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Rauchiger / torfiger Whisky

Wenn Single Malts als Charakterköpfe unter den Whiskysorten gelten, dann sind rauchige Single Malts die wohl eigenwilligsten unter diesen Charakterköpfen. Doch Rauch ist nicht gleich Rauch und in der weiten Welt des rauchigen Whiskys gibt es viele feine Unterschiede. Hier finden Sie eine breite Palette an rauchigen Whiskys aus aller Welt.

» Mehr Hintergründe und Tipps zu rauchigem Whisky

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Rauchiger / torfiger Whisky

Wenn Single Malts als Charakterköpfe unter den Whiskysorten gelten, dann sind ihre rauchigen Vertreter wohl die eigenwilligsten unter ihnen. Doch Rauch ist nicht gleich Rauch. In der weiten Welt des Whiskys gibt es viele feine Unterschiede.

In der Regel sorgt Torf, im Englischen "Peat" genannt, für das rauchige Aroma. Wenn Gerste u.a. über Torffeuer gedarrt wird, erhält das Malz den intensiven rauchigen Charakter, den viele Whiskykenner in ihren Whiskys so schätzen.

Vielleicht haben Sie auch in Whiskys rauchige Aromen gefunden, die nicht über Torffeuer gedarrt wurden. Das liegt an den Assoziationen die unser Gehirn beim Versuch abruft, ein Aroma zu identifizieren. Oft wird eine deutliche Eichen-Note als "rauchig" befunden, da wir den Geruch von trockenem Holz und Feuer miteinander verbinden. Bei der Zuordnung gibt es keine „falschen“ und „richtigen“ Aussagen. Lediglich über die Herkunft der Aromen können wir Klarheit verschaffen.

Wir stoßen bei Whisky-Neulingen hin und wieder auf die Annahme, die rauchigen Aromen im Whisky kämen vom Ausbrennen der Fässer. Dies ist beispielsweise nicht der Fall! Wenn ein Fass rauchige Aromen abgibt, stammen diese aus dem Holz, nicht der Kohleschicht.

Im Folgenden beschränken wir uns einfachheitshalber auf Whiskys, die mit Torfrauch produziert wurden und somit Torf-Rauch-Aromen enthalten. Der Begriff „rauchig“ wird im Folgenden als Synonym für „torf-rauchig“ verwendet.

Tipps für die Verkostung rauchiger Whiskys

Torfrauch ist eines der intensivsten Aromen, die wir im Whisky finden können. Für das Aroma verantwortlich sind Phenole, eine äußerst widerspenstige Verbindung. Sie kennen Phenole sicher bereits aus dem Alltag! Nach einer Nacht am Lagerfeuer oder am Grill riecht unsere Kleidung noch am nächsten Tag nach Rauch! Und so ist es nicht verwunderlich, dass Whiskys mit Torfrauch ein langes Finish haben und noch Stunden nach dem Genuss nachhallen. Es ist daher bei einem Tasting, oder einem ausgedehnten Whisky-Abend im Freundeskreis sinnvoll, die rauchigen Whiskys für den Schluss aufzuheben. Denn die Phenole decken gerne leichtere, feinere Aromen ab. Somit können ungetorfte Whiskys schnell an Komplexität verlieren, wenn sie nach einem „Raucher“ genossen werden.

Zur Verkostung von rauchigem Whisky sei angemerkt, dass der dominante Torfrauch beim fortlaufenden Genuss von unserer Nase automatisch reduziert wird, sie gewöhnt sich daran. Nach dem ersten Schluck werden Sie bereits merken, dass sie in der Nase und im Geschmack hinter dem Torfrauch weitere Aromen identifizieren können. So machen rauchige Whiskys oft auch denjenigen große Freude, die zuerst vom intensiven Charakter abgeschreckt waren. Haben Sie also keine Scheu, sich auch einmal an einen rauchigen Whisky zu wagen!

Was ist Torf?

Torf entsteht wenn ein Sediment aus pflanzlichem Material durch Luftabschluss über einen langen Zeitraum konserviert und somit zum Teil erhalten bleibt. Dies ist in den schottischen Hochmooren und den Moorlandschaften der Inseln in weiten Teilen der Fall. Torf besteht daher immer aus einer Vielzahl von unterschiedlichen pflanzlichen Bestandteilen wie Wurzeln, Gräsern, Heidekräutern und Moosen, in Küstennähe auch Algen. Ein Stück Torf ist also weit mehr als „ein Stück Dreck“, es ist eine Zeitkapsel, die für uns pflanzliche Bestandteile und deren Aromen über tausende Jahre konserviert hat! Auf Grund dieser äußerst komplexen Zusammensetzung, wird die Verwendung von Torf in der Whisky-Produktion nach wie vor eher als künstlerischens Handwerk angesehen.

Die Abgabe von Aromen aus dem Torf in das Malz ist Feinarbeit, weshalb die wenigen Brennereien mit eigenen Mälzböden nicht zufällig diejenigen sind, die großen Wert auf ihr torf-geräuchertes Malz legen. Drei dieser Brennereien sind auf Islay zu finden. Laphroaig, Bowmore und Kilchoman mälzen zum Teil noch selbst und erhalten sich somit ein kleines Stück (meist 15 – 20 %) handwerklichen Einfluss auf das torfrauchige Aroma ihres Malzes. Gleiches gilt für das Traditionsunternehmen Springbank in Campbeltown. Auch für die weniger rauch-intensiven Brennereien Highland Park und Balvenie sind die eigenen Kilns vor Ort ein wichtiger Bestandteil der Produktion.

Whisky Geschichte

Die schriftlich belegte Geschichte von Whisky geht bis ins 15. Jahrhundert zurück und ist mit Sicherheit noch deutlich älter. Wir sollten allerdings nicht dem Trugschluss erliegen, dass der heutige Whisky bereits im 16 und 17. Jahrhundert getrunken wurde. Denn das ist leider extrem unwahrscheinlich. Lange Zeit wurde der Whisky nicht in Fässern gereift, sondern „straight from the still“ getrunken. Dies wandelte sich vermutlich im Laufe des 18. Jahrhunderts. Erst 1915 allerdings wurde eine gesetzliche Mindestreifezeit von 2 Jahren, ein Jahr später von 3 Jahren, festgesetzt. 

Auch der Torf spielt eine gewichtige Rolle in der historischen Entwicklung der heuten Whisky Aromen. Denn auch ungetorfter/ nichtrauchiger Whisky ist in Schottland vermutlich nicht so alt wie wir glauben! Viele hundert Jahre wurde das Malz für uisge beatha, das „Wasser des Lebens“, über Torffeuer gedarrt, dem gängigen Heizmaterial in den Highlands und auf den Inseln Schottlands. Wir können daher davon ausgehen, dass die meisten "Whiskys" dieser Ära rauchig und torfig schmeckten.

Herkunft & Terroir

Auf Grund des regionalen Einflusses und der unterschiedlichen Zusammensetzung sind rauchige Whiskys richtige Repräsentanten ihres Terroirs. Torfiger Whisky schmeckt unterschiedlich, je nach lokaler Verwendung des Torfs. Torf von der Insel Islay hat beispielsweise einen Anteil Algen, während die Speyside und Highland Regionen Bestandteile von Wäldern und deren Vegetation enthalten, Holz, Wurzeln, Moose und dergleichen. Highland Park auf den Orkneys sticht sein Torf vom Hobbister Hill, das eine hohe Konzentration Heidekraut enthalten soll. So ist Torf heute in einer Zeit in der die Gerste kaum noch einen lokalen Bezug hat, ein Faktor der die Herkunft im Whisky deutlich macht.

Torfgewinnung & Whisky Produktion

In weiten Teilen der schottischen Highlands und den Inseln war Torf über Jahrhunderte das einzige Heizmaterial. Es wurde von den „Peat Bogs“, den Torfmooren per Hand gestochen und getrocknet. Eine schwere körperliche Arbeit, die noch heute von einigen Wenigen per Hand erledigt wird. Zwar gibt es mittlerweile auch maschinelle Torfstecher, diese produzieren aber gepressten Torf, der sich schwerer verbrennen lässt, als handgestochener Torf. Laphroaig auf Islay besteht beispielsweise noch heute darauf, einen Teil ihres Torf per Hand zu stechen, um die Laphroaig-typischen Aromen zu erhalten. Doch auch hier sollten wir uns keine Illusionen machen. Ein Großteil, über 80 % des verwendeten Malzes, stammt in jeder großen Whisky-Brennerei aus industriellen Maltings. Im Fall der Islay-Brennereien ist die Port Ellen Maltings, die nach Vorgaben der Brennereien den jeweiligen ppm Gehalt in das Malz übertragen.

Bei den wenigen Brennereien die das Mälzen und Darren noch zum Teil selbst erledigen, finden sich feine Unterschiede. Der Prozess des Mälzens wandelt die Stärke der Gerste in Zucker um, aus dem später durch Fermentation Alkohol gewonnen wird. Die Übertragung des Torf-Rauchs findet traditionell während des Darrens statt. Dieser Trocknungsprozess ist notwendig, um das junge Malz am weiteren Austreiben zu hindern und somit den Zucker im Korn zu erhalten. Das Mälzen ist nötig, um die Umwandlung von Stärke in Zucker anzustoßen, dem Zucker der später 

Ein gängiges Missverständnis ist, dass nichtrauchiger Whisky über Kohle und rauchiger Whiskyausschließlich über Torf gedarrt wird. Dies ist nicht ganz richtig. Auch das Malz für torf-rauchigen Whisky wird über Kohle getrocknet, das Räuchern wird zusätzlich zum Darren getätigt, um die Aromen zu übertragen. Dabei hat auch hier jede Brennerei ihre Eigenheiten. Laphroaig beispielsweise torfräuchert das noch feuchte „Green Malt“ während Bowmore zuerst darrt und zwischendurch räuchert. Die entstehenden Aromen sind der Kunstfertigkeit des Brennereiarbeiter zu verdanken. 

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit die Torf-Rauch-Aromen in den Whisky zu übertragen. Durch die Reifung in Fässern, die zuvor stark rauchigen Whisky enthielten, können die Aromen ebenfalls in den neuen Whisky gelangen. Diese Methode ist vergleichsweise neu, findet aber zunehmend Anklang. Beispiele sind der Glenrothes Peated Cask Reserve, Glenlivet Nadurra Cask Strength Peated Cask und der Penderyn Celt.

Räuchern & PPM

Der Rauchgehalt im Malz kann mit „(phenols) parts per million“ (ppm) gemessen werden, also dem Anteil der Phenole im Malz. Hier wird gern der ppm Gehalt des Malz und der des Whiskys durcheinander geworfen. Sprechen wir beispielsweise von „50 ppm“ bei Ardbeg, so entspricht diese Zahl dem Phenol-Gehalt im Malz. Der Rohbrand der Brennerei hat nur rund 25 ppm die darüber hinaus über die Jahre der Reifezeit weiter abgebaut werden. Die gängigen ppm Zahlen entsprechen also meist dem Rauchgehalt des Malzes, nicht des Whiskys. Zwar kann man grob sagen „mehr ppm entspricht stärkeren Rauch-Aromen im Whisky“, doch auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel. Sie werden sicherlich im Laufe Ihrer Genießer-Karriere auf Whiskys mit ähnlicher ppm Zahl treffen, die sehr unterschiedlich rauchig ausfallen. Die Fähigkeit Phenole wahrzunehmen ist ebenfalls begrenzt. Die Brennerei Bruichladdich produziert mit dem „Octomore“ den torfigsten und rauchigsten Whisky der Welt, der mittlerweile schwindelerregende 300 ppm erreicht hat. Ist dieser Rekord-Whisky mehr als 10-mal so rauchig wie ein Malt Whisky aus der Brennerei Bowmore, die bekannt dafür sind rund 25 ppm im Malz zu haben? Zum Glück nicht! Die ppm dienen uns also als grobe Orientierung. Verlassen Sie sich also nicht blind auf die Zahlen und trauen Sie lieber Ihrer eigenne Nase. 

Hier eine Liste der gängigen Brennereien mit ihrem Rauchgehalt in ppm:

Ardmore:                         10 – 15 ppm

Highland Park:             20 ppm

Bowmore:                        25 – 30 ppm

Talisker:                       25 – 30 ppm

Caol Ila:                      30 – 35 ppm

Lagavulin:                     35 – 45 ppm

Laphroaig:                      40 ppm

Kilchoman:                     50 ppm

Ardbeg:                        55 ppm

Octomore:                    80 – 309 ppm

Torf & Wasser

Die Wasserquelle für einen Single Malt wird seit Generationen in Ehren gehalten und viele Brennereien hüten die Quelle wie ihren Augapfel. Oft kaufen sie das Land um die Quelle, aus Sorge vor Verunreinigung. Das Marketing spricht gern vom „reinsten und weichsten Quell-Wasser“, das ideal für den herausragenden Single Malt geeignet sei. Hin und wieder stoßen wir auf den Hinweis von „peaty water“ also torfigem Wasser. Der Verweis, dass dieses torfige Wasser torfige und gar rauchige Aromen in den Whisky überträgt ist nicht haltbar. Den größten Einfluss hat Wasser laut Whisky Experte Charles Maclean in der Vergärung, wo es die Bakterien und Hefe beeinflusst. Torfiges Wasser hat einen niedrigeren PH-Wert als ungetorftes Wasser, ist also saurer. Dies kann sich unter Umständen positiv auf die Fermentation auswirken. Da die rauchigen Aromen aber bei der Verbrennung entstehen, ist eine Übertragung von Aromen durch torfiges Wasser Unsinn.

Bekannte Whiskys mit Torfrauch

Highland Park  – Der sanfte Wikinger

Möchten Sie sich langsam an das Thema Torfrauch herantasten, so bietet der zart-rauchige Highland Park 12 Jahre von den Orkney Inseln einen tollen Einstieg in die Welt der rauchigen Whiskys. Hat man einmal das raue Klima der Orkneys zu kosten bekommen, wirkt dieser Whisky aus Heidekraut, Honig und leichten Sherry-Noten beinahe verhalten. Ein echter Schmeichler unter den Rauchern!

Talisker – Made by the sea

Deutliche Rauchnoten und einen würzig-maritimen Charakter mit Iod und Algennoten finden Sie dagegen bei Talisker auf der Insel Skye. Möchten Sie einen Whisky mit einem mittleren Rauch-Gehalt und einer Meeres-Brise probieren, empfehlen wir Ihnen den Talisker 10. Eine echte Bank und ein herausragender Standard. Verewigt als "The king o' drinks" in "The Scotsmans's Return From Abroad" von Robert Louis Stevenson. 

Bowmore – Der Gentleman von Islay

Ganz klar, wer Torfrauch liebt, der muss nach Islay. Sie möchten sich der legendären Insel der Torf-Raucher vorsichtig nähern? Oder gleich länger verweilen? Bowmore bietet Ihnen beides. Autor Iain Banks schreibt in seinem Buch „Raw Spirit“ mit einem Augenzwinkern, man solle sich ernsthaft überlegen, ob man sein Geld nicht mit Whisky vergeude, würde man keinen Bowmore finden in den man sich verliebt. Der mittelschwere Lagerfeuerrauch von Bowmore machen ihn zu einem tollen Allrounder. Wir empfehlen unbedingt den 15er Sherry Cask Finish zu probieren.

Islays Südküste und das diabolische Trio: Lagavulin, Laphroaig & Ardbeg

Wer die volle Ladung maritimen Torfrauch sucht, wird an Islays Südküste fündig. Hier liegen gleich drei der schweren Raucher nebeneinander aufgereiht.

Davon ist Lagavulin noch der verhaltenste, jedoch bereits eine Wucht von einem Whisky! Der Lagavulin 16 Jahre ist seit vielen Jahren eine Hausnummer und schwer zu toppen. Diesen Whisky zumindest einmal probiert zu haben, ist ein absolutes Muss für jeden Scotch-Whisky-Fan.

Die nächste Brennerei der wir begegnen ist die Heavy Metal Variante unter den torfigen Whiskys. Laphroaig hat wohl eine der eingeschworensten Fan-Gemeinden weltweit und scheidet bei jedem Tasting die Genießer in Hui oder Pfui. Laphroaig hat einen kompromisslosen medizinischen Torfrauch, den Sie entweder lieben oder hassen. Unser Rat: Auch wenn Sie zuerst nichts mit Laphroaig anfangen können, geben Sie im im Laufe Ihrer Whisky-Reise erneut eine Chance. Gibt es einen Laphroaig den wir nicht empfehlen können? Eher nicht! Zum Einstieg empfehlen wir den Laphroaig 10 oder Laphroaig Quarter Cask. Im gehobeneren Preissegment, können wir den Laphroaig Brodir und PX Cask, sowie den Laphroaig Lore empfehlen.

Der Letzte im Bunde ist Ardbeg. Die Übernahme 2004 durch Moët Hennessy Louis Vuitton (Glenmorangie) war für die Islay-Brennerei ein Lotto-Gewinn. Heute gehört Ardbeg zu den Top Whisky Marken weltweit und hat besonders die Whisky-Sammler angesprochen oder viele Ardbeg-Fans zu welchen gemacht. In der Core-Range der Brennerei empfehlen wir den Einstieg in den heftig moorigen Torfrauch mit dem 10 Jahre alten Ardbeg. Sie wollen ein Tasting mit einem Paukenschlag beenden? Dann empfehlen wir den Ardbeg Uigeadail mit Sherry-Fass Anteil und strammen 54,2 % vol. 

Kilchoman: Schon lange kein Geheimtipp mehr!

Die Farm-Destillerie Kilchoman hat sich in kurzer Zeit in die Herzen der „Peatheads“ gebrannt. Als eine der ersten Brennereien Schottlands stellte Kilchoman unter Beweis, dass guter Whisky nicht immer alt sein muss! Mittlerweile hat die Brennerei ein beachtliches Portfolio an Standard-Abfüllungen und limitierten Sonderabfüllungen vorzuweisen. Wir empfehlen zum Einstieg den Machir Bay, einen „straight forward“ schwer getorften Malt Whisky mit vorwiegender Bourbon-Fass-Reifung. Malzig, süß und rauchig kommt der Machir Bay ungefärbt und nicht-kühlgefiltert mit 46 % vol. daher. Wer Rauch und Sherry in Kombination mag, sollte sich unbedingt den Loch Gorm, das jährliche Sherry Cask Release der Brennerei anschauen. Doch Achtung: Die Flaschen sind oft zügig ausverkauft.

Caol Ila: Masse statt Klasse?

Caol Ila ist der Großproduzent auf Islay. Mit 6,5 Millionen Liter Output im Jahr ist die Brennerei mehr als doppelt so groß, wie jede Andere auf der Insel. Ein Großteil des Malt Whiskys landet später in Blended Whiskys wie Johnnie Walker. Doch ist Caol Ila deswegen schlechter als andere Malt Whiskys? Wir sagen nein! Der 12 Jahre alte Caol Ila ist nach wie vor ein top Preis-Leistungs-Whisky! Süßes Malz paart sich mit deftigem Räucherspeck und Lagerfeuer-Rauch! Ein toller Feierabend Dram.

Bruichladdich: Progressive Hebridean Distillers

Die „Wiedergeburt“ der Bruichladdich Brennerei auf Islay ist der Stoff aus dem Whisky-Legenden sind. Wenngleich die Brennerei mittlerweile nicht mehr im Besitz der Whisky-Pioniere Mark Reynier und Jim MacEwan ist, produziert sie nach wie vor eine Reihe extravaganter Single Malts. Für viele Torfnasen ist der Octomore, der rauchigste Whisky der Welt, heute der heilige Gral. Preislich so gut wie nie unter der 100 Euro Marke angesiedelt, sind die Octomore Abfüllungen nur etwas für echte Liebhaber oder Sammler. Probieren Sie unbedingt einmal einen solchen Highend-Whisky, wenn Sie die Gelegenheit bekommen!
Leider häufig übersehen wird das „Sandwich-Kind“ der Bruichladdich Familie, Port Charlotte. Für normalsterbliche Islay-Verhältnisse ebenfalls schwer getorft, muss sich Port Charlotte heute nicht mehr zwischen ungetorften Geschwistern Bruichladdich und den „super heavily peated“ Octomore verstecken.

Schon probiert? Unsere Geheimtipps: 

Hier schlagen wir Ihnen eine Reihe Whiskys vor, die ebenfalls Torfrauch enthalten und oft übersehen werden. 

Ledaig: Das Yan zum Yin in Tobermory

Die kleine bunte Inselstadt Tobermory auf der Insel Mull beherbergt eine eigene Brennerei, die ihre Produktion genau 50-50 in „peated“ und „unpeated“ aufteilt. Die ungetorfte Version ist der Tobermory 10, ein süffiger nicht-rauchiger Inselwhisky mit schönen Salz- und süßen Zitrusaromen. Der rauchige Zwilling Ledaig 10 ist ebenso schmackhaft und für Fans der Islay-Whiskys eine echte Alternative!

Arran: Machrie Moor

Auch auf der Insel Arran gibt es sowohl getorften, als auch ungetorften Whisky. Wenngleich die Arran Distillery den Großteil ihrer Whisky-Produktion bislang ungetorft gehalten hat, steigt die Nachfrage nach den rauchigen „Machrie Moor“ Abfüllungen der Brennerei stark. Die unabhängigen Arran Distillers haben dieser Nachfrage Rechnung getragen und eine zweite Brennerei namens Lagg Distillery auf der Insel gebaut, die von nun an den rauchigen Arran Whisky produzieren wird! Wir empfehlen den Machrie Moor Peated mit 46 % vol.

Benromach: Die milde Seite des Rauchs

Die Speyside ist nicht gerade bekannt dafür, rauchigen Whisky zu produzieren. Dennoch geht auch hier der Trend um Torfrauch. Benromach in Forres produziert einen herausragenden komplexen Malt Whisky mit tollen Aromen von Getreide, süßen Kräutern und leichtem Torfrauch. Wir empfehlen den 10 und 15 jährigen Benromach. Wer es heftiger mag, kann mit dem Benromach Peat Smoke eine rauchigere Variante erstehen!

BenRiach: Experimente gern gesehen!

BenRiach wurde bis zur Übernahme von Whisky-Unternehmer Billy Walker im Jahre 2004 vorwiegend für die Blended Industrie genutzt. Mit dem Kauf und der Gründung der BenRiach Distillery Company, die später auch Glendronach und Glenglassaugh übernahm, begann für die Brennerei eine neue Ära. Auch in dieser Speyside-Brennerei wurde schon seit langem schwer rauchiger Whisky produziert. Heute hat BenRiach eine Vielzahl Einzelfass- und Sonderabfüllungen auf dem Markt, die die Herzen der Whisky-Geeks höher schlagen lassen. Viele davon sind im High-End Bereich angesiedelt. Möchten Sie sich einen ersten Eindruck vom Torf-Rauch von BenRiach verschaffen, so können Sie dies mit dem Curiositas 10 Jahre tun. Heute gehört BenRiach zum amerikanischen Konzern Brown Forman, die hoffentlich der Brennerei weiterhin freie Hand lassen.

Edradour: Klein aber oho!

Seit 2002 gehört das kleine schottische Juwel Edradour zu Signatory Vintage, einem unabhängigen Abfüller in den Händen des Whisky-Entrepreneurs Andrew Symington. Auf Grund der guten Verbindungen zur Wein-Industrie reifen bei Edradour eine Vielzahl spannende Wein und Starkwein-Fässer. Auch Edradour liebt Experimente und so ist es nicht verwunderlich, dass heute Edradour mit ihrer rauchigen Eigenmarke „Ballechin“ eine echte Alternative zu Islay-Whiskys geschaffen hat. Die extrem hochwertigen Einzelfass-Abfüllungen „SFTC“ (straight from the cask) sind sowohl unter Genießern als auch unter Sammlern heiß begehrt. Wenn Sie Torfrauch mögen, sollten Sie unbedingt eine dieser kleinen Juwelen probieren! Lagerfeuerrauch und vielfältige Weinnoten erwarten Sie bei diesen kleinen Schätzen. Ein echter Geheimtipp für Liebhaber! 

Campbeltown: Die kleinste Whisky Region Schottlands

Im kleinen Küstenstädtchen Campbeltown finden wir heute drei Whisky Brennereien. Der Ort gibt der kleinen Whisky-Region ihren Namen, die sich über die Halbinsel Kintyre an der Westküste Schottlands erstreckt. Rauch-Fans sollten sich besonders die Name Longrow und Springbank merken.

Die Whisky Marke Longrow, benannt nach einer der geschlossenen Brennereien der Region, ist die schwer getorfte Variante der Springbank Distillery. Die Brennerei produziert noch heute ausschließlich mit traditionellen Methoden. Der Longrow Peated ist ein anspruchsvoller Malt Whisky mit einer tollem Kombination von maritmen Aromen und einer trockenen malzigen Rauchnote.

Indischer Whisky, schottische Standards!

Indien ist einer der größten Whisky-Produzenten und Konsumenten der Welt. Für Viele ist dies oft eine Überraschung, schaffen es doch nur wenigen indische Whiskys über die Landesgrenzen. Die beiden hochwertigsten Marken Single Malt haben es jedoch zu uns geschafft. Die Brennereien Amrut und Paul John haben es in sich! Beide arbeiten nach schottschen Standards und Produktionsmethoden und erzeugen so hochwertigen exotischen Single Malt!

Aus dem Hause Amrut empfehlen wir unbedingt den Amrut Fusion, einen wuchtigen würzig-exotischen Single Malt mit einer Mischung aus schwer getorfter schottischer Gerste und indischer Gerste!

Paul John hat mit den beiden Abfüllungen Edited (leicht getorft) und Bold (schwer getorft) hervorragende Single Malts mit unterschiedlichen Rauch-Aromen auf den Markt gebracht. Beide können wir bedenkenlos empfehlen!

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