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Welt Whisky

Richtig guter Whisky kommt aus der ganzen Welt. Auf einer Skala von mild - wie bei der irischen Destillerie West Cork, bis aromatisch fruchtig und sogar rauchig - wie beim indischen Single Malt von Amrut, da ist für jeden etwas dabei.
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Welt Whisky

Mit dem Begriff "Whisky" verbinden viele Genießer zuerst einmal Schottland. Nicht verwunderlich, ist Scotch Whisky schließlich international die dominierende Whisky-Sparte. Sowohl wirtschaftlich, als auch imagetechnisch, ist Schottland der Platzhirsch der weltweiten Whisky-Szene. Blended Scotch Whisky, allen voran die Kult-Marke Johnnie Walker, ist die beliebteste Whisky-Sorte der Welt. Der Single Malt Whisky der Schotten gilt als der Maßstab für Qualität und setzt den internationalen Standard. Nicht zuletzt auf Grund der wachsamen Augen der Scotch Whisky Association. Die Handelsorganisation kontrolliert die Qualität der Scotch Whisky Produktion und achtet penibel darauf, dass der Begriff Scotch Whisky international geschützt wird. Die Whisky-Welt ist heute aber vielfältiger denn je. Überall sprießen neue Brennereien aus dem Boden. Manche Länder haben eine Jahrhunderte alte Whisky-Tradition, andere sind erfolgreiche New Comer. Wie sieht es aus in der Whisky-Welt außerhalb Schottlands? Wir haben uns für Sie im Welt-Whisky umgesehen und die wichtigsten Länder zusammengetragen.

Die etablierten Whisky-Nationen: 

Neben Schottland ist das Land mit der vielleicht ältesten Whiskey-Tradition der Welt Irland. Die Kunst der Destillation breitete sich vermutlich im fünften Jahrhundert von Irland kommend über Europa aus. Der Irish Whiskey steht seinen schottischen Nachbarn somit in Sachen Tradition in nichts nach. Die tragische Whiskey-Geschichte des Landes hat jedoch zu deutlich weniger Vielfalt der irischen Whiskey-Landschaft geführt, als die des Scotch Whiskys. Den beiden Nationen haben wir heute die unterschiedlichen Schreibweise von Whisky bzw. Whiskey zu verdanken. Das Wort wurde ursprünglich vom gälischen "Uisge Beatha", "Wasser des Lebens" abgeleitet. Mitte des 19. Jahrhunderts entschieden sich die Iren für die Schreibweise "Whiskey". Vermutlich wollte man sich so vom aufkommenden Blended Whisky der Schotten abgrenzen. Der Single Malt und Single Pot Still Whiskey war nach irischer Auffassung der einzig wahre Whiskey. Noch heute ist der Single Pot Still Whiskey ein Whiskey-Typ den er nur in Irland gibt. Als gutes Beispiel für den leichten dreifach destillierten Single Pot Still Whiskey dient Redbreast. Unser Geheimtipp in Irland sind die innovativen und preiswerten Whiskeys von West Cork. Als klassische irische Blends erfreuen sich Jameson und Kilbeggan internationaler Beliebtheit. Wer eher kräfte Whiskeys mag, sollte sich die Marken Tyrconnell und den rauchigen Connemara  Single Malt nicht entgehen lassen!

Das dritte Land mit einer sehr alten Whiskey-Tradition folgte auch in der Schreibweise den Iren. Die USA produzieren im Grunde Whiskey seit man von einem eigenen Land sprechen kann. Der amerikanische Whiskey entwickelte sich relativ weit entfernt von der irischen und schottischen Heimat. So erwuchsen aus dem Land mit gänzlich anderem Klima und neuen Getreidesorten ganz eigene Whiskey-Typen. Der erste Whiskey der USA war der Rye Whiskey, ein Whiskey, der zum größten Teil aus Roggen hergestellt wurde. Mit der Geburtsstunde des Landes 1776 und der Unabhängigkeitserklärung begann auch die Erfolgsgeschichte des Bourbon Whiskeys. So darf Bourbon nur in den USA hergestellt werden, der Löwenanteil stammt jedoch aus dem Bundesstaat Kentucky. Kentucky Straight Bourbon ist somit die größte Sparte des Bourbon Whiskeys und international enorm beliebt. Der berühmteste Kentucky Straight Bourbon ist sicherlich Jim Beam. Auch der Cousin des Bourbons, der Tennessee Whiskey ist regional begrenzt. Die Whiskey-Art, die dem Bourbon in fast allen Produktionsschritten gleicht, darf nur im Bundesstaat Tennessee hergestellt werden. Der bekannteste seiner Art ist zweifellos Jack Daniel's. Möchten Sie einmal hochwertigen Bourbon kosten, empfehlen wir Four Roses, Koval, Bookers, Blantons oder Elijah Craig.

Der sympathische Nachbar der USA, Kanada wird gerne übersehen, wenn es um Traditions-Whisky geht. Dabei ist kanadischer Whisky genau so alt, wie die bekannten US-Whiskeys. Noch heute gilt kanadischer Whisky aber eher als Geheimtipp. Er hat sich nie mit derart viel Marketing-Aufwand im internationalen Markt präsentiert, wie viele andere Whisky-Sparten. Für Single Malt Fans hat Kanada bislang allerdings lediglich Glen Breton zu bieten. Der Großteil des kanadischen Whiskys sind Marken wie Crown Royal oder Canadian Club, die bei uns unter der Kategorie Blended Whisky laufen würden. Wer auf voll-würzige Rye Whiskeys steht, sollte unbedingt Lot 40 probieren. 

Als fünftes großes Whisky-Land mit einer fast hundertjährigen Tradition darf heute Japan genannt werden. Japanischer Whisky feierte seinen internationalen Durchbruch erst im letzten Jahrzehnt. Die Entwicklung der japanischen Whisky-Sparte ist jedoch schon seit vielen Jahrzehnten im Gange. In Sachen Qualität und internationalem Erfolg ist Japan derzeit schwer das Wasser zu reichen. Die beiden großen japanischen Whisky-Firmen Suntory und Nikka kommen nur schwerlich mit der Produktion ihrer heiß-begehrten Produkte hinterher. Das Land der aufgehenden Sonne ist heute ein Synonym für Qualität und Handwerkskunst in Sachen Whisky. Die große Nachfrage hat sich allerdings auch in der Preisbildung bemerkbar gemacht. Daher hoffen Whisky-Genießer weltweit auf eine baldige Entspannung des japanischen Whisky-Marktes. 

Die "New-Comer"

Für viele Genießer kommt die Tatsache überraschend, dass Indien das Land mit dem größten Whisky-Konsum weltweit ist. Auch in Sachen Whisky-Produktion liegt Indien vorn. Da jedoch das Gros des indischen Whiskys im Land bleibt, ist Indien noch vergleichsweise unbekannt. Dabei haben sich mit den Brennereien Amrut und Paul John zwei Single Malt Marken etabliert, die wirklich einen zweiten oder dritten Blick wert sind. Hier entstehen Whiskys von hervorragender Qualität und tollem Preis-Leistungs-Verhältnis. 

Auch Japans "Nachbar-Insel" Taiwan hat mittlerweile von sich reden gemacht. Im Alleingang hat die King Car Group seit Ende des staatlichen Alkohol Monopols 2002 die Whisky Marke Kavalan in den Whisky-Olymp katapultiert. Kaum eine andere Brennerei hat so viele Auszeichnungen und Medaillen auf internationalen Whisky-Wettbewerben einsammeln können, wie Kavalan Single Malts. Wer ein Fan von exotischen Whiskys aus dem fernen Osten ist, kommt an Kavalan nicht vorbei. 

Ein weiterer Shooting Star der Whisky-Exoten ist Australien, vorne weg die Insel Tasmanien. Hier haben die Single Malts von Sullivans Cove auf sich aufmerksam gemacht. Gleich zweimal gewann die Marke den Titel "Best Single Malt" bei den World Whiskies Awards 2014 und 2019 und schrieb somit Whisky-Geschichte. Leider ist der australische Whisky bei uns derzeit noch recht sporadisch verfügbar. Hoffen wir, dass zukünftig mehr Whisky aus Down Under zu uns findet!

Mit Irland und Schottland als Nachbarn ist es eigentlich verwunderlich, dass es noch nicht mehr Whisky-Destillerien in England und Wales gibt. Die beiden Länder haben mittlerweile aber ihre Hausaufgaben gemacht und beglücken uns heute mit eigenen Whiskys. Die Penderyn Distillery aus Wales hat mit ihren ungewöhnlichen Single Malts auf sich aufmerksam gemacht. Auch der englische Whisky ist im Kommen. Die junge Cotswolds Distillery liefert nicht nur hervorragenden Gin, sondern auch tollen englischen Single Malt. Auch die English Whisky Company mit ihrer St. Georges Distillery in Norfolk produziert bereits seit 2006 ausgezeichneten englischen Single Malt. 

Und wie sieht es in unserer Heimat aus? Deutschland hat eine enorm vielseitige Whisky-Landschaft. In kaum einem Land gibt es so viel Klein-Brennereien wie in Deutschland. Viele produzieren Whisky nebenher, ist doch das flüssige Gold eine große Investition, die viele kleine Betriebe nicht leisten können. Brennereien mit dem Fokus auf Single Malt Whisky, die sich bereits etabliert haben, sind Glen Els aus dem Harz und die bayerische Slyrs Brennerei vom Schliersee. Der erste deutsche Brennerei, die auf schottischen Pot Stills destilliert, ist die junge Brennerei St. Kilian aus dem Frankenland. Deutscher Whisky ist somit ebenfalls aus den Kinderschuhen heraus und bietet heute eine große Bandbreite von unterschiedlichen Stilen an. 

Auch bei unseren skandinavischen Nachbarn tut sich Einiges. Seit dem bahnbrechenden Erfolg der Mackmyra Destillerie in Schweden sprießen zahlreiche Projekte überall im Norden Europas aus dem Boden. Schwedischer Whisky hat derzeit Rückenwind und so dürfen wir uns auch von der High Coast Distillery viel Gutes erwarten. Eine ebenso märchenhafte Erfolgsgeschichte hat die Stauning Destillerie in Dänemark zu verzeichnen. Fast im Alleingang hat Stauning so den dänischen Whisky zu einer eigenen Kategorie gemacht. Gleiches gilt für Teerenpeli, die derzeit die Flagge für den finnischen Whisky hochhalten. Wir dürfen uns in den kommenden Jahren auf reichlich neue und innovative Whiskys aus Skandinavien freuen! 

Im Westen nichts Neues? Fehlanzeige! Auch unsere westlichen Nachbarn überraschen mit hervorragenden Single Malts. Der französische Whisky entwickelt sich besonders in der Bretagne gerade zu einer ernst zu nehmenden Kategorie. Besonders der Single Malt Armorik aus der Destillerie Warenghem bietet Fans von schottischem Single Malt bekannte Aromen mit bretonischem Touch. Der zart rauchige, sehr fruchtige Single Malt überzeugt nicht nur durch schottische Produktionsverfahren, sondern auch durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch der belgische Whisky hat die Experimentierphase hinter sich gelassen. Mit Belgian Owl und Gouden Carolus hat Belgien mittlerweile zwei gut etablierte Single Malt Marken vorzuweisen. Gleiches gilt für den niederländischen Whisky. Hier hat die Zuidam Distillery mit ihrer Single Malt Marke Millstone ebenfalls einen ausgezeichneten Whisky nach schottischem Vorbild aus niederländischer Gerste produziert, der bereits mit Altersangabe von 10 und 12 Jahren verfügbar ist. 

Der Süden Europas hingegen tut sich schwer mit einer Whisky-Infrastruktur. Doch auch hier gibt es einzelne Brennereien, die ihr Land auf die Whisky-Karte gesetzt haben. Der italienische Whisky etwa wird getragen von Puni, dem Design-Wunder aus Südtirol. Gleiches gilt für den benachbarten Schweizer Whisky, wo sich bislang nur Langatun und Säntis Malt durchsetzen konnten.

 

Stil

Whisky wird mittlerweile beinahe überall auf der Welt hergestellt und zeigt sich in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Die Aromenvielfalt ist enorm groß, weshalb es kaum möglich ist den internationalen Whisky auf bestimmte Aromen zu beschränken. Whisky an sich weist aufgrund seines Herstellungsprozesses und seiner Reifezeit in Holzfässern aber gewisse Muster auf. Abhängig vom verwendeten Getreide dominieren unterschiedliche Aromen den frischen Brand. Malzige Aromen, die an Toffee, Nüsse oder Gebäck erinnern, finden sich etwa bei Whiskys auf der Basis von gemälzter Gerste wieder. Zum größten Teil sprechen wir dann von Single Malt. Whiskeys auf Mais-Basis, wie der amerikanische Bourbon, bringen hingegen mehr Süße und Buttrigkeit im Brand mit. Rye Whiskeys deren Roggen-Anteil hoch ist, schmecken würziger und zeigen oft Aromen von Nelken und Zimt.  Bei der Vergärung der Maische entstehen oft süßliche oder florale Aromen, die gern Richtung Fruchtnoten wie Äpfel oder Orangenschalen gehen. Der dominante Teil der Aromen im Whisky sind jedoch die Holzfässer in denen der Whisky reift. Je nach Fassart entwickeln sich unterschiedlichen Aromen im Whisky. Der Löwenanteil des internationalen Whiskys reift in amerikanischer Weißeiche. Holzaromen wie Eiche, Röstaromen und Vanille sind hier dominant. Bei Whiskys aus Sherry-, Port- und Weinfässern werden meist Trockenfrüchte und Beeren-Aromen zur Komposition hinzugefügt. 

Herstellung

Aufgrund der unterschiedlichen historischen Entwicklung, klimatischen Bedingungen und kulturellen Eigenheiten eines jeden Landes, haben sich unterschiedliche Whiskys-Stile entwickelt. Whisky bzw. Whiskey ist per Definition ein Getreide-Destillat, das in einem hölzernen Behältnis gelagert wird. Die Reifung im Holzfass prägt in der Regel den größten Teil der Aromen, die sich später im Whisky wiederfinden. In den Ländern, die eine Jahrhunderte alte Whisky-Tradition haben, sind noch heute die traditionellen Getreidesorten dominant in der Whisky-Produktion. So wird in Schottland und Irland vorwiegend mit Gerste gearbeitet. In den USA hingegen hat sich Mais als einheimisches Getreide etabliert und auch der aus Europa eingewanderte Roggen ist als Grundlage beliebt. Die Eigenschaften im Anbau sind heute weniger als früher ein Grund für die Verwendung in der Produktion. Schließlich lassen sich heute leicht große Mengen Getreide importieren. So können heute beispielsweise auch Länder Single Malt Whisky produzieren, die auf den Import angewiesen sind. Ein wichtiges Beispiel hierfür ist Japan. 

Bei der Destillations-Methode haben sich mehr oder weniger zwei Lager gebildet. Wir unterscheiden grob zwischen dem Batch-Verfahren und der kontinuierlichen Destillation. Das Batch-Verfahren ist die älteste Destillations-Methode und wurde in Irland und Schottland eingeführt. Hier wird der Single Malt Whisky und der Single Pot Still Whiskey auf kupfernen Pot Stills gebrannt. Diese Variante der Destillation erfordert viel Zeit und technisches Knowhow. Sie erzeugt allerdings den hochwertigsten und komplexesten Rohbrand. Daher haben sich die meisten Länder der Welt die Single Malt Whisky herstellen am schottischen Vorbild der zweifachen Pot Still Destillation orientiert. Die kontinuierliche Destillation wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden und erstmals in der schottischen Whisky-Industrie eingesetzt. Der schnell und günstig zu produzierende Grain Whisky ermöglichte den Schotten die Entwicklung des Blended Scotch Whiskys. Diese Whisky-Kategorie entstand aus der Vermischung von schwerem Malt Whisky, auf Pot Stills gebrannt, und leichtem Grain Whisky. Das Produkt der Heirat der beiden Whisky-Typen ist noch heute der dominante internationale Whisky. Blended Scotch Whisky wie Johnnie Walker und Blended Irish Whiskey wie Jameson haben Whisky international salonfähig gemacht. Auch in den USA hat sich die kontinuierliche Destillation für die Produktion des Bourbon und Rye Whiskeys durchgesetzt. Gleiches gilt für Kanada. 

Ist nun Whiskey aus den USA und Kanada deswegen schlechterer Whiskey? Nein so einfach kann man es sich nicht machen. Denn besonders in den USA hat sich ein anderer Ansatz zur Whiskey-Produktion durchgesetzt. Der amerikanische Whiskey weist eine Reihe Eigenheiten auf, die ihn einzigartig machen. Auch der kanadische Whisky ist bislang massiv unterschätzt. Hauptunterschied zwischen den USA und den meisten anderen Whisky-produzierenden Ländern, ist die Verwendung von frischen Eichenfässern. Besonders beim Bourbon Whiskey haben wir es so mit einer gänzlich anderen Whiskey-Art zu tun, als etwa beim Single Malt Scotch. Ohne die Bourbon-Industrie in den USA gäbe es vermutlich gar keinen Welt-Whisky. Denn der Löwenanteil des heutigen internationalen Whiskys reift in ehemaligen Bourbonfässern aus den USA. Die gebrauchten Fässer lassen den Brennereien die Möglichkeit, den Whisky über viele Jahre reifen zu lassen. Der Fass-Charakter nimmt so nicht zu schnell Überhand. Eine weitere Möglichkeit ist, den Whisky anschließend in anderen exotischeren Fässer nachzureifen. Dieses Verfahren nennt man Finishing. Besonders in Schottland ist dies eine beliebte Methode, neue Whisky-Kreationen zu gewinnen. Doch auch der deutsche Whisky arbeitet sehr gern mit verschiedenen Fass-Arten wie Sherry-, Portwein, Rotwein- und Rumfässern. Wie immer gilt: Probieren geht über Studieren!  

Geschichte

Bis zu dem heutigen reichen Angebot an internationalem Whisky ist das Wasser des Lebens einen weiten Weg gegangen. Die Geschichte des Whiskys geht bis in eine Zeit zurück, in der schriftliche Aufzeichnungen nicht die Regel waren. Desto mehr Sagen und Legenden ranken sich um unser Lieblingsgetränk. Ob es, wie die Iren erzählen, wirklich der Nationalheilige St. Patrick war, der die Destillation nach Irland brachte, darf heute bezweifelt werden. Die Gelehrten sind sich jedoch einig, dass vermutlich im 4. oder 5. Jahrhundert die Kunst der Destillation aus dem arabischen Raum nach Irland gelangte. Viele Jahrhunderte verblieb die Technologie wohl in den Klöstern, den Zentren des Wissens der damaligen Zeit. Dort destillierten Mönche vermutlich aus Wein, später aus Bier, ein Destillat das sie "Aqua Vitae" nannten. Das "Wasser des Lebens". Das Uisge Beatha, wie es im gälischen Volksmund genannt wurde, wurde zunächst zur medizinischen Anwendung genutzt. Aus dem Wort "Uisge" entwickelte sich später das englische Wort "Whisky". Die erste schriftliche Erwähnung der Herstellung des Lebenswassers findet sich im "Red Book of the Diocese of Ossory" im 13. Jahrhundert in Irland. 1494 findet sich in Schottland in einem Steuerdokument der erste Nachweis für eine umfangreiche Produktion im Auftrag von König James IV. Das Destillat von dem hier die Rede ist, hatte jedoch wenig gemein mit dem Whisky, wie wir ihn heute kennen und lieben. Denn wann genau sich die Praxis der Fassreifung entwickelte, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Als Lagerbehältnis und Transportmittel wurden Fässer sicherlich lange vor den ersten Gesetzgebungen dazu genutzt. 1661 versucht der englische König Charles II die Destillation in Irland zu besteuern. Er besteuert vor allem die gemälzte Gerste, um so auch den umfangreichen irischen Schwarzmarkt zu treffen. Die gewitzten Iren umgingen die Steuer, indem sie fortan gemälzte mit ungemälzter Gerste vermischten. Der Single Pot Still Whiskey war geboren, eine Whiskey-Sorte, die es bis heute nur in Irland gibt. 

Mit der Besiedelung Amerikas brachten britische, schottische und irische Siedler das Wissen um die Whisky-Herstellung aus ihrer Heimat mit. Von Beginn an war die Herstellung von Spirituosen ein Teil der amerikanischen Kultur, zunächst Rum, später Whiskey auf Roggen-Basis. Auch die Verwendung des einheimischen Getreides Mais fand zunehmend Eingang in die amerikanische Whiskey-Produktion. In den USA waren es vorwiegend die Getreidemühlen, die sich eine Brennerei hielten. So produzierte auch George Washington Whiskey bevor er zum ersten Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde. Besonders im späteren Bundesstaat Kentucky entwickelten sich eine Vielzahl von Getreidemühlen. Die Siedler dort hatten Land bekommen, mit der Bedingung Mais anzubauen. Benannt wurde der US-Whiskey nach dem Bourbon County, damals noch ein Teil Virginias. Der Name entstammt der französischen Bourbon Dynastie.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts konnte Alkohol nur im aufwendigen Batch Verfahren hergestellt werden. Pot Stills waren die vorherrschende Destillations-Methode. 60 % der weltweiten Whiskey-Produktion fanden in Irland statt. Mit der Erfindung der Coffey Still brachte 1830 ausgerechnet ein Ire eine neue Form der Destillation mit ins Spiel. Aeneas Coffey entwickelte die von Robert Stein erfundene Column Still weiter zur "Coffey Still", einer kontinuierlichen Destillation. Die Iren lehnten die moderne Destillations-Methode jedoch strikt ab. Sie waren überzeugt von der Qualität des Pot Still Whiskeys und stuften den Brand aus der Coffey Still als minderwertig ein. Ein fataler Fehler, wie die Zeit zeigen sollte. Coffey brachte seine Erfindung nach Schottland, wo sich schnell eine fruchtbare Industrie von günstigem Spirit entwickelte. Nach wenigen Jahrzehnten wurde die neue Technologie für die Produktion von günstigem Gin und Grain Whisky genutzt. Findige schottische Händler wie John Walker, George Ballantine, John Dewar und die Chivas Brothers mischten den neuen leichten Grain Whisky mit dem schweren würzigen Malt Whisky und kreierten so den Blended Scotch Whisky. Die neu entstandenen preiswerten Whisky Marken Johnnie Walker, Ballantines und Chivas Regal gingen um die Welt. Der Scotch Whisky begann seinen Siegeszug. Mit dem Aufstieg des Scotch Whiskys begann der Sturz des Irish Whiskeys. Die ohnehin angeschlagene irische Whiskey-Industrie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den Weltkriegen, dem irischen Unabhängigkeitskrieg und der amerikanischen Prohibition endgültig in die Knie gezwungen. Das einstige irische Whiskey-Imperium war bis Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer nebensächlichen Whiskey-Kategorie verfallen. Auch in den USA wurde die florierende Whiskey-Industrie hart von der Prohibition getroffen. Kanadischer und schottischer Whisky fanden ihren Weg im großen Stile illegal über die Grenzen. Die Zeit der Schmuggler und Bootlegger war gekommen. Am anderen Ende der Welt stand ebenfalls ein gesellschaftlicher Wendepunkt an. Japan öffnete sich der westlichen Welt. Die erste Whisky-Destillerie Yamazaki öffnete 1923 ihre Tore. 

Bis in die 70er Jahre dominierte der günstige Blended Whisky die Weltmärkte. 1964 führte die schottische Speyside Brennerei Glenfiddich einen unverschnittenen Malt Whisky am Markt ein. Von vielen belächelt leitete Glenfiddich damals einen Trend ein, der heute zu einem wahren Whisky-Boom geführt hat. Der Single Malt feierte seine Wiederkehr auf die internationale Bühne. Die Euphorie sollte jedoch nicht lange anhalten. Eine wirtschaftliche Krise in den frühen 80ern führten zu einer Inflation und massiven Überproduktion von Scotch Whisky. Als Resultat mussten vielen Whisky Brennereien in Schottland schließen. In den 90ern erholte sich die Whisky-Industrie langsam. Gegen Ende der 90er begannen viele Länder der Welt ein Interesse an einer eigenen Whisky-Produktion zu entwickeln. In Australien, vorwiegend Tasmanien, sproßen die ersten Whisky-Destillerien aus dem Boden. Sullivans Cove sollte es später als einziger Single Malt schaffen, bei den World Whiskies Award zweifach zum besten Single Malt der Welt gekürt zu werden. In Frankreich erblickt 1998 der erste "Whisky Breton" (bretonischer Whisky) das Licht der Welt. Die Warenghem Destillerie dient mit ihrem Single Malt Armorik bis heute als Vorzeigebeispiel für europäischen Single Malt. Japan hatte bereits viele Jahrzehnte Erfahrungen sammeln können und somit bereits eine eigene Whisky-Infrastruktur entwickelt. Dass hier aufs richtige Pferd gesetzt worden war, zeigte sich 2001. Ein 10-jähriger Yoichi wurde überraschend in einer Blind-Verkostung des renommierten Whisky Magazines zum besten Whisky gekürt. Die Erfolgsgeschichte des japanischen Whiskys war nun nicht mehr aufzuhalten. 2014 ernannte Whiskypapst Jim Murray den Yamazaki Sherry Single Cask 2013 zum besten Whisky der Welt. Der Ritterschlag für den japanischen Whiskys war perfekt. 

Die Jahrtausendwende darf heute als Meilenstein der Whisky-Geschichte betrachtet werden. In den folgenden 15 Jahren sollten sich in zahlreichen Ländern Whisky-Destillerien entwickeln, die es bis heute zu Weltrang geschafft haben. Die bereits seit 1982 Whisky produzierende indische Brennerei Amrut Distillery veröffentlichte 2004 ihren ersten Single Malt. In Blind-Verkostungen in Schottland überraschten die Inder die Whisky-Fans und Fachpresse. In Schweden entschieden sich 1999 eine Gruppe Freunde schwedischen Whisky herzustellen. Die Mackmyra Destillerie trat den Trend des skandinavischen Whiskys los. Kavalan, eine der heute renommiertesten Whisky-Brennereien der Welt, wurde 2005 in Taiwan gegründet. Kaum eine Brennerei hat mehr Medaillen und Auszeichnungen erlangen können, als Kavalan. 2006 beginnt auch in Deutschland mit dem Bau der Slyrs Brennerei eine ernst zu nehmende Whisky-Produktion. Mit Glen Els folgt 2002 eine weitere hervorragende Brennerei. 2016 wird das erste Fass aus schottischen Pot Stills auf deutschem Boden in der St. Kilian Destillerie befüllt. Wir leben heute wahrlich in einer goldenen Ära des internationalen Whiskys. Freuen wir uns auf die kommenden Jahre und viele weitere spannende Whisky-Releases. Egal ob vom anderen Ende der Welt, oder aus der direkten Nachbarschaft: Welt-Whisky liegt im Trend! 

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