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Single Malt Whisky

Der König unter den Spirituosen. Single Malt Whiskys stammen aus einer einzelnen Brennerei und bestehen zu 100% aus Gerstenmalz. Einsteigern empfehlen wir neben unserem Scotch-Einsteigerpaket unsere Top 10 Whisky Empfehlungen für Einsteiger. Oder durchstöbern Sie gemütlich unser großes Sortiment und entdecken Sie die Vielfalt des Single Malts! 

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Single Malt Whisky

Single Malt Whisky gilt als die Königsdisziplin unter den Whiskys. Single Malt ist die älteste Whiskysorte und wird noch heute oft nach Jahrhunderte alten Traditionen und Methoden hergestellt. Schottland gilt als die unangefochtene Heimat des Single Malts. Der Single Malt Scotch Whisky hat mit über 100 verschiedenen Destillerien die größte nationale Vielfalt zu bieten. Jedoch wird heute überall auf der Welt Single Malt hergestellt.

Single Malt Whisky grenzt sich durch eine Reihe Eigenschaften von anderen Whiskysorten ab. Beispielsweise durch das Destillationsverfahren und das verwendete Getreide. Sprechen wir von Single Malt, ist von Whisky aus gemälzter Gerste die Rede. Das "Single" bedeutet, dass der Whisky aus einer einzelnen Brennerei stammt. Da es heute Single Malt aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt gibt, ist Single Malt nicht immer gleich Single Malt. Denn jedes Land hat mit einer eigenen Gesetzgebung und Regularien auch eigene Vorgaben.

Allerdings orientieren sich die meisten Länder an der Produktionsmethode der schottischen Single Malts. Dieser muss nach den "Scotch Whisky Regulations" aus 100% gemälzter Gerste auf Pot Stills gebrannt worden sein, für mindestens drei Jahre in einem Eichenfass gereift und aus einer einzelnen Brennerei stammen. Die unglaublich große Artenvielfalt des Single Malts begeistert weltweit Whisky Genießer.

Wie schmeckt Single Malt?

Die Aromen, die wir Single Malt Whisky entlocken können, sind enorm vielfältig und werden von kaum einer anderen Spirituose erreicht. Beim Verriechen des Bouquets, dem Geschmack und den Nachklang eines Single Malts finden Sie oft unterschiedliche Aromen. Je nach Malz, Destillation und Fassreifung können Single Malts ganz unterschiedliche Charaktereigenschaften besitzen. Ihre Aromenvielfalt reich von malzig-süß, fruchtig, beerig oder blumig bis hin zu würzigen, maritimen und stark rauchigen Aromenprofilen. Ein Tasting-Wheel kann Ihnen bei der Identifizierung von bestimmten Aromen und Tasting Notes helfen. Auch das Festhalten der eigenen Eindrücke in einem Tasting Book ist hilfreich bei der Schulung der Sinne. Netter Nebeneffekt: Sie müssen sich Ihre Eindrücke nicht merken und können später entspannt nachlesen, wie Ihnen ein Single Malt geschmeckt hat. 

Wie trinke ich Single Malt am besten?

Sie sollten Ihren Single Malt immer so genießen, wie Sie es für richtig halten. Wenn Sie einem Single Malt Whisky möglichst viele Aromen entlocken möchten, empfehlen wir ein Nosingglas. Auf den meisten professionellen Whisky Tastings wird mit dieser Glasform gearbeitet. Die Tulpenform eines Nosingglases hält die aufsteigenden Aromen des Whiskys im Glas. So können Sie diese mit der Nase besser wahrnehmen. 

Stellen Sie ein Glas oder einen Krug stilles Wasser bereit. Besonders Single Malts bei 46% Vol. oder höher profitieren oft von ein paar Tropfen Wasser. Besonders Cask Strength Whiskys, also Whiskys in Fassstärke vertragen oft Wasser und geben meist neue Aromen preis. 10 - 15 Minuten im Glas können den Whisky weiter öffnen. Bei Zimmertemperatur kommen Single Malts in der Regel am besten zur Geltung. Verzichten Sie daher auf Eis, wenn Sie die Aromen im Detail wahrnehmen möchten. Viel Spaß beim Genießen! 

Weitere gute Tipps zum richtigen Whisky Tasting finden Sie in diesem Artikel. 

Rauchige Single Malts - Torf & Whisky 

Besonders die Schotten sind berühmt-berüchtigt für ihren rauchigen Whisky. Destillerien wie Talisker, Laphroaig und Ardbeg haben dem Single Malt Scotch weltweit den Ruf der rauchigen Aromen beschert. Warum ist ein Whisky rauchig bzw. nicht rauchig? Die Weichen für das Raucharoma im Single Malt werden bereits beim Trocknen des Gerstenmalzes, dem Darren, gestellt. Hier wird entweder mit Torf gedarrt, um den späteren Whisky ein torfig, rauchiges Aroma zu geben, oder mit Heißluft, um einen nicht rauchigen Whisky zu kreieren. Das englische Wort für Torf lautet peat, getorfte Whiskys werden folglich als peated whiskies bezeichnet. 

In Großbritannien war eines der wichtigsten Heizmittel Torf. Daher wurde auch die Gerste früher über Torffeuern getrocknet bzw. gedarrt. Ursprünglich aus der Not geboren, hat Torf auch heute noch einen entscheidenden Einfluss auf den Geschmack eines Whiskys. Das intensive Raucharoma scheidet die Geister, manche lieben es, andere können es nicht ausstehen. Torf besteht je nach geographischer Herkunft aus einer Mischung abgestorbener Baumwurzeln, Riedgräsern, Heidekräutern und Moosen. In der Speyside enthält Torf beispielsweise viele Heidekräuter. Auf Islay kommen hingegen vor allem Algen im Torf vor, was unter anderem den typisch salzig maritimen Geschmack verursacht. Torfige Single Malts können daher so unterschiedlich wie die Beschaffenheit des Torfes selbst schmecken.

Islay Whiskys gelten als die rauchigsten Single Malts der Welt und wer rauchige Whiskys mag, ist hier bestens aufgehoben. Besonders dem Trio von der Südküste Islays Lagavulin, Ardbeg und Laphroaig hat der heavily peated Islay Whisky seinen weltweiten Ruf zu verdanken.

Unser Islay-Geheimtipp: Probieren Sie die exzellenten Islay Single Malts von Port Askaig. Der erstklassige Mystery Malt wird in einer geheimen Brennerei auf Islay hergestellt und von Expertenhand verlesen und abgefüllt. Ein echter Genuss für Peatheads!

Von dem Geruch von Erde, süßem Malz, Lagerfeuer und kalter Asche ist hier alles dabei. Manche schrecken daher vor torfigen/ peated Single Malts zurück, weil sie vor allem an die denken, die diesen speziellen Islay-Charakter haben. Allerdings gibt es auch rauchige Single Malts vom Festland, wie die zart getorften Single Malts von Benromach und Ardmore oder den stark rauchigen Ballechin der Edradour Distillery, der mehr an warmes Holzofenfeuer und Weihnachtsgebäck erinnert, als an Meer. Ballechin hat durch die Verortung des Torfes keine maritimen Aromen. 

Nicht rauchige Single Malts

Im Gegensatz zu den berühmten, bereits genannten rauchigen Whiskys gibt es Single Malts, die auch ohne torfige Aromen über ausgesprochene Expressivität verfügen. Berühmte, nicht torfige/ unpeated Single Malts sind Malts der Brennereien AuchentoshanDalwhinnieAberlour oder Glenfiddich. Auch die Destillerie Glengoyne nahe der Lowland-Highland Grenze wirbt sogar damit, keinen Torf für die Produktion ihres Single Malts zu verwenden. Wer sich also vom Torfrauch fernhalten möchte, ist hier gut aufgehoben!

Unser Tipp: Wir empfehlen Ihnen die Single Malts der GlenAllachie Distillery. Hier finden Sie eine reiche Auswahl von nicht rauchigen, sehr fruchtigen Whiskys. Der Fokus der Brennerei liegt auf Sherryfässern, die dunkle Früchte in den Whisky bringen. Durch den Einsatz verschiedenster, teils exotischer Fassarten finden auch tolle andere Aromen in den Whiskys. Das sollten Sie unbedingt probieren!

Der Brennereicharakter 

Auch bei der Vergärung während des Produktionsprozesses werden Aromenspektren von blumig, über fruchtig bis sehr würzig kreiert. Die Destillation in den für jede Brennerei individuell geformten Pot Stills drückt dem Rohbrand seinen eigenen Stempel auf. Hier hat der Kupferkontakt Einfluss auf die Textur und den Geschmack des glasklaren Brandes. In einigen Destillen entstehen hier beispielsweise durch einen besonders intensiven Kupferkontakt ein sehr leichter Brand wie bei Glenmorangie in den Highlands der Brennerei mit den höchsten Brennblasen Schottlands. Weitere Destillerien die Sie interessieren könnten wenn Sie nach weichen, milden Single Malts suchen, sind Cardhu und Balvenie. Auch hier entsteht sehr viel Kontakt zum Kupfer und daher ein sehr milder Brand.

Andere Brennereien wie Mortlach in der Speyside und Edradour in den Highlands suchen eher nach schweren, wuchtigen Aromen im Brand, weshalb hier Wormtub Condenser zum Einsatz kommen, ein traditionelles Kühlsystem, das dem Brand einen Charakter von umami und fleischig-würzigen Aromen geben kann.

Alles rund ums Fass: Von Fasstypen bis Einzelfass 

Einen Großteil der Aromenbildung macht beim Single Malt die Fassreifung aus. Je nach dominierender Fassart gelangen so unterschiedlichste Aromen in den reifenden Whisky. Frische Eichenfässer aus amerikanischer Weißeiche, sog. Virgin Oak Fässer, geben intensive Vanille und Holzaromen an den Whisky ab, ebenso wie Ex-Bourbon Fässer, die aus dem gleichen Holz gemacht sind, zuvor aber bereits amerikanischen Bourbon Whiskey enthielten.

Ex-Bourbonfässer verleihen dem Single Malt oft eine größere Milde als andere Fassarten, das sie in der Regel innen ausgebrannt sind und die Kohleschicht dem Brand Schärfe entzieht. Durch die jahrelange Reifung übertragen Ex-Bourbonfässer Vanillearomen und Noten von Zitrusfrüchten. Häufige Fruchtaromen sind die von Orangen, Nektarinen und Äpfeln. Ein Paradebeispiel für einen Single Malt aus Ex-Bourbonfässern ist der 10 Jahre alte Single Malt von Glencadam

Wer auf den Geschmack von dunklen oder getrockneten Früchten steht, sollte unbedingt Whisky aus Sherryfässern probieren. Sherry ist ein spanischer Starkwein, dessen Fässer sich ideal für die Whiskyreifung eignen. Dank der Vorbelegung mit Sherry finden sich üblicherweise Aromen von Rosinen, Datteln, roten Früchten und Beeren im Whisky wieder. Tolle Brennereien, um Whisky aus dem Sherryfass kennenzulernen, sind etwa GlenAllachie, Edradour und Glendronach. Auf Grund der Tannine in europäischer Eiche, aus der viele Sherryfässer gefertigt werden, können diese ebenfalls Aromen von Kaffee, Schokolade, Tabak und sogar Leder an den Whisky abgeben.

Ähnlich verhält es sich mit Whisky aus Portweinfässern oder Whisky aus Weinfässern bzw. Single Malt der in diesen Fassarten nachgereift wird. Auch hier werden tendenziell beerigeweinartige und dunkelfruchtige Aromen und eine gewisse Ladung Tannine abgegeben. Diese Fassarten werden in der Regel zur Nachreifung verwendet. Sehr selten ist eine Vollreifung in Weinfässern, die experimentierfreudigen Spezialisten der Highland Brennerei Edradour bieten hier regelmäßig besondere Einzelfässer in ihrer "Straight From The Cask" Serie an. 

Der größte Teil der Single Malts auf dem Markt besteht aus einer Verheiratung vieler Fässer und oft auch mehrerer Fasstypen. Eine beliebte Kombination sind beispielsweise Ex-Bourbonfässer und Ex-Sherryfässer, da diese jeweils ihre besten Eigenschaften an den Single Malt abgeben. Andere Whiskys reifen nicht nebeneinander und werden anschließend vermählt, sondern werden nacheinander gereift. Das bedeutet, ein Whisky aus dem Bourbonfass wird beispielsweise noch einmal in ein Sherryfass umgefüllt und für eine weitere Reifezeit gelagert. Dies bezeichnet man als "Finishing", zu deutsch Nachreifung. Wenn Sie sich für innovative Nachreifungen interessieren, dann sind Sie bei GlenAllachie genau richtig!

Im Grunde kann jedes Eichenfass für ein Finish verwendet werden. So kommen auch exotischere Vorbefüllungen zum Einsatz, wie etwa Fässer, die zuvor Rum, Marsala, Madeira, Calvados, Rye Whiskey oder verschiedene Weine wie Moscatel, Bordeaux, Burgundy oder Sauternes beinhaltet haben.

Es gibt natürlich auch Single Malts, die aus nur einem einzigen Fass stammen. Diese Whiskys werden als Single Cask Whiskys zu Deutsch Einzelfassabfüllungen bezeichnet. Vor allem unabhängige Abfüller wie Gordon& MacPhail und Signatory kaufen von Brennereien einzelne Fässer (brit. englisch cask, US englisch barrel) und füllen diese in streng limitierter Auflage ab. Wer es besonders exklusiv mag, sollte keinesfalls die Cooper’s Choice Serie verpassen. Diese Auflagen übersteigen dann nur selten die Stückzahl von 600 Flaschen und bieten sich vor allem für Sammler an. Neben dem individuellen Charakter der Einzelfassabfüllungen/ Single Casks haben diese einen weiteren Vorteil: Unabhängige Abfüller verzichten fast immer auf das künstliche Färben und die Kältefiltration von Whisky. Somit erhalten Sie bei unabhängigen Single Cask Whiskys ein besonders natürliches Produkt.  

In der Regel wird dem Whisky bei der Abfüllung Wasser beigefügt, um eine angenehme Trinkstärke von 40-46% Alkoholvolumen zu erreichen. Single Malt wird meist 2-fach destilliert und der New Make kommt so meist auf ca 63,5% vol. bei der Abfüllung in die Fässer. Ein Single Malt, der direkt ohne Beimischung von Wasser auf den Markt kommt, erhält den Beinamen Cask Strength, also Fassstärke. Die Fassstärke einen Single Malts kann dabei je nach Reifung und Alter varriieren. Oft haben Single Malts mit Fassstärke eine Alkoholstärke von 55 - 60% Vol. 

Klimatische Einflüsse auf den Single Malt und seinen Geschmack 

Der Austausch zwischen Holz und Fassinhalt ist auch vom Klima abhängig. Während der Reifezeit interagiert das Holz mit dem Spirit und nimmt so Farbe und Aroma auf. Im kühlen Klima von Schottland und Irland sinkt der Alkoholgehalt im Fass durch die Verdunstung von Alkohol. Bei diesem verflüchtigten Teil des Whiskys handelt es sich um den berühmten Anteil der Engel, den sog. Angels’ Share.

Im schwül-heißen Klima Taiwans ist dies ganz anders. Durch die großen Temperaturschwankungen reift der Whisky hier schneller. Der Whisky der taiwanesischen Kavalan Distillery beispielsweise entwickelt ähnliche Geschmacksnuancen wie wesentlich ältere Single Malts aus einer der schottischen Brennereien. Gleiches gilt für die renommierte Amrut Brennerei aus Indien, die weltweit Aufsehen mit ihren Blind Verkostungen erregt hat. Mehrfach wurden ihre Single Malts für schottische Whiskys gehalten und mittlerweile mehrfach ausgezeichnet. In der Whisky Bible 2016 etwa wurde der Amrut Fusion mit 97 von 100 möglichen Punkten prämiert.

Besonders von Küstenbrennereien wird gern die Lage als Argument für maritime Aromen im Whisky angeführt. Experten streiten darüber, ob die Reifung des Whiskys an der Küste tatsächlich verantwortlich ist für salzige und maritime Aromen im Whisky. Dass jedoch Brennereien wie Talisker, Bunnahabhain und Old Pulteney ein gewisses maritimes Flair haben, lässt sich schwer bestreiten. Am Ende zählt der Genuss. Und so geben wir uns gern der Idee hin, die von sturmgepeitschten Küsten-Lagerhäuser nehmen einen Teil der Meeres-Aromen in sich auf. 

Genauso wie das Makroklima kann schon die Positionierung im Lagerhaus selbst Einfluss auf den Reifeprozess haben, denn Wärme steigt bekanntermaßen nach oben. Einer der vielen Gründe, weshalb einzelne Fässer sich in Ihrem Charakter deutlich voneinander unterscheiden können, selbst wenn Art und Alter gleich sind. Daher sind Einzelfassabfüllungen für Whiskyfreunde so spannend. 

Wie Sie sehen, kann sich Single Malt Whisky einer schier endlosen geschmacklichen Vielfalt erfreuen, sodass für die unterschiedlichsten Vorlieben etwas dabei ist. Wie es in Schottland so schön heißt: "Der Weg zum Whisky-Experten ist ein langer, aber sehr schöner Weg!"

Wie wird Single Malt hergestellt?

Single Malt Whisky wird zu 100% aus Gerstenmalz hergestellt. Was ihn so singulär macht, ist seine Herkunft aus einer einzigen Brennerei. Er unterscheided sich damit vom Blended Whisky, einer Mischung verschiedener Brennereien. Damit kann man mit einem weiteren Irrglauben aufräumen: Single Malt Whisky muss nicht aus nur einem einzigen Fass oder Brennvorgang stammen. Er kann aus mehreren unterschiedlichen Fässern einer einzigen Destillerie kommen. Voraussetzung bleibt aber natürlich, dass in allen Fässern nur gemälzte Gerste verwendet wurde. Durch das Mischen verschiedener Fässern kann der Master Blender über Jahrzehnte Geschmack, Aroma und Farbe konstant halten. So entwickelt sich auch der Hausstil einer Brennerei. Wird auf dem Single Malt eine Altersangabe vermerkt, muss jedes enthaltene Fass diese erreicht haben. Ältere Fässer dürfen enthalten sein, jüngere jedoch nicht.

Gebrannt wird der Malt in kupfernen, meist zwiebelförmigen Brennblasen, den Pot Stills. Der Kontakt mit dem Kupfer entfernt ungewollte Stoffe aus dem Destillat. Der Brand wird leichter und milder, je höher der Kupferkontakt ist. Jede Beule, Ausbuchtung und generelle Formung der Brennblasen ist daher relevant und wird von den Brennereien katalogisiert und streng beäugt. Bei der Destillation hat jede Brennerei ihre geheimen Rezepte. Jedes Detail des Destillationsprozesses hat Einfluss auf den späteren Whisky. Das "Batch-Verfahren" bei den kupfernen Pot Stills verursacht einen deutlich höheren Arbeitsaufwand als etwa der eine kontinuierlichen Destillation. Auch dies ist für den höheren Preis des Single Malts gegenüber günstigeren Blends verantwortlich. Belohnt wird den Brennmeister aber mit einer deutlich höheren Komplexität des Spirits. Nur das Herzstück des Brandes darf in die Fässer wandern. Dort wird es viele Jahre im Lagerhaus schlummern, bevor es zu fertigem Whisky abgefüllt werden kann.

Die Mindestreifezeit in Schottland beträgt 3 Jahre, Single Malts reifen aber in der Regel mindestens 8 Jahre oder deutlich länger, da Sie erst dann ihre Schärfe abbauen und ausreichend Tiefe für einen Single Malt erreichen. Der Master Blender wählt nun die richtigen Fässer zum Vermählen und Abfüllen aus. Nun wird noch entschieden, auf welche Alkoholstärke der Whisky eingestellt wird, oder ob er in Fassstärke abgefüllt wird. Dies hat auch Einfluss auf die Entscheidung, ob der Whisky kühlgefiltert wird, denn Whiskys unter 46 % vol. trüben leicht ein, wenn man Wasser oder Eis hinzufügt. Viele Brennereien möchten dies verhindern und filtern daher ihren Whisky durch Papierfilter.

Es ist umstritten, ob bei dem Prozess der Kühlfilterung Aromen verloren gehen, der Gedanke liegt jedoch nahe, da die entfernten Bestandteile meist Öle und Fette sind, die bekanntlich als Aromenträger dienen. Auch die Färbung des Whiskys muss noch entschieden werden. Wird der Single Malt naturbelassen in die Flasche gefüllt, oder wird er mit Zuckerkulör gefärbt. Auch hier scheiden sich die Geister. Eine kosmetische Nachbehandlung mit Zuckerkulör hat zwar keinen merklichen Einfluss auf das Aroma des Single Malts, jedoch wird die Farbe beeinflusst. In der Regel ist auf der Verpackung kenntlich gemacht, ob ein Single Malt gefärbt ist oder nicht.

Wichtige Single Malt Marken, die man kennen sollte

Es gibt allein in Schottland derzeit über 100 produzierende Malt Whisky Destillerien. Wir haben im Folgenden einige Brennereien zusammengefasst, die gute Repräsentanten eines gewissen Profils sind. Da die Brennereien mehr als einen Single Malt herstellen, beziehen wir uns auf die 10 - 12 Jahre alten Standard Abfüllungen.

Milde Single Malt Whiskys: Glenmorangie, Cardhu, Balvenie

Single Malts mit Sherryfass-Einfluss (mild): Macallan, Aberlour, Glengoyne

Single Malts mit Sherryfass-Einfluss (vollmundig): GlenAllachie, Glendronach, Glenfarclas, Edradour 

Rauchige/ torfige Single Malts: Bowmore, Talisker, Lagavulin, Laphroaig, Ardbeg

Maritime, nicht rauchige Single Malts: Old Pulteney, Tobermory, Arran

Unabhängige Brennereien: Arran, Kilchoman, Glenfarclas, Springbank, Edradour 

Repräsentative Brennereien der schottischen Regionen:

Lowlands: Auchentoshan

Speyside: Glenfiddich

Highlands: Edradour

Inseln: Arran

Islay: Lagavulin

Campbeltown: Springbank

Jährlich werden die besten Whiskys von den unterschiedlichsten Herausgebern und Enthusiasten gekürt. Diese können vor allem Einsteigern eine Hilfe bei der Auswahl ihrer ersten Drams sein.

Geschichte des Single Malts

Wann genau die Geschichte des Single Malts beginnt, ist unklar. Es ist schriftlich belegt, dass bereits 1495 "Uisge Beatha", das Wasser des Lebens, aus gemälzter Gerste gebrannt wurde. Jedoch wurde über viele Jahrhunderte hinweg das "Uisge", aus dem später "Whisky" werden sollte, pur getrunken. Die Fassreifung hat sich vermutlich erst im 17. oder 18. Jahrhundert entwickelt und wurde in Schottland erst 1933 gesetzlich auf mindestens 3 Jahre festgesetzt. Nachdem sich Mitte des 19. Jahrhunderts die kontinuierliche Destillation durchsetzte und durch die Mischung von leichtem Grain Whisky und dem schweren komplexen Malt Whisky der Blended Scotch Whisky erfunden wurde, fristete der Single Malt im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein Schattendasein. Erst mit William Grant & Sons' Entscheidung, den Glenfiddich in den 60er Jahren als Single Malt herauszubringen, kam es schleppend zur Renaissance des Single Malt Whisky. Heute hat dieser sich zum Wahrzeichen der boomenden Whiskyindustrie gemausert. Was damals die Popularität schmälerte, nämlich die starke Konzentration an vielschichtigen, teilweise sehr markanten Aromen, sorgt heute für den weltweiten Hype. Das Motto lautet also: anecken statt gefällig sein!

Woher kommt Single Malt?

Für viele Single Malt Fans ist der Single Malt Scotch, der schottische Single Malt, das Maß aller Dinge. Doch Single Malt wird in vielen Ländern der Welt hergestellt. Vorne weg sind sicherlich Irland zu nennen, die eine mindestens so alte Whiskeytradition wie die Schotten haben. Aufgrund der tragischen Whiskey-Geschichte Irlands ist die Auswahl an Malt Whisky Destillerien hier jedoch deutlich kleiner. Doch der Irish Whiskey ist auf einem guten Weg, sich zu erholen und so können wir uns auf viele köstliche neue irische Single Malts in der Zukunft freuen!

Unsere Highlights: Ganz vorne sind in Irland die Brennereien Waterford und Dingle zu nennen. Waterford hat mit dem ehemaligen Besitzer der Bruichladdich Distillery auf Islay Mark Reynier einen echten Experten am Steuer. Hier entsteht Single Farm Single Malt. Whisky von nur einer einzigen Farm soll hier den Beweis antreten, dass Single Malt Terroir besitzt. Als einziger irischer Single Malt schreibt sich dieser "Whisky" statt "Whiskey" und setzt sich damit klar vom Rest der irischen Whiskeyindustrie ab. Etwas traditioneller, aber ebenso handwerklich exzellent ist die unabhängige Dingle Distillery. Hier wird typisch irisch dreifach destilliert.  

Es ist noch gar nicht lange her, da galt Single Malts aus Japan noch als ultimativer Geheimtipp. Diese Zeiten sind jedoch vorbei. Whisky aus Japan zählt heute zu den begehrtesten und teuersten Whiskys der Welt. Mit den Auszeichnungen der Single Malts von Yamazaki Mitte der 2010er Jahre setzte ein enormer Boom um den japanischen Whisky ein. Dieser ist auch für die extreme Preissteigerung japanischer Single Malts verantwortlich. Die Single Malts von Miyagikyo und Yoichi können wir empfehlen, wenn Sie gerade einmal verfügbar sind.

In unserem kostenlosen E-Book zu japanischem Whisky erfahren Sie mehr! Einfach herunterladen. 

Unsere Empfehlung: Greifen Sie zu japanischem Whisky von Shinshu Mars. Hier finden Sie köstliche preiswerte japanische Whiskys. 

Viel leichter haben Sie es da mit deutschem Single Malt! Der befindet sich nämlich auf dem besten Wege und bietet tolle Auswahl und hohe Qualität!

Unsere Empfehlung: Allen vorneweg hat sich die Hammerschmiede mit ihrem Elsburn Single Malt eine Poleposition in Deutschland gesichert. Seit vielen Jahren entsteht hier deutscher Whisky mit Herz und Verstand in liebevoller Handarbeit. Die Brennerei verzichtet gänzlich auf Pestizide, auf Farbstoff für den Whisky und auf die Kältefiltration. Der Single Malt von Elsburn, früher Glen Els, ist besonders durch die variantenreichen Starkwein-Fassreifungen bekannt und beliebt. Von Sherry über Portwein, Madeira, Malaga und Marsala schlummerten viele Köstlichkeiten zuvor in den Fässern von Elsburn. Sie geben dem Whisky seine tolle dunkle Farbe und die zahlreichen Fruchtnoten. Auch feine Rauchnoten finden Sie bei Elsburn Whiskys wieder! Aufgrund der kleinen Produktionsmenge gibt es hier keine Massenware, sondern viele Einzelfassabfüllungen und Jahrgangs Whiskys in verschiedenen Chargen (Batches). Wieder aufgelegt wird der Elsburn The Journey, als Flaggschiff der Brennerei. 

Weitere deutsche Whisky Destillerien die Erwähnung finden sollten: Im fränkischen Rüdenau stellt St. Kilian ebenfalls tollen Single Malt her. Als erste deutsche Brennerei stellt St. Kilian Whisky nach schottischem Vorbild her. Hier wird auf original schottischen Pot Stills destilliert! Auch hier finden Sie facettenreiche Whiskys mit unterschiedlichen Fassreifungen, mal mit, mal ohne Rauch. Die bayerische Slyrs Brennerei ist ebenso ein wichtiger Mitspieler in Deutschland. Sie ist eine der ersten reinen Whisky Brennereien und somit in Bayern der Platzhirsch in Sachen Whiskyproduktion.

Wenngleich die USA vorwiegend für ihren Bourbon und Rye Whiskey bekannt sind, so entwickelt sich auch hier eine stetig wachsende Single Malt Szene. Die Westward Distillery hat sich beispielsweise voll dem amerikanischen Single Malt verschrieben. Probieren Sie diesen unbedingt einmal!

Raten Sie mal, in welchem Land der Welt der meiste Whisky hergestellt wird... Vermutlich liegen Sie falsch! Keine Sorge, Sie sind in guter Gesellschaft. Denn nur die wenigsten wissen, dass Indien das Land mit der größten Whiskyproduktion ist. Allerdings würde wohl der Großteil des Whiskys dort bei uns nicht als Whisky durchgehen. Eine Brennerei hat sich jedoch mit ihrer Qualität besonders hervorgetan. Diese wollen wir Ihnen wärmstens ans Herz legen: Die Amrut Destillerie hat als Pionierleistung ihren eigenen Single Malts auf Blindverkostungen in Schottland gegen Scotch Whisky antreten lassen, bevor Sie damit weltweit an den Markt sind. Mit großem Erfolg! Durch das warme Klima reift der Whisky in Indien viel schneller und muss daher früher abgefüllt werden. Seinen exotischen Aromen tut das nur gut. Probieren Sie unbedingt einmal den indischen Whisky von Amrut. 

Auch in Skandinavien entwickelt sich etwa seit 2000 eine bunte Whiskylandschaft. Die einfallsreichen Dänen der Stauning Destillerie produzieren exzellenten Whisky aller Art. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Neben Single Malt und Rye Whisky entstehen hier auch Varianten, die sich der klaren Zuordnung gänzlich entziehen. Aus lokalem Getreide in mühsamer Handarbeit entsteht hier wunderbarer dänischer Whisky. Kosten Sie die Produkte der Spielwiese für Whisky-Liebhaber! Die Craft Distillery Smögen in Schweden hat sich aufgemacht, den schweren Islay Whiskys nachzueifern und stellt hier stark rauchigen schwedischen Single Malt her. Auch in Finnland hat sich mit der ersten finnischen Whisky Destillerei Teerenpeli ein einzigartiger finnischer Single Malt Whisky entwickelt.  

Auch in Süd Tirol hält eine Brennerei tapfer die Flagge für die Region hoch. Italien ist ansonsten in Sachen Whisky dünn besiedelt, aber der Puni Single Malt ist wirklich eine Kostprobe wert! Wie es sich gehört, werden gerne italienische Marsala Weinfässer für die Reifung verwendet. So entsteht hier ein sehr fruchtiger und süffiger Whisky, der sich perfekt zu einem ausgedehnten Essen eignet. Je nach Abfüllung, mal geeignet als Aperitif oder als Digestif. Italienischer Whisky für lebensfrohe Genussmomente!

Auch die Nachbarn der Schotten kommen in Sachen Whisky langsam in die Gänge. Englischer Whisky ist noch immer ein Geheimtipp, aber nicht mehr lange! Denn wenn Sie einmal die exzellenten Single Malts der Cotswolds Distillery und die der Londoner Craft Distillery Bimber probiert haben, werden Sie uns zustimmen. Auch in England wird wunderbarer Single Malt Whiskys hergestellt!

Sie haben Fernweh? Dann haben wir zum Schluss noch einen Tipp für eine kleine Reise um die Welt für Sie. Wie wäre es mit australischem Whisky? Die Starward Brennerei aus Melbourne macht es möglich. Hier kommt bester Single Malt Whisky aus Down Under zu Ihnen nach Hause. Starward reift den Whisky fast ausschließlich in Rotweinfässern, was ihm tolle Beerenaromen und feine Gewürztöne verleiht. Ein Muss für Genießer. 

FAQ

Wird ein Single Malt besser je länger ich die Flasche im Keller lagere?

Nein. Denn die Entwicklung und Verfeinerung der Aromen entstehen über den Kontakt zum Fass. Es ergibt sich also keinerlei Vorteil, wenn Sie mit dem Verzehr warten. Es gilt also Carpe Diem: Schenken Sie sich einen Dram ein & genießen Sie ihre Single Malts lieber früher als später! 

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