit mehr Eis auffüllen – den Rest des Bourbons dazugeben – mit Eis auffüllen.

Glas: Silberbecher;
Garnitur: Minzzweig – Puderzucker.

Fazit

Das waren unsere Tipps rund um das Thema Whisky Cocktails. Die Liste ist bei Weitem nicht vollständig, doch wird regelmäßig erweitert. Denn die Welt der Cocktails ist genauso vielfältig wie die Welt des Whiskys. Wer keine Muße zum selber Mixen hat, der kann auch einfach zu einem fertigen Mix greifen wie Maker’s Mark Mint Julep oder Mister Katz’s Rock&Rye. Alle genannten Whiskys und Whiskeys finden Sie auch in unserem Online Shop.

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