Whisky aus dem Sherryfass

Whiskys aus dem Sherryfass zeichnen sich durch süß-fruchtige und nussig-trockene Aromen aus. Die komplexen Aromen und die schöne dunkle Farbe der Whiskys aus dem Sherryfass machen diesen Fasstyp extrem populär. Man findet daher Sherryfassabfüllungen bei Brennereien aus aller Welt. Besonders beliebt und geschätzt sind dabei die Highland-Malts von Dalmore, die Insel-Malts von Highland Park und die Speyside-Malts von Glenfarclas. Ein kleiner, feiner Unterschied liegt auch zwischen Whisky, der komplett im Sherryfass gelagert wurde und Whisky mit Sherryfass-Finish. Der Whisky wird dann nur für einen Teil seiner Lagerzeit in Sherryfässer umgefüllt. Dass man mit Sherry-Finishes ein fruchtig intensives Aromenprofil zustande bringt zeigt der Balvenie Double Wood 12 Jahre, ein absoluter Bestseller.

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Über Whisky aus dem Sherryfass

Whisky aus dem SherryfassFoto: By Caballero 1830 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Neben den klassischen Ex-Bourbonfässer liegen heute vor allem Ex-Sherryfässer hoch im Kurs für die Lagerung von Single Malt Whisky. Denn Sherryfässer sorgen für süß-fruchtige und nussig-trockene Aromen. Die gebrauchten Sherryfässer aus Spanien, meist sogenannte „(Sherry-)Butts“, haben ein Fassungsvermögen von 500 Litern. Sie sind also rund doppelt so groß wie die schottische Standardgröße der Whiskyfässer, dem Hogshead. Allerdings gibt es auch Sherryfässer in Hogsheadgröße. Sie wurden gerade in der Vergangenheit aus europäischer Eiche gebaut. Diese unterteilt sich in Stiel- und Traubeneiche. Vor allem die Stieleiche findet sich in Spanien. Ihr Wuchs ist langsam und unregelmäßig. Sie enthält einen wesentlich höheren Anteil an Tanninen als Ihr amerikanischer Cousin, die Weißeiche. Tannine sorgen für die dunkle Farbe, die Trockenheit und den markanten Duft der Weine und Brände. Heute werden allerdings viele Sherryfässer der Wirtschaftlichkeit und des Geschmacks wegen aus amerikanischer Weißeiche hergestellt. Denn ihr Wachstum ist deutlich schneller als das der europäischen Sorten und vermittelt mehr Karamell- und Vanillenoten an den Fassinhalt. Dieser Stil ist derzeit sehr gefragt. Dadurch verändert sich allerdings auch Aussehen und Geschmack der jüngeren Sherrys.

Fazit: Sherryfass ist nicht gleich Sherryfass. Neben dem verwendeten Eichenholz kommt es noch darauf an welcher Sherry darin gelagert wurde. Im Laufe der Lagerzeit können bis zu 10 Liter Sherry aus der Fasswand in den Whisky wandern. Sherry ist ein andalusischer Likörwein, der aus Rebsorten wie Palomino, Moscatel oder Pedro Ximenez gewonnen wird. Es gibt unterschiedliche Varianten wie Fino, Amontillado, Manzanilla, Oloroso und Pedro Ximenez (kurz PX). Alle zeichnen sich durch ein etwas anderes Geschmacks- und Farbprofil aus.

So sorgt PX für einen intensiven Bernsteinfarbton und schwere Siruparomen sowie Rosinennoten. Oloroso sorgt indes für einen kräftigen Rotstich und intensive Nussaromen sowie einen voluminösen Körper und fruchtigen Duft. Amontillado erinnert mit seinem süß-säuerlichen Geschmack an Pflaumen, er ist trocken und nussig und verursacht einen satten Bernsteinton. Fino findet sich sehr selten, da er sehr hell im Aussehen ist, sodass er nicht so spektakuläre Farbnuancen an den Whisky abgibt. Darüber hinaus zählt der Fino zu den besten Sherrys und dementsprechend sind die Fässer im Ankauf teurer. Er zeichnet sich durch Trockenheit und ein leichtes Mandelaroma aus. Wenn Sie Sherry ausprobieren möchten, dann sollten Sie zu einem gut gekühlten Fino greifen. Manzanilla ist wahrscheinlich die trockenste Sherryvariante, ist auch hell im Aussehen und ähnelt sehr dem Fino allerdings mit maritimen Einschlag, was der Lagerung in Meeresnähe zu verdanken ist.

Sherryfässer erfreuen sich so großer Beliebtheit, da sie (im Vergleich zu Ex-Bourbonfässern) sehr viele Gerb- und Aromastoffe an den Whisky abgeben. Sherry hat nämlich einen wesentlich geringeren Alkoholgehalt als beispielsweise Bourbon. Alkohol dient den Aromen als Trägerstoff, sodass der Sherry noch nicht so viele Aromen aus dem Holz absorbiert hat und das Fass umso mehr Aromen an den Whisky abgeben kann. Daher haben Whiskys aus ehemaligen Sherryfässern auch nach kürzerer Reifung oder auch ein Finishing bereits intensive Sherrynoten, die süß-fruchtig und nussig-trocken sind. Je nach Ausprägung des Sherry, Befüllung (1st Fill oder Refill) und Lagerdauer fällt der Einfluss also leicht bis intensiv aus.

Interesse geweckt? Die folgenden Whiskys eigenen sich perfekt für einen Einstieg in die interessante Welt der Sherryfass gereiften Whiskys:

Eine der Brennereien, die sich auf Whisky aus dem Sherryfass geradezu spezialisiert haben dürfte, ist die Brennerei Glendronach. Der Glendronach Parliament 21 Jahre ist der König der Glendronach Standardrange. Er stammt aus den besten Oloroso und PX-Sherryfässern der Lagerhäuser der Glendronach Brennerei. Tiefbraun mit Rotstich, kommt dieser Malt auf ganz natürlichem Wege zu seiner satten Farbe.

Bei der Brennerei Glenfarclas aus der Speyside werden Sie auch fündig. Die Brennerei nutzt auch öfters 2nd und 3rd Fill Sherryfässer, sodass die Whiskys nicht ganz so sherrylastig sind wie bei Glendronach. Hier erhalten Sie sehr alte Single Malts aus Ex-Sherryfässern zu einem wirklich fairen Preis. Während man Sherry als Aperitif trinkt, kann man die Glenfarclas Single Malts gut als Digestif genießen. Wir empfehlen Einsteigern den Glenfarclas 15 Jahre. Die langjährige Reifung in Sherryfässern machen diesen Single Malt intensiv fruchtig. Er liefert liebliche Aromen und einen ausgeglichenen Geschmack mit Noten von Malz, Rauch und natürlich Sherry. Für Kenner empfehlen wir hingegen den Glenfarclas 25 Jahre - teuer aber für diese Altersklasse immer noch fair ausgepreist. Dieser Scotch ist der Inbegriff von Eleganz mit seiner seidigen Struktur und den großzügigen Aromen, die an intensives Haselnussaroma und klebriges Früchtebrot erinnern.

Auch die Brennerei Edradour ist bekannt für ihre Whiskys aus ehemaligen Sherryfässern. Unsere Empfehlung: Der Edradour 12 Caledonia aus dem Oloroso-Sherryfass. Dieser Single Malt hat eine sehr schöne Bernsteinfarbe und überzeugt durch ein dichtes Aroma, welches von getrockneten Früchten und Honig beherrscht wird. Der volle Körper mindert jedoch nicht seinen eigenwilligen, eleganten Charakter.

Auf internationalem Pflaster ist vor allem die japanische Brennerei Yamazaki für Ihre ausgewogenen und sherrylastigen Single Malts bekannt. 

Was ist der Unterschied zwischen im Ex-Sherryfass gereift und Sherry-Finish?

Oftmals werden exotischere Fässer für sogenannte Finishes verwendet. Ein Whisky wird dann mehrere Jahre in Ex-Bourbonfässern (oder anderen Fässern) gelagert und dann noch für einen nicht genauer definierten Zeitraum in anderen Fässern weiter gereift. Dieses Verfahren, das sogennante “Double Wood”-Verfahren, wurde praktisch mit der Einführung von Sherryfässern in die Whiskyproduktion erfunden. So werden subtilere Ergebnisse im Geschmacksprofil erzielt. Bei einem Sherryfass-Finish bleibt also trotz des intensiven Aromenprofils der Brennereicharakter einer Abfüllung klar erhalten. Bei einer kompletten Lagerung in Sherryfässern dominieren somit die Sherryaromen, während sich andere Aspekte eher unterordnen.

Typische Varianten, die wir auch in Whisky Finishes finden, umfassen Manzanilla (ein wenig salzig, von der Küste, z.B. im Glenmorangie Taghta), Amontillado (dunkel und nussig, z.B. in der Glenkinchie Distillers Edition), Oloroso, auch Amoroso (voll, cremig, fruchtig und süß, z.B. im Bowmore 15 Darkest oder Talisker Distillers Edition) und Pedro Ximénez (intensiv, dunkel, wie Rosinenund Sirup, z.B. im Auchentoshan Three Wood).

Torfrauch der schottischen Hochmoore trifft auf andalusische Sherrysüße

Die Kombination Sherryfruchtigkeit und Torfrauch ist eine intensive und beliebte Mischung, wie man anhand der Inselmalts aus dem Sherryfass erkennen kann. Der Lagavulin Distillers Edition ist ein gutes Beispiel dafür. Aber auch Brennreien wie Highland Park, Kilchoman und Bowmore schaffen den Bogen zwischen Ihren torfigen Charaktermalts mit der fruchtigen Süße des Sherryfasses elegant zu spannen. Ein in der Hinsicht wohltemperierter Malt kommt in Form des Ledaig von der Isle of Mull, die torfige Single Malt Variante der Tobermory Brennerei. Ledaig gibt es auch immer wieder in spannender unabhängiger Abfüllung von Größen wie Signatory und Gordon MacPhail

Wie kam spanischer Sherry auf die britischen Inseln?

Es waren die englischen Handelshäuser die den Sherry im 18. und 19. Jahrhundert im ganzen Empire berühmt und beliebt machten. Ob der Name Sherry dabei nun der fehlgeschlagene Versuch der Briten, den Namen der spanischen Stadt Jerez auszusprechen, oder dem arabischen Sherish abgeleitet ist, ist nicht eindeutig geklärt.

Über Jahrhunderte war Sherry jedenfalls ein spanischer Exportschlager und zahllose Schiffe brachten Fässer voll mit feinstem Sherry von der iberischen Halbinsel zu den britischen Häfen in Cork, Bristol oder Leigh, dem Hafen von Edinburgh. Statt die geleerten Fässer mühsam wieder nach Spanien zurückzuschicken, kamen die umtriebigen Schotten auf die Idee die leeren Sherryfässer für ihren Whisky zu verwenden. Schließlich war Sherry ja so beliebt. Im gleichen Maße wie Sherry an Beliebtheit eingebüßt hat, ist der Beliebtheitsgrad von Whisky aus dem Ex-Sherryfass gestiegen. Überzeugen Sie sich selbst von der Aromen- und Geschmacksvielfalt von im Sherryfass gereiften Whiskys.

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